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Jüdische Rundschau · 1907-05-03 · Heft 18 (3.5.1907) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VII (1907)
Issue
Heft 18 (3.5.1907)
Date
1907-05-03
Page
– (sequence 13)
Language
German
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No. 8נ JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 187 Gelder. die Unterbringung der Waisen usw. durcheeführt wurden.• l)ic Vermittlung in Petersburg besorgte das hmiitee des Barons Horacc Giinzburg. während in London die Herren N. M. Rothschild and Sons als Bankiers des Central Fund fungierten, im ganzen wurden nach Russland 408208 Lst (8 164 IR> Mark) gesandt, ausschliesslich der 959 464 Rubel, welche von ver- «ciiiedcncn Orten (482 950 R. gesammelt in Russlarkl. 255 135 R. von! Hilfsverein der Deutschen Juden in Berlin. 131 250 von der Alliance Israölitc in Paris und 60190 Rubel von dem Hilfskmniteo in Frankfurt a. M.) direkt nach Petersburg gesandt wurden. Das Committee ist, nebenbei bemerkt, schon im Jahre 1882, als die grossen Judenverfolgungen in Russland stattfanden, gegründet worden, bestellt jet/.t also gerade 25 Jahre. ... Kleine Mitteilungen Die amerikanische Elnwandcrungskommlsslon. Das neuerdings eingcbrachte Einwandcruugsgesetz. sah die Wahl einer Neunerkommission vor, die nacT! eingehender Beratung dem Kongress berichten sollte. Die Kommission besteht aus drei Senatoren, drei Repräsentanten und drei vom Präsidenten ernannten Mitgliedern. Die Wahlen haben statt• gefunden und die Zusammensetzung der Kommission ist im giossen und ganzen erfreulich. Sie enthält Vertreter der verschiedcnsten Ansichten und wird hoffentlicli das Richtige treffen und im Bericht an den Kongress die Frage gerecht behandeln. Vom geplanten Zusammenschluss der jüdischen Hiltsorganisationen In New York. Die Federation macht hier nicht so gute Fortschritte, wie cs wünschenswert w äre. Die Versammlung, aut der endgültig über die Schaffung einer grossen ..Organisation für jüdische Wohltätigkeit in New York” beschlossen werden sollte, verlief ausserordentlich stürmisch, da die Ansichten weit auseinandergingen und das Verständnis für die Bedeutung und die Arbeitstv.öglichkeiten der geplanten Organisation noch längst nicht •Jurchgedningen war. Die Versammlung beschloss den Zusammcnschluss der einzelnen Organisationen ohne eine jede in ihrer eigenen Tätigkeit zu beschränken. Seit dem Beschluss entfaltet jedoch die Opposition eine rege Tätigkeit, so dass die Zukunft der Bewegung noch immer fraglich ist. Einige Vertreter der grösseren Vereine befürchten, dass ihre eigene Organisation unter der allgemeinen leiden werden. Immerhin braucht die Hoiinung aui ein günstiges Ergebnis der Einheitsbestrebungeu noch nicht fallen gelassen zu werden. Die Jiddisch-Fresse In Polen. Sie existiert weder in Deutschland •noch in Frankreich, Spanien »•der Schweiz .... Ihren Sitz, liat. wie die polnische illustrierte Zeitung TYGODN1K ILLUSTROWANY berichtet, dit Jiddisch-Presse in Polen. Es erscheinen jetzt fünf Jiddisch- Blätter in Warschau, eines in Lodz, zahlreiche in W'älna. dann!!och welche in Krakau. Lemberg, selbst in Przemvsl und Dmhobyez ..... Eine merkwürdige, leider sehr unterschätzte Erscheinung. Sie ist