Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VII (1907)
- Issue
- Heft 21 (24.5.1907)
- Date
- 1907-05-24
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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I Beilage JUEDISCHE RUNDSCHAU Jg.XII.No.2l ׳ j_Aus der zionistischen Bewegung An die Federationen Köln, 10. Mai 1907. Sehr geehrte Gesinnungsgenossen! In bezug auf den VIII. Kongress hat das Grosse Aktionskomitee in seiner Sitzung vom 5.-7. Mai in Köln folgenden Beschluss gefasst: Die Wahlen zum VIII. Kongress sind von den Landsmannschaften In der Art durchzuführen, dass die Wahlprotokolle und Schekelgelder spätestens vier Wochen vor dem Kongresse beim Zionistischen Zentralbureau in Köln eingeliefert sein müssen. Demgemäss ersuchen wir Sie. alle Vorbereitungen zu treffen, damit die Wahlen in Ihrer Landsmannschaft gemäss obenstehenden Beschlüssen durchgeführt werden. Alle Wahlprotokolle müssen bis spätestens vier Wochen vor dem Kongresse — das ist also bis spätestens zum 14. Juli — bei uns angelangt sein. Ebenso müssen alle Schekelgelder bis zu diesem Termine bei dem Jewish Colonial Trust in London eingeliefert sein. Später cinlaufende Wah 1 pr01ok011 e und Sehekelgelder werden für die Wahlen zum VIII. Kongresse nicht berücksicht werden, r esp. werden die betreffenden Wahlen nicht anerkannt werden können. Noch einmal machen wir daraut aufmerksam, dass alle Bestimmungen des Organisationsstatutes über die Kongresswahlen auf das strengste innegehalten werden müssen. Die Wahlprotokolle sind gemäss der Ihnen mit Rundschreiben vom 3. April übersandten Vorschrift (abgedruckt in der WELT No. 13 und HA'OLAM No. 14) aufzunehmen. Diese Wahlprotokollformulare können von uns in Deutsch und Hebräisch •in beliebiger Anzahl bezogen werden. Nachdrücklich machen wir auf die in § 14 des Organisationsstatutes enthaltene Bestimmung aufmerksam, wonach die Lancfesorganisationen spätestens drei Monate vor dem Kongresse die Bestätigung ihres Wahlmodus beim A. C. einzuholen hahen. Diejenigen Landsmannschaften, die dies noch nicht getan •haben, ersuchen wir im Interesse der späteren Gültigkeit der Wahlen, dies umgehend nachzuholen. Proteste gegen vorgenommene Wahlen sind sofort nach der Wahl gleichzeitig bei der Landsmannschaft und beim Aktionskomitee mit ausführlicher Begründung einzureichen. Nach dem 14. Juli einhufende Proteste könrfen nicht berücksichtigt werden. Dadurch, dass infolge des Beschlusses des Aktionskomitees der Termin der Kongrcsswahlen hinausgeschoben worden ist, ist den Landsmannschaften um so mehr Gelegenheit gegeben worden, die Schekel- Sammlungen mit grösstem Nachdruck vorzunehmen. Wir geben uns der festen Hoffnung hin, dass die Möglichkeit, die Schckclsanimlungcn bis fast vier Wochen vor dem Kongresse intensiv zu betreiben, von den Landsmannschaftcn .nach besten Kräften ausgenutzt werden wird. * Mit Zionsgruss hochachtungsvoll ' Das Aktionskomitee. . Der Vorsitzende: Wolffs.ohn. Der VIII. Zionistenkongress findet von Mittwoch, den 14. .bis Dienstag, den 20. August ds. Js. im Haag in ״Het Gebouw voor Kunst en Wetensc happen‘‘ statt. Mitteilungen des Zentralbureaus der Zionistischen Vereinigung für Deutschland 1. Der diesjährige Delegiertentag der Zionistischen Vereinigung für Deutschland findet laut Beschluss des Zentralkomitees nicht gleichzeitig mit dem Kongress statt, da durch die gleichzeitige Tagung beider Körperschäften in früheren Jahren grosse Unzuträglichkeiten entstanden sind. Der 11. Deutsche Delegiertentag wird daher terst im Winter abgehalten werden. 2. Wir bitten alle Ortsgruppen, die ihre Nationalfondsbiiehsen seit dem 1. Januar 1907 noch nicht haben leeren lassen, dies nunmehr zu tun. , 3. Die Ortsgruppe Frankfurt a. M. hat die Leitung eines neuen Gruppenverbandes übernommen. Derselbe wird seine Tätigkeit auf die Provinz Hessen-Nassau und das Grossherzogtum Hessen erstrecken. Wie müssen wir jeiztlür den fialionalfonds arbeiten? ln No. 16 der JUEDISCHEN RUNDSCHAU hat ein guter Gesinnungsgenosse ziemlich ausführlich und richtig darüber geschrieben, wie wir für den Nationalfonds sammeln sollen. Ich möchte heute ganz kurz auf diesen Artikel «ingehen und dann obige Frage nach meinen bis jetzt gemachten Beobachtungen beantworten. Der Verfasser des betr. Aufsatzes hat ganz recht, dass man nicht für den Zionismus Propaganda machen soll, ohne auch stets darauf hinzuweisen, dass der Zionist auch materielle Opfer für unsere Sache zu bringen hat Und nur durch eine obhgatorische Selbstbesteucrung, die in ähnlicher Weise wie in dem betr. Artikel geschildert, bald «ingeführt werden muss, können und werden wir erreichen, dass alle Zionisten an diesen Opfern beteiligt sind. Diese Selbstbesteuerung würde unserem Nationalfonds aus allen Ländern sehr grosse Summen erbringen und natürlich auch viel Geld von dem deutschen Zionisten. Denn wohl wird bereits jetzt von einem Teile der deutschen Zionisten viel für den Nationalfonds aufgebracht, viel im Verhältnis zur Zahl der diese Opfer bringenden, und wenig, sehr wenig im Verhältnis zu den Summen, die zur Erreichung unseres grossen Zieles notwendig sind, bin Teil unserer deutschen Gcsiimungsgenossen lässt sich Jedoch die Zugehörigkeit zur Organisation nicht viel (und oft beschämend wenig) kosten. Doch man kann wohl annehmen, dass dieses meistens nur deshalb der Fall ist, weil es diesen Zionisten einst nicht cingcschärft wurde und weil sie cs bis heute nicht cingcschcn und gelernt haben, dass der Zionist auch materielle Opfer für unsere Bewegung bringen muss und weil sie noch auf dem Standpunkt stehen, Zionist sein und Mitglied der Zionistischen Weltorganisation sein heisst: Jetzt nur noch einem Vereine mehr angehören und ca. 6—10 Mark mehr Ver« einsgeld jährlich zu zahlen als bisher. Wir müssen deshalb diesen Gesinnungsgenossen immer und Immer wieder erklären und auseinandersetzen, dass man Zionist sein müsse:בבל לנכך בכל נפעך וכבל כאודך dass man mit ganzem Herzen den jüdisch'»atlonalen Oedanken erfassen müsse, dass ieder Zionist, soweit es Irgend in seinen Kräften steht, die Bewegung mit materiellen Mitteln unter-