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Jüdische Rundschau · 1907-03-15 · Heft 11 (15.3.1907) · page 15

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VII (1907)
Issue
Heft 11 (15.3.1907)
Date
1907-03-15
Page
– (sequence 15)
Language
German
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*■►י1*1**, f t ■ »G No. H *.« .\n־»>;t <t /. V» -t .־i.G , *• t-' ׳־: »t jUDfbuht: Rundschau 5 •י; 1 1 י, Seile- 117 . *■j v ■ H ' ״*..י" * יי‘‘, .5.'!־V• ■■י. Wömt daher •die Jüdischen Mitglieder‘tlcr sogenannten *freie« Slwleffteascftaff‘; den traurigen MtiC fände, n* KCt|Ki»|3cftqf (lieh - mit den t Antisemiten die,.•ausfändhtclien. KtmntylitoneÄ zu .sebinähen י rnid .die jmtJsemldscbc Resolution zu vortcktigen, so ist ein solches üebahre» ehbiveder ''tfufr Mangdl* an Erkenntnis und Ebisicht oder auf das Echten J־cd er Sp&r von Ehrgefühl un t! Sclbstach lupg zw S'ckzufnhreu; Brachte es doch einer dieser ..freien'‘. |üdi5eheu Studenten 1'ertig. zu erklären, es freue :M z« konstatieren.' das* der V.*>.St. einen Unterschied mache zwischen •deutschen und ,russischen Juden;, .deini in der Tat :best? ndv auch Rar ktHf.ZnsaintnenSiang zwischen ihnen. Im •woWtiietulfcn. Q^geti־ satz za. .diesem würdelosen Verhalten der Judcivaus der, freien Studentenschaft..soll anerkannt werden,; dass :ein Teil..der christlichen Mitglieder das Vorgehen des, •V.D.S1. als ki lturl'eimiiicli .mKl . hmta{-. brandmarkte, . Die. Versammlung endete niit de r A11 njft h ine der R e sollt, tift«•... .׳ ׳ ' '1 5'♦• , י , •«#.*••*״. J . י I ' ■^ 1 ♦ '* * * ׳' * ־ ‘ Berlin. Am Somit,:g Kjud die ordentliche Geaeralverswn»«- ums des Vereins zur Abwehr des Aatisemhisaius unter dem Vorsitz des Dr. Theodor Barth statt. Der Geschäft!• fübrer des Vereins;.Schriftsteller fOut Bürger, bciuerkte. alsdyu« •bei Er- Stauung des Geschäftsberichts, die-Tätir.keit des Verein sei :«•dt■»• Haupt saclte eine publizistische und zwar, durch Heraus:• gul!c eier MITTEILUNGEN. von Eljigblätteru »uid -einev Kaien< Oers, itm den Antisemitismus in jeder: Bonn, auch den H»genannte»! Oescibclialtsantisctnitisimis zu bekämpfen. Ausserdem sei eint■ Bioschiire ,.Der politische Antisemitismus von 1‘XG Ins I9U?" hcrafisgegeben worden, lli. seien I Vf Millionen Kalender verbreitet worden. Rentier Salinger berichtete iil>er die KassciivtiiiäUmsse des Vereins. Dr. Barth •sprach alsdann üt׳v1 .Unsere Steiltmg zum Antisemitismus in und nach den Reichstagswalikm“. Der Verein habe keine bestimmte politische Richtung, er könne auch und wolle auch nicht eigene Kami!־ daten für die Parlamente aufsteiien. Sein Grundsatz sei, diejcnigeJt •Kandidaten, ohne Rücksicht auf.ihre ParteirLTunng nach Kräften zu unterstützen, die die Garantie gelnm. dass sie vclstäiulig frei vom antisemitischen Bazillus sei. und das־» er dtu Onmdgedanken der koniesskHKÜcn Gleichberechtigung zur Wahrheit machen wolle. Der KanJid.it. den der Verein innefj stützen solle, müsse auch die Garantie geben. dass er im Falk einer Stichw ahl zwischen einem Antisemiten uml einem Nicht* antisemiten. auch wenn dieser ein SoziaUk-nH>krat sei. rued und klar gegen den Antisemitismus Stellung nehme.. und in diesem Paffe den Sozialdemokraten als das kleinere Übel ansehe und wähle. (Lebhafter Beiiall.l Ungemein bedauerlich sei cs. dass bei den-letzten Wahlen selbst von freisinniger Seite bei den Stichwahlen dem Antisemitismus zum Siege verhoffen wurde. Ja. $s haben selbst, zwei Herren, die dem weitere« Vorstund tfes Vereins zur Abwehr des Antisemitismus äugehören, offen aufgefordert, bei der Stichwahl für den Antisemiten zu stimmen. Die Herren haben sich entschuldigt, dass sic das aus Partciinteressc