auch zu begreifen. Wer versteht hei uns den polnisch-jüdischen Dialekt, um unsere Öffentlichkeit aufzukliirci». was diese grossen Menseheiirnasscn denken und planen? Wir wissen bloss, dass sie ihre eigenen Schulen in Polen haben, dass sie eigene Kultusgemeinden bilden, dass sie ihre eigenen Jiddisch-Theater gründen, dass sic in ihrer eigenen Sprache Bücher und Zeitungen herausgeben — aber wir wissen davon nur aus Gerüchten, aus den ii'iormationcn der Tageblätter. Merkwürdige Verhältnisse, ein merkwürdiger Mangel der Kontrolle und der Beobachtung unsererseits. Weit populärer als alle Jiddisch-Blätter w ar bei uns bis in die jüngste Zeit das hebräische Tageblatt HAZEF1RAH. Es ist jedoch eingegangen. Es Imt sch gezeigt dass die hebräische Presse aui die Unterstützung der Massen nicht rechnen kann: die Sprache ist für die grossen Massen zu schwer lind unzugänghell. Es blieb nunmehr am Kontinent als enziges hebräisches Tageblatt der HASMAN in W'ilna. Die Jiddisch-Blätter erscheinen bei uns erst seit zw ei Jahren. Der kolossale Aui- Schwung des jiddischen Tageblattes DER FRA INI) in St. Petersburg hat den Anstoss zur Schaffung ähnlicher Organe in Polen gegeben. DER FRAIND druckte 75(»00 Exemplare: infolge der Konkurrenz ist er auf 35 ixifl z.ttriickgegangen. Sein grösster Konkurrent in Polen ist das JIDDISCHE TAGEBLATT. Dieses ausserordentlich volkstümliche Tageblatt wird tu 70 ihm! Exemplaren verbreitet. Die Einzelnummer kostet I Ko!)., das jährliche Abonnement beträgt 4 Rh. ■Als Gratisbeilagen enthält das Tageblatt das JIDDISCHE WOCHENBLATT. Dann erscheinen noch UNLER LEBEN und LETZTE POST (täglich); FREITAG (wöchentlich). In Lodz werden gedruckt: LODZER NACHRICHTEN. Um bessere Informationen zu erlangen. Iiegehe ich mich in einige Redaktionen und werde überall freundlich empfangen. .Die Jiddisch-Redaktionen besitzen keinen Konifort; überall herrscht Unordnung. Sie sind in den an Druckereieu ansiossenden Bureaus untergebracht. Die Toilette der Redakteure ist. sehr bescheiden und mannigfaltig; vom Sakko bis zum Chalat (Kaftan). ״Welche politischen Richtungen kommen in der Jiddisch-Presse zum Ausdrucke?" fragte ie'i die Journalisten. ..Alle sind liberal und verfolgen jüdische Interessen. Nur ein zionistisches Organ im Jiddisch fehlt Das Tageblatt hat bloss Sympathien für die Terroristen. Uebrigens dienen wir hauptsächlich zur blossen Information." ״Wie verhalten Sie sich zu polnischen Fragen?” ״Keineswegs unfreundlich. Kein Organ ist antipolniseh. wenn wir aucn einzelne politische Parteien heftig bekämpfen.“ ״Verfügt die Jiddisch-Presse über eine genügende Anzahl von Schrift- Stellern?“ ^W'ir besitzen sogar noch mehr, als es angezesgt wäre. Wir leiden an einer Ueberproduktion von Schritt- Stellern.* ״Wie sind die Honorare?" ..Wir zahlen von 3 bis 15 Kopeken für die Zeile: je nach dem Thema. Unsere Zeitungen werden viel gekauft und gelesen: sie rent'ereu sich aber doch sehr wenig, denn sie sind billig. . l)cr Druck .st jedoch viel teurer als hoi der polnischen Presse. ’ Die Setzer verlangen einen grösseren Lohn." ״Und die Jiddische Literatur?