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Jüdische Rundschau · 1907-10-04 · Heft 40 (4.10.1907) · page 14

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VII (1907)
Issue
Heft 40 (4.10.1907)
Date
1907-10-04
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 1a No. 40 JÜDISCHE Die Briefmarken-Abteilung des Nationalfonds Eine Quelle zur Erhöhung seiner Einnahmen. Von Dr. Julius Locwcnhcini. Berlin. Zur Erhöhung der Einkünfte des Nationalfonds hat die Nationalfonds-Verwaltung schon seit langem eine Materialien- und Briefmarkenspende eingerichtet, welche die ihr gespendeten Materialien und Briefmarken im Interesse des Nationalfonds verSusscrt. Als Kenner des Bricfmarkensanunclns ist es mir schon lange aufgcfallen, dass die Einsendungen der . Briefmarken sehr wenig rationell gehandhabt werden, wie gut sic auch gemeint seien, so dass die Einkünfte daraus fiir den Nationalfonds in gar keinem Verhältnis zu der von der Nationalfondsverwaltung aufgewendeteu Mühe stehen. Es wurden bis fetzt grösstenteils nur die landläufigsten Marken eingeschickt, wie deutsche Marken zu 5 und 10 Pfg. oder österreichische zu 5 und 10 Heller, russische zu 3,7 und 10 Kopeken, oder englischc zu 1 pennv und 2’.4 pence usw.: dass die Nationalfnnds- Verwaltung mit solchen gewöhnlichen Marken der niederen Werte nichts anfangen kann, liegt auf der Hand; denn diese Marken hat jeder und kauft niemand. Oft. leider seitr oft werden aber auch zerrissene und beschmutzte Marken eingcschickt; so habe ich kürzlich in einem Packet, das sonst recht gute Marken enthielt ein Drittel zerrissen oder wie der technische Ausdruck lautet, lädiert gefunden. Diese zerrissenen Marken *- ungefähr •400 Stück — mussten mühsam herausgesucht, und da sie vollkommen wertlos waren, weggeworfen werden, während dieselben in tadellosem Zustande ca. 60 M. wert gewesen wären. Dabei wird der Begriff der lädierten Marken unter den Sammlern sehr eng gefasst; so genügt z. B. das Fehlen einer Zacke oder eines Zähnchens oder ein unbedeutender Riss, um die Marke für den Sammler und dadurch auch für den Nationalfonds vollkommen wertlos zu machen. Wir möchten daher an alle, die uns Marken cinsendcn wollen. — und das müssen recht viele in Deutschland und in! -Auslände besonders auch ausserhalb Europas sein — die dringende Bitte richten, uns nur tadellose Exemplare zu senden. Um dieses zu erreichen, seien noch einige Worte über die Behandlung der auf Briefen etc. klebenden Marken gesagt; , Am bequemsten ist es, die Marken aus den Kuwerts mit der Schcere so auszuschneiden, dass noch um die Marke herum 1 ein Papierrand bleibt, der verhindert, dass die Zähnchen der I Marken lädiert werden. Das vielfach übliche Abreisscn der Marken von den Kuwerts durch Anheben einer Ecke oder Seite derselben und Herunterreissen ist unter allen Umständen zu vermeiden, weil dadurch fast immer Einrisse in den Marken entstehen oder weil oft von der Rückseite der Marken ein Teil davon am Kuwcrt hängen bleibt, so dass die Marke dann dünnere Stellen bekommt, wodurch ihr Wert erheblich vermindert oder ganz aufgehoben wird. Wer noch ein Weiteres tun will und geschickt und vor- I sichtig dabei verfährt, kann die nach obiger Angabe aus den I Kuwerts ausgeschnittenen!Marken noch von dem an ihnen haftenden Papier auf folgende .Weise ablösen: In eine mit kaltem oder lauwarmem Wasser gefüllte Schale, z. B. Wasch- Schüssel, werden die Marken so hineingelcgt, dass die farbige Seite nach oben sieht, und sic mit der Rückseite, an der das I überflüssige Papier haftet auf dem Wasser schwimmen. Dadurch wird erreicht, dass die hei vielen Marken löslichen Farben nicht abgehen, was aber eintreten würde, wenn die I Marken mit der farbigen Seite nach unten ins Wasser gelegt werden. Die Marken müssen ca. 10 Minuten auf dem Wasser I schwimmen, bis das Papier durchweicht ist; dann kann man I sie in diesem halbnasscn Zustande von dem Papier mit Leich- 1 tigkeit abziehen, ohne sic irgendwie zu verletzen. Darauf legt I man sie zwischen Löschpapier zum Trocknen; und erst nach dem völligen Trocknen dürfen sie in Kuwerts gesteckt und der BndnmkenabtdUmg des NatkmaUwuds zugeschickt werden. I Das vielfach übliche Bündeln der Marken und Umwickeln mit Zwirnfaden ist unnötig und unzwcckmässig. da sie dadurch leicht verletzt werden, und weil sie doch bei uns noch sortiert I werden müssen. I Welche Marken sind uns nur! für unsere Zwecke die liebsten? Natürlich nicht die oben genannten gewöhnlichen Marken, sondern nur die seltener vorkommenden Werte, wie si?' für Drucksachen. Einschreibebriefe. Geldbriefe, Po stau- Weisungen und Packete gebraucht werden, besonders diejenigen Marken, deren aufgedruckter Wert 20 Pfg. oder 25 cts («der Heiler, 14־ Kopeken usw. übersteigt. Sehr dankbar wären wir natürlich iiir die von den Postverwaltungen herausgegebenen RUNDSCHAU höheren Werte, wie Deutsches Reich, Kolonien und Bayern 1, 2, 3, und 5 Mk., Oesterreich, Ungarn und Bosnien I, 2. 