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Jüdische Rundschau · 1907-01-18 · Heft 3 (18.1.1907) · page 14

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VII (1907)
Issue
Heft 3 (18.1.1907)
Date
1907-01-18
Page
– (sequence 14)
Language
German
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N Bellas• Jg. XII, No. 3 Aus der zionistischen Bewegung Mitteilungen des Zentralbureaus der. Zionistischen Vereinigung für Deutschland MHteifang der Natfonaffonds-PropaKanda-AbteHmig. 1. Ein kleiner erster Versuch zeigte, dass die in Oesterreich schon lange mit Erfolg eingeführten Sammelbogen auch in Deutschland Ankfang finden (vgl. N. F.- Ausweis). Eine allgemeine Versendung von Sammelbogen soll vor Purim erfolgen. Wer schon letzt solche wünscht, wolle sich an die N. F.-Propaganda-Abteilung, Breslau VI., Königsplatz 3b, wenden. 2. Die Hochzeit unseres Gesinnungsgenossen Paul Theodor -Königsberg, findet am 31. Januar statt• 3. Die Hochzeit unseres Gesinnungsgenossen Dr. Sandler- Breslau, findet am 7. Februar statt. Oberschlesischer Zionistentag Ein Zeichen iiir die Abwärtsbewegung des Zionismus in der Qegcr.wart bilden zweifellos auch die Tagungen der k!ei- 1!er«n Verbände innerhalb der deutschen Organisation. Sind sie doch ein Zeugnis für das rege zionistische Interesse das in den Verbänden vorhanden ist. Ihr Wert iiir die ganze Bewegung dar! nicht unterschätzt werden. Als Veranstaltungen rein lokaler Natur haben sie ireilicli nicht die Aufgäbe, durch ihre Beschlüsse die Oesanitbewegung zu beeinflussen. sie siiicl aber dadurch bedeutsam, dass sie den Gesinnungsgenossen reiche Anregung und Gelegenheit zum Gedankenaustausch bieten und auf diesem Wege ihr Gemeinschaftsgefühl, ihre zionistische Gesinnung und ihre Arbeitsfreudigkeit fördern. Ausserdem sind Sie hervorragende Kundgebungen nach aussen hin und deshalb von starker propagandistischer Wirkung. Wo, wie in Oberschlesien, eine konzentrierte jüdische Bevölkerung wohnt, sind derartige Gruppentage •geradezu geboten, um einheitliche Aktionen der Ortsgruppen zu gewährleisten. Von diesen Gesichtspunkten aus verdient der oberschlesische Zionistentag, der am 30. Dezember 1906 in Reuthen (O.-Schl.) veranstaltet wurde, allgemeine Beachtung. Uebcr den äusseren Hergang der Tagung ist bereits berichtet worden. Im folgenden geben wir ein zusammenfassendes Referat über die wesentlichen Ergebnisse der Tagung־ Nach der Bureauwahl (Vorsitzender Dr. Stahl, Tarnowitz, stellvertretender Vorsitzender Zahnarzt Schachtel, Breslau, und Kaufmann H. Lesser, Beuthen, Schriftführer Referendar Fra enkcl. Königshuttc, Referendar N״thmann, Glciwitz und Kaufmann Siegmund Rappaport, Kattowitzj und Verlesung der Begriissungstelegrammc wurden die Berichte der oberschlesischen Distrikts- und Ortsgruppen- Leiter erstattet. Der Vorsitzende des Gruppenverbandes gibt zunächst über die neue Organisation des Verbandes Aufschluss. Danach ist der Bezirk des Gruppenverbandes in 1־ Distrikte eingeteilt,. deren Leiter die Arbeit in den einzelnen Gruppen zu überwachen haben Für den Nationalfoml ist ein besonderer Konitnissar. gewühlt, desgleichen fiir die Presse. Bezüglich des von Herrn Dr. Stahl seihst geleiteten Distrikts Beuthen (O.