Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VII (1907)
- Issue
- Heft 11 (15.3.1907)
- Date
- 1907-03-15
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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pfo. M l JflgHS.Cft.fi 'RUNDSCHAU . Seite * *•1Hfl). Vjaekoasuls, zehnmal ,büNger als• •glefchwcrtigty־. - t laden . in { Ägypten, der für BatmwoUpflanznngefj. .verwendet •wird.: Auch die Arbeitskräfte ־sind hier sehr billig... Der Konsupbcmerki \ weiter, dass •ilie Bat«nw<4lkültur vor cii. 40. Jahren •in der Mähe von Jaffa sehr entwickelt war tthd die iährlisihe Ausfuhr 30000 Zentner erreichte, Er erwartet in Zukunft die Wiederentwickhmg dieser Kultnr und schlicsst seinen Bericht. mit der Bemerkung, dass, wenn sich Fachleute mit. genügendem Kapital!finden, sie grossen ErMg erreichen• find die. Ent- Wicklung dieser Kultur in Palästina rasch . yorwürtsbrinÄtm könnten. . , 4. . . . .-. - «•t , ,. . . ׳ * . .. f.r .- r *«,;״ * . » I» . ״ * ״ Auf den .Abhängen der Samaritanbcbcn Berge, in Ke f f Säba. das zwei Stunden von Petlmeb-Tikvah entfernt liegt, beschäftigen sich zurzeit 35 Jüdische Arbeite» mit.Anpflanzung hauptsächlich. von Mandel-, und Olivcnbuumcn. Einige Ar:• beifcf aus Petluch-Tikwah erwarben hier von ihren Ersparnisseri kleine Lindanteile, die sie mit Mandel- und Olivenbäumen bepflanzten. In ihrer freien Zeit haben sie genug Oeiegenheit. sich mit ihrem Landanteil zu beschäftigen. Nach fünf, sechs Jahren werden diese Arbeiter Besitzer von kleinen Gürten werden, und ihre Existenz wird auf diese Weise gcsichert sein;. Von diesem Wintcr.ab" wird Kcfr-Säba ein kleines Jßdjsdics Dorf werden,.da hier eiubge ArbcUfcrfamjlk'ü .sesshait wenfen... .. ״ .,\v ..־•L •;.; Emwäodefimg nach Texas : ־ THE JEAV15H 1101*11, Organ der■ Zi׳»ni>־te11 in Texas widmet dem neuesten Sicdclungsprojüktc der ״Jt!»" eine läiigerc kriti^clse Betrachtung, die umsomehr Beachtung' verdient, als sie sich aus eine genaue und unmittelbare Kcnttuis der Lebenslind W'irtschaftsverhältnlsse in Te<a$ stützt. Da hebst es 11. a.: . In unsertn Siklcu ist man bereits vor eiuiger Zeit dem Schritte zuvorgckmrmen, den die Jto jetzt unternommen hat. Sc» hat voriges Jahr die Orossioge der B'nai B'ritli eine AgrikuUnrgeseUschaft mit dem Zwecke gegründet. jüdische:.l'eldbnuniederlassutvgen in diesem LandgeKetc zu Stiften. Oie Gesellschaft kcn« 7. Zt. damit um. ein־• Kapital in: der Höhe •Voib hunderttausend'Doüur für ihre Ziele .aufzubringen. Nachdem wir dies zum Beweise dessen .vorausgcsehicht!iahe», dass, die südländische -Judenheit bereit ist. eine rationelle Linwandemh: in diese Gegen zu fördern, nelimcu wir ■uns die Freilich, einige ernste Eiuwändc gegen die Ptäue der Jto vorzubriugen. Diese tragen die Merkzeichen aller der Grundfehler an sich, welche die verkehrten Methoden der philanthropischen J1KJcnhe.il stets gekennzeichnet haben: sie f>cschränkcn sicli aui hall>e Massnahmen und verfehlen den Kernpunkt. Die Fürsorge für Arbeitsgelegenheit wird dem blinden Ungefähr überlassen; wir kennen a»ach den Charakter der Arbcitsvermittlungsbureuus zu gut, als dass wir ihren zweifelhaften Versprechungen Irgend welches Vertrauen cntgeircnbröchten. Ir» seiner gegenwärtigen Gestalt ist der Plan nichts anderes als eine vielfach vergrösserte Reproduktion des Industrial Rcnioval Oificc in New York.