getan liaben. eine solche Entschuldigung könne selbstverständlich nicht gelten. Er habe in seiner Eigenschaff afs Vorsitzender die Herren auigefordert, aus dem Vorstand ausznireteu. dies sei geschehen. Wenn auch der sögenannte Rudauantisemitismus anscheiuend abgewirtschaftet habe, so bestehe doch der Antisemitismus in viel gcffirhlichcrgr-Forpi. der das oneutiiehe Leben durchdringe. Die konservativen Parteten und der Bund• der Landwirte seien durch und durch antisemitisch. Direktor• Stern äusserte sein Bedauern, dgss bei don letzte*! Wahlen die Freisinnigen. ganz besonders die freisinnige Volkspartci. Antisemiten zum Siege verholten habe. Dr. Barth: Kr müsse bemerken, dass leider auch seitens, der Eicisini’isrei! Vereinigung antisemitische Kandidaten unterstützt wordcu seien. Rentier Charles liaifgurteii-l'runkturt u. M.; 1:1 i'üddetttscklanJ habe der Verein auch einen schvereil Kampf gehabt. Die Mitglieder in Si'uklcutschlaud haben jedoch keinerlei Konzessionen gemacht, sie halten d.ts ernste Bestreben, die Gumdsätze des Vereins vollkommen •zun» Ausdruck zu bringen. Abg. Dr. Eickiiott bemerkt..dass nicht nur unter Kreisiimigcn Sündern auch unter den Sozialdemokraten Antisemitismus herrsche- Täglich fast miesse er sich im Reichstage gegen antisemitische Invektiveu. die aus den Reihen der Sozialdom־»- traten kommen, wchrcu. Noch heute habe ein so/iaUemokrjtisclicr Abgeordneter. der einen Berliner Wahlkreis vertrete, tiiic antisemitische ßeschünpfuitg ausgestussen. Ihm erwiderte Dr. Hcvmann unter grossem Beifall der Versammlung, dass die Sozifcldemofc raten inu. Reichstage wenigstens mehrere tut ge.- taufte JuvAeu als Vertreter hätten, die bVeisinnigeu nur einige getaufte. Die getauften seiet! die besten ,Vorkämpfer des Amisemitismus, da sie der lebende Beweis iür• die geringe Charaktcrfe&tigkeit uun cf rer Juden seien und sie das heilige Ert>c ihrer Vfitcr. wie.einen alten.wertlosen Lappe!» von sich werten. Würde einem getauftcu gelegentlich seine ,Mjstamniung vorgehaften so berühre dies in gutlüdischcn Kreisen lnvi»stens svm- . ״ »*j.. hi, V.'-.v, ■׳ .• ,.4-:.::־..’,X j ׳•. iKithisch. ■ -Während Bankkassiercr Jaffe ,und...Direktor Stert}, die Taufe verteidigten, vertrat Jwtizrat Dr. Pnedcmamj waria den jüdisclKu Stamhmnkt Zum Sch fass .bemerkte DL 'Barth, das Eäzlt der Bcspreditmg sc! iedenfhüs. 'dass der Verein seine Grdmlsatzc aufrechterhalteu *müsse. . Die Regierung u'ofle i« dem Vcruchmen nach liberak; Bahnen waedeiu^, •Der Reichs״’ kamelcr soll .sein liberales Herz eptdcckt; halK.־n, nun uvoge er. der» Bew eis Tiefem, dass das v-ahr Ist.'lind die krinicsslonene OlcichlH-rechtiguug t!1it vo'lcui Nachdruck Vertretet!.•• Wc'nu dies geschehe, dann werde man sehen, dass bei der Regietung wirklich, iburalc. Neigung v«»rl1anden ist. . Damit schloss die Generalversammlung. ,, . . . ... Berlin. Tin Saale der Viktoria-Brauerei iaitd die (ienerai- Versammlung des Hilfsverclns der deutschen •Jitdeu Matt. Uvbe^ die i.a ge i 1» Riisslan d sprach Dr. Na t h a u. der die Zukuuft Russlands sowohl in politischer, als in Onauzicher. Hin! sicht als eine ausserordentlich Inibe, schilderte.” Alsdann leitete Privatdozenf Dr. M i 11 w 0 c h mit einigen cinffihrctvJeu Worteli über die Kalasch as einen Vortrag des Herrn Dr. Faitfowitseb aus Paris über. dasselbe Theina eiu. Dr.K. ist IS Alonatc in Abcssjnicu gewesen und war daher, in de» Lage, aui guuid persönlicher, Anschauungen über die Fala.sclias, diesen versprengten Stamm des Judentums. 'Bericht,‘zu’ er•» staftca. ' Er schloss seinen rnteressanted' Vortrag mit der Bitte, duss die Juden der zivHisk־rtfc»! Weh sich der l a! tschas a;1»:t huiui ii.