Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VII (1907)
- Issue
- Heft 12 (22.3.1907)
- Date
- 1907-03-22
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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% Seite 122 (JÜDISCHE vcltcr Natur und treten gerade bei der Jüdischen Rasse, d. 11. wohlverstanden nur bei ihren Vertretern in den heutigen Kn!t»rsti>aicu. so prägnant hcr .or, dass wir ihnen eine ebenso wichtige Rolle beimessen müssen, wie den Rassenuntersehieden.״ Mit den wii tschnftltehen Verhältnissen der Juden aufs engste verknüpft sind solche Momente, die selbst wieder die Entstehung von Nervcttloiden fördern: die Unsicherheit des mobilen Besitzes, der andauernde Aufenthalt in geschlossenen Räumen und besonders das Leben der Masse» in den Gross- Städten. Es sind also alle ungünstigen Faktoren für das Ztt־ standekonimen der Judtnkrankheiter, mittelbar «»der nnmittelbar im Berufe gegeben. ״Man vergleiche damit.“ heisst cs bei Singer, ״die grössere Körpermasse, die kräftigere, straffe Muskulatur bei jüdischen Metzgern, lamlwirtsclu itlicheit Ar־ heitern usw.. und man wird mit zu dem Schluss kommen, dass Muskel- und Knochens}stem wohl einer besseren Entw icklung!.־ihig sind und nicht unter dem Einfluss der Rasse, sondern unter dem Einflüsse des Berntes und einer irrntionelien Er- Ziehung nicht zu voller Ausbildung gelangen.“ Audi .lud! 1-1 der Meinung, dass namentlich umu! kr.llurclie um! s־״i*tK Faktoren die Nerven- und Geisteskrankheiten bei den .luden verursacht werden. Wir haben es demnach bei den s< c •.-!!. Judeukrankheiten mit solchen pathologischen Zustände!! •׳־ tun. die in der Wissenschaft als G c w «• r l> c k r;t n k h c i t e n bezeichnet z.u werden!)!legen. Diese L eiden bedeutet! wegen ihrer ungeheuer grossen Verbreitung eine nicht zu unterschätzende Geiahr für die Zukunft der jüdischen Rasse. Hierzu kommt die beängstigende Tatsache, dass durch die rasch und stetig abnehmende Heburtenziffer bei den luden die. natürliche Auslese ־an Wert verlieft, d. h. die Auffrischung der siel! erschöpfenden Rasse erschwert wird. Nach einer prenssisclien Statistik, die Singer zitiert, haben die jüdischen Geburten von!881 190! um mehr als Vabgcnomnien. obwohl die relative Heiraisziner sogar ein wenig gestiegen ist. Nach einer neueren Statistik kommen auf je 10*0 Einwohner hvispidswcisc in Ungarn -17,0. in Deutsch-!and .15,1, in Frankreich 21.fi. bei dcnprctissischcn Juden 18,-1 Geburten. Die prciissischen .luden iibertreffen also an Kindesanmit selbst die sprichwörtlich gewordene Bruehtbarkeii der Bevölkerung Frankreichs. Hierin bat man bereits ein Zeichen von Entartung der jüdischen Rasse erbücken wollen, — aber mit Unrecht. Sehr treffend bemerkt Singer: ,.Ständen wir einem Symptom der unaufhaltsamen Rassenentartung gegenüber, so würden sich die Änderungen des organischen Prozesses doch langsamer entwickeln; die eheliche Fruchtbarkeit würde ganz allmählich versiegen.“ Es ist vielmehr anzunchmen. dass das Sinken der Geburtenziffer auf eine willkürliche Beschränkung der Nachkommen- RUNDSCHAU No. 12 zahl beruht, freilich ein Umstand, der aus mannigfachen Ciriinden aufs tiefste zu bedauern ist. Kehren wir mm zu den vorhin erwähnten Judenkrankheiten zurück! Zu ihrer Verhütung und Heftung sind vielerlei nützhelfe lind unnütze Vorschläge gemacht worden. 