Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VII (1907)
- Issue
- Heft 27 (5.7.1907)
- Date
- 1907-07-05
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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. Abonnementsprois «Insch'iesslich LITER ATU*BL׳'TT vierteljährlich: I. durch die Expedition: a1 i״ Berlin —.90 Mark, bi ach ausvir .s I,— Mark, c) für ca* AuManJ J.50 Mark. 2. Im Postabennament: 1,25 Mark. * Insertionspreis die »icrßespaltene Petit-Zeile oder deren Raum 25 Pfennig. Allgemeine Jüdische Zeitung. Redaktion: BERLIN NW. 52, Melanchthonstrasse4. Telephon: II, 3387. Expedition und Adresse für Geldsendungen und Bestellungen: Varlag Wdiicha Rundschau, EO.rn.tkH. Berlin N. 54, Auguststr. 49a. OetchlftMtuaden der Exp.dltlo■ Ülgllch (ausssr Sabbat und Sonntag)יוסז• mittags 10-1, nachmittags 3-7 Uh*. A..e Rechte Vorbehalten. Abdruck aut der JUEDiSCHEN RUNDSCHAU nur bei voller Quellenangabe gestattet. Nummer 27 . 1־״״*׳־״•׳t:1- 1 ״ .י""■ י ״. ■י.. Berlin, 23. Tammüz 56<V7 — 5. Juli 1907 XII Jahrgang Oer Zionismus und die jüdisction Gemeinden Der 2. und 3. Satz des Baseler Programms nennen die Mittel zur Erreiclumg unserer Ziele: 2. Die Gliederung und Zusammenfassung der gesamten Judenschaft durch geeignete örtliche und allgcmeine. Veranstaltungen nach den Landesgesetzen. 3. Die Stärkung des jüdischen Volksgcfiililes und Volksbewusstseins. Wir haben nun in Deutschland unzählige jüdische Vereine zu allen denkbaren Zwecken, wir haben unsere eigene zionistische Organisation und viele von ihm begründete und ihr nahestehende Vereinigungen und Anstalten; aber sie alle umfassen und gliedern nur einen Teil der deutschen Judenschaft, da sic aui freiwilligen Beitritten und freiwilligen Beiträgen beruhen. Die einzige Institution die eine Zwangsgenieinschaft ist, die die Gesamtheit der Juden eines Bezirkes umfasst und die öffentliche Rechte, vor allem das Recht der Be- Steuerung gcnicsst. ist die jüdische Gemeinde. Die Gemcinde, oder Kahilla, ist die langen Jahrhunderte des Exils hindurch der Sammelpunkt und die beste Stütze jüdischen Lebens gewesen: sie ist Ikute noch die weitaus wichtigste aller jüdischen Organisationen, sowohl in denjenigen Bundesstaaten, wie Baden, in denen auf ihr die staatliche Gesamtorganisation der Juden beruht, wie auch in denen, wie vor allem in Preussen. in we!- dien die Judenschaft einer rechtlichen Zusammenfassung noch ermangelt. Und vielleicht nicht weniger bedeutsam für die Gestaltung der jüdischen Dinge wie die innere Arbeit der Gemeinden, ist das einzelnen Grossgenieinden wie Berlin und Frankfurt a. M. verlicbene Recht auf Fntsendtmg eines Vertreters in die Verwaltung des Patrimoniums des enterbten jüdisch n Volkes, der Huudertmillionensduitzc d.r Jcwish Colonisation Association־ Fs ist daher in unseren Reihen stets nur eine Stimme darüber gewesen, dass die Wahl zionistischer Gemeindevertreter, w omöglich die Eroberung der Genieindestube durch unsere Organisation ein Ziel ist, auf’s innigste zu wünschen, hi Russland, Rumänien und Galizien haben unsere Gesinnungsgenossen dieses Ziel vielfach schon erreicht. Der Wiener Gemeinde;wahlkampf von 1906. in der die Zionisten nur mit w enigen Stimmen unterlagen, hat unsere Sache ausserordentlich dert, denn eine Wahlorganisation und Opposition, selbst wenn sie nicht in vertreten ist, zwingt die Majorität zu Rücksichtnahme und Konzessionen. Wir haben uns auch in Deutschland mehriach an den Wahlen beteiligt, aber da wir die Hauptzahl unserer Anhänger unter der Jugend und den Eingewanderten, nicht aber unter der eingesessenen Oemeindearistokratie zählen, nur mit geringem Erfolge. Immerhin sind in einigen Gemeinden, wie Frankfurt a• M., Freiburg. Dessau, Mannheim, Lübeck und Mainbürg. Zionisten in den Gemeindevertretungen, zum Teil sogar in den Vorständen. In Deutschland ist unser Eindringen in die Gemeindestiiben aus der Eigenart der deutschen Verhältnisse heraus, von ganz besonderer Wichtigkeit. Die Beziehungen unserer Organisation zu den verschicdenen grossen Organisationen sind meist leidliche und erträgliche, teils weil an ihnen überhaupt nur die jüdisch-interessierten, die uns von vorn herein näher stehen, mithelfen, teils weil wegen der Freiwilligkeit der Arbeit mau uns nicht ga״z entbehren zu können glaubt, endlich weil auch die Beschäftigung mit grossereu, umfassenden Gegenständen den Geist weitet und ihn eher für das Verständnis unserer grossen Ziele autnalunefähig macht. In den Gemeindestuben aber herrscht das beschränkte Lokalinteresse, die Enge und Furchtsamkeit der kleinen Geister, der Dünkel der eingesessenen Duodezgrössen; hier hat die verbissene, oft geradezu fanatische Feindschaft gegen den Zionismus, die desto begreiflicher ist. je mehr Taufen und Mischeben die Repräsentanten in ihren Familien zählen ihren Sitz. Dringen wir daher in den Gemeinden vor, so haben wir zur Gewinnung der deutschen Juden d.e Hauptarbeit geleistet. Sollte der von Rabbiner Dr. V og e 1 s t c i n ־ Stettin vorgcschlagene Boykott zionistiselier Rabbiner und Lehrer sich durchführen lassen, wozu ja der Fall Emil Kolm die besten Hoffnungen erweckt, so erwächst uns gegenüber unseren heranwachsenden Akademikern, wie gegenüber der Jugend und den Synagogei'besuchern die doppelte Pflicht unseren Einfluss auf die Gemeinde zu verstärken. Zu diesem Zweck ist cs Pflicht der zionistischen Ortsgruppen, sich überall, wo es irgend möglich erscheint, an den Gemeindcwahlen zu beteiligen. Von spezifisch zionistischer Gemeindepolitik kann ebenso wenig die Rede sein, wie von spczitiscli zionistiselier Politik in Deutschland überhaupt* Wenn wir auch nirgends unsere Ziele verschleiern dürfen, sondern Flugblatt- und Broschiirenverteilung unsere 02auch zur allgemeine״ Aufklärung geiör schlagkräftige durch Yprwnlfיוווer n1r>inflfnvnhlnpitn!in11