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Jüdische Rundschau · 1907-03-22 · Heft 12 (22.3.1907) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VII (1907)
Issue
Heft 12 (22.3.1907)
Date
1907-03-22
Page
– (sequence 8)
Language
German
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I 1 *‘> ■jnri v^crcfF׳*fw*rr־»n A m tT$. יז .* 2 - y rv i־t־* ■<— r s ו־. . 1 § «c־*«», £ H f .-?rg ג * e י• No. 12 von Vamhagcn «tu! der Henriette, JHec^^^vO^Pt• flüchtige uml Abtrünnige eine Rwlff HccVpietf.4* Selbst *Cinfcn'• HeinriclTflcInc‘ uäTcrncu 1»1« lyrmrmus^rUailüdiSCtTC- Volk *Wirtenden Hebens zu den Trenldstn. 711 den Ghcrindern zahÄ” ..\;:,".v Za 'Z’Z'.־: 4•'•••*׳;־.. ’•״״.:Vr*; Die üetthcmauerfV sind zu 1>lötrl*ch gefallen tmd die Stürme ׳derv vermeintlichen Freiheit und Gleichberechtigt!»»* haben an. dem uralten Baume gerüttelt, bis dor Stamm totmüde und kränk wurde. Stainmcsbcwusstsein, Volkszugehörigkeit und Tradition sind wie welke Blätter gefallen und int Staube zertreten worden. Bis in die Neuzeit hinein hat sielt dieverheerende Wirkung der Nnch-Mcndclssohn'sclicn Zeit mit seiner vernichtenden Nachabmungssucht fühlbar ge- «nacht. . ־ Gewiss sind aut allen Oebieten grosse, hervorragende Geistcsheroen jüdischer Abstammung erstanden, doch für das jüdische Kulturleben l:al>en sie nichts geleistet. Weil sie ihr Volk nicht mehr kannten, nicht mehr kennen wollten. Wohl haben wir in all den Jahren viele* sehr bedeutende Männe» hervorgebradit. aber nur wenige, wirkliche Oeiiies. Dazu fehlte uns , der feste .Boden, unter den hissen; denn unsere eigentlicheHeimat war seit 2000 Jahren nur eine rein geistige; ohne die Aussicht, ohne auch nur den Wille»» 7»1 haben, auf eigener Scholle zu wurzeln. Wir schwebten ־/.wische»» der alten, priesteriiclieu Würde und den nurdenicn. rückschrittlichen Ansichte»» unserer Umgebung.. Wir kannten mir noch eine jüdische Konfession. ohne ji»- ilisches, pulstet endes lxlxu. Es fehlte uns lenes fest zusammenschliessendc Band von Volkszugehörigkeit. Pas Nationale war uns verloren gegangen, o!a!c das kein Volk frei sein kam», ohne das kein Volk etwas Ganzes schaffen kaim. . Wir mussten erst cinsehen lernen, dass wir unsere Frei- ' lieit 015׳%'׳ keinem• Volke ־ der -Welt geschenkt - bekommen können, sondern dass wir uns selbst frei machen müssen. Inncriicli mussten wir frei werden, um zur alten. Riga»»• tischen Grösse empor zu wachsen. Das jüdische Volk durfte nicht nur eine Vergangenheit haben, aus der sie eine tote, jüdische Wissenschaft sehnt, sondern eine Zukunft, auf der sie ein eigenes, jüdisches Kulturt?ben auf hauen konnte. ' (Schluss folgt.) . * . '* ־ י- f .•',-־ ’ ־ ' 1 - ־ '!־ ’ ' ‘ <ל 'יי ‘ '' ff iJ'r l *״־/y,' •9**׳ »A ״Palästina“ “־־׳*T»ic-Not ■der -ovbMHt־pä!sehen* *Jttden schreit zum Himmel; - - die Auswanderung schwillt i«bcr die Grenzen. Aber wohin die Armstep; kojnn»c»1:־*;«elbst in■• ihe Läijdcr *der• :Pmhcit bringen sie das tkdus mit; Abneigung, wenn dich? Hass heftet sich an ihre. Sohlen, immer enger wird der Spalt.der Tore, durch die inan sie liineinsdrftiptcn hisst, und bald werden sie' sich ganz, schlicsscu. Wohin dam» «nit ihnen? An der Schwelle ihrer Sticfhcintat liegt die wahre Heimat ihres Herzens, das Land der Väter, Palästina. Hierhin zieht sie die heilige Sehnsucht der Jahrtausende; hier finden sie Stammes-. Sprach- und Glat1l>ensgeuosscn. geschulte Kadres, bcreit und fällig, die neuen Rekruten zu schaffender Arbeit aufzunehmet» und zum Siege zu führen; hierher kommen sie als Träger einer höheren Kultur, trotz aller Widerstände doch als willkommene Gäste, während;de im westeuropäischen Kulturkreise als die verachteten Vertreter einer rückständigen Kuitur. einer für immer toten Vergangenheit der Wirtscltaftsarbeit erscheinen müssen. Hier finden sic ein Land, gross und (ruchtbar genug, un» Hunderttausend« allein durch Gartenbau und Kleinlandwirtschart zu erhalten, ein Land, durch seine Verkelirsluge und seine Naturschätze dazu berufen, ein blühendes Zentrum da freien Weltwirtschaft der Zukunft zu werden. Diesem Landl■ iler Verlieisstmg ivh'vn nur die Menschen, um gross!11111 bliihuul w jeder anf/.ulcheii dieselben Menscheu, die jetzt ah Völkersplitter über die Erde gefegt wer* den, um unter t.auseud leiden ihrem (ilanben. ihrer National!