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Jüdische Rundschau · 1907-03-15 · Heft 11 (15.3.1907) · page 14

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VII (1907)
Issue
Heft 11 (15.3.1907)
Date
1907-03-15
Page
– (sequence 14)
Language
German
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£citc 6ננ JÜDISCHE ־rrt“.',:•ד---י י». .. ,«/־ז. r.» tfco Natkmatfonds per Januar 19W entsprechenden Ländereien (etwa dreitausend Hektar) scnf'igen, nm eine Hochschule. *11 crtcihaltcn. ' Aber auch materielle Güter würde» geschaffen: Tausende von Jüdischen Arbeitern oder Pachtern werden bei den Volkstkmänen dauernd Ihren LSiterhalt finden, neue lndustrleen werder» h* PaMstina entstehen, die Ausfuhr sich vermehren find Handel und Wandel erblühen." Obwohl seit Veröffentlichung dieses Vorschlages schon drei Jahre verstrichen sind, begann eine eifrige Agitation zu gansten der ״Ülbaumspende’* erst im Herbst vorigen Jahres. Am meisten wurde bisher für diesen Zweck in Deutsch- Jn1.d und den Vereinigten Staaten vor* Nord-Amerika gesammelt. Der erste öibaumham ist bereits in diesen» Monat in der Kolonie ״Chedcrah*■ angelegt worden, lind zwar auf dem vom n»?s. Zioijsfrcund J. L. Ooldberg-Wllna dem Nationalfonds geschenkten Terrain. Das aus den Ölbaumen erzeugte Öl findet ebenso wie die daraus hcrgestellte Seife einen lohnenden Absatz auf dem interrationalen Markt und sic sind der Gefahr einer etwaigen Überproduktion nicht unterworien. Die Oliven selbst bilden bekanntlich im ganzen Mittelmecrgehiet eines der wichtigsten K;»h!t11«gsn1it!t׳!. ölbatimc haben :;lH,*r ausser ihrer Ertra'gsfähigkeit imel» linc andere seltene Kiecnschai:: Der Ölbaum is> iiämlic!» wob! der־ langlebigste Repräsentant der Kulturpflanzen. ölläuine die Alter von dreihundert bis vierhundert Jahren bei roiwneHer Pflege und Schonung erreichen, sind nicht selten; Aus diesem Grunde eignen sich Ölbiimnc in I1«׳hem Masse /iir nationale Stiftungen und deshalb haben auch die Freunde; und Verehrer des in der llli'.fe seines Leinas liingeranten Begründers de» zionistischen Organisation Theodor H e ז z I beschlossen. Mittel für einen ölbauinwald zu schaifen, der den Namen hHERZLWAI. P“ tragen soll Bisher sind für den Her/lwald insgesamt ca. zweitausend Ölbäume gestiftet worden, er s«־H aber aus mindestens zehntausend Bäumen bestellen. Wir benutzen daher die heutige Gelegenheit und fordern die Mitglieder der jüdischen Gemeinde in Berlin auf, das Andenken des grossen Mannes, der für die jüdischen Ideale lebte und starb, durch Stiftung von Ölbaumen für den Herzhvald h» würdiger Weise zu ehren. gez.t Prof. O. W a r bu r g, Vorsitzender der Kommission zur Erforschung Palästinas. Ä3b* Rundschau. — Jüdischer Witz und Humor Am Sonnabend, dem 23. März, nicht am 21., wie in der vorigen Nummer angegeben war, iindet um 9 Uhr abends in den Gesamträumen der Berliner Sezession, Kurfürstendamm 208 t-in vom Verein zur Förderung jüdischer Kunst veranstalteter humoristischer Vortragsabend mit anschliessender geselliger Unterhaltung statt. Nach einem einleitenden Vortrag folgen Rezitationen von Humoresken, Satiren und Gedichte älterer lind neuerer jüdischer Humoristen. Um 12 Uhr nachts*. Überbrettl unter Beteiligung bekannter jüdischer Autoren und hervorragender Künstler der Berliner Theater. (Oedicbte, Kuplcts, mimische Szenen, Anekdoicn usw.) In einem Sonderraum: Humoristische Ausstellung von Bildern und Skizzen nach jüdischen Meistern. Tombola mit zahlreichen Oewiunen von künstlerischen» Werte. Karten zu Mk. 4,־־־ und Mk. 3*— zu haben bei Bote & Bock, A. Wertheini, Leipziger- Strasse, Louis Lamm, Neue Friedrichs*•61/63 ׳ und M. LilienthaL Friedrkhstr. 10|. RUNDSCHAU No. II <21 * ׳■• y-~\\!"