Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VII (1907)
- Issue
- Heft 40 (4.10.1907)
- Date
- 1907-10-04
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Mf Ab01!ne*n«ni;>p»־c's einsci lirsstic’» L’TERA! L’RtiLATT 1. durcn ö e EipeJitien: ■) in Beiltn ~M' Mark, v) nach aus- Arts I,- ,Wink, c) lür das Ausland 1 5' v.ark. 2. Im p0iUbomsm:nt 1,25 Mark. Inscr.Consprefs die vicfßfspMtc•:«.־ Pe!i:־ Zelle oder derer! Rau-n 25 Mennig, Alljjemeioe Jüdische Zeitung Expedition und Adresse für Geldsendungen und Bestellungen: Virlag Jüdische Bundschau, E. G. m. b.H, ׳ Berlin N. 54, Auguststrasse 49a. OeschKustundea der . Expedition täglich (ausser Sabbat und Sonntag) vor• mittags 10—i, nachmittags 3—7 Uh־# Redaktion: BERLIN NW. 52, Melanchthonstrasse 4 Telephon: II, 3367. Alle Rechte Vorbehalten. Abdruck aus der JUEDISCHEN RUNDSCHAU nur bei voller Quellenangibe gestattet. » I 1 Nummer 40 Berlin, 26. Tischri 5668 — 3. Oktober 1907 XII. Jahrgang Grossherzog Friedrich von Baden!jBaaezsffnagajs Das Deutsche Rcicli hat eilten sehr schweren Vorlusi erlitte 11. Der ürossherzog Friedrich von Baden, der in der fetzten Woche in Mn inan im Alter von über M Jahren entschlafen ist. war nicht bloss einer der Begriinder des Deutschen Reichs, sondern zugleich einer der Wenigen, von dem man sagen kann, dass alles, was er tat. dem W o h I e des Reiches galt. Früher als irgend;in anderer unter den deutschen Fürsten hat er die Notwendigkeit eines nationalen Zusammen- Schlusses des Deutschen Volkes erkannt, und hat mehr als irgend ein anderer ireiwiilig jedes Opfer gebracht, das dem idealen Ziele näher bringen konnte. Der Schwager und Freund unseres so frühzeitig uns entrissenen Kaiser Friedrich, hat er ebenso w i’e jener nicht in der äusseren Machtcjufaltung allein des Reiches Grösse gesehen, sondern in der nationalen Kultur und in der inneren Freiheit, an der seine Gcrechtigk*:tslicbe alle Bürger ohne Unterschied der Nationalität zum Besten des Volkstänzen teilnehmen lassen wollte. So ging seine Regierung damit voran, alte Vorurteile zu verscheuche״ und auf dem Grunde der Gerechtigkeit das Wohl des Staates zu begründen. Die Grundidee seines ganzen Denkens und Fuhlens war ein mit Gerechtigkeit gepaarter Sinn für das nationale Wesen seiner deutschen Nation. Kin solcher Fürst musste mehr als ein anderer die in der Volksseele schlummernden und erw achenden Ideale der Freiheit verstehen können. Aus seinem deutschen Nationalismus heraus verstand er daher auch u 11 sc res Volkes wehmutsvolle Sehnsucht, noch einmal im alten Heiniatlaude die Träume der Jugend beginnen zu können. Mit warmem Interesse hat er seit langer Zeit die zionist'sclie Bewegung verfolgt und, wo er konnte, sie gefördert. Erkannte er doch von seiner menschlich hohen und freien Warte aus mehr , als alle andern die grosse ideale Macht des neuerwachenden Volksgutes und seiner kulturzuigeudcn Kraft. Mit Rat und Tat förderte er die zionistische Bewegung, die ihm zu unvergänglichem Danke verpflichtet bleibt. Dr. Theodor Hcrzl fand bei dem milden und gercehii’n Grossherzog ebenso weisen Rat wie freundliche Förderung seiner Pläne, und bei seinem Tode versagte der Fürst dem unglücklichen Volke weder die warme Teilnahme, noch hörte sein Interesse und die Förderung auf. die er dem zionistischen Ideale zuteil w erden liess. In Grosdierzog Friedrich verliert das Deutsche Volk einen Grossen aus der Zeit der Rei-chsgründimg. an deren Bau er mit am meisten und uneigennützigsten gczimmert hat. Fs verliert in ihm einen Mann, der das nationale Ideal als Freiheitsgedanken erfasst und hochgehalten hat und der national und gerecht genug war״ um auch fremde nationale Ideale ebenso frei und ohne Vorurteil zu erfassen ünd zu fördern, wenn sie nicht dem eigenen Volkswohl entgegenstanden. Der Zionismus wird den Dank, den das Jüdische Volk dem gerechten Fürsten schuldet, nie vergesset. Denn er war das erste gekrönte Haupt, das dem Gedanken eines aus seiner zweitausend jährigen Unterdrückung erwachenden unglücklichen Volkes, sein Geschick in die eigene Hand zu nehmen, volles und freundliches Verständnis entgegcnbrachtc. Wir gedenken sein in Treue und Dankbarkeit. D r. Heinrich L c c w c. Namens der Zionistischen Vereinigung für Deutsch- Umd sandte der Vorsitzende Dr. M. J. Bodenheimer- Köln an Seine Königliche Hoheit, den Grossherzog Friedrich II. von Baden die folgende Beileidsdepesche: Seiner Königlichen Hoheit Friedrich II. Grossherzog von Baden, Schloss Mainau. Fw. Königlichen Hoheit gibt die Zionistische Vertinigung ihr Deutschland ihrer tiefsten Trauer über das Hinscheiden Seiner Königlichen Hoheit des Gross- Herzogs untertänigsten Ausdruck. Wir werden das gnädige Wohlwollen, welches der hohe Verewigte den zionistischen Bestrebungen und insbesondere .den ו I I I ü I i ז I