״), .Mau sagt .uns, dass eine Million ־Dollar aufgebracht werden soll, um diese neue Emigration •zu finanzieren. ־: Nun .11״<־ nicht •ein Cent •dav;,n zum .Ajtkatsf von UänjJereier, ״•und Um.IwirtscDpftiicheti.*Clergicu. ver- :. W endet werden. Darin liegt der Grundfehler des ganzen Planes. Wie wir die Bedingungen des Staates Texas und des Südens kennen, können wir bestimmt erklären, dass hici die besten Möglichkeiten, für die Einwanderer vorhanden sind, und dass ein grossangelegtes agriktilturclies Projekt durch seine Verwirklichung weit mehr Segen stiften würde, als die Unterstützung eines neuen «rossen Ghettos Im Süden, worauf das Jto- Projekt letzten Endes hinausläuft. Die Zukunft des Südens und seine hauptsächliche Prosperität beruht auf seiner landwirtschaftlichen Entwicklung, und limnigrationspl.m. der diesen Paktor ausser acht lässt, ist überhaupt kein!*lau. Es werden alljährlich tut Durchschnitt 5b1>1 neue Anwesen in Texas begründet, und es vergehen kaum einige Jahre, so sind sic kräftig aufgebläht und im besten Gedeihen. Landwirtschaftliche Investitionen erweisen sich liier immerfort höchst lohnend. Der Wert des Bodens erhöht sich schon durch einige Spatenstiche. Und die Aussichten des Laiidbaucs scheinen sich mit der Zeit noch •verbessern zu jvoHen. Anderseits •bietet ja ■der Süden auch ׳für industriell^, Unternehmungen gute Bedingungen, allein hierzu ist schon• viel mehr, ja sehr viel Kapital erforderlich. Es; wärt eine dankbare •Aufgabe für Grossiuduxtrielle des Ostens,־ hier grössere Industrie-Etablissements zu errichten und tausea- M Eine Institution, die die Ablenkung des grossen jüdischen Emigrantenstromes von New York nach den Industriezentren des Westens bezweckt den jüdischen Aibeiterh(Unten H-ischürrignng «1 gtfbcn. i. Allein w ir roöchtetr hlorzuUmde hiebt die Missgriffe׳ dcsNort|e0j| wiederholt wissen und n t u e (1 h 011 i hn Süden ־chtsfihca scheite Das blosse Bestrebe«'• der ״dispcrsforTkann rfiesec Gefahr nicht •vnbcogvtl. dH die Gewohnheiten lind Lcbensbe-: dingimgen'dcs jüdischen lodustclew oJe tariats' alte derartigen Itestrcbungcn zuschanden machen. Hingegen würde eine weiso Fürsorge für die landwirtschaftliche Ansiedelung •־ cintfc grösseren־ Anzahl jüdischer' Einwanderer sowie die Schaffung lohnender•• Arbeitsgelegenheiten für diejenigen Elemente, ' die zur ׳Landwirtschaft untauglich sind, •'die Entwicklung einer musterhaften Gemeinschaft ermöglichen.** ׳ * * — Allerlei . —= . * * Pie Fam lie Zwi > י Drama von Da vid Pinsk'yt M». .״ "'*'*»'* (Zur Aufführung ia Mannheim.^ . , . .... •..% - Endo I cl>ru3r fand hier eine Auffülmmg des Dramas ״Dio Pamilie Zw I‘0־% •־:t David Pinsky *»tatt. Die jüdischen Ingenieur- Schüler raus Russland n:1d ans Palästina - die hier ihren Stuüieu «.Wiegen, •waren die 'Vcrunstaltcr. *Um es gloich. jrer* •weg zu sögeür es .war ein׳ v*»Uör :Erfolg/ ' ־' .־׳ IKm»!*rocramm war eine Erklärung iil»v*f dcu Inhalt des Dramas’ bclgefügt. 'tun ihn "auch denjenigen *verständlich . zü machen, die das Jüdische, den!