י Berlin. Bei dem Offeutlkheo Schauturnen, welches de! Jüdische Turnverein JBar Kochba*4 am Sonntag, dem 17. MSV z nochin. präzise 2‘i' Uhr im Fc c n pa I a־$ t, Burgstmssc 24,'t Fing. St. WbWgang Str.) abhäH, wird Herr Dr. Franz Oppenheimer eine Ansprache haften. Eintrittskarten ä 28 Pf. sind an der Kasse crhfütlich. Der Überschuss wird zum Besten der Fcrien-Kolomcn für jüdische Kinder verwendet. Der Badische Oberrat Mannheim, den 6. März. Der Versuch des tjrossh. Oberrats der Israeliten, das seitherige direkte und geheime Wahlverfahren zur Synode zu ändern, ist vorläufig abgeschlagen woiden. In der Sitzung der isr. Gemeindevertretung in Mannheim vom 5. Marz nahm unser Gesinnungsgenosse Dr. MosCS Gelegenheit, die Vorlage des Oberrats an die Synode einer strengen Kritik zu unterziehen, das Reaktionäre der beabsichtigten Massrcgeln zu beleuchten und die Gcmcindevertretmig der grössten jüdischen Gemeinde Badens zu einem Proteste gegen die Vorlage aiif/uiorder». Die Ausffilirtirigen des Oenicindcvertrcfers Dr. Moses fanden allscitige Zustimmung; nur zwei Synagogenrütc. die gleichzeitig Mitglieder des Oherrates sind, versuchten eine schwache Rechtfertigung der Wahlvoiiage. Die Mitglieder der Gcmünde Vertretung stellten sich einmütig aut Seiten des Herrn Dr. Moses und es wurde beschlossen, n• ■eh vor der Synodal* tagung eine eigene Sitzung der Gemeinde Vertretung ein/uberufen, um Protest gegen die Wahlvorlage cinzulegcn. Schon rAVei Tage nach diesei Sitzung, am 7. März lud der vorsitzende des Oberrats, Herr Gelicimrat Dr. Mayer Karlsruhe, die Mitglieder des Synagogenrats und des Vorstands der GcmeüidtVertretung z» einer Konferenz ein. in welcher Herr Dr. M.\\er die obcrrütlichc Vorlage zu verteidigen suchte, aber auf cicn energischsten Widerstand bei den anwesenden Vertreten; der Mannheimer Jndenscliaft st'ess. Schon am S. März, näh lief bei einem Teilnehmer dieser Konferenz, die Mitteiinug von Herrn Dr. M;:vt r ein, dass der Oberrat die Vorläge vorläufig ztiriickzieiic mul nicht vor die ausserordentlich«. Synode \om IS. März, bringen werde Fs wird wohl vom Ausfall der Neuwahlen zur nächsten SvnoJc abhätigen. ob diese famose Vorlage überhaupt wiede•־ ihre Auferstcluing feiert. Auständerfrage an den UniversHäten In einer von der» bekannten antisemitischen Vc rin Deutscher Studenten eiuberufenen Versammlung, die von annähernd 21X0 Studenten besucht war, sprach der alldeutsche Professor Samrssa über die Aiisl.lndcrfrage an den Teichsdvutschen Universitäten. In seinen Ausführungen suchte er statistisch nadizuweisen, dass an den deutschen Hochschulen die Zahl der Ausländer stetig wachse, die mit Vorliebe sich technischen Studien widmeten. Das bedeute eine Gefahr für die deutsche Industrie. Dazu seien die meisten dieser Student«, n kulturell minderwertige Elemente aus dem Osten Europas, die nicht einmal an den Universitäten ihres eigenen Vaterlandes Aufnähme fänden. Daher seien alle' diese, so forderte er in der am Schluss seines Referates eingebrachten Resolution, vom Studium an den deutschen Universitäten und Hochschulen ausztischliessen. Einen willkommenen Vorwand zu diesem schon seit langer Zeit geplanten Vorgehen der deutschen Studenten bot die angebliche Teilnahme einiger russischer Studenten an de» sozialdemokratischen Agitation zur Zeit der Rcichstagswahlcn. wc einige russische Studenten der Sozialdemokratie Schlcp־ perdknste geleistet haben sidleii. Dieses törichte Tun ausländischer Studenten wird gewiss ein jeder als Einmischung in die Angelegenheiten eines fremden Volkes aufs schärfste verurteilen, und - vorausgesetzt, dass es überhaupt wahr ist — gibt cs Mittel genug, derartige unliebsame Leute von den Universitäten zu entfernen. Trotz, des Geschreis, das »na*! iil>er das Verhalten jener Mudenten erhob, handelte es sich jedoch gar nicht darum, das gefährdete Vaterland vor dem Ansturm fremder Studenten zu schützen. Vielmehr hatte inan unter den ausländischen Studenten nur die jüdischen Studenten — ob nur die aus dem Auslande oder auch die aus Deutschland gemeint waren, ging übrigens nicht klar hervor — zu verstehen, denen mail die Pforten der alma matcr vcrschliesscn will; denn wir haben nichts cinzuwenden, so erklärte einer der Redner, gegen unsere deutschen Brüder aus Österreich und dem Balk.inlandc, gegen die Schweden und Norweger usw. und, als er in der Versammlung einen Japaner erblickte, auch nichts gegen die Japaner. Als daher in der Diskussion jemand darauf hinwies, dass es sioh hier gar nicht um die Ausländerfrage, sondern um die Juden trage haudeie. fand er a 11 s e i t« g e Zustimmung, besonders hei den Herren vom V.D.St.

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