- tat, ihrer geschichtlichen Aufgabe verloren zu gehen. Sollte cs nicht fhiiciit aller Juden der Welt seit», die noch dura»! glauben, dass Israel sic!» erhalten muss, um Jene grosse, jene n.rehtluT grosse und schwere Aufgabe zu e»f״lien. den» Lande zu den Menschen, den Menschen zu dein Lande zu verhelfen? Di osts Bewusstsein ist denn auch den Juden der freierert Länder zu keiner Zeit verlöre»» gegangen. Liberale tmd Orthudose. Zümbtei» und ihre Gegner. Philanthropen »md Sozialisten aller Schattierungen, so bitte» sie sic!» sonst Kielidei» »r.oel ieu: auf diesem neutralen Boden haben sie sich i»»::1!er wieder getroffen. hak*!: u» gc;!1ei11s,1־»j1:־r Arbeit die Streitpunkte geringer und den Gegner selbst höher schätzen geleint tmd ti!»ecs׳;!!cn. dass wir alle einen Berg zu erklimmen uns bemühen, an; ver* scliiedencn Wegen nur und .von verschiedenen Seiten, und dass wir »nts tun so.näher stehen, je höher wir• gekommen sind. ־ ' : -- י־ ״ Die Not der letzten Jahre hat manchen Gegensatz verwischt, tnanche alte Streitfrage abgestumpft, Menschen und .Gedanken einander, genähert in der gemeinsamen Arbeit der * Nothilfe. So lässt sich hoffen, dass es ein glücklicher Zeitpunkt ist. an dem ganz Israel in allen Ländern, alle Juden aller religiösen und politischen Parteien von neuem autgetordert werden, .sich auf dein alt-neutralen Boden zu dem alten Werke der Palästina-Kolonisation zu einigen, das mit neuen Mitteln und in grössten'. Bn'faiige der PiUuizui’gsvereii» ..Palästina“ unternimmt. : ■ . ־ - . Der wcltcroheriuie Gedanke der Qenosscitsclutft ist es. der hier einen» uralten Problem die Lösung finden soll. Palästina •N.soll .wieder das Land, der Juden werden; jeder Jude soU sein Stückchen .des!»eiligen. Landes besitzen, wie es der fromme Glaube.der.Jahrtausende der Verbannung• geblieben ist. •Aber!lieht in dem Sinuc, dass nun aus aller Welt der Rückstrom br»ude von den übrigen fern gehalten: es durfte weder mit den Wänden noch selbst durch einen Pusspfad mit ihnen in Berührung kommen. Der schmale Fussstcig von der Uitidstrassc ztt dem Gebäude schien auf einem furchtbaien vulkanischen Boden 7.11 liegen: - in weitem Umkreise kein einziges Bäumchen, Kein Giasslialn», kein Büschel Wcrmuth, Brennessel oder anderes Unkraut. Aber hier wohnten Menschen ~ der ״Rendar* 1:»:c seiner zahlreichen Familie. Bier hielten allcrha.nl Kutscher, Fuhrleute mit ihren langen polnischen Bilden (Planwagen): hier konnte man ganze Nächte hindurch wehmütig-• Lieder hören von den tierisch betrunkenen Leibeigenen, die ihr Letztes für übelriechenden Fusel tiingaibcn, um darin ihr Leid zu er!ranken; hier prügelte man:sich bis zur Verstümmelung, tanzte man. bis zur Raserei, schrie und Johlte man bis zur Heiserkeit, liebkoste matt sielt bis zum Cyuisnms; hier lebten, litten und schwelgten Mcnsclten '—aber Menschen: einer anderen Welt, einer abgehärteten, groben, ötxlach-, lieim'at- und rechtlosen W elt: hier wurde das letzte Hemd des blinden Bettlers als Unterpfand angenommen; hier teilten oft die Helden der Nacht ihre Beute; hier war Himmel, hier war Hölle - kurz: hier war eine Schenke! . . . Seit imdenklich.Mi Zeiten stand hier eine Schenke. Sic wurde von dem Ahnherrn des gegenwärtigen Besitzers zu einer Zeit erbaut, als noch keine einzige Hütte zu selten war auf dieser wilden, jungfräulichen Steppe, wo im Laufe der Zeit ein ganzes Dort nebst einem »-•deHierrliehen Palais erstand. Viele Schenker oder ״Rendars“ haben liier schon gelebt; die Einen bereicherten siel» und zogen in mehr bewohnte tmd weniger gefährliche Ortschäften, Andere aber trugen hier ihre Haut zu'Märkte* indem sie entweder von tunherzieheiidcn Banden entlaufener 'Leibeigener umgebracht, oder aber von dem Pan und dessen grausamen Oomestikcn zu Tode geprügelt wurdeit. .. ' . .-;!•.’:•.•«Fortsetzung folgt!) . .: , i I I 4 •י . I i ו . 1 י. v

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