Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VII (1907)
- Issue
- Heft 20 (17.5.1907)
- Date
- 1907-05-17
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Beilage JUEDISOME RUNDSCHAU Jg.XII.Na20 Aus der zionistischen Bewegung Sitzung des Grossen Aktionskomitees : Köln , den 5.—7. Mai 1907. Zum Sitzungsbericht tragen wir noch folgendes nach: Wie bereits gemeldet, wurde am zweiten Nachmittagc die Tagesordnung des 8. Kongresses festgesetzt. Der Kongress soll wie üblich mit einer Eröffnungsrede des Präsidenten und dem Bericht des Aktionskomitees beginnen. An diesen Bericht sollen sich sofort die Berichte über die einzelnen Parteiinstitutionen und der Finanzbericht anschliessen. Soweit diese Berichte technische Details enthalten, werden sie den Delegierten gedruckt übergeben werden. Infolgedessen hofft man, die Debatte noch am ersten Tage zu Ende zu führen. Die Diskussion ist als eine Generaldebatte gedacht und soll mit der Wahl von Ausschüssen für die einzelnen Fragen abschliessen. Die Ausschüsse sollen am 2. und 3. Tage tagen und am 4. Tage dem Plenum ihFe Anträge zur Spezialdebatte vorlegcn. Inzwischen wird das Plenum Vorträge über die Lage der Juden und die Palästinareferate hören. An den Kongress soll sich auch diesmal die ordentliche Generalversammlung der Bank anschliessen Die Anordnung aller Einzelheiten wurde dem engeren A.-K. überlassen. Der dritte Verhandlungstag begann mit Sitzungen der Organe der Kolonialbank, der Anglo Palestine Company und des Nationalfonds, dessen Direktorium übrigens, wie berichtigend bemerkt wird, nicht Herrn Dr. Franz Oppenheimer, sondern Herrn Rechtsanwalt Rosenbaum angehört. Das Plenum des A.-K. begann seine Sitzung mit einer Debatte über den Nationalfonds. Herr Kremenetzky erstattete einen ausführlichen Bericht und nahm den wohlverdienten Dank für seine hingebende und aufopfernde Tätigkeit entgegen. Beschlüsse wurden nicht gefasst, da das neue Direktorium erst zum Kongress in der Lage sein wird, feste Vorschläge über die Verwaltung und Verwendung des Nationalfonds zu machen. Auch wird das Ergebnis eines Berichts abge« wartet, den Herr Dr. Arthur Ruppin in einigen Monaten erstatten wird. Herr Dr. Ruppin begibt sich dieser Tage im Auitrage des Direktoriums des Nationalfonds nach Palästina, um sich über alle einschlägigen Verhältnisse, insbesondere über Bezalel, Kiriath Seier und die Verwaltung der Nationalfondsiändereien zu orientieren. Es folgte eine Debatte über die Lage in Palästina, die Herr Kann, der nach zweimonatlichem Aufenthalte in Palästina zur Sitzung nach Europa zurückgekehrt war, mit einem sehr interessanten Bericht eröffnete. Herr Kann hat den günstigsten Eindruck von der Ent- Wicklung Palästinas empfangen. Er legt den grössten Wert auf die systematische Förderung jeder Privatinitiative und beantragt zwecks Stärkung von Privatunternehmungen die Erhöhung des Kapitals der Anglo Palestine Company auf 2 Millionen Mark. Er konstatiert mit Genugtuung, dass die Anglo Palestine Company in der kurzen Zeit ihres Bestehens sich einen ausgezeichneten Ruf geschaffen und reelle praktische Arbeit in reichem Masse geleistet habe. Herr Kann verbreitete sich dann über die einzelnen in Palästina bestehenden wirtschaftlichen Unternehmungen von Juden und lenkte schliesslich die Aufmerksamkeit der Partei auf die bestehenden Unterrichtsverhöltnisse. Der Unterricht werde vielfach nicht in Jüdisch-palästinensischem Geiste erteilt und bedürfe einer gründlichen Umgestaltung. Der Bericht wurde mit grossem