Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- VII (1907)
- Issue
- Heft 1 (6.1.1907)
- Date
- 1907-01-06
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2651273-2651500-2651502--04294-2661260- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
»ÄS » I I 1 ־.״־־. JUEDISCHE RUNDSCHAU *»• «י־ Aus der zionistischen Bewegung Oberschlesischer Zionistentag (Vorläufiger Bericht.) Der am 30. Dezember 1906 vom Gruppenvcrbandc 0״ b e r s c h I e s i e n4‘ in B e 1! t h e n O.-S. veranstaltete Zionisten tag nahm in jeder Beziehung einen glänzenden Verlauf: Nach einer Mittagstafel im ״Deutschen Hause“, an der etwa 30 Gesinnungsgenossen von Nah und Fern teilgenommen hatten, versammelten sich die zahlreich erschienenen Vertreter und Mitglieder der oberschfesischcn Ortsgruppen sowie die auswärtiger» Zionisten — im ganzen gegen 70 Personen — im kleinen Saale des Theater״ und Konzcrthauscs zu einer internen Sitzung. Unter den Gästen befanden sich ausser den für die Veranstaltung besonders gewonnenen Herren D r. Heinrich L o e w e und D r. Elias Auerbaeh aus Berlin, die Herren Zahnarzt Schachtc 1־ Breslau, D r. Margu I ics• Wien, D r. Marg 111 i c s ־ Teplitz, Assessor D r. D 0 b r z y 11 s k i und einige Zionisten aus der russisch-polnischen Nachbar- Städten. Die interne Sitzung, die den Schwerpunkt der Tagung bildete, bot Gelegenheit zu eitlem regen Gedankenaustausch, sowohl über die allgemeinen zionistischen Fragen wie insbesondere über die Lage des; Zionismus in Oberschfesicii. Die allgemeine Erörterung! krystallisierte sich um das lichtvolle Referat des Herrn! D r. Elias Auerbach über ,.Stand u.!d Aussichten! der zionistischen Bewegung.“ Die organisatorischen ’ und praktischen Arbeiten in Oberschlesien wurden im Anschluss an ein bezügliches Referat des .Herrn D r. S ta 111 - Ta r!10 w i t z und die Berichte der Distrikts״ und Ortsgruppenlciter in eingehender Diskussion besprachen. Die interne Sitzung währte etwa 5 Stunden. Unmittelbar darauf vereinigte der grosse Saal des Theater- und Konzerthauses ein etwa 600 Personen zählendes Publikum zu den öffentlichen Vorträgen der Herren Dr. Elias Auerbach über ״Judennot und Juden Wanderung“ und D r. Heinrich L o e w c über ״Kreuz tnd quer durch Palästina.“ An die Vorträge knüpfte sich eine freie Diskussion, die so anregend war, dass ein stattlicher Zuhörerkreis bis über Mitternacht im Saale verblieb. Die öffentliche Vcr- Sammlung bedeutete einen starken Erfolg der zionistischen Idee. — Ein gemütliches Beisammensein der Gesinnungsgenossen gab der Tagung einen würdigen Abschluss. Den» Zionistentage gingen in der Zeit vom 26. bis zum 29. Dezember öffentliche Versammlungen .in einzelnc 1 oberschlesischen Gruppen voraus. Herr D r. Heinrich Loewe sprach in G r o s s - S t r e h I i 17., G I e i w i t z und K ö n ig sh ii 11 c, Herr Dr. Elias Auerbach in Gleiwitz und Ratibor und Herr Dr. M a r g 111 i c s aus Teplitz in K a 11 o w i t z. J —ן Aus den Ortsgruppen ן—- Berlin. Zionistische Vereinigung. Am Montag, dem".Januar, findet der erste der drei angekiindigter, Vorträge über ״D i c Geschichte der Juden“ im grossen Saal, Sophien- Strasse!7/18 statt. Herr Dr. Eugen T ä u b I c r wird über die Zeit von den Hasmonäcrn bis zum Niedergang des palästinischen Judentums sprechen. Anfang 9 Uhr. Berlin. Am Sonnabend, dem 5. Januar, spricht Im Diskussionsabend der Jüdisch -nationalen Frauen- Vereinigung Frl. Cilly Tauber über ״Die Vorkämpfer des Zionismus.“ Die Diskussionsabende finden immer in den Räumen des Jüdischen Volksvcrcins. Dirksenstrassc *16. Hof I. statt. Am Donnerstag, dem 10. Januar, wird Herr D r. Heinrich Lo.’.wc in einer grösseren Vcr- Sammlung des Vereins über das Thema: ״Der nationale Gedanke in der jüdischen Geschichte“ sprechen. Halberstadt. Am Dienstag, dem 25. Dezember, fand eine von der zionistischen Vereinigung veranstaltete C h a n u k a - Nachfeier statt, die aus allen Kreisen der jüdischen Geineinde besucht war. Zahlreiche Gesinnungsgenossen aus den» benachbarten Oncdlinburg waren ebenfalls anwesend. Die Feier wurde dtreh das Händcl’sche Largo cingelcitct. Ihm folgte der Nossig’sclic Prolog, den!