Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VII (1907)
- Issue
- Heft 11 (15.3.1907)
- Date
- 1907-03-15
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Seiten»__JOPISGHE KUHPSCHAt) _No. U ־ * Ob die Jaden vor ihrer Chwrenderting io Palästina* «xA der femeinsamen \Vandcru11gr' mit andere« scmttlschc« Sthih flieh, t*feUs Rassenmisctntngen dorchgemacht haben, wird Sich tarnt« feshtelk« lassen. Aber diese Frage taoeht bereits in das Danket der Urgeschichte, das wir wohl nie erhellen w׳erden. ׳Bescheiden wir ans damit•, der Weg der Joden im Uchte der räeschtchtc gibt der Forschung ünerscböpfHchcn Stoff. ...׳־ -* ■ וי.♦• •v *,•-•■•- ־ ׳ Wie äiso naoen wir die .Inden als Rasse zu beurteilen? Sind Sic heute überhaupt noch eine ..Rasse“? Sie sind es hentc mehr als fe. Es gibt auf der Erde keine ״reine“ Rasse; die Rassen entstehen durch Verschmelzung verschiedener Bestandteile au einer neuen Einheit. Dies■.‘ Verschmelzung der Juden mit anderen semitischen, vielleicht auch mit nichtsemitischen Stämmen hat vor Jahrtausenden in Palästina stnttgefuntlcn. Seitdem hat der jüdische Stumm mit beispielloser Zähigkeit fremdes Blut v11״ sich terngchalteu. Hit! üncr&us chrakteristischer, von allen andern Völkern als einheitlich empfundener Typus ist auf diese Weise entstanden und hat von Geschlecht zu Geschlecht seine VcrctbuugskraU s׳ gesteigert, dass er heute hei Mischungen mit anderen Rassen ein starkes Übergewicht zeigt. So situ! die Juden eine Rasse g eworde tt. Fs ist Ober jeden Zweitel erhaben, dass in dieser Erhaltung der jüdischen Rasse die Erhaltung des Judentim .י begründet ist. Und die Geschichte der indischen Rasse mahnt uns an da> Wort Oobineans: ״Ich sage, dass ein Volk niemals sterben würde, wenn es ewig aus denselben nationalen Bestandteilen zusammengesetzt bliebe.“ Halästina-Industrie-Syndikat G. וזו. b. H., Berlin Die Tatsache, dass ir• der internationalen Handelst eit iort während neue Sjmdikatc entstellen, die die Einführung von litdustriccu im türkischen Orient bezwecken, ist w ohl de*r bc redteste Beweis dafür, dass der rOicnt zur Industriealisicrung schctt reif ist. So ist erst vor einigen Monaten ein Syndikat ins Leben gerufen worden, das die Ausbeutung der Minen!־ schätze in der asiatischen l'r'ukei bezweckt. Eine andere (i*- Seilschaft, die sich seit zirka zwei Jahren speziell mit A‘-1V•f:t und Entkernung der Baumwolle in Kleinastcn und Syrien befasst, hat bereits das e״stu Rechnungsjahr sehr günstig abge• schlossen lind trotz. Vornahme grosser Abschreibungen für die Einrichtung eine befriedigende' Dividende unter ihre Gesellschaftcr verteilt sowie da״. Gesdlschaftskapital i.ii! das Dopreite erhöht. Die FrtV.jge, die französische und belgische Syndikate in der Türkei erzielt haben, sind allgemein bekannt. Auch jiidisJtcrscit« beginnt mau seit einigen Jahren sich der Industrie immer mehr zuzuwendeii. Die 0!r;tj!iner:cen. die •.ön einigen kapitalkräftigen Ingenieuren aus R1:ss‘mJ vor ungefähr anueilialb Jahren in Palästina in der Heimat der (Ml-itmic ־ errichtet wurde״, dehnen sich mit grosser Schnelligkeit ״her das ganze Land ans und;!lies spricht dafür, dass dieses aussichtsreiche Unternehmen einer glücklichen Zuktn.ft entgegengeht. Die rührigen Geschäftsführer der Gesellsd>1־lt ״Athid“ — so heisst die Firma der verwarten 0: mffitieriecn und Scikiu'abrikeu in Palästina haben erst vor kur cm »elHMt ihrer Zweigniederlassung in der zukrmttsrei.hen Hafenstadt liaira eine soc/ielic Abteilung zur Herstellung kosmetischer Seiten und Partiims eingerichtet. Gegenwärtig' befassen sie sich mit der Einrichtung einer technischen Werk in Kaii*. die *Wein von den ihr *«gesicherten Rcgierungsimftrügen vollauf Ireschnftigt sein wird. . Auch die jfldische Werkzeugfabrik