Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VII (1907)
- Issue
- Heft 10 (8.3.1907)
- Date
- 1907-03-08
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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-SeKS‘98 1 ö b'f sCwe׳ lg.tr nM 6H׳A'ü' ך. f No. 10 dnrchr סזי» dltfdifi•'WftßHwJe’ *der ׳Ktohis^io« ׳ מיBerlin *‘I1bgf6-j hältett'• wurde.''•'^üV'weitcrcu• VcrbrcitttnK 'und 'Vertiefung dieser! Kenhl^iSsc sotten Ut ^Uknnft Dnickschrlften' über' Üic einzelnen', O^Nete der!,alästinakunde veröhentiieht werden.* Au^h eine , .... •, ׳• . ';1*1 -•!,׳!*•* \ * ' '. i.. « >•! i'dmctitsah&Yi ,Aiifiiaocn mit. einander verständige(:., resj». 1 verbilliget, ‘Im ftbrigtjtt aberunabhängig,von einander;*trötiteiu• r VVic wtiuschcnswerV cs' ist,' dass.jedes Land, seine eigene Patästinabibliothek' wurde angelegt, wctclic die wichtigsten Wissenschaftlichen und technischen Werke Chef Palästina enthfilt, und federn, der Uber solche Fragen' arbeiten will, zu« göngtlch ist. ־ ־ Schliesslich fallen audt noch zwei weitere Aufgaben der Palästina-Kommission zti. teilweise infolge der ursprünglichen Bestimmung, teilweise infolge der natürlichen Entwicklung der Zeit. Die eine dieser Aufgaben ist die beratende Tätigkeit der Konunission dein zionistischen Aktionskomitee gegenüber ,in allen wirtschaftlichen Paiästinafragcn. Solange das Aktionskomitce nur zutn kleinsten Teil aus Personen besteht, welche über eine intensive Kenntnis Palästinas verfügen, ist eine Beratung durch die Kommission eine Notwendigkeit. Man geht aber fetzt schon mit dein Oedanken um, anstelle einer Kornmission lieber eine Palästina-Sektion im Aktionskomitee zu bilden, weil nur so die Palästinafrage eine ihrer Bedeutung entsprechende Behandlung finden k׳um. Ferner hat die Palästina-Kommission bisher die Vcrwattungsstelle der Ländereien des Natioualfouds gebildet. Nachden! aber fetzt eine besondere Nationahondsbehördc cingerichtet wurde, wird sich letztere selbst um die Verwaltung der Ländereien kümmern müssen. Sie wird hierbei der Unterstützung der Palästina-Kommission vielleicht bald entraten können, da im Zionismus eine grosse Strömung vorbanden ist, die wünscht, dass in Zukunft in Palästina selbst ein offizielles P a I ä s t i n a 111s t i t u t eingesetzt wird, dessen ־sich die Nationalfonds-Bchördc behufs Verwaltung ihrer: Ländereien dann würde bedienen können. : Verwirklicht sieh dieser Plan, so wird die Palästina- Kommission sich in Zukunft auf Forschungen, Verbreitung der. Palästinakenntnis und organisatorische Arbeiten behufs Entwickiuug Palästinas iS kultureller und wirtschaftlicher Be- Ziehung beschränken können. Da Jedoch die beiden letzten /,!»gaben in den einzelne:« Ländern in verschiedener Weise .'.ד Angriff genommen werden müssen, so. wird sich immer nchr das Bedürfnis hcfausstlllcn, anstelle der einen Palästina- , Commission in ledern Lande eine von deiu Fonds der Landes- | ederation zu unterhaltende Paliistiuakommisston zu scliaffen. 3iesc Landeskommissionen werden sich dann zu grösseren Palästina-Zentrale besitzt, erkennt man daran, dass diejenigen Organisationen, welche der Palästina-Koimnission Ihren ür- Sprung verdanken, bisher mehr oder weniger auf Deutschland, den Sitz der Kommission beschränkt geblieben sind. Die ölbaumspende, der Palästina-Pflanzungsvcrein, der Verein zur Verbreitung •von Kunstgewerbe und Hausindustrie in Palästina und den Nachbarländern ״Öczalci'* und die Palästina-Handels- Rcsdlschaft in Hamburg sind im wesentlichen mit dem Oelde der deutschen .luden gegründet oder auf diese angewiesen, und das gleiche gilt für das in Gründung begriffene Palästina- Industrie-Syndikat und dürfte auch bei der Pakistina-Agrikultur-Gesellschait und