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Jüdische Rundschau · 1907-01-18 · Heft 3 (18.1.1907) · page 10

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VII (1907)
Issue
Heft 3 (18.1.1907)
Date
1907-01-18
Page
– (sequence 10)
Language
German
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No. 3 JÜDISCHE.RUNDSCHAU Seite 31 ihn sofort für einen gefährlichen Sozialisten erklären und I wenigstens in ein Irrenhaus sperren. Tolstoi hat dem Christen-; tum stteng nachlcben wollen und es in der Tat verwirklicht,! und er ist moralisch so gut wie gekreuzigt worde־;!, zumal, als er die Schächer aus dem Tempel zu jagen anfing und sie Otterngezüchte nannte, als er soviel Wahn und Heuchelei aufdeckjc, mit dem das Christentum umhüngt worden. Die Juden sind das einzig־.• Volk, das keinen Verfall erlebt. Sie bleiben fest, und stark, und einig, in sieh geschlossen, einander hilfreich, gesund uhu kiiKtcrrcich u!ul mächtig. Und das alles verdanken sie einen! einzige*» Manne, dem grössten Herrscher, den die Welt gcs.hcn. dem König der Könige, dem weisesten Arzte, dem grössten Psychologen uiul imysiologen, den e§ ic gegeben: Moses. Wer könnte auf d.:111 Throne leben, ohne vor Moses in Anbetung niederzuknieu. - Kr ist ein Herrscher, der sein Volk erst gemacht hat. und der cs so gebaut hat. dass es allen Stürmen trotzen konnte. Hätte die Welt die mosaischen Gesetze angenommen, si״• würde vor Tuberkulosc und Krebs. Piphtheritis und w ie alle die verheerenden Seuchen der Reihe nach geheissen haben, he wall rt geblieben sein. Jetzt spricht man von der Perlsucht der Kühe, und .’er Trichinose der Schweine, Moses hatte sein Volk davor heschützt, lange bevor man bakteriologische Institute kannte. Heutzutage beschäftigt man die künftigen Herrscher mit S!;ldaten. War Moses ein schlechter Heertülirer, dafür, dass et י der grösste Arzt war? I Wir vergessen manchmal, dass wir von der Bibel, diesem wunderbarsten aller Bücher, leben und zelueii. dass wir ganz leicht alle Bücher, ausser diese! I.ebenso,uelic. entbehren können. Das ist Wahrheit und Dichtung, wie sie nie wieder erstehen kann! Denn mit ut’erseliüttvrüchcr Wahrhaftigkeit ist die Geschichte erzählt, und die grössten Dichter der Welt sind wohl die Propsietcu gewesen: von Davit! nicht zu reden, der vielleicht kein grosser König, aber ein w ahrhaftiger Mensch und ein sehr gross.-r Dichter war. Wer hätte je wieder die tiefe Menschenkenntnis von Moses erreicht, der den Mut hatte, vier Generationen seines entnervten und entarteten Volkes zu Grunde gehen zu lassen, bevor er ihnen das Land anv!es. in welchem sie sicii mit neuem Blute und frischer Kraft ansiedeln konnten.** Am Schluss heisst es. ..Wir lernen Jie Bibel, wem! wir lallen, lind verstehen sie mit grauen Haaren dennoch nicht! Ich möchte Bernavs zu Füssen sitze», wie es Steadge itt se»aer Zeit tat. als er mit ihm die Evangelien aut Griechisch las. und sic von ihm auslegcn hören, in der heutigen Zeit, mit den heutigen Kämpfen und Verkehrtheiten und Errungenschaften. Es wäre der Mühe wert! Er sah tief und weit!” Hierzu schreibt die Stückersche. also jetzt fromme STAATSBÜRGER ZEITUNG: ״Die rumänische Königin Carmen Si lva hat in dem Prunkfurter Journal’ .MODE VON HEUTE Betrachtungen veröffeutlicht, die •an Schwärmerei für das Judentum'und Weltfremdheit ihresgleichen suchen In früherer Zeit haben es namentlieh irische Blätter niemals fehlen lassen, der Königin für ihre Dichtungen überschwenglichen Weihrauch zu streuen. Seit einigen Jahten ist das anders geworden, nachdem sich die rumänische Regierung mit Energie und Geschick an die Lösung der Judenfrage in Rumänien und die Befreiung der rumänischen Einwohner, vom jüdischen Wucher gemacht hat. *Vir erinnern uns noch, dass vor wenigen Jahren die NF.UE BREIE PRESSE aus Anlass der Judeuans\vander:mge!1 ein Schmäligedielu gegen die Königin von Rumänien veröffentlichte, in dem es unter anderem hicss: Es lallen zitternde Greise. Gebrochen an Leib und Seel’ Die alte hebräische Weise. Das ..Höre, o Israel!'