•'rau Ralimcr-Nothmann- Berlin mit vielem Verständnis rezitierte. Nach der von der Kon ertsänver ii Frl. Betty Hirsch- Berlin mit Wärme und tiefen! Frfassen vorgetragenen Arie aus ״Samson 1ץייי Dalila“ von Saint Sae!׳s hielt Herr Dr. Kmil Lev 3׳-Berlin eine begeisterte und begeisternde Festrede, die abseitigen Beifall fand. Nach einer kurzen Pause wechselten instrumentale (Kol Nidrc v. Bruch), gesangliche und rezitatorische Vorträge in bunter Folge. Ein Ball n »t Kanecpause und Verlesung endete in d-.;1 friiheu Morgenstunden üi>־ durchweg herrlich gelungene Feier. Herzlicher Dank sei auch an deser Stell: den verehrten Künstlerinnen und Herrn Dr. Lev y abgestattet. Dresden. Unsere diesjährige M a k k a b ä e r i e i e r , die atu 16. Dezember stalttrid. kann als in allen Punkten durchaus gelungen angesehen werden. Diesen schönen Erfolg verdanken wir vor allen! der vielseitigen Unterstützung hiesiger Künstlerkreise, wodurch ein so reichhaltiges und anziehendes Programm sich ermöglichen lkss. Aus der Reihe der Darbietungen an diesem Abend heben wir ganz besonders hervor: Die Makkalnierfantasie als K!a\iervortrag mit initerlegtem Text von FM. Malz mann. Lehrerin am hiesigen KgL Konservatorium. Letztere Dame brachte zugleich verschiedene national-jüdische Rezitationen in warmetnpfundencr Weise vor. Es sind a'sdann die glänzenden Violinvorträgc von Frl. K a ־ 111 s c h k a j a - E J ו s c h e \v a und die trefflichen Lieder von Frau W a I d 11 c i nt - S t e i n s c h r e i b c r zu erwähn,!!. Die Klavierbegleitung hatten die Damen M i 11 i o r lind Pr i n z übernommen. Die Festrede hielt Dr. Emil M a r g u 1 i c s aus Brüx (Teplitz). Von der weit zurückliegenden Makkabäerzcit ausgehend, griff er aus dieser Glanzepoche die Hauptnmniente heraus, um an der Hand derselben die nationale Bedeuhmg dieser Feier für die Jetztzeit in geschickte׳■ Form abzuleiteii. In seinem Schlussworte gedachte er gebührend unscrer jüngsten Makkabäer in Russland und unserer Bewegung im allgemeinen. Seine fesselnden und wirkungsvollen Ausfüllningen brachten emen Sturm von Beifallskundgebungen hervor, wie auch alle übrigen Mitwirkcnden mit ungeteilten» Beifall aufgenommen wmden. Trotzdem von einer Tanzunter־ Haltung ganz abgesehen wurde, betrug die Anzahl der Anwesenden weit über 3׳äl Vom ansehnlichen Reinertrag wurde ein Teil dem Nationalkmd zugcfiihrt. -- Der Abend trug uns endlich verschieden: neue Mitglieder ein. Posen. Am 29. Dezember tagte im Steru’scheit Saale eine üffc* tlH> * Versammlung, in der Assessor D r. Friedepinn 11 aus .Wiesbaden über das Thema: ..Zehn Jahre Z i n n i s חי u s“ referierte. Vor dicht gefülltem Saale eröffnete der Vorsitzende die Versammlung mit dem Hinweis darauf, dass sie im laufende 1 Winter die erste Propagnndaaktion der Ortsgruppe sei: der nationaljiidischc Gedanke habe während der letzten Jahre in den jüdischen Massen so sehr an Boden gewonnen, dass eine intensive Agitation nicht mehr wie ehedem erforderlich sei. Auch d׳c hiesige Ortsgruppe wolle kiinftig die Aufmerksamkeit des Publikums mehr auf die bereits reifenden Ergebnisse, als auf die Tendenzen der jüdischen Renaissance hmlciiken. Alsdann ergriff der Referent das Wort zu einem tinstiindigcii Vortrag, in dem er einen fesselnden Ueberblick ״her alles das gab, was der Zionismus in zelmiähriger Arbeit geleistet Habe. Sei» Wirken habe alle die Befürchtungen. Zweifel und Anfeindungen, die er im Anfang erfahren habe, allmählich zerstreut und heute wachse der Zionismus in ruhiger Entwickelung seinem Ziele entgegen. Das Publikum, das den geistvollen Darlegungen des Redners mit grossem Interesse gefolgt war. spendete zum Schluss lebhaften Beifall. In der Diskussion plädierte zunächst Herr Jakob Neu mann für die Bestrebungen, die vorder Wiedergewinnung der alten Heimat de״ wandernden Juden- I i ii».«* ׳""ו ן ,׳ w> * u 1- 1 יו j» 4" f*