Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VII (1907)
- Issue
- Heft 10 (8.3.1907)
- Date
- 1907-03-08
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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*,®WIIMIWIs. b•6»4״ JUEDISCHE RUNDSCHAU^״א.no. 10 Aus der zionistischen Bewegung Mitteilungen des Zentralbureaus der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Die Monatsschrift ״A11 n c ti I a 11 cJ“. welche seit dem I. Januar d. J. unter dem Titel ..Palästina“ erscheint, hat den Abonuemcntsprcis für die Abonnenten der .,J ii d i s c h e n R u 11 d s e 11 a u“ auf 2,50 Mk. herabgesetzt. Bestellungen nimmt der Verlag ״Jüd i c h c R 11 n d s c h a 11“. Berlin N. 54. Augiiststr. 49a, entgegen. Einem jungen Arzt können angenehme kleine, aber noch aiisdchnungsfähigc Landpraxis, die ohne jede Ent- Schädigung abgeg.ben wird, nach weisen. Meldungen erwünscht. Jüdischer Arzt, polnisch sprechend, findet in grossen! Dorf Oberschlesiens mit bedeutender lndnstrie und sehr grosse Uinwobnczahl (12 000), mit guter Verbindung nach nahe gelegener Stadt, gute Praxis. Näheres durch Zahnarzt Schachtel, B r e s I a u VI. Königsplatz 5b. Die Jüdische Kolonialbank D.c zionistische Organisttion bedarf zur Realisierung ihrer /.de eines finanziellen Instruments. Sie hat cs sich in dem ..The Jcwisl; Colonial Trust (Jüdische Kulonialbank) Limited" mit dem Sit/ in London geschaffen. Dass die Bank überhaupt zustande kam. obwohl es an der sonst für solche Gründungen notwendigen fachmännischen Hih'e von Finanzmäimern fast ganz fehlte, ist vor allem das Verdienst unseres allzufrüh uns entrissene» Führers Theodor Hcrzl und seines vertrauten Mitarbeiters und Nachfolgers David Wolffsohn. Die Ai beit war nicht leicht, helfender Freunde waren zu wenig, Gegner nur zu viel. Trotzdem gelang das Werk, wenn auch noch bei weitem nicht das Aktienkapital erreicht ist, das ursprüngh'ch in Aussicht genommen war. Das Kapital ist eingeteilt :11 Aktien von I Hund engl. Der grosse Zweck der Bank ist durch das Statut festgelegt, das auch die Einflussnahme der zionistischen Organisation auf die Bank regelt. Dieser Einfluss erstreckt sich natürlich nicht nur au! die Ziele und Zwecke der Bank, sondern auch auf d»e ganze Geschüftsgcbahrung, insofern als die Bank bei ihrer Geschäftsführung stets das Prestige des finanziellen Instrumentes der jüdischen Volksorganisation zu wahren hat. andererseits auch alles vermieden werden muss, was die .Sicherheit des Bankkapitals irgend gefährden könnte, dass es seinen letzten Zwecken voll erhalten bleibe. Natürlich bewahrt die Bank trotz dieser Einflüsse durchaus ihren Charakter als einer rein geschäftlicher. Institution. In gescbäftliclier Hinsicht wird sic selbstverständlich nach allgemein kaufmännischen Prinzipien geleitet. Indes hat der Ausschluss aller Spekulationsgeschäfte, die ja, so sehr sie auch an» der einen Seite stets Gefahren in sich bergen, doch wiederum den grössten Gewinn abwerfen, die Folge, dass die Bank bisher keine hohen Dividenden zahlte, wofür aber die durch die gleichen Umstände wiederum hedingte grossere Sicherheit des Kapitals entschädigt, und auch das Bewusstsein, einem grossen Zwecke zu dienen. Es ist aber aiizuuelinlcti, dass in Zukunft die Dividende eine grössere sein wird, zmnal die Filialen der Bank im Londoner East-End und hi Palästina sich gut entwickeln. In Palästina sind durch die Tochtergesellschaft der Bank, durch ״The Aiiglo Palestinc Company“, drei Filialen ins Leben geruien worden, in Jaffa, *•» Jerusalem und in Bc»r״♦ Demnächst soll noch <י*ייי־ Filiale in Johannesburg (Südafrika) errichtet werde״, für die die günstigsten Aussichten bestehen. Nachstehend geben wir