4 resp. 3 und 5 Kronen. Frankreich und Kolonien i Franc und höher England und Kolonien 1 sh. und höher. Nord-, Mittel- und Südamerika 1 Dollar rc;p. Peso und höher usw. usw. Von den fetzt vielfach ausgegebenen Gedenk- und Jubiläumsmarken und von den Marken der verschiedenen kleineren Staaten, besonders der exotischen, die entsprechend dem geringen Verkehr, nur in kleiner Auflage erscheinen, sind uns natürlich alle Werte, auch die kleineren erwünscht. Ausser den üblichen zur Frankatur gebrauchte!! Freimarken werden von vielen Postverwaltungen noch Portom arkc n, oder wie das Publikum sic nennt, Straiportomarkcn ausgegeben, die von der Post auf nicht genügend frankierte Briefe geklebt werden, und ausserdem noch sogenannte Dienstmarken, die fiir die Korrespondenz der Behörden mit dem Publikum in vielen Staaten benutzt werden. Diese beiden letzteren Sorten sind uns ebenso wie die vorher erwähnten höheren Werte der Freimarken und der vielfach zur Frankierung von Zeitungen gebrauchten Zeitungsmarken sehr erwünscht. In Deutschland und Belgien gibt cs noch eine Sorte Marken zur Frankierung der Eisenbahnpackete und Frachtbriefe analog den PostpacKcten; auch diese Eisenbahn* marken, von denen es in Deutschland soviel Abarten wie Lisenbalmverwaltimgen gibt, können uns eingesandt werden. Von allen Postverwaltungen werden ausser den Marken noch!,ostkarten ohne und mit Antwort. Weltpostkarten ohne und mit Antwort. Kuverts. Kartenbriefc. Streifbänder, Postanweisungen und Eiuschreibekiiwerts (letztere in England und seinen Kolonien) ausgegeben, die alle den Wertstempel oder die Marke gleich eingedruckt tragen; diese alle werden von den Sammlern mit dem Namen Ganzsachen bezeichnet und auch als ganze Sachen gesammelt, d. h. die eingedruckten Marken dürfen niemals aus den Ganzsachen ausgeschnitten werden, da diese sonst wertlos werden; auch etwaige aui ihnen klebende Marken dürfen nicht entfernt werden. Um die Zusendung solcher Ganzsachen bitten wir ebenfalls in nur sauberem, tadellosem Zustande, nämlich die Kuwerts dürfen nicht Hingerissen, sondern müssen saldier aufgeschnitten sein und dürfen ebenso wenig wie die Postkarten etc. in der Mitte geknifft sein.' Bei der Oeffmmg der Kartenbriete verfahre man so. dass die perforierten (gelochten) Ränder, mit denen die Kartenbriefe zugcklebt werden, an ihnen erholten bleiben, indem man mit einer Nadel oder einem Messerchen die zasommengeklebteii Ränder auseinanderdrängt oder, wenn dies nicht geht, den perforierten Rand der Rückseite in der Perforierungslinic selbst auftrennt; durch das erstere Verfahren bleiben die Ränder ganz erhalten, durch das letztere bleiben sic zusammen an der Vorderseite. — Als Zusammenfassung des ganzen bitten wir nochmals: Schickt uns nur gute und unverletzte Marken und Ganzsachen. Wer selbst Sammler jst, der soll uns seine Dubletten senden, wer selbst keine Marken bekommt, kann befreundete Firmen, die viel Auslandsvcrkehr haben, und Freunde im Ausland und in den Kolonien bitten, die Marken für den Nationalfonds aufzuheben. Diese kleine Mühe, die fast keine Kosten verursacht, kann aber wesentlich dazu beitragen, dem Nationalionds grössere Summen zuzufiihrcn. stecken ja doch in den Marken und Ganzsachen, besonders in den besseren, grössere oft kaum geahnte Werte. Zun! Schluss bitten wir, alle Sendungen frankiert zu senden, da ungenügend oder gar nicht frankierte Sendungen nicht angenommen werden können. Im Anschluss an obigen Artikel freut cs uns, bekannt geben zu können, dass der Verfasser desselben, Herr Dr. Julius LöwenhcJm. Berlin SW., Bcuthstr. 1, ein hervorragender Markensammler und Kenner, die Briefmarken-Abteilung des Nationalfonds von Grund auf neu organisiert und die Leitung derselben übernommen hat. Hoffentlich wird genannter Herr von allen Gesiunungsgenossen, die Gelegenheit haben, Marken zu sammeln, in dem Masse unterstützt, dass wir die Briefmarken-Abteilung als eine wahre Quelle zur Erhöhung der Einnahmen des Nationalfonds bezeichnen dürfen. Zionistische Vereinigung für Deutschland. Natlonalfond-Vcrwaltung. W 011 s t e i n c r.

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