Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VII (1907)
- Issue
- Heft 13-14 (29.3.1907)
- Date
- 1907-03-29
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2651273-2651500-2651514--04538-2661516- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Abonnenten( sprets «teuhlle&shclt LITERATURDLA7T »ierlerjthr fich: f. <mxh ü* Etpedifon! 1) In Berlin -.«0 Mark, bi ••ach au*- wärt* L— Mark, cl für das Ausland 1,50 Mark. & lat pMUbonr«me1<t: 1,23 Mark. Insertionspreis 6a »Jergespaitene Petit-Zeile oder deren Raum 25 Pfennig. Allgemeine Jüdische Zeitung. Redaktion: BERLIN NW. 52, Melanchthonstrasse 4. Telephorti R, 3397. Expedition and Adresse (Gr Geldsendung«* and Bestellungen: Vertag JQdhcfce Ruadtefiaa, E.O m. b.H> Berlin N. 54, Augustetr. 49a Onthlftitfadta der Expedition : tSgllch(aosserSabbat und Sonntag)vor- ■ mittags 10—I, nachmittags 3-7 Uhr Alle Rechte rorbehalten. Abdruck aus der JUEDISCHEN RUNDSCHAU nur bei voller Quellenangabe gestattet. a—י— ..*s=tj=-=^- Nummer 1;3; 14 Berlin, 14. Nissan 5667 29. März 1907 " -.'-r— 1 XII. Jahrgang' Di enächsteNummer unseresBlattes erscheint infolge der Pessach- Feiertage erst am 12. April. An unsere Leser Die JÜDISCHE RUNDSCHAU tritt in ein neues Quartal. Sie ist das Organ jener jüdischen Partei, die die Erhaltung jüdischer Stammcsart und jüdischer Kultur auf ihre Fahne geschrieben hat. Die JÜDISCHE RUNDSCHAU kämpft für die Wahrung der Rechte der Juden und des Judentums. Die JÜDISCHE RUNDSCHAU will ganz und gar dSem Juckntume und seiner Erhaltung dienen und hat sich zum Ziele gesetzt, eine Zeit herbeiführen zu helfen, in .der der Name Jude, wie ihm zuk o ni m t, ein Ehrenname sein soll. Schwer ist der Kampf und gross das Ziel. Mit reinen Waffen und unentwegter Treue wollen wir für dieses grosse Ziel wie bisher kämpfen. Um es aber zu erreichen, müssen wir immer mehr und mehr das Judentum in die Herzen des Jüdischen Volkes Wiedereinfuhren; Dehn jede Ae 111ung muss mit der Selbstachtung be־ ginn en, und wir können nicht verlangen und erwarten, dass andere das Judentum achten sollen, wenn wir selber es nicht achten, in diesem grossen Kampfe um die Selbstachtung und Achtung des J u d c 11111 in s wollen wir die jüdische Fahne hochholten, «׳ffeu ünd fleckenlos. .In diesem Kampfe aber bedürfen w ir der Mithilfe aller unserer Brüder. Penn nur wenn das ganze Judentum zusammensteht. als ein einig Volk von Brüdern, wenn w׳tr alle einig sind in dem Bestreben, der Ehre unseres Judentums zu dienen, könne» wir etwas erreichen. In diesem Sinne treten wir in das neue. Quartal, indem wir unseren Lesern und Freunden Zurufen:. . ־ ׳ Für Ehre und Freiheit und Judentum! Osterzeit und Pessach Ostern ist das Fest des siegenden Christentums, das Christentum die Religion der Liebe, Europa der Erdteil, den das Christentum als den Mittelpunkt seiner Herrschaft zu betrachten berechtigt ist. Was w ird uns also das Osterfest in Europa bringen? Kann es mit anderem uns aufwarteu, als mit der sieghaften Liebe, mit der Liebe, von der der Begründer des Christentums sagt, dass sie langmütig und freundlich ist. dass sie sich nicht der Ungerechtigkeit freuet, sondern der Wahrheit, dass sic grösser und wertvoller ist als Glaube und Hoffnung? Aber wir Juden haben den Glauben nicht, und die Hoffnnng hat man uns langst auf ein Minimum reduziert. Was also verstehen wir von der Liebe? Wir sind noch zu unreif, das Osterfest zu verstehen und mitzufeiern und halten am Pessach, an dem veralteten Feste der Freiheit, fest, statt dasFest der Liebe zu feiern. Nur tntscre aller- Linsten Kreise, die das allermeiste Geld haben und die so gebildet sind, dass sie vom Judentum das allerwenigste wissen, sind bereits so reif, dass sie das Osterfest der Liebe gegen das veraltete Pessach der Freiheit eiligetauscht haben. Denn was wir , im Pessach feiern, ist ganz ausschliesslich der Gedanke, dass w ir רב*ת עבדיס aus dem Hause der Knechtschaft ניענר־וה להיות vo;1 der Unterdriiekung zur nationalen Freiheit den Weg gefunden, hoben. Und es ist darum so absolut konsequent, wenn־־ das Fest in den Ruf der Freihcit^sr.*c לשגה הנאה ausklingt. ׳ Die Gebildeten freilich, deren Bildung eben durch* ihre Unkenntnisse im Judentum, und die Freidenker; deren freies Denken dadurch bewiesen wird, dass sie frei genug denken, um ״aus voller Ueberzcugung* zur sieghaften Kirche iiberzutreten, sind so vernünftig und fortgeschritten, die Hoffnung des Jüdischen Volkes auf eine Zeit, in der es keine Schande mehr sein soll, den! Jndenvolke anzugehören, verlachen zu können. In ihren Villen ain Tiergarten haben sic doch das emc aus dem Szedcr im Gedächtnis, dass es so witzig in ihrem Elterukausew'ar, dass man stauc**1»rrc: הנאה nrrSagte lcschoho habboo bc-Krotoschiu, bc-Wronke, be-Krojanke oder bc-Fordon. -Die Söhne und Enkel sind bereits oder werden getauft' und werden auch so lange nicht als Juden gelten, bis sich einer’etwas zu‘Schulden kommen lässt. Der wird dann •111( Recht sofort wieder als Jude erkannt nnd anerkannt : : : .;