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Jüdische Rundschau · 1907-07-05 · Heft 27 (5.7.1907) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VII (1907)
Issue
Heft 27 (5.7.1907)
Date
1907-07-05
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Seite 282 JÜDISCHE RUNDSCHAU. No. 27 Dr. Cohn nicht mehr in Fräße. Ich konnte keineswegs im Namen aller jüdischen Oberlehrer das Wort ergreifen; wohl aber durfte ich mit gutem Recht im Sinne einiger Kollegen sprechen. Uebcr Herrn Dr. Cohn hat keiner dieser Herren sich ßeüt’ssert. weder in billigender noch in missbilligender Weise. Es ist also keine Legende zerstört worden, weil eine solche nie bestanden hat. Johannes Joe 1.“ 11. Berlin. 2. Juli 1907. Verchrliche Redaktion der JÜDISCHEN RUNDSCHAU. ln der vorzüglichen Gedächtnisrede, die Herr Dr. E. Auerbach bei der Herzlfcier zu Berlin am Abend des 1. Juli hielt, erwähnte er als einen der bedeutendsten Männer des jüdischen Volkes den ״grossen Rabbi Jcschua v o 11 N a z a ־ reth", der die jüdischen Gedanken über die ganze Erde verbreitet habe. Es sei mir, den diese Bemerkung in der Rede eines Juden aufs tiefste verletzt hat, gestattet — ohne irgendwie eine Diskussion entfesseln zu wollen — meine Ansicht hierüber kurz auszusprechen. Wenn jemand bei der Aufzählung der bedeutendsten Juden . Mosche Rabbcnu und Jesus nebeneinander nennt, so ist dieser Vorgang geeignet, innerhalb des Judentums unliebsames Aufsehen und ausserhalb desselben Befremden zu erregen. Der Stifter der christlichen Religion soll zwar ein hochbegabter Schüler von Rabbi Josua ben Perachja gewesen sein; sein Auftreten aber hat das Volk, dem er entsprossen, weder in seiner religiösen Entwicklung, noch in 11 a t i on a 1 g e sc hiebtlieber Hinsicht gefördert! Er ist vielmehr Anlass zu de n v c r h ä n g n i s v ollsten V c r f 01 - g u 11 g c 11 gegen die Juden geworden. Darum, glaube ich. ist es sehr zu bedauern, wenn in absoluter Verkernumg geschichtlicher Tatsachen immer noch zionistisene Redner sigh das geistreich klingende Paradoxon leisten. Jesus unter die grossen Männe״ der Juden zu rechnen. Hermann Struck. III. Einer der angeblichen Gründe, mit denen man eine Tätigkeit der vom 7. Kongress gewählten Kommission für die Gründüng einer N a t i o n a 1 b i b 1 i o t h c k verhinderte, war der Umstand, dass die vom Kongress bewilligten •1000 Franken nicht vorhanden wären. Die Kommission bekam also weder diese •1090 Franken noch überhaupt irgend weiches Geld. Jetzt losen wir in der WELT, ׳dass in der Sitzung des Engeren Aktionskomitees 625 Franken Subvention iiir die Herausgabe des Ben-Jeliudahscheu Wörterbuchs bewilligt seien. Ehe man solche, ganz ausser dem Bereiche der Kongressbeschlüssc liegenden Unternehmungen unterstützte, hiittc man doch zuerst die Bibliothekskommission fragen sollen, ob sie nicht doch vielleicht von der ihr bewilligten Summe rationellen Gebrauch machen könnte und wollte. Die Unterstützung des Herausgebers des Wörterbuchs war wirklieh nicht so wichtig, umsomehr, als diese ja auch jetzt wieder in überreichem Masse e־J0!gt ist. und auch die von dem Herausgeber redigierte Zeitschrift sich durch die Subventionen recht rentabel erweist. Ohne eine Kritik des Wörterbuchunter־ nebmens irgendwie liier beabsichtigen zu wollen, müssen wir doch erwarte;«, dass erst die vom Kongress bewilligten BuJgets gezahlt werden, ehe man an ausse'halb des Budgets liegende Unterstützungen gehen sollte. D r. H c 1 n r i c 11 L o e w e. xm L Rundschau ר־ ציייי Die den Vertrauensmännern der Chalukavcrwaltung übermittelten »Grundzüge“ haben folgenden Wortlaut: 1. Nach wie vor erblickt die Chaluka-Versvaltung ihre '.Hu'- gäbe darin. רצות ישוב ארץ ישיאל ini Sinnedes überlieferten Judentums zu fördern. Daraus fo’gt einerseits die Notwendigkeit, der jüdischen Btvölkerung Pa'dstinas ein E x i s t e n z m i n i m u m zur Pristung des lebe.is zu sichern, sie ferner, so weit dies nach den gegebenen wirtschaftlichen Vorbedingungen möglich ist, auf eigene Füsse zu stellen, andererseits aber, auch die Pflege eines umfassenden, gründlichen und ergebnisreichen Thorastudiums sowie die Aufrechterhaltung einer gewissenhaften jüdisch-religiösen Lebensführu ng mit aller Kraft zu fördern. 