Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VII (1907)
- Issue
- Heft 30 (26.7.1907)
- Date
- 1907-07-26
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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r - •־V *K, ✓׳ ' Abonnements preis ,j^hilessüch LITERATUR BLATT *larteliah.lich: 1. duren die Expedition: •) ן- Berlin —.4״O Mark. bJ ■•ach aus- »i.׳ -s l,— Mark, c) (ür aas Ausland;.50 Mark. 2. Im Postabonrament: 1,25 Mark. ־* Insertionspreis «e Y:erccspat:e׳'e Petit-Zeile oder deren Raum 25 Pfennig. Allgemeine Jüdische Zeitung. Redaktion: BERLIN NW. 52, Melanchthonstrasse4. Telephon: II, 3387. Expedition und Adresse für Geldsendungen und Bestellungen: Verlag Jüdische Rundschau, E. Q. nt b. K. Berlin N. 54, Auguststr. 49a. GeschSft.'stundea der Expcditlo* tlglich (ausser Sabbat und Sonntag) voe■ mittags 10—1, nachmittags 3-7 Uh». Alie Rechte Vorbehalten. Abdruck aus der JUEDISCHEN RUNDSCHAU nur be! voller Queller.2ngibe gestattet Nummer 30 Berlin, 15. Abh 5667 26. Juli 1907 j XII. Jahrgang I t t r I t ■ 1! 1 1 I Gegenwartsarbeit in Palästina Von Dr. Heinrich Sachse. 111. Den Streit um die Ziele, die der Zionismus erstrebt, dari man wohl als endgihig beseitigt aiischeii. Das Basler Programm gibt die klare und unzweideutige Antwort auf die Frage nach dem Zwecke des Zionis- 11111$. Auch über die Mittel und Wege, durch die man das Ziel zu erreichen hat. sollte eigentlich nach dem Wortlaute des Programms kein Zweifel sein. Immerhin ergibt es sich aus dem Gange der Geschichte, dass diese Mittel und Wege zwar in ihren grossen Grund- Zügen im Programm niedergelegt werden konnten, dass es aber das W esen einer vernünftigen Realpolitik mit sich bringt, dass verschiedene örtliche und zeitliche Verhältnisse auch mancherlei Wege und verschiedene Mittei verlangen. Ebenso wie w ir im Zionismus gegenüber der Wohltätigkeitskolcnisation die volkstümlichen Grundlagen und den politischen Charakter der Bewegung betonen mussten, und wie uns dagegen der Territorialisimis genötigt hat, die Notwendigkeit Palästinas in den Vordergrund der Nationalisierung unserer Massen zu rucken, so muss auch die andere Gegenwartsarbeit sich nach den Erfordernissen der Gegenwart, nach den vorhandenen Mitteln und nach der allgemeinen Entwicklung richten. Ucber die Gegenwartsarbeit in den.Landern der Zerstreuung kann man im allgemeinen gewiss keine Forderung stellen, die für alle Länder zugleich zutreffend wäre. Es muss den einzelnen Landsmannschäften Vorbehalten bleiben, die wesentlichen Gesichtspunkte ihrer Arbeit im Lande im Rahmen des .Basler Programms selbst in die Hand zti nehmen. Ganz anders ist cs mit der gemeinsamen Arbeit im Lande unserer Zukunft. Es unterliegt keinem Zweifel, dass sich die Zukunft Palästinas aus seiner Gegenwart entwickeln wird und dass sic sich auch ohne unser Zutun entwickelt. Eine Untätigkeit in Palästina würde keinewegs dazu führen, dass Palästina auf dem Stand- Punkt stehen bleiben würde, auf dein cs sich äugen- Micklich befindet, oder dass es auch nur hinter den andern amWühcndcn Ländern des Orients Zurückbleiben würde, sondern nur dazu, dass wir uns dws Einflusses begeben würden, den wir aui diese Entwicklung im Interesse unseres Volkes haben können und haben müssen. Demi wer die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung in Palästina in die Hand nimmt, ergreift damit wirtschaftlich und kulturell entsprechend Besitz. Iler Einfluss im Lande und die Anerkennung unseres Rechtes am Lande wird genau so gross sein wie das Resultat unserer wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklungsarbeit in ihm. Es ist das Wiseu einer politischen Partei, dass sie sieh nicht bloss politisch nennt, sondern vor allem politisch handelt. Um aber politisch zu handeln, ist das ei ste und w ichtigste Erfordernis, dass eine energische• Leitung an d:r Spitze steht, die bereit und imstande ist, in! gegebenen Augenblicke tatkräftig vorzugehen. Man kann in der Erteilung von weitgehenden Kompetenzen, in dem Freie-Hand-l.assen an die Parteileitung niemals weit genug gehen, wenn man überhaupt den Wunsclr hat. dass in politischer und insbesondere diplomatischer Beziehung irgend etwas geschehen soll. Wir dürfen uns nicht damit begnügen, dass wir von Zeit zu Zeit in die Forderungen, die wir Im Hinblick auf einzelne Schritte stellen, das höfliche Wort mit einfliessen lassen ״unbeschadet der politischen Tätigkeit des Aktionskcmitces ‘. Was wir erreichen wollen, muss ״von einer kräftigen Zentrale mit Energie und unter veilem Vertrauen der Partei zur Leitung vorbereitet werden. Aber auch die Gegenw artsarbeit muss viel mehr noch als in den Ländern der Zerstreuung in Palästina von politischen grossen Gesichtspunkten geleitet sein. Wir dürfen eben nicht glauben, dass schon jeder Kolomst, den man etwa in Palästina ansiedelt, ein Baustein iiir die Errichtung des zionistischen Zuknnftsstaates ist. Wenn das der Pall wäre, so hätte die Methode recht gehabt, die dadurch Palästina mit Juden bevölkern wollte, dass sie die Chahikah zu einem System der Armen- Unterstützung erhob, das zwar eine Menge Juden nach Jerusalem führte, aber damit eine indische Bcvölkcrurg erzog, die man nicht addieren, sondern subtrahieren muss, wenn man den Einfluss und die Aussichten der Juden in Palästina abwägen will. Von dem Gedanken, Palästina mit ackerbautreibenden Juden zu bevölkern, gingen nicht bloss die politischen Zionisten nach den Kongressen aus, sondern alle, die jemals in Palästina in der Kolonisation irgendwelche Schritte unternommen haben, hatten den gleichen Gedanken und strebten zum selben Ziele. Aber di? Methode war vielfach eine falsche, und schon jetzt kamt man an den Resultaten sehen, welche Methode der Gegenwartsarbeit in Palästina fruehti I * O י 'f "* ■ ■7:1"י״* \«“״יייff'״""•» » jy I״ —! g - ... ״J ' v ,/.