Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VII (1907)
- Issue
- Heft 4 (25.1.1907)
- Date
- 1907-01-25
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 18 JÜDISCHE RUNDSCHAU 1 t 1 ־-- || |—ן ***** fm + t < ■ No. 4 lismtts 13t tot; pcu lebt die gesunde zionistische Arbeit in Palästina“. Der Verfasser des Artikels zitiert gerade die Stellen aus der Rede Zangwills vom 30. Dezember 06. welche er braucht, um die Entwickelung der Jto in ein schlechtes Licht zu stellen; alle anderen Stellen aber, die mit diesen im engsten Zusammenhang stehen, lässt er aus. Eine!von diesen ausge* lassner,' Stellen, die mir von ausserordentlicher Wichtigkeit za sein scheint, lautet:•) ״Die Frage, ob wir uns mit der Extra- Arbeit belasten können, war eine sehr ernste. Sie wurde vor ein internationales Komitee zur Beratung gestellt, und die Majorität dieses Komitees anwortete mit einem ״Ja“. Die Folge davon ist. dass ich letzt das Vergnügen habe, ihnen die Gründung der ״Abteilung zur Regulierung der jüdischen Emigration“ anzukünd.gen. Aber damit durch diese neue Arbeit die alte Arbeit der Jto keinen Schaden erleide, können wir nicht einzig und allein mit unseren alten Kräften arbeiten; wir haben uns neue Kräfte zugeführt. Wir haben ein separates Komitee gebildet, dessen Mitgliedern cs frcigcstellt ist, jedwede Stellung unserem Hauptschema gegenüber einzunehmen.“ Also ihr Hauptziel hat die Jto nicht vergessen — aber zu diesem kann sie nicht so schnell gelangen, wie es not täte. Daher hat sie eine extra Arbeit übernommen, sie hat eine Zweigabteilung gegründet, um das leisten zu können, was vorläufig geleistet werden muss: das Hauptziel wird dadurch nicht im mindesten gefährdet — sogar der Jtoiond wird in keiner Weise angegriffen werden. Dass die Jto nach wie vor bei ihrem alten Ziele beharrt. geht — glaube ich ־- klar und deutlich aus der Resolution hervor, welche aui der Versammlung der Jto am 30. Dezember gefasst wurde. Diese lautet: ״Diese Versammlung von Londoner Juden aus allen leiten des Königreiches drückt die Überzeugung aus. dass das jüdisch: Emigrationsproblem endgültig nur aus der Beschauung eines Territoriums auf autonomer Basis gelöst werdet! kann und erkennt die neue .Abteilung zur Regulierung der jüdischen Emigration“ an“. Aber selbst wenn der Termorial'smus tot wäre, selbst wenn er seine hohen Ziele aufgegeben hatte, um sich mit niedrigeren zu begnügen — wäre es nicht eines Zionisten höchst unwürdig, sich darüber zu freuen und seiner Freude offen Ausdruck zu geben! Wahrlich in dieser Beziehng können wir Zionisten von den Territoriaüsten lernen. Zangwill sagt in derselben Rede . vom 30.'Dezember: “*)״Unsere Emigrationsabteilung wird auch eine grosse Gnade für unsere Freunde, die Zionisten, bedeuten: auch sie werden imstande sein, friedlicher für ihr grosses Ziel zu arbeiten. wenn dieses Schreckgespenst der augenblicklichen Kot entfernt sein wird.“ Und ln der Eröftnungsrede derselben Versammlung sagt Herr Meyer A. Spielmann: •*)״ Wir haben keine Zwistigkeiten mit den Zionisten: ־wir wünschen ihnen sogar das Beste und hoffen, dass sie den politischen Widerstand besiegen werden und politische Sicherheit erhalten werden. Ja, der Jtoismus hat sich sogar öffentlich bereit erklärt, an der Entwickelung Palästinas mitzuarbeiten, falls die politischen Bedingungen, für welche der Zionismus kämpft, auf einer befriedigenden basis ruhen werden. Der Zionismus erstrebt den gdstigen Aufschwung des jüdischen Volkes — unter allen Umständen. Der Territorialismus entspringt aus materiellen, sozialen und politischen Not- Wendigkeiten. Wäre der Zionismus allein genügend gewesen, der Territorialismus wäre nie entstand?n. Aber trotz der verhätnisrnässig langen Existenz des Zionismus, ist er bis letzt ohne bemerkenswerte Resultate g־:blieben, wogegen unser Programm ־— unserer Meinung nach — leichter ausführbar und praktischer ist Daher kommt es wohl auch, dass so viele Zionisten unter unseren begeisterten Anhängern sind.