Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VII (1907)
- Issue
- Heft 2 (11.1.1907)
- Date
- 1907-01-11
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite, 7. No. 3 ו man überall wieder ein lebendk pulsierendes jüdisches Leben aus den Trümmern einer jahrzehntelangen Lntjudungscpochc cmporwacfisen sicht, ist es ■naturgemäss, wenn sich Bcstrebungen zeigen, die dahin zielen, speziell die jüdische Jugend, die Träger der Zukunft des ludentnms zusanmicnzuschlicssen, zu gemeinsamer Tätigkeit für das Judentum. Diesen Bcstre- Innigen sollte auch, unser Verein dienen. Lange hatte man die Form der Ausführung reiflich erwogen, als man im September 1905 mit den Gedanken in die Ocffcntlichkeit trat, der Verein sollte, aufgebaut auf Selbsthilfe, ein Sammelpunkt junger Leute sein, die In gemeinsamer Arbeit sich die Stärkung des jüdischen Sclbstlniwusstscins zur Aufgabe machen sollten . Hier sollte all denen, die überhaupt noch etwas siir ihr Judentum fühlen. Gelegenheit gegeben werden, sich mit jiidischer Geschichte und Literatur, sowie besonders mit allen jüdischen Tagesfragcn zu bcschästigcn. Vor allen Dingen sollte jedoch vermieden werden, dass sich in diesem Verein das Gros der Mitglieder interesselos und passiv der Vereinsarbeit gegenüber verhält, sondern jeder sollte angehalten werden, durch rege Beteiligung an der Besprechung der zu behandelnden Gegenstände, sowie durch die Verpflichtung selbst kleinere Vorträge zu halten, an unserem Ziel mitzuarbeiten. Diesen Gesichtspunkten entsprechend gestaltete sich die Tätigkeit unseres Vereins im vorigen Winter, die sich insgesajiit auf 2f» Veranstaltungen erstreckte. An 20 Abenden waren cs Disk t'ssior! sahen de mit dem Reierate eines Mitglicdes. Die cinzclr.:n Themen dieser Vorträge lauteten: Ostmarkenpolitik und Juden. -- Der Jude als Deutscher. — Der Fiufluss der ägyptische*1 Erzielung auf Moses. ~~ Der Vcrband der deutschen Juden. -~ Lage der Juden in Deutschland und Frankreich. ~ Das Marannentum. — Hellenismus und Judentum. — Schulunterhaltungsgesetz. — Lage der Juden in Russland. — Theodor Hcrzi. — Zionismus. — Soziale Lage der jüdischen Handlungsgehilfen. — Brüsseler Konferenz. — Raschi. — Heine als Nationaljude. — Patriotismus und Judentum. — Sozialismus und Judentum. Vier der Diskussionsabendc waren freie Unterhaltungsabcndc, wobei sich gewöhnlieh im Anschluss an eine Zcituugsschau ein« rege % freie Ausspräche entwickelte. Mehr in die Ocffcntlichkeit trat unser Verein durch vier grosse Vortragsabende, für welche sich Nichtmitglicdcr in: äusserst liebenswürdiger Weise zur Verfügung stellten. So sprach Herr Dr. Jeremias über״ ־Philanthropische Gesellschaften und Territorialismns.“ — Sr.. Lhrw. Herr Rabb. Dr. Bloch über: ״Heinrich Grätz und seine Bedeutung für das Judentum“ (2 Abende) und Herr Dr. Cassel über ״Juden zur Zelt der grossen Revolution/‘ Zu Gunsten des schwer erkrankten jüdischen Dichters Morris Rosenfeld veranstalteten wir einen jungjüdischen Rezitationsabend. welcher einen derartigen Beifall fand, dass wir denselben au! abseitigen Wunsch nach acht Tagen wiederholen mussten. Die gesamt? Besuehsziifer unserer Veranstaltungcn erreichte die stattliche Höhe von!098. Die Diskussioiien wurden eifrig gepflegt, so dass an einem Abend sogar 25 Diskussionsredner sprachen, die Durchschmtssziffer b.rrug 8 Diski'ssi» isredner pro Abend. Vom Vorstand der jüdischen Gemeinde wurde uns dessen alter Sitzungssaal — Judenstrasse 16 I - zur Verfügung gestellt, wosär wir demselben auch an dieser Stelle unseren Dank abstatten. Zu erwähnen ist noch unser Vorbereitungskursus. der eine zcitlang einigen unserer Mitglieder zu gute kam. Während des Sommers hatten wir daun von der Veranstaltung von Vorträgen Abstand genommen: doch entschädigten wir unsere Mitglieder durch Grat’szustelluug einer jüdische:! Zeitung, um dieselben über die Tagesereignisse auf dem Laufenden zu erhalten. Wir glauben, dass mau die Leistungen unseres jungen Vereins bei den bescheidenen Mitteln, die uns zur Verfiigung standen, durchaus zufriedenstellende nennen darf, und glauben 7.1׳ der Hoirmmg berechtigt zu sein, dass immer weitere Kreise junger Leute cinsehen werden, dass es in ihrem eigenen Fut׳. resse sowohl als auch im Interesse des Judentums liegt, wenn sir; mit F.ifer an unserem kulturellen Werk teilnelnncn. , Der Vorstand. Murowaua-Goschlin. In unserer kleinen zionistischen Gruppe, - die unter der Leitung des Herrn Chaim sehr gut gedeiht, hielt "anL.Nachmittage, des. Neujahrstages. Dr. Heinrich Loewc aus Berlin einen Vortrag, in dem er die hervorragende Eignung Palästinas zu einem politischen und soziales! Ziel der Juden- Schaft nachwies. '..'