Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1907-02-22 · Heft 8 (22.2.1907) · page 17

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VII (1907)
Issue
Heft 8 (22.2.1907)
Date
1907-02-22
Page
– (sequence 17)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2651273-2651500-2651509--04433-2661406
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

i Beiles• JUEDISCHE RUNDSCHAUjg x״-No• 8 ׳_׳ - Aus der zionistischen Bewegung Mitteilungen des Zentralbureaus der Zionistischen Vereinigung für Deutschland 1. D er von uns herausgegcbene Volkskalender für das Jahr 1906/07 ״Kadimah“ Ist bis auf wenige hundert Exemplare abgesetzt. Den Rest stelleri“wlr den verehrllchen Ortsgruppen und Vertrauensmännern zum Preise von IO Pf. pro Exemplar zur Verfügung. Bestellungen sind an den Verlag JÜDISCHE RUNDSCHAU. Berlin N. 54. Auguststr. 49a, zu richten. 2. Pafästlnabelträgc. Die Spendenhefte für Palästlnabelträge sind nunmehr fcrtiggesteflt und stehen den Ortsgruppen und Vertrauensmännern zur Verfügung. Jedes Heft enthält 20 Quittungen über ie 1 Mk. 3. Einem Jungen Arzt können wir eine angenehme kleine, aber noch ausdehnungsfähige Landpraxfs, die ohne Jede Eut* Schädigung abgegeben wird, nachweisen. Meldungen erwünscht. Herr Dr B. I ö d e beginnt atn Sonntag, dem 24. d. M.*, eint AgJtatlonsrdse. durch O^tpreussen und Posen. Er wird in Königsberg, Tilsit, Insterburg, Posen und zahlreichen kleinen Ortsgruppen des Distrikts Posen sprechen. Norddeutscher Gruppenverbandstag Am 3. Alärz d. J., vormittags 1! Uhr. findet in Bremen, Hotel L e v i, B a h n h o i s t r a s s c , der diesjährige norddeutsche Gruppenverbandstag statt. Wir laden, unter Hinweis auf die endstehende Tagesordnung, alle Gesinnungsgenossen, Damen und Herren, welche im Distrikt ihren Wohnsitz haben, dazu ein und dürfen uns wohl der Hoffnung hingeben, zu den wichtigen und interessanten Verhandlungen einen recht zahlreichen Besuch erwarten zu dürfen. Tagesordnung: 1. Referat über die allgemeine Lage des Zionismus. 2. Agitation und Propaganda im Distrikt. 3. Organisation. 4. Neuorganisation der Nationalfond-Kommission. 5. Verschiedenes. Nachmittags 2 L'hr zwangloses, gemeinschaftliches Mittagessen. Die Namen der Referenten werden in nächster Nummer bekannt gegeben. Anmeldungen zur Teilnahme bitten wir möglichst bald an Herrn J. Schnelling, Hannover. H e r s c h e I s t r. 2. zu richten. Ludwig Meyer, J. Schnelling, Schriftführer. Geschäftsführer. Mitteilung des ״Deutschen Bureau des Jüdischen Nationalfonds“ JlV"''Abteilung,lür Propaganda/* Breslau yf, Königsplatz 3b. 1. Wir bitten alle diejenigen Ortsgruppen, die bereit sind, gelegentlich des Purimfestes eine Sammlung für den Nationalfonds zu veranstalten, uns davon umgehend Mitteilung zu nstchen, damit wir ihnen rechtzeitig die sich dazu besonders eignenden Sammelbogen zugehen lassen können. 2. Diejenigen Ortsgruppen, die zu Purim ein Lest veranstalten. werden gebeten, die Biliets, Programme, Purim- Zeitungen u. dgl. zugunsten des Natkmalfonds mit 5 Pf. pro Exemplar (durch Bekleben mit einer NF-Marke) zu besteuern. Zionistische Agitation und Organisation in Rheinland und Westfalen Es ist eine merkwürdige und überaus bedauerliche Tat* Sache, dass m den Provinzen Rheinland und Westfalen. Innerhalb deren 191)5 76 000 Juden, d. h. 20 Prozent der jüdischen Bevölkerung Prenssens, lebten, die zionsbschc •Bewegung so überaus schwach entwickelt ist, dass im Gebiete dieser drei Provinzen insgesamt mir drei lebendige Ortsgruppen: Köln, Duisburg, Mayen, existieren. Um so merkwürdiger und bcfremdender erscheint uns drese Tatsache, als der Zionismus in Deutschland recht eigentlich von Köln ausgegangen ist und liier seit Bestehen der Organisation der Sitz der Leitung der deutschen Zionisten sich befindet. Die Erkenntn's ist nicht neu und mau hat immer dariiber gesprochen, wenn sich die rheinischen Gesinnungsgenossen, was allerdings nicht allzu* häufig vorkam zusainmenfanden. um über die Angelegenheiten des rhCT.Isch-westfälischcn Zionismus zu beraten. Und inan hat danp mit bewunderungswürdiger Eleganz und einem grossen Agfwande an Scharfsinn auch herausgefunden, was eigentlich die Ursache des Stagnierens der rhc'n sch-west-!