in Jaffa Int nach dem überstellet! der Schwierigkeiten der ersten Jahre einen cm treulichen Aufschwung genommeh und ist vor kurzem in eine Aktiengesellschaft umgewandelt worden, Sehr erfreulich sind ferner die Erfolge, die die vor einigen Monaten von jüdischen Pogrom-Flüchtlingen in Jerusalem gegründete Dampfirülife ,.Serbnbel“. die mit einont 75p-fcrdckräftigen Gasmotor bctrieben wird, zn vcrz.cichncti hat. Das Mehl wird auf diese! iV.tmpfmühle ans dein von dem transjordaniseheii Hatirängchict * der reichen Kornkammer Palästinas kommenden Weizen cr/.cugt und es erfreut sich; Dank seiner Güte, grosser Nach• trage und beginnt allmählich die bisher nach Palästina importierten verschiedenen. Mchlsw־tcu zu verdrängen. Schon jetzt finden auf dieser Mühle mehrere jüdische Familien ihien voilcu Unterhalt. Auch verschiedene andere Unternehmungen sind in letzter Zeit von jüdischer Seite in Angriff genommen worden, cs würde uns iudes zu weit iülireu. auf all die Einzelheiten an dieser Stelle des AusfiHti liehen einzugehen. Begünstigt werden die neuen Gründungen durch die fortwährend zunehmende Verbesserung der Verkehrsmittel. Dank dem Bau der Fist•״- bahnen und l'ahrstr.isscM, welche Entwickelung im Libanongebiet schon \or zwanzig Jahren begann und die jetzt auch in Palästina kräftig fortzusclirciteii anfängt. Fine güte IHustra- וזי,'י des'wirtschaftlichen VoransJireiten des vorderen, Orients bietet übrigens die Palästina benachbarte llafcustadt Beirut, deren Bevölkerung im Jahre l\sä |OiM.״n Seelen zählte und ־־: ״ MOווייס Seelen betrug, deren Export sich in; Jahre 1°• I :׳ui 5.1"«*IS pjnnd Sterling belief mul im J״hrc I*>• »5 die Holte von <)24 (4*<• Piimd Sterling en eichte. Bedenkt man ferner, dass, während die Juden in vielen zivilisierten Staaten unter dem Druck des Antisemitismus setiwer zu kämpfen haben, di«• sonst noch irancher Rei1.n1׳ bedürftige Türkei ihre jüdischer: Untertanen und selbst dir atisländisetien Juden mit der grössten Toleranz behandelt.*) sn gelangt man zur Erkenntnis, dass Mittel geschaffen werden müssen, um einen Tei1 des immer grösser werdenden Fmiprationsstromes nach dem Orient zu lenken, umsomehr als einerseits die bisherigen Zufluchtsstätte:! ihre Türen vor ..den ewigen Wanderern" zu sch Hessen beginnen, andererseits w iederum das jüdische• Proletariat vom antisemitischen Boykott immer schwerer zu leiden hat. Das wichtigste Mittel zur Ablenkung eines Teils der Auswanderer nach dem Orient ist die Schaffung von Ar• be i t s ge1 ־ c ge n h ei t und dies ist eben das Hauptziel des gegenwärtig in Gründung begriffenen und auf rein ges c h ä f 11 i c h c r Basis gedachten Palnstina-Indnstric-Svikli; kats. ' Jm rolgcuden erlaubet, wir uns die Grundlagen des Syndikats auseinandcr/eselzen: Zweck: Das Syndikat bezweckt die Vorbereitung. Einliiiirung 11:1,! Finanzier tut; von industriellen und anderen wirtseh:-i!liehen l'itterrieliMungc׳! in Palästina und den Nachbarl.iiab:׳: ׳. ■ Arbeitsplan: Fs wird sowohl aus erzener Initiative versuchen, indische Kapitalisten zu e■ .:!!;,*.•urcic.i c! scheinenden i nterueimumgei! heranzuzielren. als auch im Autt׳.!ge und für Rechnung Dritter die notigen Vorn!leiten zur Gründung von bnteinchumngen leisten. Seine Tätigkeit wird demnach bestellen in: 1. Feststellung der wirtschaftlichen Verhältnisse und geschäriliehc« Chancen durch Einholung von iaetmiäimiselo'u (iutachten. 2. Erwerbung von Konzessionen und Terrains sowie Als* sch'uvs von Optioüsvcr’t,*:igur. .י• Aro uireitung von Pn jekteii, Kosten- und Rentabilität!»• aibwf.iägen. % *') Es dürfte wohl noch aller: criniierlieh sein, welchen .־uiikhligcn und offenkundigen Ante:l der gegenwärtige Sultan Abdul Hamid den Opfern der russische:: Ol,:oi!cr-Pogro׳r,e en1gegei!l!r:1cht hat