־*«':;׳זב dvs Stücks, nicht Verstellen. Das hätte sich inJesseu t*<übrig». IKe Dnrstellor spiellen so ausgezeichnet, dass das »:cxprochcne W»>rt durch die tiefen Töne des Miterlelteus, durch das freie, natürliche Spiel der »Mienen und Hüule• vollkommen erklärt winde. Man kan« sie nicht Scliiiuspieier nennen, unsere liv-ben Prvunde, die sich mit einer ernsten Begeisterung ihrer Auigal>e miterzogen. Sie spielten ehiiach sieh selbst. inHi das. was sie־ gegenwärtig »:iJfil!!. . ' Für viele :dcf Zuschauer. d;&. den gewaltigen׳^roblcmcu des *gegenwar ttgea l^cbens der *dudon Rus.slan־ds"'fe/nstehen, ward es eine plytCf^hivAlmung aO aer Tragik •dieser?lürehtei liehen Zustände und ein erstes Tkgreifen der Schönheit und Lebensfülle. div trotz alledem ü>k•? jenen: Ringer» ur.'J Stürmen gebreitet־ liegt. J-in Hauch derwunderbaren Inte.isilnt eclit jüdischer Art 1: ש der Summe •’־ von Ide.dität de$ russischjüdischen T-eK-ns wdilc von der;־Bühne auf dte tief ergriffen cn ZuschaiK-r. ז Ich will nicht über de«! Künstlerischen Wert des Stückes sprechet;. Es ist mit Herzbint gtvschriehen und nicht nach pedantischen Gesetzen einer dramatischen Kunst. Jedenfalls iKjriihrt sehr ansprechend der Mange» jeder Tendenz, zu der das Drama lejcht verleiten könnte. Es ist einfaches, wahr- {giftiges Leben. Hervorragend gut und sicher sind die eiit/.dnei. T> pen wiedergegeben. l>er alte Maggid. der Grossyater. dessen tieie und csdtte Religiosität ergreifend zum Ausdatck k״mmt und der. während der Pogrom durch die Stadt rast, alkin sein Ixtbcn der Verteidigung der Synagoge weiht — seine Enkel, der Bundist und der Zionist, die in . der Selbstwehr känipfett. der eine für allgeuvcine •Mcuscltheitstdoalc.;'.der.ändert» 11 u5' jüdischem Pilicfitbcwtmtsciä —der Asvf'nilnnt; den die Wirklichkeit aus einem schönen Traume re isst. *. . . . . alles keridiafte Gestalten, die c i u gehcinufisvoUvs Gemeinsames, trotz aller Gegensätze der Weltanschauung, verbindet. Dax Judentum von gestern und von morgen! Dazwischen die Meinen Menschen, die das Heute l>eherrscheh. dieweil das Leben schon über sie hinweg schreitet: der grosse Bankier und Gcmcindcrcprüscutant. den der Gouverneur seiner Unterhahtmg würdigt und den der Pogrom nicht zittern macht, weil er genug Geld luit. sich Soldaten als Beschützer zu kaufen, der Vater der Pamilie Zvvi, der um nichts Imngt. als um sein Hib und Out. In wundervollen einfachen Stricheu ist eine jüdische Mutter, Minje Zwi. gezeichnet.■') Der Saal, der 50ö Personen fasste, war ill»erfilllt. Viele aber, für die ihre Anwesenheit eine Erweckung!»edeutet hätte, fehlten. Der Tag war unrichtig gewählt und l:nne»1tlic!1 kommt cs deshalb hier zu einer Wiederholung. Ein deutscher Gcsangvercin. dem nur Juden angehören. Iiattc nämlich ווור gleichen Abend ebenfalls eine Thcaterauffiihrung. Auch eine Alt jüdische. Vim den Gebrüdern HcrrnieW. Selbst verständlich muss man dort gewesen sein. . ׳ Die benachhartcu Ortsgruppe« In Frankfurt; Mainz. Darmstadt. Karlsruhe tuid Ereiburg sollteu sich niol« die Möglichkdt entgehen lassen, das Drama auch in ihrer Stadt aufzuführen. Man wende sich au den Regisseur des Stücks, Herrn Ja cques Mousch 1 y P. 3. No.!0 Mannheim.