Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VII (1907)
- Issue
- Heft 19 (10.5.1907)
- Date
- 1907-05-10
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 196 JÜDISCHE RUNDSCHAU 9! .סא Sofia, 3. Mai. Seit zwei Tagen versucht eine Teil der Tagcspressc das alte Blutmärchen auizuwürmcn und hält die Gemüter in Erregung. Anlass dazu gab folgende Vorfall: Am Mittwoch verschwand das noch nicht 10jährige Töchtcrchen eines Generals. Nach einigen Stunden kehrte cs ins Elternhaus stark verstört zurück und erzählte, es sei von 2 jüdischen Trödlern von dem Hause, vor dem es Versteck gespielte hatte, fort■ •geschleppt. durch verschiedene Strassen geführt und in ein verfallenes, entlegenes Haus gelockt worden. Als es Lfirm schlug, hätten es zwei uniformierte Passanten befreit und die Trödler das Weite gesucht. Die Uniformierten hätten es einem Passanten übergeben, der es einige Strassen vor dem Eltcrhaus verlassen habe. Diese augenscheinlich detn hysterisch veranlagten Kinde suggerierte oder autosuggerierte phantastische Erzählung fand Glauben beim Vater, kam in Zeitungen und sogar die Polizei sucht die ״jüdischen Trödler mit dem roten Barte“. Heute wurden alle jüdischen Trödler polizeilich vernommen und mussten vor der kleinen Heldin vorüberziehen. Diese sagte einem Trödler auf den Kopf zu. er sei der Entfflhrcr. Die hirnvcrdrchtcstcn Geschichten werden in Umlauf gesetzt. Offenbar will man Stimmung für einen Pogron. machen. Kleine Mitteilungen Berlin. Israelitischer Fortbildungsverein ״Montciiore“. Vercinslokal:. Dircksenstr. 46. W 0 c h c 11 p r o g r a m m: Dienstag, 9—10 Ühr abends, Dr. Ed. Biherfcld: Misclina. Sonnabend, *M2—1׳il Uhr vorm., Mitgliederschiur: Chaje Odom. Sonnabend, *1—5 Uhr nachmittags, Dr. J. Wohlgemut!!: Hiob. Bibliothek über 1000 Bände umfassend, ßücherausgabc jeden Dienstag. Gäste jederzeit willkommen. Berlin. Mittwoch, den 15. d. Mts., um 9 Uhr abends, findet im Lokale des Zentral Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens Lindcnstr. 13, die Hauptversammlung des Verbandes für Statistik der Juden, zu der auch Nichtmitglieder höflichst eingeladen werden, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Berichte des Schatzmeisters. Vorstands und Kuratorium des Verbandes. 2. Dcchargc-Ertei• hing. 3. Neuwahlen, 4. Eventualia. j- - -~־7־־.13 ־ Ol 1 .■. Briefkasten der Redaktion Awad ..... Ihre Anregung in nächster Nummer. Besten Dank. Zionsgruss. Schuster. Sie schreiben: ״Wenn einer meiner Standesgenossen seiner Gesinnung־ wegen gcmassregclt oder ausgcsperrt wird, so legen sämtliche Schustergcscllen des gleichen Betriebes die Arbeit nieder. Das erfordert die Schusterehre.“ Ja. was sollen wir damit?-* Geschäftliche Mitteilungen Der Radsport ist in den letzten Jahren besonders mächtig aufgeblüht und in immer weitere Kreise dringt die Erkenntnis. dass das Radfahren für Tausende und abermals Tausende nicht nur ein gesundheitliches Bedürfnis, sondern auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit ist. Viele aber müssen sich die Anschaffung versagen, da sie nicht den immerhin erhebliehen Preis, den solch ein Rad kostet, auf einmal aufbringen können, deshalb weisen wir unsere Leser auf das heutige Inserat der Roland Maschlncn-Gesellschaft, G. m. b .H. zu Köln hin. Die Gesellschaft gibt ihre beliebten und bewährten Ro• länd-Fahrrädcr auf bequeme Teilzahlung ab, sodass ein jeder hier die günstige Gelegenheit hat, ein gutes Rad zu erwerben. Die prachtvolle Preisliste No. , in welcher auch Motorrüder, Motorwagen. Näh-, Schreib-, Landwirtschaftliche und Sprechmaschinen, Musik-Instrumente, photographische Apparate, Waffen und Uhren abgebildct und beschrieben sind und welche gleichfalls zu den günstigsten Bedingungen geliefert werden, erhalten unsere Leser kostenfrei. Germania, Lebens-Vcrslcherungs-Aktlen-Gcsellschaft zu Stettin. Die Gormanla in Stettin hatte וווז Jahre 1906: 13 426 Anträge über 70 130 111 Mark Kapital (rund 6Ur Millionen Mark mchi׳ als Im Vorjahr) und über 202 771 Mark Jahresrente zu erledigen. Es wurden neue Police über 57 Millionen Mark Kapital ausgestellt, und es verblieb nach Abzug der durch Tod und bei Lebzelten ausgeschiedenen Versicherten Ende 1906 ein Bestand von 76124S2S3 Mark Kapital und •2925 321 Mark I Leibrente. In diesem Versichcrungsbcstand sind 15 977 ן Invalidenversicherungen über 8120S 497 Mark Kapital cinge- ( schlossen, wodurch ausser einem Verskherungskapltal von mehr als 81 Millionen Mark, zahlbar beim Tode oder zu einem ״ betimmten Zcntpunkt noch eine Rente von S 029 716 Mark für den Fall der Invalidität durch Krankheit oder Unfall mitversichert ist. An Prämien und Zinsen wurden 45,7 Millionen ‘Mark eingenommen und für fällige Versicherungsbeträge 227׳• Millionen Mark an die bei Lebzeiten ausgeschiedenen Versicherten oder an die Erben der Verstorbenen ausgezahlt. Von dem Jahresiibcrschuss, der mit Einschluss der Zinsen an Gewinnreserven und Kringsfonds 7 702 090 Mark ausmacht. kommen den mit Gewinnanteil Versicherten rund 96 « mit mehr als 7’/י Millionen Mark (24 '׳< der tarifmässigeu Prämie für alle Dividenden-Vcrsicherungen nebst den bedingungsgemäss erforderlichen Zinsen) zur künftigen Vcrteilung von Dividenden zu gute. Die Gcwinnrcscrvc der Versicherten wächst durch die Zuweisung auf 22"'» Millionen Mark. ־ Aus der Gewinnreserve erhalten die mit Gewinnanteil Versicherten im Versicherungsjahr I90S/9 bei Plan A eine Dividende von 26 7c der Prämie und bei Plan B eine Dividende bis zu 77 7c der einzelnen Jahresprämie für den ältesten Jahrgang. Die für die Erfüllung aller Verpflichtungen angcsammclten Sicherheitsfonds betrugen Ende 1906 329 Millionen Mark, wovon 279 Allllionen Mark in Hypotheken- Darlehn angelegt sind. >־־>( KJ »4 ך»׳fw»H ■! ־ * L י־ ' 9 ־ r-< ןךד*י־,ץ< 1. i m rJ Berlin C., Rosenthalerstr. 49. Telephon Amt III, 1701. 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