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Jüdische Rundschau · 1907-03-08 · Heft 10 (8.3.1907) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VII (1907)
Issue
Heft 10 (8.3.1907)
Date
1907-03-08
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 100 \)1■ ■»r .n>; yl' i U D4 S CftE v RM N D S-G'HAU ■1■-A• ,. * t*&~- f «**, .*» % _ */L« f . י!".?': י; «, f ’< .-־5-1 No. 10 •11 •.*,"#"ג־ •s־ ihr nächstes Ziel die FfrideHung der Ko1׳zcss;o!ten betrachte!! werden. ־י-, .׳י'*: י’■';׳ יי׳:׳.;י.'■׳.•.*•י ■ *י ־ י.• י'•' Wir politischen Zionisten erstreben.in unserer,lokalen Arbeit in Paliistina nicht ..Dinge“, sondern wolle!,1 .,den f Komplex von •ßcdCtigmtgen ftiP *eine Walii'Hicfie, stetig XyacIfscnUe' Ihiinigration der jüdischen Massen“ schaffen! Für'die'SeMfümg' von;tDif1Keh“,ffi'r Onlmhnigcji sind Milliarden' uötwetillig, die wir nicht besitzen, iiir die iscliaiiung von Bedingü11gi‘li 'aber sind nur Hniidcrpausendc oder im äussersteu Balle Millionen notwendig* die wir zuni Teil schon besitzen. Das ganze von der Konferenz ausgearbeitete Programm der realen' Tätigkeit ni Palästina ist von einer Idee •'durchdrungen: ״Fs ist wichtig, alle die׳ materiellen und geistigen Kräfte, iiir die Schonung, von Bedingungen auszuniitzen. die für die Hhizuzieliung von Kapital nnd jüdischer Arbeit nach Palästina notwendig sind.*' Besser lässt sich die Bedeutung der Palästina - Arbeit nicht präzisieren. Es ist klar, dass das nächste Dezennium des Zionismus, welche Erfolge auch immer die diplomatische Ari>eit ergeben mag — unter dem Zeichen der Palüstinaärbeit steht. Gerade aber in diesen Bestrebungen hat die .lugend, und speziell die akademische .lugend, ein weites Feld zur Betatigmtg vor sieh. Nicht nur gilt es, sich selbst eine cindriugliehe Kenntnis der Wirtscliaftsverhältnissc und Kulturstörungen des Landes unserer Väter zu verschaffen, und möglichst das Land selbst keimen zu lernen und zu durchstreifen, sondern es gilt vor allem, die Organisationen schaffen und dauernd dafür 11׳ Wort und Schrift zu agitieren, die bestimmt sind, dem jiidiselien Kapital und der jüdischen Arbeit zu ermöglichen, in Palästina eine fruchtbringende Tätigkeit zu finden. Jede Land wird hierbei eine eigene Aufgabe zucrtcilt bekommen Mid seine Palästina-Kommission wird dieselben in ihren Grundy 11 gen festzuiegen haben; dass aber diese Aufgabe auch gelöst wird, dass die Arbeit Eriolg hat, dazu ist die Hilfe und hingebende Tätigkeit von Tausenden enorderlich. Und auch tfcis muss man beherzigen, nur wer sich an der kleinen Arbeit erprobt und erstählt hat. ist brauchbar auch für die späteren giossen Aufgaben. . ־ ־ Bezaiel Von!’Prof. Boris’ Schatz, dem mutigen und opferwilligen Leiter unscÄr Kunstgewerbeschulc Bezaiel in Jerusalem erhalten wir auf unsere Bitte um einen Artikel über den Bezaiel den folgenden Absagebrief: < :v \ .....? Vv. ״' ז..Ir Jerusalem, den 21. Februar 1007. /• . : ־ %*. s .* ־ ׳ Sehr'geehrter Herr Doktor! ־ Sie verlangen, ‘dass ich 'Uber' den ״Be z a I e I“ schreiben . sfjll. Was eigentlich.? Unser Programm darüber; habe ich schon geschrieben: über ,unsere Hoffnungen für die Zukunft2 O, wir fiabcn‘schoii sehr viele schöne .Hoffnungen'erlebt, die .nur .Hoffnungen.blichen, und es wäre daher .unnütz, von solchen zu schreiben. Man pmss aber arbeiten und sehr viel arbeiten. damit',d׳ese sich nicht wie ein Traun! verlieren. Und. über den jetzigen Zustand des ..Bezaiel“ haben schon viele ge־' schrieben. Alle die vielen Reisenden. die den ,.Bezaiel“ hier besucht'haben, sahen es als ihre!,flicht an, in ihren Mitteilungen über Palästina den ״Bezaiel” als einen hellen lebenerweckenden Schein im palästinischen Alltagsleben zü’fcr-' wähnen als eine Hnfiuimgsnoic zur traurigen Melodie, die noch dumpf in allen Strassen Jerusalems wiederhallt, zuz.uftigeu. Als