Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1907-02-22 · Heft 8 (22.2.1907) · page 19

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VII (1907)
Issue
Heft 8 (22.2.1907)
Date
1907-02-22
Page
– (sequence 19)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2651273-2651500-2651509--04435-2661408
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 35 No. 8, wir hier nicht bald auch ein so re«cs Leben zu verzeichnen hätten, wie anderswo. Und an Wunder Klauben wir doch nicht. . / ' j—ן Aus den Ortsgruppen ן— Berlin. Jüdischer Turnverein ..Bar Kochba." Der letzte Vortragsabend in diesem Monat findet am Sonntag, den 24. abends 7 Uhr. bei W-ittiier, Münzstrasse 81 statt. H׳*r Dr. Theodor Zlocisti spricht über: ״Mendelssohn ־ Lavater Strei t.“ Oüsto willkommen. Berlin. Die Jüdisch -nationale Frauenvereinig litte gibt am Dienstag, dem 2ft. Februar 1907, nachmittags?> Uhr. in den Musiker-Festsälen, Kaiser Wilhelm- Strasse 18 in. einen grossen P u r i m - K i ״ d e r h a 11. Herr Dr. Heinrich L o e w c wird einen Kinder-Vortrag über Palästina mit Lichtbildern halten. Ausserdem finden Theater-Aufführungen. Vorträge. Festrede. Tanz und Kaficet־.«fel statt. Die Eintrittskarten kosten für Kinder inkl. Kafiec Kuchen und Garderobe 33 Pt. ־'Für Erwachsene n n r inklusive Garderobe 50 Pi. Sonnabend den 23. d. M. abends 9 Uhr findet der nächste Diskussionsabend in der J ii d isc h - n a t i on a! e n Frauen vereiniRu n g statt. Charlottcnburg. Die zionistische Ortsgruppe Charlotten• bürg veranstaltete am 18. Februar im Festsaal des Schillertheaters Charlottcnburg ihre erste öffentliche Prop a g a 1! d a v e r s a m 1111 u ״ g. die. von mehr als 250 Personen besucht, einen glänzenden Verlauf nahm. Herr Dr. Elias Auerbach referierte über ״die Ent w icke- 1 u n g d e r Juden zu m Z i o ni s n! u s" in geradezu meisterhaftcr, formvollendeter We:se. Er wies aui die Emwicklungslinien des religiösen und politischen Lehens der modernen Juden hin. die mit Naturnotwendigkeit zur Aufstellung des national-jüdischen Prinzips führen müssten. Absichtlich verschmähte cs der Vortragende, das augenscheinlich interessiert zuhörciidc Publikum auf die materielle Judennot hinzuweisen, sondern bewies vielmehr die auch für die deutschen Juden geltende, innere Konsequenz, jüdisch-national und zionistisch zu sein. In der Diskussion wurde von der gegnerischen Seite, wie zu erwarten war, wicdereinmal die Existenz des jüdischen Volkes bestritten. Unter dem jubelnden Beifall der Versammlung zerpflückte dann Herr Dr. Heinrich Lowe die gegnerischen Argumente, und beleuchtete in haarscharfer Folgerichtigkeit das Widersinnige eines deutsch-nationalen Judentums und zeigte die Unterschiede von ״dcutschvaterländisch*‘ und ״deutschnational * Herr Dr. H. Heymann besprach die letzten Rcichstagswahlen. die in eminenter Weise die Notwendigkeit eines Zusammenschlusses aller Juden bewiesen hätten. Nachdem noch ein amerikanischer Stammesgenösse auf die bedeutsame Tatsache hingewieseu hatte, dass trotz der günstigen Lage der Juden in Amerika der Zionismus dort bdeutende Fortschritte mache, schloss Herr Dr. Auerbach unter wiederholtem stürmischem -Beifall mit einer Zusammenfassung der diskutierten Probleme. Die Versammlung brachte unserer jungen Organisation einen erheblichen Erfolg. Abgcsehen von den! Gewinne neuer Mitglieder, wünschten auch ca. 70 Personen zu unseren zukünftigen Veranstaltungen eingeladen zu werden. W. Leipzig. Zur Messzeit wird die neue zionistische Leseballe geöffnet sein und zwar am 3. März von 3—10 Uhr. am 4.. 5״ und 6. März von 1'-־S—‘10־ Uhr abends. Die zionisiisehen Messgäste werden hierdurch zum Besuche höflichst eingeladen; Vorstandsmitglieder sind stets anwesend. Hamburg. Unsere Ortsgruppe hatte Herrn Rabbiner D r. L ö w c n t h a 1 für einen historischen Vortrags-Zyklus gewoniUf;. Kr sprach au drei Abenden über .Die Zeit der H a s 11! 0 11 .'i c r und H e r o d i a 11 e r.