Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VII (1907)
- Issue
- Heft 11 (15.3.1907)
- Date
- 1907-03-15
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite fc JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 11 auch die ertragreichsten jüdischen Kniwien angelegt worden. Cs gedeiht der Wein, die Orange, die Melone, das Zuckerrohr. Der Sand der K0?tc bringt den Kulturen auch manchen Schaden, doch kann dieser Feind leicht bekämpft werden. Unter dem Sande ist ein reicher Humusboden. Weniger Iruchtbar ist das Gebiet d^$ Oebirges Juda und doch findet der Wanderer manches prächtiges Seitental mit ausgezeichneten WeiupfUmzungen in dieser Gegen. Auch der Olbatim. der charakteristische Baum Palästinas, Ist in grosser Menge vor- Jiandcn. Nach Osten hin breitet sich die Wüste Juda aus. Sehr iruchtbar ist das Gebiet Ephraims. Reich au Quellen und Bächen, sicht auch alles grüner und blühender aus. Die Ebene Jesrccl (9 Stunden lang, 6 Stunden breitl ist ein gesegnetes Stück Erde — mehr als 100 (ייHl Menschen könnten siel» hier ansiedcln — und wäre den Kolonisten sehr zu empfehlen, ebenso schön ist die Jordansaue. Früher gab es dort kaum ein Dori. nur die Beduinen Hessen hier ihre grossen Herden weiden. Der Sec Üenczarctli ist sehr fischreich. In Galiläa ist Platz für \;c!e neue Ansiedler, die in leichter Weise ihr Auskommen finden würden. Das Ostjordnaland ist im nördlichen Teile vulkanisches Gebiet und mit zahlreichen Lavablöcken be- - streut. Weiter nach Süden befinden sich die grossen sattreichen Wiesen \on Hasan, aber auch jede andere Frucht wurde hier gedeihen. Die Ebene Ktikrah bringt ausscrordcntlieh viel Weizen, der auch exportiert wird. Dps Gebiet von Giicad ist nicht weniger fruchtbar, iliessen doch II nie versiegende Bäche, die fischreich sind. Das Gebiet hat prächtige Waldungen, immer grünende Wiesen; es ist ein Paradies für die Beduinen, die iii-nicr für ihre Tiere das Futter finden, auch im rvgenbseu Hochsommer. Der Redner schloss seinen Vortrag: Das Land ist fruchtbar und kann noch viele hunderttausende ernähren. Es braucht nur fleissigc Hände. Umsicht, Einigkeit. Der Zionismus ist keine Utopie, er kann realisiert werden. Wien. Dieustag.den 26. Februar fand unter Vorsitz de;. Präsidenten. Dr. Isidor Margulics die erste General- Versammlung des Zionistischen Zentral -Vereins in Wien statt. Der vom Schriftführer A. Böhm verlesene Rechenschaftsbericht gab ein Bild der ungemein ausgedehnten und erfolgreichen Tätigkeit dieses erst ein Jahr alten Vereins. Mit seiner Gründung wurde beabsichtigt, der Stagnation im zionistischen Leben Wiens ein Ende zu bereiten, was auch in überraschender Weise gelungen ist. Dem Berichte entnehmen \v»t. d״ss der Verein sich zunächst das alte Kongresslokul Türktftstrassc 9 sicherte, dort monatliche ״MITTEILUNGEN“, xcrschiedeüe A u i r u f c und die von Dr. Margulics verfasste Broschüre ״Der politische Zionismus“, sowie die ..K o n g r e s s b c s c h I ü s s e“ von Gg. Schachtet herausgab. Erstere wurde von massgebenden Gg. als die beste bezeichnet, welche wir besitzen Nicht weniger als 11 Ver- Sammlungen in Wien und 4 in der Provinz wurden veraustaltet. Aus der sonstige«» Tätigkeit wollen wir m.r die Er sie zion. Palästina-Reise hcfxoiticbcn, eine Aktion, deren Umfang und Bedeutung nicht genug gewürdigt werden kann und die auch ein gutes zion. Propagandamitte, war. Der Verein plant bekanntlich eine zweite, grössere Reise für Apn!/Mai d. .Ix. p . ־־*״. - ״״•-־■.....—.-...—.1 ü Hz□ Sprechsaal 1—r | POr die Mitteilungen •n dieser Stelle übernimmt die | Redaktion nur die pressgesetzliche Verantwortlichkeit Geehrter Herr Redakteur! In der letzten zionistischen Versammlung hier in Königsberg berührte der Reu,1׳er auch die Sclmiiragc. Die vorgeschrittene Zeit linderte micli daran, den diesbezüglichen Bemerkungen sogleich cntgvgcnxutretcn. •־ Der Herr Redner meinte, es sei ihm Ichannt. dass iemanü iniolgc des schlechten Rcligimis- Unterrichts, den er in scher Jugend genossen. Zionist geworden sei. Wenn auch diese Bemerkung wohl mehr eine Spielerei..bedeuten sollte, so möchte ich wenigstens von dieser 'Stelle aus davor warnen, diese Materie in öffentlicher Volks- Versammlung, in der sich nicht selten auch schulpflichtige Kinder befinden, zur Besprechung zu bringen, nesntidets wenn es in üer oben angegebenen Weise geschieht Die Tatsache au sich zugegeben, hätte der Herr Redner sich zutn mindesten die Midie nehmen müssen, den Gründen für diese I tmihe'nl*.