Interesse entgegengenommen und rief eine längere Debatte hervor. Am Ende derselben wurde ein Antrag, dem hebräischen Gymnasium in Jaffa eine Subvention von 500 Fr. zu bewü igen, angenommen, um so das Interesse der zionistischen Partei an diesem Unternehmen zu dokumentieren. Die darauf folgende Debatte über die Abänderung desOrganisationsstatutseröffr.et ein Referat Dr. Handtkes. Die Versammlung beschloss, dasselbe in der Welt zu publizieren und zur Stellungnahme aufzufordern. Die Sitzung wurde mit einer Ansprache des Präsidenten am Dienstag, den 7. Mai abends 8 Uhr geschlossen. Mitteilungen des Zentralbureaus der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Das A.-K. hat die Frist zur Ablieferung der Schekelgelder mit Rücksicht auf die Wünsche der russischen, österreichischen und rumänischen Landsmannschaft verlängert. Wir kitten daher alle Parteigenossen, die uns infolgedessen noch zur Verfügung stehende Zelt von einem Monat auf das Eifrigste auszunutzen und alle Schekelgelder bis zum 15. Juni d. J. an Herrn Max Wo!Isteiner, Berlin N.W. 23, Holsteiner Ufer 10, abzuführen. Neue Schekelblocks stehen ln beliebiger Anzahl zur Verfügung. Oberschlesischer Gruppenverbandstag Am 5. Mai d. Js. fand ln Oleiwitz unter der Teilnahme von Delegierten sämtlicher 8 oberschlesischer Gruppen sow;e einer Anzahl Cleiwitzer und auswärtiger Gesinnungsgenossen — im ganzen waren etwa 45 erschienen — eine Tagung des Gruppenverbandes ״Oberschlesien“ statt Nach einem allgemeinen Ucberblick, den der Vorsitzende, Dr. Stahl-Tarnowitz, über die Tätigkeit des engeren Aus- Schusses gab, und nach Mitteilung über die in ihm erfolgten Pcrsonalveränderungen erstatteten die Distrikts- und Ortsgruppenleiter eingehende Berichte, aus denen hervorging, dass überall in Oberschlesien mit niehr oder weniger Erfolg für den Zionismus gearbeitet wird, und deren Resumd demnächst in einem ausführlichen Gesamtbericht wiedergegeben werden wird. Aus dem, von Rappaport-Kattowitz erstatteten Schekel* bericht geht hervor, dass die Schekeleinziehung mit Ausnähme von Beuthen fast überall abgeschlossen ist. Bisher sind 435 Schekel eingegangen, sodass mit den von Beuthen und einzelnen kleineren Orten noch ausstehenden eine Anzahl von 600 erreicht werden wird — gegen 400 im 7. Kongress- Jahre. Eine vergleichende Uebersicht der Schekeleingänge aus den einzelnen Gruppen wird nach endgiltigem Abschluss der Schekclsammlung veröffentlicht werden. Der Bericht des N.-F.- Kommissars, Ref. Schulz-Tost, der gleichfalls demnächst in extenso erscheinen wird, ergibt, dass in Ober- Schlesien in der Zeit vom 1. Oktober!906 bis 1. April 1907 gespendet worden sind: für den N.-F. 1006,48 Mk., für Oel* bäume 324 Mk., für den Bezalel 348 Mk., für andere Insti* tutionen 28,20 Mk., Insgesamt also 1706,68 Mk. Die Summe könnte erheblich grösser sein, wenn nicht die Mittel der oberschlesischen Zionisten in ausserordentlichem Masse durch die Agitation in Anspruch genommen wären. An die Berichte schloss sich das Referat von Dr. Stahl-Tarnowitz über ״Die Aufgaben des VIII. Kongresses“. Der Referent führte aus, dass voraussichtlich zwei Fragen den nächsten Kongress vor allen Dingen beschäftigen würden, die der Organisation und die der Palästinaarbeit. Eine Arbeitsteilung‘ im engeren A.-K. nach einzelnen Ressorts werde sich nicht umgehen lassen. Mit Bezug auf die Palästinaarbeit forderte der Redner eine Ergänzung der diplomatischen Tätigkeit durch intensive praktische ».*"3\*־-יייי• ־*!י׳זמיו־׳וימדי ד״״ל״ך*׳1%.ygwfty •־- * 4vי