Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VII (1907)
- Issue
- Heft 20 (17.5.1907)
- Date
- 1907-05-17
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2651273-2651500-2651520--04670-2661654- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
I mb*, *׳4, »- Hfc, «Jfc^ >"******+0^ ו p ק)ן)ג7)ץ) nr^Qp pn y\ Abonnementspreis einschliesslich LITERATL'RBLATT vieHtljAhrlich: 1. durch di• Eipedilien: a) in Beilin —,90 Mark, bi nach auswäits 1,— Mark, c) iür das Ausland 3,50 Mark. 2. Im Pottabonnerocnt: 1,25 Mark. ־׳ Insertionspreis die viergcspaltene Pellt-Zeile oder deren Raum 25 Pfennig. Allgemeine Jüdische Zeitung*. Redaktion: BERLIN NW. 52, Melanchthonstrasse 4. Telephon: II. 3387. Expedition und Adresse für Geldsendung•■ and Bestellungen: Verlag JSdiiehe Rundschau, E. G. m. h. H. Berlin N. 54, AuQastitr. 49t, GeechSftastunden der Expedltlo« ttgtich (ausser Sabbat und Sonntag) vor• mittags 10-1, nachmittags 3-7 Uhr. Alle Rechte Vorbehalten. Abdruck aus der JUEDISCHEN RUNDSCHAU nur bei voller Quellenangabe gestattet. Nummer 20 Berlin, 3. Siwan 5667 - 17. Mai 1907 ............M"• XII. Jahrgang Der achte Zio.aistenkongress Der achte Zionistenkongress wird nach endgiitiger Beschlussfassurg des Engeren Aktionskomitees im Haag stattfinden. Er wird am 14. August beginnen. Als Dauer des Kongresses ist die Zeit von der Eröffnung bis zum 20. August in Aussicht genommen. Die zweite Schrift Dr. Cohns Ist erschienen. Wir brtneen sic unser!! Lesern und glauben uns Icdc einleitende Bemerkung ersparen zu dürfen. Die Redaktion. Mein Kampf ums Recht Eine Streitschrift gegen Vorstand und Repräsentanz der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Von Rabbiner Dr. Emil Cohn. Zum zweiten Male ergreife ich die Feder. Mit Widerwillen. Es ist mir nicht angenehm, die Oeffentlichkeit immer wieder mit meiner Person zu behelligen, und tief schmerzlich ist es für mich, vor den Augen der Welt Dinge zu erörtern, die die erste jüdische Behörde Deutschsands blossstellen. Aber ich muss. Denn endlieh hat der Vorstand der Jüdischen Gemeinde auf Interpellation in öffentlicher Repräsentantenversammluiig geredet. Was aber sein Syndikus, Herr Li lier.thal gegen mich vorbringt, ist so ungeheuerlich, dass ich ein vernichteter Mann wäre׳, wenn ich schwiege. Ich lehne die Verantwortung für die Hinauszerrung der Angelegenheit auf das öffentliche Forum ab. Ich werde dazu gezwungen, wie ich das erste Mal gezwungen wurde. Das sieht jeder, der unbefangen die Rede des Syndikus Liltcuthal liest. Ich bin vergewaltigt und muss mich w ehren. Zum ersten Male werden in dem Plaidoy er des Syndikus LiHentlial als Grund meiner Entlassung vor der Öffentlichkeit drei Fälle angegeben: 1. Mein Verhalten als Religionslehrer am Falkrealgymnasium vor meiner Anstellung als Prediger der jüdischen Gemeinde zu Berlin, 2. Meine Herzlgedcnkredc im Juli 1906, 3. Mein Gespräch mit dem Direktor des Mommsengymnasiurns. Wenn es einen Beweis gibt für die Schlechtigkeit der SacRe des Gemeindevorstandes so ist es hiermit gegeben. Die Wahrheit braucht nicht verstaubte Akten aufzustöbern. Der Vorstand hat somit offiziell anerkannt, dass mein Verhalten gegenüber dem Direktor des Mommsengyninasiums nicht genügend war, eine Suspension zu begründen. Zwei andere Fälle kamen dazu, die jeder für sich noch weniger genügten. Der eine schon deshalb, weil er lange vor meinem Amtsantritt und auch vor meinen Anstellungsverhandlungen lag. Der andere, weil er von lächerlicher Nichtigkeit war. Also das volle Süodenmass, das erst hat mich vernichtet. Ich frage vorerst: Warum erfahre ich erst heute, dass die Kommission, die über mich tagte, über alle drei Fälle beraten hat? Das ist doch ein dreifaches Unrecht. Denn das werden die wenigen Herren, die mich wirklieh gehört haben, doch nicht leugnen können: In den ganzen ,Unterhandlungen über meine Suspension bin ich über die beiden ersten Fälle überhaupt nicht vernommen worden. Mir ist der Grund klar: Diese Fälle wurden erst hervorgeholt, als man fühlte, dass der Hauptfall b׳egann ins Wanken zu geraten. Nun denn: Ist es mir gelungen diesen HauptfaH durch eine ruhige und sachliche Darstellung, die der Vorstand der Gemeinde in keinem Punkte zu erschüttern sondern nur zu entstellen verniocht hat, zu entkräften, so wird es mir zehnmal gelingen, die anderen Fälle wie Glas zu zerbrechen und meinen Gegnern die Scherben ins Antlitz zu werfen. Mögen sie errröten vor der Wahrheit meiner Sache! Berlin, den 10. Mai 1907. Emil Cohn. i 1. Meine Anstellung. Herr Syndikus Lilienthal hat die Geschichte meiner Anstellung erzählt. Auch ich will sie erzählen. Ein Jahr nach meiner im März 1905 erfolgten Bew׳erbung wurde ich zum Prediger der jüdischen Geineinde gewählt. Am II. 2. 1906 fand die Unterredung statt, die meine Anstellung zur Folge hatte. Anwesend waren die Herren Julius Jacoby und Syndikus Lilien thal. Ich ging vorbereitet hin. Ich wusste, w׳as mir der Vorstand für Anerbietungen machen würde. So wurde mir denn auch mitgeteilt, dass der Vorstand w'ünsche. dass ich mich ieder zionitischen Agitation enthalte. Als man mir dies erklärte, sagte ich wörtlich: ״Die Herren erwarten doch nicht, dass Ich einen Kuhhandel elngche? Meine Gesinnung verkaufe Ich nicht.“ t