ögcu. Herr James Sm<»n konnte iestsiclleu, dass seitens des Hilisvcreins der deutschen. Juden bereits ein. Be- Bag bewilligt, worden ist. zu dem Zwecke. Tenge Kalawhas in Jerusalem de! Segnungen modenicr Erziehung te!ii:nitig werden zu lassen. -- Aus dein der General Versammlung w»f-' gelegten u;d von dieser gep.ehmiglen Geschäftsbericht ist folgendes hervot/uhehe«: Der Hilisvc!ein dvr deutschen Jndei 1 ist ietzt in sein sechstes Geschäitsiahr cingetreteu. Die Zalil seiner Mitglieder ist im let/.ien Jahre von V5>- auf M <v׳o gestiegen.^die Mitgticderheiträge rmJ "die Spende!־, für die allgemeinen Zwecke des Vereins haben s'uu entsprechend Von I0J i.s.u auf rund N׳)!i<!*> Mk. vrfK־i!t. \ du! Arbeite!» des letzten Jahres i»t c.s Hdiswerk t'ur Galizien zu nennen, l:s smd bereits 7 Hausindustrien in (iaii/ie!1 neu eingcilkn worden und iil’er 25V> jüdische Arbeiter u»!J Arlreiterinücn finden iu diesen Industrien eine« ehrlichen Erv erb. I.n den Ländern des Orients, in Runür.ieu. Buignien, der enapäischeu 1׳n־J asiatischeu Türkei sorgt der Hiffsverein der detttscher. Juden für die Hebung der Bildung der Juden und iür die Kurderung ihres wirtschaftliche« Fortkommens durch Schulgriindungcn in steigernder Zahl, wobei der Erteilung und Einführung des deutschen Unterrichts besondere A u i >11 c r k s a;11 k c i t gewidmet wird. Neben den I!'׳׳'״K<m> Mark die der Hilmverein vom Oktober bis zum Schluss des Jahres' 1905 für Rus.\!ar!d üIktwieven hat. hat er im Jahre 196>'י weitere 1 476 000 Mark amgewendef. so dass er seit dem Ausbruch der Massen1x»gromc mit! 2'MilHo'ien iür Russland verausgabt hat. Es war auch möglich, eine Anzahl von Christen, darunter in Russland ansässige Deutsche. die w ährend der Jndennietzelclcn diC Juden Zu verteidigen suchten und dabei Schädigtmgeu erfitten hatten, zu unterstütze!;. Von den י hä!י Kindern, die durch die Judenmet/.efeien verwaist wurden, konnte der grösste '!*eil in Russland vtrjorgt werden. f:n Anseiuuss an das Hiliswcrk für Rpss-!and vofl/(»g sich die Fürsorge 11!r jiiüisciie Atisv .mJerer dureli das Zcntralbnreau für jüdische Auswamlerungsangeiegenhciten. IX• r Strom der I.JJ^**י•*) *iidischcii Ausw.;,!derer, zum grössten Teil rassischer, der sich dnrJi D<!ufsVb!:!i!d ergoss, ist so' geleikc worden, dass die Durchwanderimg durch Deutschland »icb'.glutt und! *> 11 tie Störung vollzog. •jO/Ai Auswunderer!» hat der Hiftsvcrein in dieser Weise seine F!rrs»»rgt z1:'»cnJ»־u kotiüen. Dank dgr 1 pierwil'igen l'-uterstiitzung durch die deutschen M!!!tuic v/eitesse:: ist es den! Hilisvcrein der detuschei! Joden m»>s'l!cb gew.sdeu. in den ersten 5 Jahren seines Bestehens ihr seine humanitären Zwecke .toSlb/J Mk. auivunden zu körnten. Von einem Freunde wird uns liierzt! geNchricitcn: Am tiemerkeiiswertesteii war die Rede l>r. NatliHits. Während er früher stets die Ansicht vertrete« hafte, die Zukunft und Rettung der russischen Juden könne mir in Russland be ten, so scheint ebendie ui abseäbaro lauge Dauer der. Rc\uimöm und die stetig «lischwvllendc Masstncu.igr 1tiuu ihn dazu geiübrt zu *liaVen, den •!•dischca «ulonisutionsuläncn mehr Au1'!uerksamk!<ir zu schenken. Kr betonte, dass, wenn sich die 5iidstnnten der Union als geeignetes Eiuwandurungsgebicl erwiesen, dort noch Millionen von Juden Platz, fm^cii könnten und das G.iKeshmproiekt Jakob TI. Schiffs daher grosse Aufmerksamkeit verdiene- "Während dieses Arhtitsgebiet speziell den amcrikanlsclictt Jmlet» Zufälle, so mfissteil die kontinentalen Juden vor nliem U»r Aügcinnerk auf den (tiient richten, der mehr und mehr moderner Knlt»»™!־beit - ציוויי**; ***׳*י^זיי״י^!

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