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Jüdische Rundschau · 1907-09-20 · Heft 38 (20.9.1907) · page 17

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VII (1907)
Issue
Heft 38 (20.9.1907)
Date
1907-09-20
Page
– (sequence 17)
Language
German
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No. 38 JÜDISCHE RUNDSCHAU. Seite 417 sehen Kartelle ,endlich einmal einen wirklich selbstbewussten indischen Verein hier 7.u erfmdrn, nachdem mehrere Zirkel offenbar Hehl aus der Zusammensetzung ihres Kreises machen. Besonders dem Bund Jüdischer Korporationen dürfte cs wohl leicht gelingen, hier einen Zwe.Kvcrcin ins Leben zu rufen. Studiosus N. Kleine Mitteilungen . Berlin. Der Verband der Deutschen Juden hält seine Haupt- Versammlung in diesem Jahre am 13. Oktober in Frankfurt a. M. ab. Auf der Tagesordnung stehen folgende Vorträge: Geh. Rat Professor Dr. C 0 h c n - Marburg ״Religiöse Postulatc“. Professor Dr. Philippson - Berlin ״Staatsintcrcssen und Judcnpolitik“. Korreferent Rechtsanwalt Dr. Loeb-Mainz. Wir verweisen auf das Inserat in heutiger Nummer. , ’ , Berlin. Der Ausschuss der Jüdischen lurnersehaft bcsteht aus folgenden Herren: Vorsitzender: Dr. Georg Arndt, prakt. Arzt, Berlin,• Lessingstr. 24. Stellvertret. Vorsitzender und zugleich Schriftführer: Dr. Max Zirker, Rechtsanwalt. Berlin. Alexanderstr. 38a. Turnwart: Dr. Richard Blum, prakt. Arzt, Berlin, Oranienstr. 2. Kassenlüh rer: Linst Herr mann. Kauimann, Berlin, Spichernstr. 8-9. Beisitzer: Dr. L r a n z O p n e 11 h c i m c r, Schriftsteller, (ir. Lichterfelde bei Berlin. Bellevucstr. 44 c. Die Adresse der Jüdischen T u r n c r s c 11 a f t ist die des Schriftführers. In Kasse 11 Sache 11 sind Mitteilungen direkt an den K a s se 11 f ii 11 r e r, in 111 r 111 e c 11 n i s c 11 e 11 direkt au den T 11 r n v a r t zu rielitei. Ferner werden die VerbanJsvereine vom Ausschuss aufgcfoidert. ihm baldigst bekannt zu geben* 1. Die allgemeine Yereinsadrcsse. 2. Den Namen und die Adresse des Vorsitzenden. Schrift-, Kassenführers und Turnwarts sowie ihrer Stellvertreter. 3. Die Turnstätten 1:nd Turnzeiten. Diese Bekanntgabe hat sofort zu erfolgen, auch wem: Vcr- Änderungen bevorstehen. Bei Eintritt einer Aendcrung ist diese dem Ausschuss baldigst mitzuteilen. Berlin. Wir erhalten den folgenden Aufruf: Vor den hohen jüdischen Festtagen soll jeder Jude sein Herz prüfen, ob er den Pflichten gegen Gott und somit denen gegen seine Mitnicnschen, in welchen er sein Ebenbild geschahen, genügt hat. Deshalb ist die Liebe zu seinen Nächsten, die Unterstützung armer Bedürftiger ein gottgefälliges und auch soziales Werk, das jeden fühlenden Menschen mit Befriedigung und Freude erfüllen soll. Zu den Leidtragenden auf diesem Erdenwall zählen in erster Reihe die Taubstummen, die auf ihrem Lebenspfade die grössten Hindernisse für ihre Existenz finden und noch mehr bedroht sind, ihren Lebensabend unter den schwierigsten Verhältnissen zuzuhringen. Für diese Armen zu sorgen, sie durch Rat und Tat während ihres Frwerbsstaditims zu