2. Die Besitz- und Erwerbsverhältnisse der Angehörigen des בולל הרד sollen noch gründlicher und zuverlässiger als bisher festgestellt werden. Das hat durch die Anstellung besoldeter Beamten unter Mitwirkung von geeigneten Vertretern der einheimischen Bevölkerung zu geschehen. Danach sind diejenigen Personen von der Chaluka a uszuschliessen, die ihrer nicht unbedingt bedürfen. Dabei soll jede unnötige Härte natürlich vermieden und insbesondere so vorgegangen werden, dass nicht der volle Arbeitsverdienst, sondern nur ein Bruchteil desselben an dem Chalukabeitrag abgeht, damit auf diese Weise ein Ansporn zur wirtschaftlichen Betätigung gegeben wird. 3. Der Nachwuchs des בולל הרד ist, soweit der Einfluss der Chaiuka-Verwaltung reicht, erwerbender Arbeit zuzuführen. Eine Kommission wird darüber zu entscheiden haben, welche jungen Lerne im geeigneten Alter einem Handwerk oder sonstiger geschäftlicher Tätigkeit zuzuführen und weiche nach Veranlagung und Neigung daunend für לבוד וזתורה zu bestimmen sind. 4 Die Chalukavcrwaltung hat der Schaffung von Arbeitsgelegenheit, insbesondere der Einführung geeigneter Kleini n d u s t r i e und von Handwerk in Palästina ihre b e - sondere Aufmerksamkeit z u z u wenden. Die Organisierung dieser Unternehmungen soll selbständig geschehen, aber nicht etwa im Gegensatz zu den bestehenden ähnlichen Organisationen. 5. Uebcr eie zweckmässigere Gestaltung der den anderen בוללים zufüessenden sogenannten ״Kleinen Chaluka" bleibt im einzelnen spätere Beschlussfassung Vorbehalten. Keinesfalls soll sie dauernd in kleinen E i n z e I betragen pro Kopf verteilt werden. 6. Die Förderung gründlichen und produktiven Thora* Studiums im heiligen Lande soll in Zukunft ein besonderes Augenmerk der Chalukaverua! ung bilden. Zu diesem Zweck sollen einerseits hervorragend begabten Jünglingen grössere Jahrespensionen ausgesetzt werden, die Urnen ein sorgenloses Thorastudium gestatten, andererseits stid besonders hervoragende הרביד* הבבים höheren Alters in gleicher Weise im grösseren Umfange zu unterstützen. Line Konimission hervorragender “T. der heiligen Städte hat nach noch näher zu bestimmenden Gesichtspunkten die Auswahl unter den für diese Prämien in Betracht kommenden Jünglingen und älteren “7*. zu treffen. 7. In dem Masse als es gelingt, durch die Einführung von Arbeitsgelegenheit und moral ischeEin wirk ung grössere Beträge der Chaluka. weiche bisher zur Erhaltung der erwerbslosen verwendet wurden, frei zu machen, soll die Förderung von לבוד תורה und die Unterstützung von Witwen, Waisen, älteren Personen und Kranken grösseren Umfang annehmen. 8 Vorbedingung für den Beginn und die Durchführung des Reorganisationswerkes ist die Errichtung eines ständigen Bureaus von bezahlten Beamten der Chalukavcrwaltung in Jerusalem. Das Bureau soll aus mindestens zwei Beamten bestehen, von denen einer entweder ein tüchtiger Kaufmann und Verwaltungsbeamter oderein praktisch erfahrener National- Ökonom sein soll, dem ein gebildeter תלביד הבם aus Europa zur Seite steht. U Die Chalukavcrwaltung und ihr Jerusalemer Bureau wird nach wie vor die engste Fühlung mit den geistigen Führern der palästinischen Judenheit aufrecht erhalten und sie soll d3rauf bedacht sein, dass deren Autorität zum Segen der religiösen Verhältnisse aufrecht erhalten bleib t.“ In dem Begleitschreiben zu diesen Grundzügen werden die Vertrauensmänner ersucht, der Chalukavcrwaltung bei der Auswahl der geeigneten Beamten zur Seite zu stehen. Es heisst darüber u. a.: ״Es gilt vor allem, als ständige Vertreter der Chaluka- Verwaltung im heiligen Lande, Beamte hinauszusenden, die schon durch ihre Persönlichkeit, durch die Vereinigung ge• wissenhafter und aufrichtiger religiöser Pflichttreue mit echter Bildung die westeuropäische Orthodoxie in würdiger Weise repräsentieren, die ferner Erfahrung, Einsicht und Energie genug besitzen, um die ihnen gestellter» schwierigen praktischen Aufgaben so vollkommen wie möglich Das Schreiben schliesst mit folgender Aufforecrung: ״Soll das Reorganisationswerk gelingen, so muss eine starke Propaganda einsetzen, um die Einkünfte der Chaluka kräftig zu steigern und allenthalben neue Sympathien für unser Hilfswerk wachzurufen. Wir behalten uns vor, Ihnen einen speziellen Propagandaplan zu übersenden, möchten Sie aber heute schon bitten, in Ihrem Bezirke, unter Hinweis auf die Reorganisation überall zuSammlungert anzuregen und auf die Werbung neuer Kontribuenten bedacht zu sein.“ Es wäre im höchsten Grade erwünscht, wenn auf diese Weise schon im laufenden Jahre eine wesentliche Erhöhung der Chaluka-Eingänge erzielt und damit eine wirksame und

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