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Jüdische Rundschau · 1907-08-23 · Heft 34 (23.8.1907) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VII (1907)
Issue
Heft 34 (23.8.1907)
Date
1907-08-23
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 352 JODtSGHE RUNÖSCHAU ' ־ Nö.' 34 Länder nichts zu tun haben. (Beifall und Hort! Hort-Rufe!), dass ich mich damit nicht beschäftigen kann und darf. Was die Zionisten zu tun haben, darüber brauchen wir liier nicht zu streiten; die Leitung selbst kann aber mit der Politik'der verschiedenen Länder nichts zu tun haben. Eine Diskussion darüber ist hier überflüssig. Man macht uns immer Vorwürfe, wir aber geben die Vorwürfe zurück: Es gibt eine Arbeit, die Sie alle leisten können, das ist die Arbeit, Zionisten zu werben.!ch vorlange das Allcreinfachstc, indem ich absehe von den grossen Zielen: Wenden Sie sich der ersten Arbeit zu, Zionisten zu werben, Schekel zu sammeln, und wenn Sie alle diese Pflichten erfüllen werden, werden Sie keine Gelegenheit haben, dm! A. K. Vorwürfe za machen. Wenn Sie die Mittel zur Verfügimg stellen, wenn Sie arbeiten werden, wird auch das \. K< alle Arbeiten ausführen können, die Sie von ihm verlangen. Ich bitte Sie datier, erteilen Sie uns die Decbi.rge! vl.eb liafter. anhaltende־ Beifall.) Sokolow: Es ist nicht meine Absicht den Bericht des Zcntralhiircaus zu verteidigen: wollte ich mich ja beinahe, als Sie die Ocncralrcdncr gewählt haben. Ihnen als Kandidat für die Kontraredner mehlen. W enn Sie den Bericht aufmerksam lesen, werden Sie sich überzeugen, dass wir nicht zu den Zu* friedenen gehören. Ich hätte es auch nicht übernommen, den Reclienscliaftsbcriclit zu verlesen, wenn darin ein Kompliment fiir eine einzelne Person, den Präsidenten oder einzelne Mitglieder des Aktionskomitees enthalten gewesen wäre. Es wurde bemängelt, dass der Rechenschaftsbericht die Palästinareisen der Aktior.skomiteemitglieder verzeichnet. Erinnern Sie sieh der Zeiten, dass man uns sagte: ..Alle Welt reist nach Palästina, nur die .luden tun es nicht.“ Nun is* eine Zeit gekommen, wo auch die reichen .luden nach Palästina zu reisen beginnen. Und es ist auch eitle Taistchc, dass ein lebhafterer Zusammenhang besteht zwischen dem A.K. und Palästiua, dass viele Mitglieder des A.K. Palästina besucht haben, und eine solche Tatsache muss doch in einem Berichte vorzeichnet werden, der Tatsachen zu verzeichnen hat. Das soll man nicht durch eine quasi demokratische Parole verzerieii. Man spricht so höhnisch darüber, als wäre es eine Be- Icidigung für Palästina, dass erwähnt worden ist. die Eindi ficke, die man aus Palästina mitgebracht hat. seien so gut gewesen. Nun, verehrter Kongress! Ich kenne noch eine Persönlichkcit, die einmal veranlasst hat. dass inan nach Palästina gehe und von dort Eindrücke mitbringe, dass war Moschch Pahcnuf Meraglim hat er nach Palästina geschickt, — und sie haben schlechte Eindrücke mitgebraelit. •letzt bringen aber glücklicherweise die neuen Meraglim gute Eindrücke mit. Damit soll nicht gesagt werden, dass wir uns erst über Palästina informieren müssen und uns täuschen wollen. Lassen Sie nicht diese Richtung kleinlicher Nörgelei zur Geltung kommen! Was den andern vermeintlichen Ootimismiis des Berichtes anbelangt, muss ich dagegen mit aller Energie protestieren. Ich empfehle Ihnen, dass Sic den Passus noch einmal lesen, in dem auf alle Unzulänglichkeiten hiiigewiescii ist. vielleicht auf eine energischere und ausdrucksvollere Art. als sämtliche Oppositionsredner dies getan haben. Auf einen Mangel an Folgeriehtigkeit möchte ich noch Ihre Aufmerksamkeit lenken. Es ist schon soviel darüber gesagt und immer w iederholt worden, dass man Irti Zionismus zu wenig das nationale Moment zur Geltung kommen lasse. Nim hat man von seiten des A. K. den Versuch unternommen, ein kleines Blättchen in hebräischer Sprache erscheinen zulassen, und sclma hört man Proteste dagegen. Ich plädiere keineswegs fiir die Erhaltung eines Blattes in dieser oder jener Bonn: so begeistert ich für die Erhaltung und Förderung der hebräischen Literatur im ganzen eiutreten werde, so gleichgültig ist mir das Erscheinen dos einen oder des anderen Blattes. Diese Ökonomie erinnert mich aber an die Geschichte eines polnischen Schlack/izcu. der einmal sein .!ahrcsbmlget einer Prüfung unterzogen hat. da er den Eindruck hatte, er habe zu viel Ausgaben gemacht. Unter den Aufstellungen fanden sieb Ausgaben für Reisen nach Monte Carlo und fiir andere kostspielige Vergnügungen. Diese Posten liess er ungeämlert stellen. Fr fand aber auch eine