der landwirtschaftlichen Versuchs- Station der Fall sein. 1 Alle diese wichtigen Untcrnoimingen wirtschaftlicher und kultureller Natur haben bisher nur in geringem Masse die deutschen Cirenzpfähle überschritten, und erst seit kurzem, d. h. seitdem die Verein'gtcn Staaten gleichfalls מיס Palästina- Komitee besitzen, bürgert sich die Olbaumspende, der Bczalcl und der Palästina-Piianzungsvercia auch dort mehr und niebt ein. Der wesentliche öruttd dieser territorialen Beschränkung der in Deutschland ins Leben gerufenen Umernelunungen ist der, dass eine Agitation im Ausland überhaupt seine Schwierigkeiten hat, besonders aber, wenn cs sich um Institutionen handelt, die mehr oder weniger in ihrer Form auf ein bestimmtes Land zugeschnitteu sind. Wenn erst jedes l^and seine eigene Palästina-Kommission besitzen wird - und den Voreinigten Staaten sind iftngst schnell hintereinander Russland. England und Südafrika gefolgt — so wird cs relativ leichter fallen, die wirtschaftlichen Unternehmungen durch Verteilung, auf die einzelnen Länder zu fördern. Dass auch die Vorbreitung der Palästinakenntnis durch eine Dezentralisation bcdeutend gefördert wird, verstellt sich von selbst. Nur diewissenschaftlich-wirtschaftlichen Forschungen in Palästina erfordern eine Zentralisation und ebenso die eng damit im Zusammenhang stehende Herausgabe.der Monatsschrift, welch letztere dann &ber durch teilweise oder vollständige Über- Setzung in die verschiedenen Sprachen auch anderen Ländern zugänglich gemacht werden muss. Wir denken uns die Organisation in Zukunft etwa folgen.- dermassen: . Fenster, mein Herz, und z:;he das Köpfchen zurück; könntest mir sonst noch wieder, krank werden -— ist ia t eine/so schrefckliehe Hitze.“ד ׳ ׳; . . ' . Das Fenster wurde Beschlossen, allolti das Mhdchcn entfernte sich nicht. Das erhitzte Oeslchtcfien an die Scheiben gedrückt, begann cs mit seinen spitzen, rosigen Fingerchen ungeduldig auf den Scheiben zu trommeln. — Inzwischen schritt der greise Jude, gestützt auf einen dicken Stock mit kupfernem Knopf, mit noch schnelleren Schritten seinem Ziele zu. Es war das ein Mann von etwa fünfundiünizig Jahren, von stattlichem Wuchs, der aber durch den gelegenen Rücken nicht ganz zur Geltung kam. Sein gebräuntes Gesicht, von vielen Falten durchfurcht, war krankhaft bleich; ein dichter, breiter, grauer Backenbart bedeckte seine Wangen; seine grossen schwarzen Augen blickten freundlich, gutmütig, ehrlich, aber trüb, nachdenklich; auf seinem ungemein sympathischen Gesichte, besonders aber um seinen scliünen, von einen! dichten Schnurr- und Vollbart umrahmten Mund lag der Ausdruck heim- 4icher, tiefer Trauer. Sein wollenes Kostüm war ein : .national-polnisches und sehr sauber. ״Friede mit euch; meine Kinder,“ grösste er cinon .Haufej1. Jud.cn,. zu denen er kam. : ... ־ ״Gute« Morgen, verehrter Rabbi,“ antworteten diese, und machten ihm ehrfurchtsvoll Platz. ״Was geht denn hier bei euch vor?“ ״Habt Ihr es denn noch nicht gehört?“ ״Keine Silbe!“ ״So wendet Euer Haupt, Rabbi, gen Misrach (Ostern) und sehet . . . dort . . . dorthin . . . Seht Ihr’s?“ ״Ach, meine Augen sind schon sehr schlecht; ich sehe rein nichts “ sagte der Greis traurig lächelnd, die Hand, mit der er sich vor den Sonnenstrahlen geschützt, resigniert sink.*!! lassend. ״Aber sein doch recht hin . . . Seht Ihr’s? Am anssersten Ende des Himmels ... da .. ein schwarzer Streiten! Dies war noch gestern nicht zu sehen, Rabbi.“ ״ ״Und was soll das bedeuten?“ ״Hm . .!»an sagt — ein Wald?'* ״Ein Wald? Was für ein Wald? Ich kenne hier die Umgegend sehr genau; da sind Heiden und Ebenen, überall aber so glatt wie auf einem Handteller.“ .In. atieji wir kennen die Umgegend sehr gut. — * # %