-Schl.) hebt Referent hervor, dass cs hier an einem festen Stamme von Arbeitern fehle, ein Mangel, der auch in den übrigen Gruppen hervortrete. In Tarnöwitz habe in letzter Zeit eine, von 60 Personen besuchte Agitafionsversammlung stattgefuudq». Auch in . den übrigen kleineren Städten des Distrikts (Lubliuitz, Rosenberg) sei die Arbeit in Angriff genommen. ,, , ׳ . י. . . ־ Es folgt der Kassenbericht von Löbmann, Zabrze. Rappaport-Kattowitz berichtet über die Arbeit im Distrikt Kattowitz: Die im Februar 1906 durch Rechtsanwalt Stelritz- Berlin begründete Kattowitzer Ortsgruppe hat die an sie geknüpften Efwartaugen bisher nicht erfüllt. Im letzten Winter haben indes drei fibcaus gut besuchte öffentliche Vcrsarim־־ lungen stattgefunden. Herr Franz Landsberger-Breslau sprach über ״moderne jüdische Kunst“, Herr Dr. Sandler-Breslau «ü/cr ״MtäRuSciic Arbeit in ramsiina" und nerr Dr. marguiies- Teplitz-Schönau über ״di« Zukunft der Juden“. Diese Veranstaltungen lassen eine Ausbreitung des zionistischen Qedankens auch in Kattowitz, der grössten jüdischen Gemeinde Oberschlesier.s, erhoffen. Zurzeit zählt die dortige Gruppe 25 Mitglieder, die Zahl der Schekelzahler beträgt 45 gegen 25 im Vorjahre. Für Nicolai ist neuerdings ein Vertrauensmann gewonnen worden, und es haben sich im Anschluss an einen im dortigen Literaturverein gehaltenen Vortrag 10 Schekclzahler gemeldet. Die Ortsgruppe Glciwitz zählt, wie sich aus dem Bericht von Foerder, Glciwitz, ergibt, 59 Mitglieder und 102 Sehe* kelzahler (einschliesslich Peiskretscham). Zahnarzt Block, Ratibor, berichtet über die Verhältnisse der dortigen 60 Mitglieder zählenden Gruppe. Diese sfthe in guten Beziehungen zu den am Orte befindlichen jüdischen Vereinen. Im vorigen Winter habe sie in Verbindung mit der Loge einen sehr erfolgreichen Morris Rosenfeld-Abend veranstaltet. Den Vortragen im Literatur-Verem folge regelmassig eine zionistische Debatte Die Gruppe leide an dem Mangel an auswärtigen Rednern. N'othniarm-Gr.-Strchlitz: Die dortige Ortsgruppe ist die älteste Oberschlesieus. Sie zahlt 19 ״Mitglieder und 35 Schekelzahlen Die ganze jüdische Gemeinde besteht aus 40 Familien. Referendar Fraenkel-Königshütte: Die Ortsgruppe wurde vor einigen Jahren gegründet. Sie löste sich jedoch nach kurzer Dauer infolge des Mangels an geeigneten Arbeitskräften auf. Am 8. November 1906 wurde sie in einer van dem Referenten einberutenen Versammlung rekonstruiert. Seitdem ist ein erfreulicher Aufschwung zu beobachten. Die Gruppe zählte bei der Gründung ca. 30 Mitglieder, jetzt ist die Zahl der Mitglieder auf ca. 70 gestiegen. Von den bisherigen Veranstaltungen sind hervorzuheben: 1. Der Vortrag von Franz Landsberger-Breslau, über ״moderne jüdische Kunst“. 2. Dk* Makkahäer-Pp.ior in Verbindung mit einen! Vortrage vrn Dr. Heinrich Loewe-Berlin über die Judenfrage. Das Aufblühen der Gruppe ist in erster Linie wohl dem Umstände zu verdanken, dass angesehene und ältere Gemeindemitglicdcr fiir de׳! Zionismus gewonnen wurden. Als letzter berichtet Levy-Rybnik über die Verhältnisse der dortigen, im Winter vorigen Jahres gegründeten Ortsgruppe. Zurzeit hat sic 32 Mitglieder. An die Berichte schlicsst sich das einstiindige Referat des Herrn Dr. Elias Auerbach - Berlin über ״Stand und Aussichten der zionistischen Bewegung*'. Nach einer ausserordentlich schweren Krise, die der Zionismus in den letzten Jahren durchgemacht hat. sei eine Kon* solidierung der Bewegung eingetreten. Nie zuvor sei man sich über die Prinzipien und speziellen Arbeiten des Zionismus so klar gewesen wie jetzt. Zu den beiden grundlegcnden Fragen, nämlich des Territoriums, auf dem der Zionismus arbeiten solle, und der Art dieser Arbeit habe jeder Zionist Stellung nehmen müssen. Nach einem ausgezeichneten Uebcrblick über die Geschichte des Territorialismus und einer überzeugenden Widerlegung desselben präzisiert der Redner seine Stellungnahm• zu den obengenannten Fragen in folgenden Leitsätzen, *־•Ich» dem allgemeinen Beifall der Versammlung finden• , י;;1! 1.4 -JiiJ 1?

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