“ Und so ist es in der Tat Wir Zionisten schneiden in unser eigenes Fleisch. wenn wir den Territorialisiims mit Missgunst betrachten. Der grösste Teil der Itoistcn sind Zion'sten. Zion wird diesen stets das Endziel bleiben. Man kann sehr gut Zionist und ein Freund der territorialistischen Bewegung ein. Ja. man sollte es sogar sc 11! Als wahrer Zionist müsste man jede Vereinigung mit Freuden begrüssen. welche für die Schaffung einer rechtlich gesicherten Heimstätte für die Juden kämpft Zion wird immer das höchste Ziel bleiben, das Endziel; aber es muss auch Menschen geben, welche für das Zweitbeste kämpfen, welche der Erlangung des Besten vorarbeiten. Warum sollen wir diese Menschen als unsere Feinde betrachten, warum sollen ,.vir gegen diese Menschen kämpfen! Haben wir ihre Bestrebungen zu fürchten? Wissen wir nicht dass die Sehnsucht nach Zion durch die Jahrtausende hindurch das jüdische Volk beseelt hat? Die Juden werden Zion nicht vergessen — auch im Itolande nicht! Warum sehen nicht alle Zionisten das ein? Warum hegen so viele unter Ihnen Hass ur.d Missgunst gegen eine Partei, die teils Aehnliches erstrebt **) Übersetzung aus der JEWJSH WORLD vom 4. Jan. 07. wie sic, teils mit Ihnen mitarbeitet? W .ich einen Eindruck müssen Zwistigkeiten dieser Art auf eine Oeffentlichkeit machen weiche den Juden nichts weniger als freundlich gesinnt ist! Warum sollen wir Arbeit und Missgunst in unseren eigenen Reihen erzeugen! Sind wir nicht vom Schicksal hart genug geschlagen — müssen wir selbst unser Schicksal noch mehr verbittern?! , . Erwiderung Die Redaktion der JÜDICHEN RUNDSCHAU war so freundlich, mir Einblick in den ,vorstehenden Artikel zu gewahren, der schwer: Angriffe gegen mich enthält. Ich fasse es n.cht als eine Beleidigung, sondern als ein kurzsichtiges Missverständnis auf, wenn Frl. B. mir ״Schadenfreude“ über das Misslingen der territorialistischen Pläne vorwirft. Klang es wirklich so? habe ich nicht mit Bedauern von dem ehrlichen Idealismus gesprochen, der an ein Phantom verschwendet wurde? Bin ich der Persönlichkeit Zangwills nicht gerecht geworden? Dass ״Jtoiand“ nicht eine grosse Abhilfe für die Judennot sein kann, ist nicht meine Schuld. Zaugwill seihst sagt es jetzt. Dass ein solcher politischer Bankerott nicht klipp und klar zugestanden wird, ist selbstverständlich; und es ist allzu naiv, di׳: Versicherungen der unveränderten und unentwegten Weiterarbeit für ein Jtoland beim jetzigen Stand der Dinge zu glauben. Für eine solche ..Vorsehung für morgen“ wird Zangwill — ausser bei den Ziomstec . wenig Verständnis mehr finden: wir aber haben ein solches ...Itohnd“, das wir ..ökonomisch durchdringen" wollen: Palästina. Wozu wiederholt F'rl. B. alte Phrasen? Der Territorialismus ist abwegig, er schafft Unklarheiten, er hat eine F'ata morgana den armen Juden vorgespiegelt. Das musste gezeigt werden, das habe ich getan. Diese Arbeit ist für einen Zionisten ״traurig“, aber nicht ״beschämend", nicht ״unwürdig“. Man verzeihe, wenn ich mich in den Schatten Grösserer stelle. Auch Nordati hat. als er die Unzulänglichkeit der Philanthropie aufzeigte. sich nicht von ״Schadenfreude" leiten lassem auch Zangwill nicht, als er das auf dem VI. Kongress tat. Sie handelten nach politischen Notwendigkeiten. Frl. B. hat sich, schernt mir. in ihren Ausdrücken und der Beurteilung meiner Motive arg vergriffen. Mein ״jüdisches Herz“ brauche ich wohl nach lbjährigcr Arbeit im Dienste des Judentums nicht zu verteidigen. Dr. Elias Auerbach. (Berichts und Zuschriften mussten Rat Zurückbleiben.) mmangels halber ==. Nationalfond <3= Sammlung«! für 4tn Nationalfond and anders flonistlsche Zwecke lind ausschliesslich zu senden an denSchatxmeliter des Zentralbureaus. Herrn Max Wollstetner, Berlin NW. aj, ■. ..י!!■■.Holsteiner Ufer 10. —.—..י...— Bertram buru. W»״-*nud,■ 11, v״u »V S., M.i!/.. . . I. Ro«**nberg und Frau, Eisen Weit, gratu'ieren herzti hst zur V«rlobun« von KIsa Treu. Hagen, mit Samuel Go Id re ich. Cöln ..... Heinrich Auerbach und Frau, Es«en-\V<st, aus derselben Veranlassung . .. . . E'i'h Röhm, Ratibor, beim Em fang einer frei digrn Na<h׳kht. . . . . K. Bade-, Frankfurt a. O., für eine Weite mit scimm Vetter W. H e )' d e me ח ח b. A, I. K. J. Giiarmnelt von Gantor W. A. Lüh, Beuthen O.-S., bei der ברית ם*לךן des ersten Söhnchens von Georg Bsdrian, Holzhändler, Beuthen O.-S. Gesammelt auf der Hochzeit Hcimann Franz ie, Hamburg. A S. Winter, Shanghai, gratuliert Dr. Klee, Beriin, zum Thronfolg r. Derselbe wünscht Lazarus Barth, Berlin, ge* schäfilichc Erfolge. ... Derselbe gratuliert Rabe! zum Geburtstage , . Gesammelt bei der Maccabäerfeier in Zerbst durch Kantor Fuchs.. Dr. Wiesel, Dr. Schapiro, Rosenbaum, Berlin, Skatgrwinn. cand. jur. Hermann Schmu! (Hasraonaea), Berlin, an Frl. Bock auf dem Dahleraenbcll. Derselbe gratuliert 8.!. Vetter Ed e 1 s t e I n zum ,guten* Doktor .. 3,— Mk. 0,50 050 1,- 1.- ־,0» 12, - 3,- .3,— 3,- 5,Q5 1,20 1,~ ־־,1