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Jüdische Rundschau · 1907-11-01 · Heft 44 (1.11.1907) · page 21

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VII (1907)
Issue
Heft 44 (1.11.1907)
Date
1907-11-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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No. 44 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 181 'Mitteilungen an die Organisationen durch die SELBSTWEHR zur ixenntiiis 7t! bringen und zwar mit der Wirksamkeit, dass diese Kundmachungen als offizielle zu gelten haben wird angcnommcn lind durch folgende, per acclamationcm gebilligte Re- Solution seitens des Abg. Dr. Mahler geschlossen:; , ,Das Distriktskomitee wird beauftragt, seine intensive und extensive Agitation in allen Teilen des Landes aufs nachdriicklichstc zu fördern. Auf Erhaltung der bestehenden Or- Kassationen, auf Vertiefung der zionistischen Arbeit, auf das Hineintragen des zionistischen Gedankens in das jüdische Haus: und in die Jüdische Schule muss sein Hauptaugenmerk ge-; richtet werden.“! Das neue Distriktskomitec hielt nach Schluss des Distrikts- ־kortiitc'es Seine konstituierende Sitzung ab. Zum Obmann wurde *Herr Dr. Mahler, zu dessen Stellvertretern die Herren Dr. Kuh und Glaser und zum Schriftführer Herr Dr. Kral gewählt. —ן Aus den Ortsgruppen ן— Berlin. Wir machen unsere geehrten Mitglieder darauf aufmerksam, dass gleichzeitig mit der am 1. November beginnenden Einziehung der Mitgliedsbelträge für das 4. Quartnl die Schekel pro 1907/08 einkassiert werden und bitten xvIr die Quittungen zur Ersparung unnötiger Ei'n/Iehungskosten prompt elnziilt scn. Berliner Zionistische Vereinigung. Der Vorstand, Berlin. Am Sonntag, dem 27. v. Mts. fand die Eröffnung des von der .Jüdisch-nationalen Frauenvereinigung gegründeten ״.indischen Jugendklubs.“ jn den Räumen des Israelitischen Hcimatshauscs Gormannstr. 3, statt. Eingeleitet wurde die Feier mit einem von!־rau Salnmon verfassten und von Hanna Amolski gesprochenen Prolog. Darauf ergriff Frau Wagner- Tauber das Wort zu einer Begrüssung. In beredten tief empfundenen Worten legte Rednern! Zweck und Ziele der Jugendorganisation dar. Sie ermahnt die Kleinen, au der Liebe zum jüdischen Volk, die ihnen die Frauen- Vereinigung schon in frühester Kindheit ins Herz gepflanzt hat, festzuhalten und nun als heranwachsende Menschen den Störmen des Lebens zu trotzen und mitzuarbeiten an der Befreiung unseres Volkes. Es soll den Kindern an jedem Sonntag Nachmittag von 4 bis 7 Uhr hebräischer Sprachunterricht erteilt, ihnen Vorträge nicht nur zionistischen, sondern auch allgemein Jüdischen In- Halts gehalten werden, und die noch übrig bleibende Zeit soll der Geselligkeit gewidmet sein. Herr Hermann Abraham, der so liebenswürdig war, die Räume im Israelitischen Heimatshaus der Frauenvcrcir.igung zu diesem Zweck zur Verfügung zu stellen, hicss in einer warmen Ansprache die jugendliche Schar herzlich willkommen. Unter anderem betonte Herr Abraham, wenn er auch noch nicht ganz fn die Bestrebungen des Zionismus eingedrungen sei. so wisse er doch, dass die zionistische Tätigkeit darauf gerichtet sei. unser!! verfolgten Brüdern ein Heim zu gründen, und daher betrachte er es als ein gutes Symbol, dass für diese Be- Strebungen gerade in einem Hause gearbeitet werde, das sich das Heimalshaus nennt. Für das leibliche Wohl unserer jungen Zionisten war durch Kaffee und Kuchen Sorge getragen worden. Nach verschiedenen Deklamationen einiger junger Mädchen und gemeinsam gesungenen zionistischen Liedern schloss die wöhlgelimgcnc Feier. Wir können der Jüdisch-nationalen Frauenvereinigung zu ihrer neuen Unternehmung nur bestens gratulieren und wünsehen der jung-jüdischen Generation ein gedeihliches Arbeiten! t. Berlin. Auf Anregung der Berliner Zionistischen Verein!- gung wurde hier eine Untergruppe אהבת ציון gegründet, welche den Zweck hat, unter den nichtdcutschcn Juden den Zionismus durch verschiedenartige Versammlungen, Vcranstaltungen, Vorträge und Kurse zu verbreiten, fördern und unterhalten. — In der Gründungsversammlung am 24. 10. 07. in weicher Herr Dr. Thon einen Vortrag hielt, schlossen siel! gleich 60 Mitglieder an. — Es wurden gewählt: J. Engländer 1. Vorsitzender, A. Zitnak, 2. Vorsitzender; A. Klarer L Schriftführer, M. Gonzar 2. Schriftführer, u. Rendant: A. J. Grebler.י — Beitrittserklärungen sind an A. Klarer, Fehrbcllinerstr. 