ich alle diese Artikel gelesen hatte, schlich sich in .meine Freude über deren Begeisterung ein bitteres Gefühl hinein. Ja. sie sind, alle sehr schön geschrieben, mit alledem aber könnem wir weder WoMv für die Weberinnen noch Hammer für die Sttiiiliaucr kaufen. Wir• alle• können jetzt schön schreiben und tun c.s sogir sehr gerne; allein durch das Schreiben selbst werden wir• dennoch nicht die notige Hilfe bekommen. Verlangt daher % oh mir keine Artikel! Dazu bin ich nicht fähig, habe auch keine Lust, und wenn es sich sogar um den ״B 1• z a 1 e I‘‘ handelt. Arbeit und mir Arbeit inrdert von mir! Ich war imuier bereit, diese Forderung zu erfüllen und bin es über- Haupt jetzt, da ich mich überzeugen konnte, dass man auch mit w e n i g e 11 Mitteln in P a I ä s t i n a viel erreichen kann. Aber bevor ihr Von mir liier etwas zu tun fordert, müsst ÜlUi mir die Mittel geben, damit ich arbeiten kann. Darät! denken leider nur sehr wenige. Ja. -- wozu sicli schämen! es ist immer besser,“wenn man die Wahrheit frei und offen heraussagt. unser berühmtes Bczalcl-Komitec, welches aus Millionären, Kennern und Fachleuten beste!!!, beschäftigt sich mehr mit Ökonomie von Pfennigen. Dagegen vollen sic an Zeit und Menschen nicht sparen, als oh sie daran genug und Überfluss hätten. ־ ich will hoffen, dass ich nicht gar so schnell ermüden werde und dass ich noch Kräfte iiir jene Zeit behdtc, wo man’ mir endlich die nötigen Mittel geben wird, um meine Kräfte mit grösseren Nutzen verwenden zu können. druck krankhafter Nervosität und Härte an. Seinen Stock ergreifend, stürzte er sich mit jugendlicher Be-־ heudigkeit auf die Gassenjungen, die den Bauern gereizt. ־ ״Hunde . . . ohnmächtige Hasen! Ihr wollt mit einem rcissendeo Wolf anbiiidcu?!“ Die Jungen liefen davon. I)cr Bauer nahm seine* Biirdc wieder auf den R1"tek-1־i und scliiug sieh in eine Seitengasse. Die Juden umringten den zornergliiliten Khbbi und boten alle Kräfte am‘, ihn zu besänftigen. ״O, meine Brüder!" sticss tlei Rabbi, nach Atem tingend, hervor. ״Wozu das blutdürstige 'Fier reizen, wenn es ruhig an uns voriibergeht, ohne jemand anzu־ tasten. Kennt iiir dieses fürchterliche ״fiep, Hop“? Es kostet den .luden tausende Lebet; mit diesem Rufe haben die Pfaffen nicht bloss ein Mal die Räuber und Mörder auf uns gehetzt. O, barmherziger Clou! Diese Bösewichte haben meinen einzigen Sohn ahgcschluchlct, ermordet, meine . . Doch niemand hörte dem Rabbi zu. Auf der breiten Strasse, dte den Marktplatz durch.schnitt, und dann in einer weiten Heide sich verlor, näherte siel! ein Reiter in schwerem, ungfelchmässigom Galopp ״Hencch, Henecli!“ johlte dre Menge und stürzte sich dem.Reiter entgegen. Nach wenigen •Minuten kam• dieser ein bejahrter Jude, von grobem Acnssern rmd־ nach •seiner Tracht zu urteilen, ein Fuhrmann. mit seinem magern ungcsattelteii Gau! auf den Plaiz herangesprengt. Im Nu war er von einer dicht gedrängten Menge umringt, die ihn mit Fragen überschüttete. ״Wahr und wahrhaftig ein Wald, wie er sein soll!'’ krähte der Reiter, während er sielt mit der Faust den Scliweiss von dem (ie'siclPc wischte. ״Erzähle mir doch ausführlich, Henecli.“ bat der . Rabbi freundlich. ״Steig' ab nnd erzähle.“ ״Nu, die Sache ist nämlich die. Rabbi,“ begann Henech seine zusammenhanglose Reefe, nachdem er vom Pferde gestiegen. — ״Die Sache ist nämlich die . . . Alle schreien: Ein Wald, er,! Wald!“.und ich sage, die Mcns'hcn sind von Sinne t. Wieso ein Wald? Wo ist ein Wald? Nu, denk* iclt, lass doch einmal nachschauen; ich hänge den . Wagen mit den Wasscrtouneii alt, klettere auf meinen Alten, schwenke . . und los geht es. direkt dort hin . ״Nu?“ triebe.1 •die ungeduldigen Zuhörer ihn an. > ״Nu - iclt komme dort au, ich sehn iun . und was :

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