* Milntiter kommt so ein Jtidehen r Durch Kollienstösse zu Ball ' . Die Königin dl c hi e t ein Liedchen - •i Vom Schlag der Nachtigall. '-•‘Die Wächter sich erbosen. Sind ungeduldig schon. Sie bringen die Heinntloscu . Zur •nächsten Leidensstation. Die Anker werden gelichtet. •■״Die Bahrt ins Elend geht — XJ n d C a r in c n S y I v a d i c Ir f c t - * - Ein Lied an di e 11 u ni a 1t i t ä t! ־ O Königin, dichte, dichte-’ .״,.Nur. weiter in diesem Sinn. . י ׳• ׳ . .... ״ Du kommst in die Weltgeschichte; .י ״־ Als Mä^ehendichteriu: ^.> Das Berliner Witzblatt DER ULK ist neuerdings sogar soweit gegangen, die Königin ׳on Rumänien in einer fürchterliehen Karikatur als Harfenjule darzustcllen! Um so verwunderlicher ist nun die plötzlich offenbarte Schwärmerei der Königin für das Judentum. Die Sache sicht doch etwas zu sehr nach dem Kotau aus. da! wir der Königin von Rumänien, am allerwenigsten zugetrnut hätten. Denn wir können nicht annehmen, dass gerade die Verhältnisse in Rumänien, welche die Regierung ihres Gatten zu tatkräftigem Eingreifen gegen das Judentum veranlasst haben, der Königin, die bekanntlich aus einem deutschen Bürstenhause stammt, den Blick derartig getrübt haben sollen, dass sie sicii tatsächlich in solche iicbclhafte Schw ärmereien zu ergehen für nötig halten musste." כ Sprechsaal ם Für .Oe Mitteilungen an dieser Stelle übernimmt die Redak'ion nur die pressgesetzüche Verantwortlichkeit. Herr Prof. G Warbtirg schreibt uns: An die RcdaK'ioii der JÜDISCHEN RUNDSCHAU. In No. 2 Ihres Blattes bringen Sie eine Notiz, betitelt die Korrespondenz des Miidicn-Konrtccs für jüdische Ansiedlungen. Ich erlaube mir. darauf aufmerksam zti machen, dass das im i'o!n..:rr begründete* Studien-Komitee fitr jüdische K ״ I ״ - n i s a t i o tt. dem ich ar.zugehorcn die Ehre habe, diesem 1:cucn Komitee•, von dessen Existenz ich bisher nichts wusste, völlig fern steht. Das M!td;e»-K<!n:Ue־c für jüdische Kolonisation, dem ausser nur die l'errcn Gchcimrat Ludwig M. Goldberge*r, Charles Ilallg::ל:׳. Dr. Pani Nathan und Direktor 0. Oliven mitangehören. Nt seit de;;; ־.-. Juni vorigen Jahres nicht wieder eirberufen worden und isf demnach nicht in der Lage gewesen, eine Korrespondenz uerauszugebe» Um so bedauerlicher ist die von Ihrem werten Blau wiedergegebene Korrespondenz, als sie faktische Unrichtig- Reiten enthält, die geeignet sind, arme jüdische Auswanderer eventuell :11 die grösst-: Not zu bringen, da laut Auskunft des Norddeutschen Lloyds, die er auf eine Anfrage des Hilfsvereirs der Deutschen Juden erteilte, derselbe weder eine direkte noch eine wöchentliche Verbindung mit Galvestou unterhält. a Kleine Mitteilungen Jüdischer Verlag. Wir entnehmen der KÖLNISCHEN ZEITUNG vom N Januar 19ü7: Unter No: 89S die Gesellschaft unter der Birma: ״Jüdischer- Verlag. Gesellschaft mit beschränkter Haftung“, Cöln wohin der Sitz von Berlin verlegt ist. Gegenstand des Unternehmens ist die Herausgabe von Werken modern jüdischer Literatur und Kunst, der Erwerb jrleichartigcr ״der ähnlicher Unternehmungen, die Beteiligung an solchen und die Übernahme von Vertretungen derartiger Unternehmungen Das Stammkapital bträgt 30000 Mark. Geschäftsführer ist Berthold Feiwel. Schriftsteller in Cöln. Der Gesellschuftsvertrag ist am 25. Oktober 1902 fegtgestellt. Berner wird bekannt gemacht: Bekanntmachungen der Gesellschaft erfolgen durch dei. Deutschen Reichsan/eigcr. König!. Amtsgericht Cöln, Abt. III. Berlin. Vielfachen Wünschen entgegenkommend, gibt der Verband der L ite ra 111 r vc re i u e auch diesmal das ״J a h r I) 11 c b f ii r j ti d i s c h e G e schichte und Literatu r“ pro!906. das wegen seiner liochlvedcuvsatr.ctt Pc.- rallclcn zwischen Judentum und Christentum eine zweite Aut־ läge erforderte, allen Rabbinern. Predigern. Lehrern. Kantoren usw.'zum Preise von I Mark iukl. Porto ab Einzelne Jahrgänge von 1899. 190? und 1905 sind zum gleichen Preise zu beziehen. Geil. Meldungen an Herrn Benas Levy. Berlin. C.״ Spandauerstr. ,78/80. . . * . . ז• \ I i in 1 ■י

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