äiisclicn Gruppen, die schon einmal die undenkbare Zahl von S erreicht hatten, bildete. Der ri־ernisch*westf»i!K;he Boden, der so guten Wein und so viel Kohle und Erz hervorbringt, soll angeblich überaus unempfänglich sein für jeden Samen, der vo1־ Zioirsten gestreut werde. Ich, muss gestehen, ich glaube nicht an diese Erzählung vom ..unfruchtbaren Boden“, die ich für ein Märchen halte, das entstanden 1'st aus denselben Beweggründen, aus denen wir uns verpflichtet fühlen, den Kindern die Legende vom Storch immer und immer wieder mit derselben autoritativen Miene vorzusetzen, veil wir fürchten, dass die Wahrheit uns etwas unbequem werden könnte . Wir könnten an Ansehen ernbiisser. in den Augen der Zionisten —■ pardon der Kinder, wenn wir die Wahrheit zugüben. Nun ich meine, wir haben uns lange genug mit Märchen trösten lassen und uns getröstet, und es wäre endlich einmal ar. der Zeit, dass wir reine Bahn machten, um auf ihr endlich wieder kräftig und s’citer auszuschreiteu. Der gegenwärtige Zustand der Bewegung in unseren beiden Provinzen Ist ein Skandal für uns rheinischwestfälischen Zionisten und e;n grosser Schaden für die gcsamte deutsche Bewegung. Die Entschuldigung des unfruchtbaren Bodens ist in der Tat nicht zu halten und wir begegnen ihr ia denn auch überall dort, wo der Zionismus r.'cht existiert und wo man den ansässigen Gesmnungsgcnossen dieserhalb nicht Vorwürfe machte: es ist eine Vcrlegenheitsausrede; und man kann aucn nicht etwa sagen, dass der Antisemitismus sich hier nur verhüllt zeige usw. Die Verhältnisse hier sind von denen anderer Provinzen nicht allzusehr verschieden. In EIsass-Lothringcn. wo die Juden noch in grossen Landgemeinden wohnen, vom Judentum aber ebenso wenig oder weniger Ahnung haben, wie unsere rheinischen Juden, wo es Ihnen aber sozial sehr gut geht und wo der Antisemit meistenteils nur vom Hörensagen bekannt ist. habe ich selbst d:e Beobachtung machen können, dass ein sehr unfruchtbarer Boden auf einmal für den Zionismus sehr empfänglich wird, wenn er nur ordentlich und intensiv gepflegt und gedüngt ward. Das ist eben der Angelpunkt: Die intensive, geordnete Agitation. Und das *st das. was bisher gefehlt hat. Versuche. Ansätze sind in genügender Zahl gemacht worden. Aber wo man auch angefangen hat. hat man nicht organisatorisch richtig begonnen. Man hat vergessen, dass es mit einem Male nicht genug ist. man hat von vornherein versäumt den regen Zusamnienschluss der einzelnen GHuppen unter einander zu bilden, der zur gedeihlichen Entwicklung notwendig ist. Nun sind wir aber nicht zusammengekommen. um uns über alte Sünden zu unterhalten. Wir wollen feststelleu, wie es in Zukunft gemacht werden soll und wenn wir darüber zu einen! positiven Ergebnis gelangten, wäire der Gewinn dieser Tagung nicht gcitng. Wir müssen unterscheiden zwischen der Arbeit an neu zu erobernden Plätzen und der an!*hinkten, wo Vereine schon existierten, denn auch darüber lässt sich vieles sagen. ZunüclLSt gilt es. die Meinung zu widerlegen, unter allen Umständen zu widerlegen, dass cs überhaupt einen Ort gebe, wo dfe Arbeit aussichtslos sei, wo es nicht lohne, mit der Agitation zu beginnen. An und für sieh schon trifft das ia dea

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.