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Jüdische Rundschau · 1907-05-24 · Heft 21 (24.5.1907) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VII (1907)
Issue
Heft 21 (24.5.1907)
Date
1907-05-24
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 86 JÜDISCHE RUNDSCHAU J4 V* •׳*►>״* No. 21 stutzen müsse uik! dass jeder Gesinnungsgcnosse an der Weiterentwicklung des Zionismusmitarbeiten und f (irden Nation alt onds rege Propaganda im Kreise seiner Verwandten. Bekannten und Freunde machen müsse. Aber die obligatorische Sclbstbesteucrung. die dem Nationalfonds aus allen zionistischen Kreisen Gelder bringet! wird, haben wir leider noch nicht und ausserdem müssen wir jetzt darauf bedacht sein, immer nichtzionistisclie Schichten des jüdischen Volkes für die Sammlungen für den Nationalfonds zu interessieren, damit der Nationalionds sich’ einer noch grösseren Popularität wie bis jetzt erfreue und damit er in absehbarer Zeit zum (wirklichen) Jüdischen Natioitalfonds, d. h. zum Fonds des grössten Teils der Jüdischen Nation werde. Ich glaube, es würden für den Nationalfonds wesentlich grössere Summen (und auch viel aus nichtzionistisehen Kreisen) cinkommcn, wenn wir der Aufstellung von N a t ion a If 0 n ds־ Sa rn me l b i» c h se!1 eine grössere Aufmerksamkeit schenken und für die Verbreitung derselben fleissig arbeiten würden. Nicht nur möglichst jeder Zionist müsste in seinem Hause eine Nationaliondsbüchse aufstellen, sondern jeder Gesinnungsgenosse müsste auch im Kreise seiner Verwandten und Bekannten für die Nationak'ondsbüchsen eifrig Propaganda machen und dann diese (zur Aufstellung von Büchsen geeigneten) Adressen dem Nationalfondsvcrwaltcr der betr. Ortsgruppe übermitteln. Und diese Nationalfondsbüclisen müssten die aliergrösste Verbreitung finden. In sämtlichen jüdischen Hotels, in allen jüdischen Restaurants und S peisehäusern und in allen jüdischen Pension aten müssten solche Büchsen aufgestellt werden. Und‘auch In den Privatwohnungen von Zionisten und Nichtzionlstcn müssten möglichst viel Büchsen untergebracht werden. In allen Gesellschaftsklassen, bei dem kleinen Handwerker und Iiandclsangestelhen und bei dem reichen Grosskaufmann und Bankier, bei Juden der verschiede- «en Parteien und Richtungen müssten wir solche •Büchsen linden. Und meiner Ansicht nach brauchen wir erst nicht grosse Komitees und Kommissionen neu zu wählen, um in der oben geschilderten Weise für den Nationalfonds zu arbeiten. Der -Nationalfondsverwaltcr der betr. Ortsgruppe müsste die ganzen Propaganda-Arbeiten leiten und ihm müssten sich (je nach der Grösse des Ortes) 3—6 Personen, darunter einige junge Damen, zu den verschiedenen Arbeiten, wie Aufstellung und Leerung von Büchsen, verschiedenen schriftlichen Arbeiten «sw., zur Verfügung stellen. Vor allen Dingen müssten alle Mitglieder sich für die Sache der Nationalfondsbüchscn Interessieren und dann würde cs dem Nationalfondsverwalter icsp. obiger Kommission nicht schwer fallen, durch richtige Propaganda die Nationalfondsbüchscn in immer weitere Kreise des jüdischen Volkes einzuführen. — Es würde uns dann auch leicht sein ,für die Oclbaum-Spcnde, für den H e r z I ־ Wald, für den B c 7. a 1 e l, für den P a I ä s t i n a -V e r e i 11 «sw. in den nichtzionistischen Kreisen, wo wir Nationaliondsliflchscn untergehracht haben, Interesse zu wecken und dadurch dem Nationalionds weitere Mittel zuzuführen. Vor allen Dingen werden wir jetzt eifrig für die Nationalfonds- Marken und) Natio nalfonds --Telegramme in «nscren zionistischen Kreisen Propaganda machen müssen. Diese Einrichtungen sind bei uns leider noch viel zu wenig bekannt und eingefiilirt. um schon nichtzionistische Familien dafür zu interessieren. Ich bin nicht ein so grosser Optimist, um zu glauben, dass mm In kurzer Zeit der grösste Teil der deutschen Juden für den Nationalfonds beisteuern wird. Aber das steht fest, dass wir sehr grosse Summen aus nichtzionistischon Kreisen erhalten würden; wenn in der obigen Weise für den Nationalfonds gearbeitet würde. Wir Zionisten geben doch auch viel für andere jüdische Zwecke; warum sollen wir nicht auch von (ichtzionistcn, die zum Teil unserer Bewegung sehr freundich und sympathisch gcgenüberstchen, Gelder für den