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Jüdische Rundschau · 1907-07-19 · Heft 29 (19.7.1907) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VII (1907)
Issue
Heft 29 (19.7.1907)
Date
1907-07-19
Page
– (sequence 3)
Language
German
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ן 0ג)ג) ' Abonnementspreis *״schliesslich LITERATURBLATT vierteljkhrlich: * t. durch die Expedition: a) ״ן Berlin —.90 Mark, b) nach aus* »är*s I,— Mark, c) (ür das Ausland J,SO Mark. 2. Im Postabonnement: 1,35 Mark. * Insertionspreis die »iergcspaitcnc Petit-Zeile oder deren Raum 25 Plennig. Allgemeine Jüdische Zeitung. Redaktion: BERLIN NW. 52, Melanchthor.su asse 4. Telephon: n, 3387. Expedition und Adresse für Geldseadangea und Bestellungen: Verlag lidlsch• Rundschau, F_ Q m. b, H. Berlin N. 54, Auguststr. 49a. aeachiltistuoden der Expedition läßlich (ausser Sabbat und Sonntag) vormittags 10—t, nachmittags 3-7 Uhf. Alle Rechte Vorbehalten. Abdruck auf der JUEDISCHEN RUNDSCHAU nur bei voller Quellenangabe gestattet Nummer 29 || Berlin, 8. Abh 5667 - 19. Juli 1907! XII. Jahrgang \ Gegenwartsarbeit in Palästina Von Dr. Heinrich Sn ch se. •״ Unser‘.• Kolonisation hit Lande Israel unterscheidet sich am wesentlichsten dadurch von der jüdischen Kolonisatioiistütigkeil in andern Ländern, dass in Palästina ein jüdisches Milieu geschaffen wird, während die in andern Ländern zerstreute Siedtelnncc die Juden nur in eine neue, andere, aber nichtjüdische Umwelt führt. Gerade der nicht zu grosse Umfang des cigentliehen alten Landes Israel trägt dazu bei, dass die jüdischen Dörfer von vornherein in benachbarten (kuppen und niemals wirklich von einander entfernt liegen, und so sind sogar aus der ungeregelten langsamen Kolonisation bereits einige von den Pfeilern erstand, an die sieh eine platimässige Schnellkolonisation anleltnen und stützen kann. Das wesentlichste Moment aber, das dieser nahen Lage bei einander entspringt, ist die Möglichkeit, ein neues w irklich jüdisches Milieu zu schaffen. Ein arabisches Milieu kann hier nicht entstehen, denn es gibt ausserhalb des Islam kein arabisches Kulturwesen. Was in Peirüt die Jesuiten und als Konkurrenz dazu die Amerikaner züchten, ist eben doch nur christliche Missionstätigkeit, die niemals zu einer wurzelständigcn arabischen Kultur führen kann. Dazu kommt, dass der ein wandernde Jude und zum grossen T:ile auch der einheimische Jude auf einer viel höheru Stufe der Gesittung und Hildtmg steht als der landsassige Araber mit Einschluss des Levantiners. Die europäischen Nationen, die sich der in ihren Ländern gegründeten Hilfsorganisationen der Juden bcdienen, um auch auf diesem Wege mit der Ausbreitung ihres Sprachbercichs ihren politischen Einfluss auszubreiten, erreichen zwar, was sic. wünschen, auf dem von ihnen eingeschlagenen Wege; jedreh vermögen sie nicht ein wirkliches Volksel.tncnt zu schaffen, das ihre Sprache spricht, und in dem ihre Kultur Wurzel fasst. So ist Palästina,, auch ganz abgesehen von dej! grossen nationalen Erinnerungen der Juden, bei weitem das Land, das am meisten geeignet ist, ein jüdisches Kulturwesen erwachsen zu selten. Wenn aber die historisch gewordene Kulturgemcinschait das Wesen der Nation ausmacht, so ist es ein Erfordernis nationaler Gesinnung und stammestümliclien Bew usstsci.es, dass die Gemeinschalt der Kultur sich im bewussten Yorwärtsstrebcn unter Anlehnung an das Historisch-Gewordctte äussert. Trotz aller Missgriffe und trotz aller kleinen und grossen Misserfolge, die wir in der Neubesiedelung Palästinas durch Juden neben dem unleugbaren Erfolge zu verzeichnen haben, steht doch das eine bereits fest, dass selbst in den noch so kleinen Aniüngen bereits von den ersten Elementen einer erwachenden und erwachsenden jüdischen Kulturgemcinschait etwas zu verspüren ist. Wir wollen uns keiner Übertreibung schuldig machen. Wenn wir uns vorstellen wollten, dass in Palästina eine hebräische Literatur sich zu regen beginnt, so würden wir ebenso irren, wie wenn wir dort hebräische Spraehwisscnschaft oder beginnende historische Forschung vermuten wollten. Die angebliche Nationalbibliothek ist in Wahrheit fürs erste nichts anderes als eine‘ Privatbibliothek einiger Einflussleute in Jerusalem, soweit matt überhaupt auf diese interessante Bücliersammhmg das Wort Bibliothek anwenden kamt. Das Hebräische Gymnasium in Jaffa steckt kaum erst in den Kinderschuhen, ja. ist eigentlich nur als ein Embryo anzusehen. Und doch können wir bereits von einem beginnenden nationalen Kulturmilieu der junget! Juder.schaft in Palästina reden, ohne uns der Überhebimg schuldig zu machen. Demi was da als junge und lebensprühende hebräische Sprache gesprochen wird, ist der grossartigste Bew eis für die aufkeimer.de Lebenskraft der werdenden hebräischen Nation. Die Portschritte dir jüdischen Siedclung in materieller Hinsich: halten nach keiner Richtung hin stand, wenn man sie an den Fortschritten misst, die die lehende hebräische Sprache in Palästina gemacht hat. .M er heute. Palästina bereist, der kann sic!! kaum noch ein Bild davon machen, dass vor kaum zehn Jahren die hebräische Sprache in Jerusalem von einer Fanni e, in Jaffa in einigen Häusern gesprochen, und hier wie in Reeh״bh‘׳th in der Schule als lebende Sprache nute.־- lichtet wurde. Als in diesem Jahre von dem Einwandererström, der aus dem kochenden Russland Ideen siedender Köpfe mitbrachte, der Versuch gemacht wurde, an Stelle des Hebräischen das Jiidischdeutsche in den Kolonien, in denen sie Arbeit landen, als Umgangsspräche einzuführen, da war der spontane Widerstand, auf dert sie stiessen, ein so nachdrücklicher und fester, dass sie sielt nur unter der Bedingung in den Dörfern der jüdischen Bauernschaft halten konnten, dass sie ihre iüdischdeutsche Muttersprache gegen das N’euhebräische

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