״ ״Die steckt noch in den Kinderschuhen. Alle Bücher liessen sich 11111 vH |f) Rh. kaufen. Und doch verfügen wir über bedeutende Scliriitsteller: Perez. Asch. Spektor. Di;1es»:;1. Men interessiert sieb bei uns mehr für Politik und Volkswirtschart als für Literatur.” Ferienkolonien für jüdische Kinder. Der Jahresbericht )906 ist soeben erschienen. Beiträge für die Ferienkolonien jüdischer Kinder nimmt der Schatztueistcr Paul Schlesinger, Oranicnburgerstrasse (h entgegen. — Der Vorstand der jüdischen Gemeinde hat in seinem Verwaltungsgebäude Heidereutergasse 4'5 der jiidisehen Ferienkolonie Arbeitsräume zur Verfügung gestellt. Dort werden Anmeldungen für die Ferienkolonien jüdischer Kinder bis 30. April Dienstags und Mittwochs von 4 bis 6 Uhr und am Freitag von 4 bis 5 Uhr nachmittags entgtgengenonmien. Frankfurt a. M. Dieser Jage wird im Schwesternhaus Königswarterstrasse 20 eine Säuglings-Milchküche für arme jüdische Kinder eröffnet, welche Säuglingsnahrung in sterilen trinkfertigen Einzelportionen nach spezieller ärztlicher Ver- Ordnung abgeben wird. Berücksichtigt werden grundsätzlich nur solche Kinder, die!aut ärztlichem Attest r.icht oder nicht ausschliesslich gestillt werden können. Die Anstalt wird von einer dafür vorgebildctcn Schwester geführt, stellt unter ständiger ärztlicher Leitung, sowie unter regelmässiger chemischer und bakteriologischer Kontrolle. Osterode. Zur Errichtung einer Leichenhalle Hat Herr Josef Krause-Berlin, ein geborener Oste rode r. der jüdischen Gemeinde 20 000 Mark geschenkt. Frankfurt a. AL. 22. April. Aus dem Bureau der ..Freien Vereinigung f ii r die Interessen des o r 111 o - doxen Judentums" xvird uns geschrieben: ״Nachdem die erste Ausfiihrungsanwcistmg zum neuen V 01 k s s c 11 u I ־ U n t e r h a 11 u n g s g c s c t z nunmehr erschienen ist. hat die ..Freie Vereinigung" eine aus pädagogischen und juristischen Sachverständigen bestehende Sondtrk o m m i s s i o n niedergesetzt, die es sich zur Aufgabe machen wirJ. die jüdischen Gemeinden bei der Neuordnung und dem Ausbau ihrer Schulverlüiltnisse auf Grund des neuen Gesetzes zu beraten. Während es sich, soweit die Forderung bestehender jüdischer Volksschulen und die Neucrrichturlg jüdischer Volksschulen auf Grund des Gesetzes in Frage kommt, zunächst nur um v 0 r h e r e i t -* 1! d c Schritte hei den Kornmimen handeln kann, gilt es vor allein die wirksame Au*־ fiihrung der auf Anregung der ״Freien Vereinigung" vom AI)- georJnetenhause beschlossenen Resolution hinsichtlich des Religionsunterrichtes zu sichern. Die Resolution bat bekanntlich folgenden W'ortlatit: ..Die Kgl. Staatsregierung wird aufg'efordert. Mittel in den Staatshaushalt einziistellen. um da, wo für den jüdischen Religionsunterricht nicht durch jüdische öffentliche Schulen oder seitens der jüdischen Gemeinden durch Anstellung jiidischer Lehrkräfte an den öffentlichen Volksschulen oder in anderer Weise gesorgt ist. den Synagogeu-Gemeindcn die lkschaiiung des iiidbeheu Religionsunterrichts zu erleichtern." (Bericht A. H. S. .311. 324, 614). Es sollen diese Religiouslehrer angemessen besoldet sein. (Steil.!Bericht A. H. 5196. 5197). Zur Ausführung dieser Resolution ist es notwendig, der Köi.igliehen Staatsregierung ausreichendes Material über die Lr.terstiitzungsbediirftigkeit der in Betracht kommenden jiidi-

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