“ Der Vortragende wusste unter Vermeidung alles Nebensächlichen die wesentliebsten Erscheinungen jener Zeit in so plastischer und fesselnder Darstellung vorznfiihren, dass die Zuhörer seinen Ausführungen mit der gespanntesten Aufmerksamkeit bis zum Schluss folgten. Es ist zu wünschen dass d׳c Zahl der Teilnehmer, die diesmal nur ca. 50 betrug, bei dem für das nächste Jahr geplanten Vortragszyklus erheblich zunirnmt. Lübeck. Es ist noch selten einem Redner gelungen, eine zahlreiche Zuhörerschaft in der hiesigen Ortsgruppe derart zu fesseln, wie es Herr Dr Blöde mit. ■seinem Vortrag über: ״Die Juden als Rasse“ am 13. d, Mts. vermochte. Der Beifall, der sich am Schlüsse des geradezu glänzenden Vorträges erhob, und der sich auch noch im verstärkten Masse wiederholte, als Herr Dr. Blöde ein Wiederkommen in Aussicht stellte, zeigte deutlich, wie die Ausführungen des Redners gezündet hatten. Hoffentlich entschlicsst sich Herr Dr. Blöde, wirklich noch einmal zu uns zu kommen, um der zionistischen Sache hier damit einen grossen Dienst zu leisten. hr. r. Ratibor. Am M. Februar veranstaltete unsere zionistische Oitsgruppe einen Referatabend, der sehr gut besucht war. Herr Dr. Obstler- Breslau sprach in fesselnder Weise über ..Die kulturellen Momente in der modernen zionistischen Bewegung“ und schilderte namentlich das Wesen und Wirken Ach ad Ha-A ins. Die Versa mmlung, unter deren zahlreichen Gasten sich auch unser Rabbiner Dr. Dienemann befand, spendete dem Redner lebhaften Beifall. Cine rege Diskussion, an der sich Dr. Kassel und Zahnarzt Block beteiligten, schloss den Abend. — Die neuen Agitationsbroschiiren ״Zehn Jahre Zionismus“ fanden durch die Mitwirkung von Frl. Edith Böhm guten Absatzz. C. B. Posen. Die Januarsitzung der Ortsgruppe brachte ein ausführliches und übersichtliches Referat des Herrn Dr. M a 11 a s s e über ״Organisationsbestrebungen der deutschen J u d c n 11 e i: ” Ergänzend gab der Vorsitzende einen JL't.herblick über entsprechende Bestrebungen der russischcu.Tx'Stcrreicbischen. französischen engiischcn und amerikanisch!' Juden. Die Zcitungsschat: gab Herr Dr. Köllen s-c It e r. *iibei besonders auf die jüngste Kntwick lung der Jto und aut die Stellung der Juden zu den Reichstagswählen eingehend. Eire lebhafte Diskussion schloss sich au. - Die Febriiarsitzung war der Diskussion über ..Jüdische Intercssenpolitik“ gew idmet; Herr Lehrer G u t in a n n erstattete ein temperamentvolles Referat. Die Aussprache drehte sich namentlich um die Stellung zu den politischen Parteieu und um die Haltung in den Kämpfen der Ostmark; die aktive und passive Teilnahme an der Diskussion war sehr lebhalt. Alsdann wurden roch Propagandafragen besprochen. V' ien. Die Wiener akademische Verbindung L i b a n o n i a hat in der vergangenen Woche die Feier ihres 25. Semesters begangen, Samstag den 9. Februar fand ein interner Fest- Kommers in dem Saale der ..Grossen Tabakspfeife ‘ statt der einen guten Verlauf nahm und allen Teilnehmern in bester Erinnerung bleiben wird. Sonntag, den 10. Februar, fand auf der Bude der Verbindung III, Gärtnergasse 3. ein Festkonvent statt. Zahlreiche ״Alte Herren" und Freunde der Verbindung sowohl aus Wien als auch aus der Provinz haben sich an den Jubiläumsfcstlichkciteii beteiligt. — Die ״Libanonia“ wurde im Jahre 1S95. also noch vor dem Auftreten Theodor H e r z 1 s. gegründet und ist daher eine der ältesten zionistisehen Organisationen. Obwohl sie zu allen Zeiten das jüdischnationale Ideal hochgehalten hat so wurde dennoch 1er studentische Charakter der ״Libanon ia'* nie in den Hinte! gruiid gestellt. Sie war auch die erste jüdische Studcntcuver bindung. die Kappen anlegte, doch konnte sie das Recht des Kappentragens aui der Aula, infolge des Terrorismus der Deutschen und der Passivität der• Juden nicht durchsetzen. Infolge der dadurch entstandenen Schw ierigkeiten musste sich die Verbindung auf 2 Semester suspendiere!!, doch ist in der letzten Zeit wieder ein sehr erfreulicher Aufschwung der .,L i h a n o!1 i a“ zu bemerken. :״ Nationalfona ■י■.. - Sammlungen tflr den Katlonatfoai Bai andere alonhtlsche Zwecke ttni BuiscMttisUch su senden an den SttutxmeUter de• Zentralbureaus, Herrn Max WaUstrtaer, BertXa KW. 1!, ..... -.... Holsteiner Ufer 10. ..... Heinrich Frcyh&n, Breslau, gratuliert zur Hochzeit Dr. Sandl er mit Frl. Straus.. . 0,50 Mk. Satomon Hildesheimer, Freiburg I. B., aus derselben Veranlassung. 0,50 , Derselbe anlässlich der Wahl des Pfarrers Neumann In den Reichstag. I,— י Ernest Dreyfus, Mannheim, für ein an Frau Cutman n verlorenes Vielliebchen . 1,— , Gustav Schwabe und Frau, Varel I. 0״ gratulieren zur Hochzeit Frl. Softe Majerowitsch, Berlin (verspätet). 1,— ״ Lutz W111 m u n d, Derenburg. 3,— ״ Am Literarischen Abend bei Flieaaens, Quedlinburg, gesammelt •••»,».,1,50 ••..•»׳ , Erna Fl lass, Quedlinburg. 3,50 , Arthur Marcus, Berlin, spricht Herman Struck,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.