einige Zahlen Über die bisherige Entwicklung der Bank. Abschluss per 13|31.12.03131.12.04)12.02 .31 12.01 .12.0031 •11־t. 12.05 31.3.06 6*zeichnet. Kapitel 3 V>5׳) 2!!,2יו. 3 3,62 *') 247,037 249.915 251,45j 251,926 darauf befahlt m, 194 2SI.89I Z/4 410 ab Verfällen 33.197 1 Zahl der Aktionir* »18,147 I26,0üt> Z4I.2.3 247,037 249,915 251,456 251,936 Reaerveftnd( I. für Inhaber von verfallen er• klärte Aktien 4,278 3,400 3A79 3,554 11• für nicht behob. Akden 611 599 599 III. für andere Zwecke 330 130 120 IV. für zweifelhaft. Debitoren 80 780 2m V. allgemeiner Reservefonds 2.000 Dividend« 5d pro sharc 6 d ר Unbahob Dividende (etwas über 2"/1״ (2>f< *•) 4,!40 3,789 7,898 '׳ Mit linde 1902 wurden die gezeichneten u״J nicln voll bezahlten Aktien für verfallen erklärt, daher die später nie triften Zahlen für uezrichnete Aktien, die aber dann identisch sind mit den Zahlen für bezahlte Aktie״. *) Der Gewinn pro 19*י.י betrug 0,0!s Pi 1. Steil., davon w r . n?,»KO auf Reserve für zweifelhafte Debitoren, 2,t0j für die Opfer d .r russischen Pogrome,?.Ol8 für Vortrag auf 19(0 bestimmt. Alles in englisctien Pfund. Es ist Ehrenpflicht eines jeden Zionisten, mindestens eine Aktie der Bank oder ihrer Tochtergesellschaft zu besitzen. Dieselben sind durch alle Ortsgruppen ä 20,50 Mk. zu beziehen. Um den Kauf noch zu erleichtern, bestehen an vielen Orten sogenannte Share-Klubs, die gegen wöchentliche Teilzahlungen von 25 Pfg. Aktien abgeben. (Näheres durch Herrn M. Gold- Schmidt, Hamburg, Stadthausbrücke 12/4.) hs. —ן Aus den Ortsgruppen.— Berlin. Kartei! zionistischer Verbindungen. In. den letzten Tagen ist den Herren Vorsitzenden der zionistisehen Ortsgruppen sowie den Vertrauensmännern ein Rundschreiben zugegangen, uni dessen Beachtung bezw. baldige Erledigung Unterfertigter hiermit nochmals geziemend bittet. Die Präsidialverbindung i!n KXV. .,H a s m o n a e a“. Beritt. I. A.: cand jur. Hermann Sch mul, Berlin NW., Lübeckerstrasse 47II. Hamburg. Am 17. Februar d. J. sprach Dr. H a I p e r n in Wandsbeck in einer von ca. 50 Personen besuchten Ver- Sammlung über »Jüdische Volkspoütik". Der Gemeitulevor- Steher Herr Beit richtete Anfragen an den Redner. Es erfolgten mehrere Beitrittsmeldungen. — Am 21. Februar veranstaltetc die Ortsgruppe in ihrem Vercinslokal eine Ver- Sammlung, in der Dr. Victor über das Thema .Juden und Tagespolitik“ referierte. Er wandte sich entschieden gegen die bisherige Taktik der Juden, die den Freisinn bedingungs* les unterstützt hätten, und trat für eine selbständige jüdische Politik in Deutschland ein. fit der Diskussion nahm der als Gast anwesende Rechtsanwalt Herr Alexander das Wort. Er hielt ein selbständiges Vorgehen der Juden filr aussichtslos und warnt•.' vor einem zu weit gehenden Misstrauen gegen der Fie^iiu׳. Demgegenüber rührten Dr. Hai per n und Ester• tt; a n u aus. dass die deutsche״ Juden, da fiir sie keine Möglichkeit einer nationalen Politik bestünde, sich unter den gegeholten Verhältnissen von der Beteiligung an der deutschen Parteipolitik fernzulialten hätten. Die in grosser Zahl erschiericnen Anwesenden folgten dem Vortrag und der Dis kussion mit dem lebhaftesten Interesse. — Am 26. Februar sprach Dr. N a t h a n B i r 11 h a 11 m (Wien) im grossen Saale des Logenheinis vor ca. (>00 Personen über .,Die P»>esie der Jaden des Ostens•'. Die Versammlung wurde von der zionisti- ' sehen Ortsgruppe im Verein mit der Henry־׳Jones-Loge, dem ji'idisch-litterarisehen und dem Talmud-Tfiora-Verein veran- staltet. Dr. Birnbaum behandelte in geistvollen Ausführungen , die hebräische und jüdisch-deutsche Litterafoir. Daran schlossen ׳. sich mehrere von Hern! Kuhnert •ti jüdisch-deutscher Sprache