11. a. wurde auch die .Mischehe empfohlen. Sie jedoch w ürde nicht nur die Kiankheit, sondern auch den Patienten beseitigen. Sie würde, selbst wenn sie s 041 e i c 111 durchführbar wäre, wie oft geglaubt wird, unter den gegenwärtigen Verhältnissen ziuu sicheren, schnellen Tode der jüdischen Nation führen. Übrigens wäre es Im günstigsten Falle noch sehr zweifelhaft, ob die Juden, die vor allen Dingen einer Aufbcsscrung des Nervensystems bedürfen, diese durch eine Vertnischimg mit den Alkohol liebenden Völkern der Kult וו rwelt erlangen könnten. Das jüdische Volk kann und muss in sich selbst gesunden durch vernünftige Bcm'su ahl. durch Schonung der Nerven und Stählung der Muskulatur. Von grösserer Wichtigkeit wäic allerdings, dass es sich nicht in den Städter: zusammeiipierclit, sondern einen kernigen Stamm von Land- Lew u'iiicr:; erzeugte, de•־ den nuigeriebenen Städtern iunuer wieder irisches ־gesundes Blut zuinlireit konnte. Die hygienische Erziehung des Juden muss Jheim Säugling heginnen. Die jüdische Mt ater s׳d! ihre Kühler selbst stillen, sie nicht verweichlichen, sondern abhämn, für ihre korpe!liehe Entwicklung im gleichen Masse besorgt sein, wie für ihre geistige. Die erwachsenen Inden müssen über die Gefahren ihrer Leiden, übet ihre Verhütung und Heilung belehrt w erden, damit während des Exils wenigstens die mssenhygknischeu Forderungen! erfüllt aerdeu. die erfüllbar sind. Literatur. G. Burse hau: Eiidiuss der Rasse aut die Form imä Häufigkeit der pathoh-gisehen Veränderungen. Globus, Bant! 57־. M. Engländer: Die auffallend häufigen K'ranklieitser* schtinungen in der jüdischen Rasse. D r. A 11 g u s 111 s A. Kschnc r: Krankhcits- und Sterblichkeifsstatistik der Juden. ..Ost und West“ 1901. D r. Hugo Hoppe: Krankheiten und Sterblichkeit bei Juden und Nielitiuucn. Mit besonderer Berücksichtigung^ler Alkoliolfrage. Berlin 191.0. John B. fiaycraft: Natürliche Auslese und Rassen verbcsscrung. übers, von Dr. Hans Kurelia. Leipzig 1895. VV. C. de N c u i v i 11 e: Lebensdauer und Todesursachen 22 verschiedener Stände und Gewerbe nebst vergleichender Stat. der christlichen und israelitischen Bevölkerung. Frankfurt a. M. 1855. Fr. J. א cum an 11: Die Sterblichkeit ehelicher und unehelieber Kinder, insbesondere innerhalb der jüdischen Be völkerting in Baden. 1577. (Jahrbücher für Gesetzgebiing. Vet Wallung und Volkswirtschaft. Band I.l A. Pilcz: Geistesstörungen bei den .Inden. Wiener Klitt. Rundschau 190!. Spinnen und Fliegen Roman von Bag roff. Aus d. Russ. übersetzt. (Fortsetzung•) Zweites Kapitel Drei Geier. Ucbcr eine Stunde verging, bevor die Enkelin des Rabbiners, Esther, ansgekleidet, mit Essigumsehlägett auf dem Kopfe, in ein zwar ärmliches, aber höchst sauberes Bette gelegt, in einen normalen Zustand kam. Wer die Verzweiflung ^cr Alten bei den hysterischen Anfällen des Kindes gesehen hatte, und den jähen Ucbergang zu einer fast kindischen Freude, als das Kind sich beruhigte und mit lächelndem Engdsgesichtcheu seine zarten Arme abwechselnd um den Grossvater und die־ Grossuuittcr schlang, sie mit ungestümer Zärtlichkeit und heissen Küssen, überhäufender würde die unermessliche Liebe, die der Rabbi und seine Gattin fiir ihr unschätzbares Kind hegten, wohl begriffen haben. — Mit jener allen nervösen Naturen eigenen Scluiclligkeit des Ucberganges von einem Extrem seelischer Empfindutig in das andere, entgegengesetzte, war Esther nach einem herzerschütternden Weinen in eine fast mutwillige Ausgelassenheit geraten. Sie versuchte beharrlich, von ihrem Lager zu springen, tun Gelegenheit zu rinden, mit den Alten zu ringen, sich mit ihnen zu necken, wie ein junges Kätzchen. Und wenn es den Alten gelang, sie wieder ins Bett zu bringen, wollte sie sich vor Lachen aussehütten, und, obwohl müde von dem Kampf, stimmteti aheh sie ein. Und auch jetzt rollten Tränen ans den Augen der Greise, allein, es waren ganz andere Träuca, herzerfrischende Ercudeutränen, es war das Glück, das in belebenden Tautropfen sich auflöste. ״Nun genug der Ausgelassenheit, Etja. Liege jetzt ein Ständchen ruhig und schlafe ein wenig, wenn du es vermagst. Wem! ich zuriiekkomme, speisen wir und מייי* c יייתיי׳ יי9ויו׳?״ריי♦«" .4 1 י . wp מימוי