Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VII (1907)
- Issue
- Heft 4 (25.1.1907)
- Date
- 1907-01-25
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2651273-2651500-2651505--04357-2661326- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Beilage JUEDISCHE RUNDSCHAU^ x», Aus der zionistischer! Bewegung No. 4 Mitteilungen des Zentralbureaus der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Der von uns herausgeRcbenc Volkskalcndcr für das Jahr 1905/06 ״Kadimah“ Ist Ws auf wenige hundert Exemplare abgesetzt. Den Rest stellen wir den vereltrlichen Ortsgruppen und Vertrauensmännern zum Preise von 10 Pf. pro Exemplar zur Verfügung. Bestellungen sind an den Verlag ,Jüdische Rundschau“, Berlin N. 54, Auguststr. 49 a, zu richten. Alljährlich zieht eine grosse Anzahl von Parteigenassen nach Berlin und anderen deutschen Gressstädten. Viele von diesen gehen der Organisation verloren, wenn sie nicht von den Ortsgruppen ihres neuen Wohnortes zu in Beitritt aufgefordert werden. Wir richten daher an alle Gruppen und Vertrauensmfinner die dringende Bitie. uns baldigst die Namen und neuen Adressen derjenigen niitznteilen. die int letzten halben Jahr nach Berlin oder anderen Orten verzogen sind. Reinisch-VJestfälicher Zionistentan Der ftl 1 einisch- Wcstia 1 isei 1 e Zionistentag am Sonntag. dem 29. ds. Mts., in Köln war von 25 Gesimmngsgenossen besucht. Fast alle Orte der Rheinrovinz, in j denen Zionisten wohnen, hatten Vertreter entsandt.! Herr Goldrcicli crötrnete die Versammlung und verlas das Referat des Herrn Berger über die Agitation j ״nd Organisation in Rheinland und Westfalen, da Herr j Berger selbst leider am Erscheinen verhindert war.! Das eingeltende Referat suchte vor allem der Meinung j ontgegenzutreten, dass die zionistische Agitation in [ Westdeutschland schwerer sei. als anderswo und schrieb die Schuld an dem bisherigen geringen Erkdge lediglich dem Mangel an System zu. mit dem gearbeitet worden sei. Das Referat enthielt eingehende Vor- *chläsre über die künftige Agitation und die Organisation der Vereine und wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen. 111 der anschliessenden Diskussion wurde von mehreren Seiten darauf hingewiesen, dass die Arbeit in der Rheinroviuz t:»N;ivhlich unter besonders schwierigen Umständen stattfiade. Immerhin wurde der Meinung des Referenten '/imosmmnt. dass alles geschelten müsse, um auch liier ein neues!.eben in die zionistische Bewegung 711 bringen. Fs wurde aber betont, dass es erforderlich sei. dass die Oesiitmingsgenossen viel mehr, als bisher, sich der zionistischen Tätigkeit widmeten. Insbesondere wurde geklagt, dass die Akademiker sieh sehr wenig um die Kleinarbeit kümmerten. Nach eingehender Aussprache wurde im Anschlüsse an die ittt Referate enthaltenen Vorschläge beschlossen: einen Fonds für die Agitation int Bezirk zu sammeln /aut der Versammlung wurden Mark 100 Rezeichnet) und die Vereine und Vertrauensmänner Schriftlieh aufzufordern, sich daran zu beteiligen. Desvlcich soll sämtlichen Vertrauensmännern, die an der Sitzung nicht teilgenommen haben, das Referat Berger ztigesandt werden. Alle Vereine und Vertrauensmäimer sollen aufgefordert werden, eine Ab- Schrift der Gemelndelisten der jüdischen Gemeinde ihres Platzes schnellstens einzureichen. Auf Grund dieser Listen sollen Einladungen zu Versammlungen ergehen. Die Versammlungen sollen in schneller Reihenfolge von Köln aus arrangiert werden, die lokalen Vorbereitungen liegen den betr. Vereinen resp. Vertrauensmännern ob. Nebenher soll eine eingehende Flugblatt- und Broschiiren-Agitation getrieben werden. Die Vereine sollen gehalten sein, wenigstens zweimal monatlieh zusammenztikommen. Es wurde betont, dass nichts verfehlter sei, als ein Stagnieren der Vereine, und dass es durchaus nicht notwendig sei, den Mitgliedern immer grossartige Vorträge zu bieten. Diskussionsabende und einfache Unterhaltungsabende. an denen man sich über die jüdischen und zionistischen Fragen des Alltags unterhalten und aussprechen könne, seien ein gutes Mittel, das Interesse der Mitglieder an den Vereinen zu beleben und zu erhalten. Auch wurde die Wichtigkeit der Errichtung von Frauen- und Mndehenvereinen betont, die sich insbesondere der Sammlung für den N.-F. w idmen sollten. Die ganze Debatte atmete einen gewissen hoffmmgsfrolicn Zug und es ist zu erwarten, dass nunmehr unter der Leitu!׳g des Kölner vere!us. dem die Besorgung der Geschäfte des Distriktes übertragen wurde, bald auch hier von zionistischen F.ringen zu berichten sein wird. Vor Schluss der Tagung gab auf allgemeinen Wunsch Herr Feiwel noch ein gehaltvolles Referat über die gegenwärtige Lage des Zionismus. Herr Feiwel betonte das Fortscbreiten der Bewegung in der ganzen Welt, die Erfolge der russischen und ösferreichischen Zionisten in Bezug auf die innerpolitische Gestaltung der Verhältnisse der Jnd?n$rbnft de*־ beiden 1.ander, er verweilte des längeren bei der Entwicklung der Ito von einer nationalen Partei zur ־rein philanthronisehen Atiswanderiingsiiistifution und verwies auf die bedeutsamen Erklärungen der russischen Zionisten auf ihrer Konferenz in Helsingfors. Die Teilnehmer dankten mit lebhaftem Beifall für die überaus anregenden Darlegimgen des Herrn Feiwel. die geeignet waren, alle Teilnehmer an der Konferenz mit neuem Mute zu erfüllen. Alles in allem: es war keine grosse Versammlung, die hatten wir auch nicht erwartet. Es war vielleicht י nicht einmal ein Erfolg, aber es war der Anfang eines Erfolges. Wir haben gesehen, dass wir eine ganze 7ahl guter Freunde haben, die bereit sind, mit frischer Tatkraft ln die Arbeit einzutreten und wir •haben uns eingehend darüber ausgesprochen, wie die Arbeit zu erfolgen habe. Wir hoffen bestimmt, dass der Erfolg nicht onsbk ihm wird Ein Nachtrag zu dam Artikel: Die Entwicklung der Ito Von Noemi B a n 6 t h. Nachdem ich den \rtike! ..Die Entwicklung der Jto“ in No. 2 der JÜDISCHEN RUNDSCHAU gelesen hatte, konnte tch als Zionistin ein Gefühl grosser Trauer nicht loswerden. Ich betrachte es als meine Pflicht, in demselben Blatte — in unseren1 /.iomstschen Organ — ein paar Worte• zu veröffentlichen, um das Gefühl dcc Scham zu mildern. das so wie in_nür sicher auch in vielen anderen Zionisten nach der Lektüre des vorhinerwähnten Artikels entstanden ist. Es ist in der Tat beschämend und traurig, von einem Zionisten Worte zu hören, aus weichen die Schadenfreude über die angeblichen Misserfolge der Jto grell hervdHeuchtet. Worte wie: ..Der Territoria- ״) Übersetzung aus der JEWISH WORLD vom 4. Jan. 07.