unterstützen, ihnen eine Zuflucht in einem Heim zu gewähren, wenn sie alt und ihre physischen Kräfte gebrochen, sind unsere Bestrebungen, die zu unserer Freude bisher von Erfolg gekrönt waren. Die Sorge für die Unterbringung dieser Unglücklichen In verschiedene Berufe, Ihre Ausbildung für dieselben. Unter- Stützungen für In Not geratene und die Erhaltung des Altersheims und der Wunsch, dieses segensreiche Institut zu vcrgrossem, erfordern materielle Mittel, die über die Grenzen des uns zur Verfügung Stehenden gehen. Deshalb, liebe Glaubensgenossen, erbarmet Euch unserer Pflegebefohlenen, unterstützt uns durch einen jährlichen oder einmaligen Beitrag und Ihr werdet Gott und den Menschen damit dienen. Hllfsvercln liir die jüdischen Taubstummen In Deutschland. Der Vorstand: Theodor Löwenberg, Berlin, Köpetiickcrstr. 124. Vorsitzender. Anmeldungen sind an den Schriftführer Herrn D r. S. Fracnkel. Berlin W.. U h 1 a n d s t r. 155, erbeten. Berlin. Aach im verflossenen Semester entfaltete die hiesige Vereinigung jüdischer Akademiker, deren Aufgabe cs ist den Zusammenschluss der gesetzestreuen Akademiker zu fördern eine rege innere Vereinstütigkeit. Ausser Jai allwöchentlichen Vereinsabensden fanden noch fast an jedem oSnntag Ausflüge statt, die ebenso wie die Kneipen den Zweck verfolgten, die einzelnen Mitglieder einander persönlich näher zu bringen. Der iicugcwähltc Vorstand setzt sich zusammen aus den Herren: cand. nted. W. B 11 1 o w i 11. 1. Vu1sit/.ender; Raub. Dr. m unk, 2. Vorsitzender; stud. meü. J. Levy. I. Schriftführer; stud. phil. L. Wolif, 2. Schrittführer: stud. mcd. H. Bachr, Kassenwart. Alle Anträgen und Meldungen zur Aufnahme sind zu richten an den I. Schriftführer Herrn Jacob Levy, Berlin, Kaiser Wilhelmstr. IS E. Die neue Synagoge In Posen, ein Bauwerk der Berliner Architekten Gramer und Wolffenstein,‘ ist am 5. September feierlich eingeweiht worden. Das Gotteshaus steht auf einem freien Platz. Schon das Acussere weckt mit dem grossartigen Aufbau und der mächtigen Kuppel von rund 16 Meter im Durchmesser den Eindruck monumentaler Gestaltung. Noch wirkungsvoller ist das Innere: Drei gewaltige kassettierte Tonnengewölbe von 14 Meter Spannweite über den Mittel- und Seitenemporen umfassen den eigentlichen Hauptraum, er ist überspannt von einer mit Zenitlicht versehenen Müngekuppcl, an welcher plastisch die zwölf Tore Jerusalems und an deren Zwickeln mächtige Scraphim-Elügel dargestcilt sind. Den Glanzpunkt aber bildet das Allerhciligste in dem östlichen Chor, welcher in seiner runden Apsidenform mit der Bogcnstcllnng auf Porphyrsäulcn etwas an den Chor in S. Maria^ im Kapitol zu Köln erinnert. Der Almcmor ist aus Cottaer Sandstein und hat in seiner romanischen Ausgestaltung eie grosse Wirkung. Sehr interessant ist die Anordnung der Beleuchtungskörper, namentlich des Mittclraumcs. Aus dem Schlussstein der modellierten Tore hängen zwölf Kronen in Form von Moscheclanmpcn herab. Die prächtige farbige Ausgestaltung ist von M. .1. Bodenstein in Berlin unter Leitung des Maiers