7, zu richten. M. O. Berlin. Am 14. Oktober fand :bei Dräsel eine öffentliche Versammlung der Misrachi - Gruppe statt. Der Vorsitzende machte Mitteilung von herzlichen Bcgrüssungsschrciben der Herren: Professor Dr. Berliner und Seminarrektor Dr. Hoffniann, welch letzterer in warmen Worten aufforderte, sicli möglichst zahlreich dem Misrachi anzusc 11 Hessen, damit dieser seine Aufgabe, innerhalb des Zionismus in religiösem Sinne zu wirken erfüllen könne. Herr Lazarus Barth führte in seinem Referate aus. dass der Zionismus mit dem gcsctzcstrcucn Judentum keineswegs in Widerspruch stehe. Stets sei von leitender Stelle aus betont worden, dass niemals etwas geschehen würde, was den Religionsgesetzen widersprechen würde. Auf den Misrachi übergehend, schilderte der Referent, dass derselbe auf den! VIII. Kongress zum ersten Male mit einem festen Arbcitsprogramrn hervorgetreten sei, seinen Willen zur praktischen Arbeit kundgetan und dadurch auch die Sympathien der Andersdenkenden gewonnen habe. Es sei auch höchste Zeit, jetzt intensiver als bisher für eine jüdische Erziehung der Jugend im Heiligen Lande zu sorgen. Mit grösster Genugtuung sei deshalb der Beschluss des Misrachi zu begriissen. eine Mittelschule in Palästina zu begründen, die der Unterstützung aller wahrhait gesetzstreuen Elemente sicher sei. In der Diskussion führte Herr Jakob Wagner nochmals aus, dass bisher, seit Beginn der Bcwcgung, niemals offiziell etwas gegen das überlieferte Judentum geschehen sei, dass vielmehr bereits eine ganz Anzahl ״liberal" erzogener Zionisten, sich dem Standpunkte der Gcsctzcstrcucn genähert hätten. Schliesslich nahm die Versammlung folgende Resolution an: ..Die heutige, von gcsctzcstrcucn Juden Berlins besuchte Versammlung ist der Ansicht, dass der Zionismus in .keiner Weise den Ideen des gesetzestreuen Judentums widerspricht und das* cs Piiiclit jedes geset/ostreuen Juden sei. sich dem Zionismus im Misrachi anzaschliessen und die praktischzionistische Arbeit in religiösem Sinne zu fördern." Beitrittserklärungen zum Misrachi sind an Herrn Edmund Lcwy. August>tr. 84, zu richten. Ifalberstadt. Unsere hiesige zionistische Vereinigung eröffnete ihre diesjährige Wintersaison 2m vergangenen Mittwocli. den 23. Oktober, durch eine öffentliche Versammlung, in der Herr Lazarus Barth. Berlin, referierte. Der Redner batte sich das Thema: ..Zionismus und j’.iülwiiC Politik“ gestellt. Er skizzierte die Politik, die der Zionismus seit seinem Bestellen verfolge und ging dabei auf die wichtigsten von denjenigen Bedenken ein. die noch heute gegen unsere Bewcgung immer und immer wieder vorgebracht werden. Dazwischen gab der Referent einzelne sehr anregende Stirnmungsbildcr von früheren Kongressen, die die Anwesenden lebhaft interessierten. Die fast cinstündigcn Ausführungen fanden den ungeteiltesten Beifall der ganzen Versammlung, die leider nicht so besucht war. wie wir es eigentlich gewünscht hätten. Dessau, 2$. Okt. Gestern fand in dem neuerbauten Saale des Gemeindehauses eine Versammlung unserer Gruppe statt. Der Saal war mit blauweissen Farben und mit auf unsere Institutionen bezüglichen Sprüchen glänzend dekoriert. Herr Landesrabbiner hielt die Festansprache, in welcher er auf die Rührigkeit der hiesigen Gruppe hinwies. Herr Dr. Nossig aus Berlin entwickelte dann in einer grosszügig angelegten Rede die Ideen des Zionismus im Vergleich zu den anderen Parfeien. Chorgesang und Klavierspicl trugen zum Gelingen des Abends bei. Die Anwesenden blieben in Fcstcsstimmung bis gegen 4 Uhr morgens beisammen. B. Duisburg. In der zionistischen Vereinigung sprach am 28. Oktober unser Delegierter. Rechtsanwalt Dr. Epstein, über den achten Kongress. Frau Dr. Epstein legte die Ziele des neugegründeten jüdischen Frauenbundes für Kulturarbeit in Palästina dar und forderte zu eifriger Mitarbeit auf. In der sich anschliessenden Aussprache hob Rabbiner Dr. Neumark hervor, dass auch jeder Nichtzionist die praktischen Arbeiten der zionistischen Bewegung fördern könne und müsse. Rybnik. Die hiesige zionistische Ortsgruppe hielt am 28. 10. ihre statutenmässige Generalversammlung ab. Aus dem Rechenschaftsbericht, den Herr Salo Priester erstattete, ging hervor, dass die Mitglicdcrzah! ungefähr gleich gcblieben ist. Nachdem hierauf Herr Glass den Kassenbericht erstattet hatte, wurde dem Vorstand Pecharge erteilt und zur Wahl des neuen Vorstandes geschritten. Aus dieser gingen hervor: Herr Salo Priester tls 1. Vorsitzender, Herr Simon Wulff als 2. Vorsitzender, Herr Siegfried Matmchery als Schriftführer. Herr Glass als Kassierer. Es wurde heschlossen, zu dem in Kattowitz. statu'iiideudeu Zionistentage Herr Wolf! als Berichterstatter zu entsenden. Ebenso hat es sich der Vorstand zur Aufgabe gemacht, im neuen Geschäfts- Jahre eine regere Agitation zu treiben und regelmässige Vortragsabende abzuhalten und für Sonntag, den!0. November, Nachm, zu einem Bericht über den VIII. Kongress Herrn Dr. Dobrzyinski zu gewinnen. /

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