• Ersclaimnig ein wenig nachzugcheii. aus denen heraus sie verständlich wird. Er hätte .geitmden. dass vor .al>en: die Zersplitterung der Juden das gc/dtigt hat was er vc?urteilte. Diese hat cs zuwege gebracht, dass nicht die I elirbcfahigung. sondern in erster Reihe die halligkeit als Schächter lu.*i der Wald ausschlaggebend wurde; und diese«־ musste auch unterrichten, d.1 man nicht ־ •iielirvre Be* •amte honorieren konnte oder - 11•• יי»,. Es sei in diesem Zusammenhang nicht verschwiege«, dass in Ostpreussen. dem klassischen Lande der Diaspora, ein erster Versuch damit gemacht werden soll, mehrere kleinere Gemeinden 711 einem Schulbezirk zu vereinigen und für diesen• einen Lehrer, der auch Schächter sein soll, zu engagieren. Ein zweites!Moment der Erklärung für den «!!qualifizierbaren Unterricht ist häufig das Bestehen von Winkclgenteiuden mit ihren Schulen gerade an Orten, wo sich Juden konzentrieren. Diesen ״Oemeindchen“ ist es natürlich nicht müglieh, die besten Lehrkräftt heranzuziehen, eine Tatsache, auf die hinzuweiscu. Hingst der Berliner Reprftscutantcnvcrs.unmlung Vorbehalten war. ו Wird cs gelingen, auf dem von Ostpreussen zu betretenden Wege der Zusammenfassung einerseits und der l'ehernahme des Unterrichtsbetriebes von Seiten der Grossgcmeinden anderseits Fortschritte zu machen, dann werden auch die Klagen über schlechten Religionsunterricht allmählich verstummen, xorausgesetzt. dass uns seitens der Eltern nicht Schwierigkeiten bereitet werden (ich drücke mich mit Bedacht negativ aus). Dass cs methodisch durchgebildete jüdische Lehrer gibt, wer wollte dies in Frage stellen! Die Schulinspektorei! in dc< Provinz Posen, wo jüdische Elementarschulen in relativ grosse- 1er Zah! vorhanden sind, konnten darüber Autschluss geben. Sollen doch jene Schulen den christlichen als nmsterhatt gegen* übergestellt worden sein! Ein Lehrer, Preisausschreiben des Kartells Zionistischer Verbindungen Seit einer Reihe von Semestern bemühen sich die im Kartell Zionistischer Verbindungen vereinigten Korporationen um die Propagierung des Zionismus unter den jüdischen Ahademikeru. Trotz, mancher Hindernisse ist cs uns gelungen, durch öffentliche Versammlungen wie durch interne Einzelarbeit unsere Idee erfolgreich zu vertreten und ihr neue An!länger unter der heranwachsenden Generation zu gewinnen. Noch bleibt aber vieles zu tun übrig. Noch gibt es hunderte von jüdischen Studenten, die vom Zionismus nichts uis>en; denn die mündliche Agitation erreicht sie nicht, und es ich!! an einer Sehr!!;, die insbesondere dem indischen Studenten in Deutschland Interesse für die natümal-jüdische Bewegung abgewinnen könnte. Daher hat das Kartell Zionistischer Ve<* b.'udtmgv*: beschlossen, einen Preis von Mark SU,— aasziisetzeu für die beste Agitationsbroschfire über das Thenn ,Der jiidisfliv?t 11 d£21 1 und.üic national״ jüdische Be wefcung“ Als Preisrichter fungieren die Herren: Rechtsanwalt Dr. H a n t k c. Rechtsanwalt Dr. P i n k u s, Dr. med. Zwirn, sämtlich in Berlin. Die Broschüre muss besonders die deutschen Verhältnisse berücksichtigen, in deutscher Sprache geschrieben sein und darf 2 Druckbogen 8” nicht übersteigen. Die Manuskripte sind an der Spitze mit einem Kennwort zu versehen und bis zum 15. Juli 197.'.־ an den Vorsit/cnJca des Preisrichtefkollcgiuins. Herrn Rechtsanwalt Dr. Hantke, Berlin. Kaiser \\ illielmstr. 3, cinzusenJen. Der Sendung ist ein verschlossenes Kouvert beizufügen, das das Kennwort des Verfassers trägt und seinen Namen nebst Adresse enthält. Das Resultat des Preisausschreibens wird bis zum J.September I9U7 bekannt gegeben w erden. Alle Rechte an der preisgekrönten Schrift gehen an das Kartell Zionistischer Verbindungen über. Die h. t. Im K. Z. V. praesldierende Verbindung liasmonaea. -Nationalfond —— Sammlungen IQr «an Natlonaifond and ändert tlonlitliche Zwecke •Ind aunehllmllch zu senden andenSchatzmeisierdea Zentralbureaul, Herrn Ma WdtMetaar, Berlin NW. »$, ■.■׳■ ... ... Holsteiner Ufer IQ. ■ ......י— Derselbe gratuliert Frl. Becky Strack, Grunewald, zur Verlobung. 1,—־ J. H. VS׳ agner und Frau, Berlin, aus derselben Veranlassung.0,60 י Rechtsanwalt Dr. Han tkef< ßcrlin, gratuliert Assessor Friedländer zur Verlobung.1 . . "׳,— Mk. י ) Die Frage der Bezahlung der Beamten, obwohl hierher gehörig, sclutlcc ich aus. um Je« Raum nicht ül*er Gebühr in Anspruch zu 1-ri'm^n.