י‘ Samter. Am ersten Januar hielt Herr Dr. Heinrich Loewo aus Berlin in der Ortsgruppe einen Vortrag über ein ״Majoritiitsland der Juden“, Wobei er ausfiihrte, dass das einzige Land, «las die Möglichkeit und die Wahrscheinlichkeit biete, dass die Juden dort einmal wieder statt einer verfolgten Minorität eine Majorität w'erdcn, Palästina sei. Hier sei es nur eine Frage der Zeit. Wann das Land eine jüdische Mehrheit haben würde. Nach einer kurzen Debatte und einem Schlusswort des Referenten schloss der Vorsitzende. Herr Kantor Gold, die recht lebhafte Versammlung. Nationalfond —— Sammlungen für den Nettonalfond and andere *lonlitliche Zwecke itnd euiichllenllch iu ■enden an den SchatxmeUter des Zentralbureaul, Herrn Max WeU«t*ta«r, Berlin NW. ■j, ״■■׳■*■—...■■■.. Holsteiner Ufer 10. —■.׳׳■.—. M. Holländer jua., Berlin, erspartes Telephongespräch ... . 1,— Mit Rechtsanwalt Gronemann und Frau, Berlin, gratulicren Dr. 0 א b e 1. 0,50 , Dieselben gratulieren Aron Kober, Breslau . . 0,50 , Sulamitb. Breslau, dankt für den gespendeten Oelbäum.0,50 , Rechtsanwalt Schwarz , Breslau, gratuliert zur Verlobung Dr. Sandler (unliebsam verspätet) , . . 0,50 , Siegmund Morgenstern,*Breslau, gratuliert dem jungen Ehepaar Kassel-Ratiborhammer . 0,50 « Frau F. Mühsam, Breslau, gratuliert dem Jungen Ehepaar Dr. Mühsam, Berlin. 0,50 ״ Julius Lcuchtmann, Breslau, dankt Frau Schachtel für freundliche Hilfe bei der ,Jause“ 1,— , Aus der Sammelbüchse bei Dr. Sandler, Breslau . 9,60 , Geschwister Kober, Breslau, gratulieren zur Vcrlobung Bertha Pioczower, Ratibor, mit Ignaz Lamm, München. 1,— ״ Ortsgruppe München: Selbstbesteuerung pro Dezember: der Ortsgruppenmitglieder . . . 17,85 Mit. Stud. Verbindung (Jordabis* . 13,65 , 31,50 Mk. abzüglich Porto 0,20 » 31,30 , Die Zionistische Ortsgruppe Gleiwitz statt Telegramm zur Hochzeit Apotheker K o p 1 o w t i z, Gleiwitz . 0,50 m Dieselbe gratuliert zur Hochzeit Jacobowitz, Gleiwitz .. C,50 , Arthur Morgenstern, Gleiwitz, grüsst Rechtsanwalt Hans Steinitz , Berlin, und bittet wegen des unterbliebenen Besuches um Entschuldigung . 3,— ,, Zur Hochzeit Carlebach- Per sitz gratulieren Leopold Cohn und Frau, Weidmannslust . . . 0,30 — Erich Mühsam, München, aus. derselben Veranlassung .0,60 ־— Stud. M. Weiner, Berlin, gratuliert Dr. Simonsohn und Frau, Berlin, zur Ankunft ihrer Tochter Eva.. 1,־־ , Sammlung bei der Monatssitzung, Posen . . . . 3,04 ״ Erlös aus Materialien, aus Posen. 0,50 ״ Dr. Jeremias, Posen, gratuliert zur Barmizwah des Leo S c h e r e k , Posen. 0,50 ״ J. Rosenberg, Obornik, beim Lehrer Guttmann .im Kartenspiel gewonnen. 10,— ״ Aus der N’ationalfondbüchsc D482 der Firma L. Rosenberg, Essen-West, gesammelt durch H. Auerbach. 30,02 ״ J. G., Berlin, diverse Depeschen zur Hochzeit von Alexander Car le b ach, Lübeck . 2,20 ., Paul Rappaport und Frau, Kattowitz, gratulieren Frl, Lotti Wiener zur Hochzeit. 1,—־ , Henriette Barth und Sophie Le vy ,Berlin, danken M. Schräg*nheim, Berlin, für die ihnen am Donnerstag, den 27. 12. auf Bahnhof Bullevue gezogenen 2 StadtbahnbiMets.0,20 ״ Hermann Marcus, Hannover, grüsst Dr. Fritz Baum, Köln, und erinnert an den Oelbaum . . . 0,50 ״ Leo M. Michael, Hamburg, gratuliert Assessor David zum Examen.0,50 ״ cand. med. Willy Unna, Kiel (Hasmonaeae), gratuliert zur Verlobung Käthe Bischofs werder mit Dr. Besser.0,50 ״ Juluis Holländer, Altona, aub derselben Veranlassung .. I,— ״ Derselbe gratuliert Dr. Mühsam und Frau, geb. Adler, zur Vermählung .......... I,— ״ Ein bekoweter Witz von 5 Zadek Froschs .... 1,—״ ־ Dr. Walter Peslitz, Randegg, gratuliert Dr. Aron