Aufstelhing, das Abonnement eines kleinen literarischen Blattes: da sagte er sich: die Zeiten sind schlecht, und diese Post muss gestrichen werden. (Heiterkeit.) Ich führe nicht das Wort zur Verteidigung des Berichtes, ich appelliere an das Verständnis; ein Bericht muss doch verstanden werden. Weiche Logik liegt in dieser phrasenhaften Aufbauschung vermeintlicher Kontraste zwischen den Ausgaben für Palästina und d<*!1 Ausgaben fiir die Organisation. Wozu bestellt denn die zionistische Organisation und wozu das Aktionskomitee? Richten Sie doch nicht eine imaginäre Scheidewand zwischen diesen ziisnmm.mgc• hörenden Aktionen auf. Alles 'das geschieht doch mittelbar oder, unmittelbar mir fiir den einen Zweck. Da man tatsächlich zu wenig getan hat. dieser Vorwurl kann und soll auch gemacht werden, so oft cs nur nötig ist, aber die Verdrehungen und Verzerrungen sollen doch tip!r!a! aufhören. * ־w' Dr. P a s ווו a 11 i k beantragt, obwohl er vorher Kritik geübt habe, in Anerkennung der Leistungen des A. K. und besonders seines Präsidenten, die Erteilung der D e c ha r ge. Hierauf w ird mH allen gegen 7 Stimmen unter grossen Ikifall die Decharge erteilt. . Vor Schluss der Sitzung ergreift das Wort D r. K a t z e n u 1 so 1111: Hochgeehrter Kongress! Bereits gestcu! ist in warmen .Worten des unglücklichen Moses Zeitlii, gedacht worden, der auf dem Wege zur Erfüllung seinci zionistischen Pflicht in so tragischer Weise zugrunde ging. Meine Verehrten! Ich, der ich das Glück hatte, diesen teuren Freund persönlich zu kennen, kann nicht umhin, noch mit einigen Worten darmii zu verweisen, dass dies einer jener Zionisten war, die nicht mir in ihren Miisscstuudcn sich in der Bewegung betätigen, sondern ihr ganzes!.eben lind Denken ihr widmen. Er hat sein Leben so eingerichtet, dass ihn nichts darin hindern sollte, sich zionistisch zu betätig•.־.!. Er ging noch weiter, er suchte seine ganzen Studien, seine Gedankenriehtinng so zu gestalten, dass er in Zukunft der Zionist werden sollte, den er im Geiste sich vorstellte. Meine Verehrten! Sie haben bereits früher und auch jetzt das Andenken des teuren Freundes geehrt, indem Sie sich von den Sitzen erhoben, wofür ׳ch Ihnen danke. Freitag, 16. August 1907• Vormittagssitzung, Beginn 10 Uhr Vorsitzender: Dr. Gaster. Referat des Vorsitzenden der Palästiiiakoimnission Prof. War bürg. (Ausführlicher Bericht in nächster Nummer.) Anträge des Prof. O. Warbur.1: 1. Das Palästina-Ressort des engeren Aktionskomitees unterhalt ein eigenes Bureau, das vom ehrenamtlichen Chef des Ressorts geleitet wird. 2. Das Palästina-Ressort verwaltet den zu gründenden Paläst ina־Zcntralf״nds. 3. Der Pakistina-Zentralfonds zerfällt in. b) einen Agrarfonds. b) einen wirtschaftlichen Fonds. c) einen Kulturfonds. von denen mindes Palästina- *'vH ו vi tviiuu^.siiP 1uu,> Uva 1 u1tldUlut*/<vl1l1 Mil'MiUa Ulllvl die drei Spczialionds bestimmt der Kongress, so lange jedoch der Agrarfonds die Hohe von einer Million Mark noch nicht erreicht hat. wird ihm die Hälfte der Einkünfte des Palästina- Zentralfonds ziierkannt. 5. Zur Verwaltung der drei speziellen Fonds wählt der Kongress drei Kommissionen, und zwar: a) eine Agrar-Kommission. . b) eine wirtschaftliche Kommission. c) eine Kultur-Kommission, bestehend aus ehrenamtlichen Mitgliedern, destens drei im Orte des Sitzes des Bureaus Ressorts wohnhaft sind. (». In sämtlichen drei Kommissionen hat Palästina-Ressorts Sitz und Stimme: auch hat die Kommissionen selbständig eiiiziiberufen. 7; Ausgaben der Kommission•:!! über je .סחר der Genehmigung des Palästina-Ressorts, dein missioiicn unterstehen. S. Zur Deckung der Kosten des Bureaus des Palästina• Ressorts sowie des Sekretariats des Palästinarates und der andern laufenden Ausgaben des Palästina-Ressorts erhält derselbe 25 rl des Parteischekels. so lange der Kongress keinen obligatorischen Palästiuaschckol resp. Palästinaziischlag zum Schekel eiugeiiilirt haben wird.?• Ebensolange bleibt auch der freiwillige Palästinaheitrac in Kraft, der gleichfalls vom Palästina-Ressort verwaltet wird der Chef des er das Recht. Mark bedürfen die drei Koni- Hierauf erhält das Wort zum Bericht des Direktoriums des Natioualfouds. dessen Vorsitzender. Dr. B o d e n 11 e i m c r. der!ebhr.it akklamiert wird. Wir veröffentlichen hiervon nachfolgend eine kurze Inhaltsangabe, das Referat in extenso werden wir in einer späteren Nummer bringen. Das fast eiiistündige Referat Dr. Bodenheinicrs wurde mit lebhabteiii Beifall aufgciiommen. Die Sitzung wird hierauf

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