Julius Sen ft ausgefiihrt. die schönen romanischen Biklhauerarbutcti stammen von Professor Riegelmann in Chatlotteburg. Auch der Glasfenster von Franz Eit’rng in Char-!ottenburg und der Arbeiten von Pult! und Wagner ist zu gedenken. Der 13:01 gereicht der Stadt Posen zur Zierde. Nürnberg. Die mittelfränkische Handelskammer voranstaltet eine Umfrage über die Behandlung jüdischer Reisender in Russland, um eventuell bei der bayerischen Staatsregierung die Beseitigung bestehender Missst.lndc zu beantragen. Kassel. Der in dem benachbarten Höringhausen verstorbene Handelsmann Lazarus hat dem hiesigen jüdischen Waisenhaus 20 0r»,1־ Mark, der christlichen und der Indischen Gemeinde Höringhausen 160C0 Mark vermacht Bodenbach. Am 1. September fand in Bodenbach in feierlicher Weise die Einweihung des neugebauten jüdischen Tempels statt Prag, fm Saale des Kaffee Orient fand am 7. September eine Versa 111mung der tschechischen Juden statt, welcher etwa 80 Personen, darunter Alrg. Podlipny (namens des Jungtschechenklubs). Dr. Scharf (namens des Prager Stadtrates) 11. a. teilnahmen. Das Progiamm war: ״Juden, schickt Eure Kinder in die tschechische Schule.“ Die Referenten berührten u. a. in ihren Reden den Zionismus in abfälliger Weise. Darauf erwiderte ein zionistischer Student aus Brünn, worauf Dr. Scharf gegen den Zionismus loszog. Die jüdische Presse In Oesterreich. In Oesterreich erscheinen zur Zeit ca. 20 Zeitschriften, die..jüdischen Interessen gewidmet sind, und zwar täglich: TAGBLATT (jüdisch-deutsch) Lemberg. Wöchentlich: JÜDISCHE ZEITUNG. NEUE NATIONAE-ZEITUNG. NEUE ZEITUNG. WAHRHEIT. ÖSTKRR. WOCHENSCHRIFT (in Wien». SELBST WEHR, ROZVOJ (tschechisch, in Prag). HA- MIC PF. (hehr., in Krakau). DROHOBYCZER ZEITUNG (jüd.- deutsch, in Droh. I.hcz). JÜDISCHES WOCHENBLATT (jüd.- deutsch, in Czcrmnvitz). DE.R JÜDISCHE ARBEITER (jüd.- deutsch, in Krakau). SOZIALDEMOKRAT (jüd.-dcutsch, in Krakau). JFDNOSZ (polnisch, in Lemberg). Zweimal wöchentlich: W'SCIIOD (polnisch, in Lemberg). Vierzehntägig: JUNG-JUDA (in Prag). JÜD. VOLKSSTIMMR (in Brünn). Monatlich: MITTEILUNGEN DER ÖESTERR. ISR. UNION. UNSERE HOFFNUNG (in Wim,). M ITT FI I LUN- GEN DES ISR. LANDESI.EHRERVERKINS FÜR BÖHMEN (in Prag). MORIAH (polnisch, in Lemberg). CORRIERE IS- RAEUTICO (italienisch, in Triest). Interessant an diesem Verzeichnis ist die Tatsache, dass 11 i e ii bc r w i e g e 11 d e Mehrheit der in Oesterreich erscheinenden jüdischen Blätter heute auf j ii d i s c 1:!1 a t i o 11 a 1 e tu (zionistischen) Standpunkte s t c h t. Assimilatorischen Interessen dienen bloss die MITTEILUNGEN DER OSTERR. ISR. UNION. ROZVOJ. Jas Organ der tschechischen, und JFDNOSZ, das Blatt der polnischen Assiinilantcn. Es ist jedoch Aussicht vorhanden, dass auch diese Ueberreste aus der Assimilationsperiode bald vom Schauplätze verschwinden werdet». (Die Zionisten in Böhmen z. B. könnten dem ROZVOJ durch Gründung einer Zeitschrift in tschechischer Sprache erfolgreich Konkurrenz machen.) B. G.

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