Nationalfonds erhalten? Und ich möchte schliesslich nur noch erwähnen, dass wir durch das Aufstcllen von Nationalfondsbüchscn (in grösseren Mengen) auch eine vorzügliche Propaganda machen. Jede Ortsgruppe müsste sich das Ziel vorschreiben, die 3—4fache Zahl (mindestens jedoch die 2fache Zahl) von Nationalfondsbüchsen zu erreichen, als sie Mitglieder in ihrem Bezirk hat. Die Arbeit für den Nationalfonds durch Aufstcllen von Sammelbüchsen möge jetzt bald cinsetzcn und möge auch in der sogenannte;! stillen und ruhigen Zeit — wir Zionisten haben ja bekanntlich keine stille Zeit — fortgesetzt werden. Und in ca. 3—4 Monaten mögen die Ausweise der Büchscnlccrungen in der JUEDISCHF.N RUNDSCHAU zeigen, dass wir fleissig und erfolgreich überall gearbeitet haben. (J ec h esk I el.) I Aus den Ortsgruppen ן-— Berlin. Das Lagbcomer Fest der jiid. iiat. Frauenvcreinigung :and am?. Mai in Dräsels Festsälen statt: es ist als gelungen zu bezeichnen, aber wegen Mangel an Beteiligung war der Erlös für die Fcriemusfliige armer Kinder zu gering. Darum ergeht die herzliche Bitte. Gelder fiir diesen Zweck an Frau Wagner. Prenzlauer Allee 9 einzusenden. — Die erste Vorlesung über Palästina-Kunde in der jiid. nat. Fraucnvercint gung fand bei reger Beteiligung statt und interessierte sehr. Die zweite Vorlesung findet Mittwoch den 22. Mai in den Räumen des jüd. Volksvercins. Dirksenstr. 46. statt. M.S. Berlin,?eit sechs Wochen existiert eine Gruppe junger zionistischer Kau Heute, die. ähnlich den akademischen Gruppen die zionistische Ausbildung und engen Zusammenschluss behufs Erziehung zu tüchtigen, agitationsfähigen Zionisten bezweckt. Die Zahl der Beteiligten soll -inc beschränkte bleiben, doch mögen sich arbeitslustige Junge Zionisten an den Vcrcinsabendcn des ..He r z l-K l u b“ im Vereinslokal des V.J.St«, Charlottenburg. Lcibnitzstr. S6 hochaarterre. Mittwoch abends 81•-* Uhr. einfinden. Schriitlicht Mitteilungen an H. L e w1 ׳ n s k i. NW.. Cuxhavcnstr. 3. Glelwitz. In den beiden letzten Wochen hatten wir hier ausser dem oberschlesischen Gruppentag am 5. Mai noch zwei Versammlungen, die aber beide unter der Ungunst des allzu guten Weilers zu leiden hatten. Am 2. Mai sprach in einer Ortsgnuppcnsitzung Herr Dr. P i rj c z o we H - Antonicnhiftte über das .,Jüdische Volkslied“. Der Vortragende fesselte die Erschienenen insbesondere durch seine meisterhafte Wiedergabe einer Reihe von Volksliedern und deren Interpretation. so dass er sich immer w ieder zu einer Zugabe her.- bcilassen musste, die ihm den stürmischen Beifall der Zuhörer cinbrachtc. Wir danken Herrn Dr. Pinczower noch von dieser Stelle aus herzlich für den uns bereiteten Genuss. — An! 7. Mai fand eine öffentliche Versammlung statt, in der Herr Dr. Blöde über ..Jüdische Zeitfragen“ sprach. Der ausgezeichnete Vortrag hätte eine zahlreichere Zuhörerschaft verdient, denn der Beifall der Erschienenen bewies dem Vortragen־ den. wie sehr seine Worte ״ezündet hatten. Da eine Diskussion leider nicht zustande kam. erfreute Herr Dr. Blöde seine Zuhörer noch durch längere Ausführungen Uber Rassen- Hygiene, die wiederum einen Beifallssturm entfesselten. W.r hofien. dass Herr Dr. Blöde Gelegenheit haben wird, hierorts zu gelegener Zeit noch einmal vor einem grösseren Publikum zu sprechen. C. Kattowitz O.-S. ..Jüdisch-politische Zeitfragen lautete das Thema, über welches Herr Dr. Gerson Blocde, der Unermüdliche, in einer Donnerstag, deti 9. d. M.. stattgefundeuen öffentlichen Versammlung‘ sprach. Der Vortragende behandelte eingehend die inner politische Lage der Juden in Deutschland. Oesterreich und Russland, und erörterte hierauf unsere Wirtscliattspolitik in Palästina. Die Diskussion, von Herrn R.-A. Dr. Dobrzyiisk i*Reuthen geleitet, bewegte sich unter Beteiligung von Herrn Dr. Stahl- Tarnowitz und Frau Ella Rappaport. namentlich aber des Vorsitzenden der Ortsgruppe. Herrn Arnold Wiener ausschliesslich innerhalb des zionistischen Ideenkreises. De* Lesern der RUNDSCHAU ist aus zahlreichen Berichten bekannt wie Herr Dr. Bloede strenge Sachlichkeit und erfrischenden Humor mit einer formschönen, prächtigen Sprache zu paaren versteht. Es sei nur noch festgestellt, dass auch I I I f 9

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