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Jüdische Rundschau · 1907-01-06 · Heft 1 (6.1.1907) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
VII (1907)
Issue
Heft 1 (6.1.1907)
Date
1907-01-06
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 10 JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 1 Jüdischer Kolonisationsverein Der ״Jüdische Kolonisationsverein“ in Wien versendet soeben seinen ersten Tätigkeitsbericht, enthaltend das Protokoll der ersten ordentlichen Generalversammlung, den Bericht des Zentralkomitees, sowie Kassen- und Sekretariatsbericht. - Der hübsch ausgestatteten Publikation entnehmen wir, dass der Verein eine lebhafte Tätigkeit entialtct, um die von ihm vertretenen Ideen zu propagieren und für den Verehr Mitglicder zu werben. Es ist ihm auch bereits trotz der kurzen Ze׳t seines Bestehens gelungen, eine grössere Anzahl Mitglieder zu erhalten, welche an Mitgliedsbeiträgen und einmaligen Spenden 958336 Kr. cingezahlt haben. Die Propaganda für den Verein, der die Aufgabe hat, ״allein oder in Verbindung mit anderen, gleiche Ziele erstrebenden Institutionen die planmässige Ansiedlung von Juden in Palästina und seinen Nebenländern zu fördern,“ wird jetzt auch rnjf die übrigen Kronländcr ausgedehnt werden, und zwar sind die Vorarbeiten für eine lebhafte Agitation in Böhmen, Mähren und Schlesien bereits durchgeiiihrt. Dem intcrcssanten Berichte liegt eine Broschüre ״Die Zukunft Palästinas und unsere Aufgaben daselbst“ vom Universitäts-Professor Dr. O. Warburg, Berlin, bei. welche neu eintretenden Mitgliedern gratis zugesandt wird. Diese behandelt in ausführlichcr Weise die jüdische Kolonisationsbewegung im Allgemeinen, und die!3alüstina-Kolom'satioii im Besonderen, und weist an der Hand von statistischen und vergleichenden Daten nach, dass die letztere nicht nur als momentane Milfsaktiun, sondern auch für planmassige Ansiedlung von Juden das geeignetste und fruchtbarste Arbeitsfeld bietet. Es wird jedem, der sich für die PaUisti:1a-Kolon:sa־.ionsbewegu1!g interessiert, und über dieselbe informiert sein will, empfohlen, dbsetn humanitären Vereine beizutreten, was durch Anmcldüng beim Sekretariate. 11 3׳. Giodlerstrasse 9, in Wien geschehen kann. Ein ordentliches Mitglied zahlt jährlich mindestens 5 KrH ein immerwährendes Mitglied einmal für immer mindestens 250 Kr. und ein Stifter einmal für immer ntindcstens 2000 Kr. Salomon Buber Das Judentum hat einen schweren Verlust erlitten. Der hochverdiente und bekannte jüdische Gebhrte Salomon Bub er, kaiserl. Rat. Vorsteher der israelitischen Kultusgemcinde in Lemberg, Ehrenmitglied vieler wissenschaftlicher und gemeinnütziger Gesellschaften usw., Grossgrundbesitzer und Seniorchef der Firma Salomon Buber. hat am 28. Dezentber nach schwerem Liiden in seinem 80. Lebensjahre sein der Familie, dem öffentlichen Wohle und der Wissenschaft des Judentums gewidmetes Leben beschlossen. Das Leichenbcgängnis fand Sonntag, den 30. Dezember, um 11 Uhr vorm., vom Trauerhause Boczna (Brajerowska) 4, auf dem jüdischen Friedhof statt. Durch diesen Todesfall wird auch unser lieber Freund und Gesinnungsgenosse Dr. Martin Buber, der ein Enkel des sxpssen Gelehrten ist. schwer betroffen. An anderer Stelle soll die grosse wissenschaftliche Bedeutung des Verstorbenen gewürdigt werden. Abwanderungsversuche aus New-York Die Berlin CORRESPONDENZ DES STUDIENKOMITEES für jüdische Ansiedlungen schreibt in ihrer Ausgäbe vom 31 Dezember über ״Jüdische Auswanderung nach Texass": ״London, 29. Dez. Wie die Tagesblätter berichten, hat die Jewish Territorial Organization beschlossen, mit Unter- Stützung des unermüdlichen Philanthropen Jakob H. Schiff in New-York, der zu diesem Zwecke 100 000 Pfund zur Verfiigung gestellt hat. sowie mit Zustimmung des Lord Rothschild. dahin zu wirken, dass der grosse Massenstrom der jüdischen Auswanderung aus Osteuropa von dem bereits überfüllten New-York und den östlichen Zentren der Vereinigten Staaten ab-, und nach dem südlichen Häfen, vornehmlich nach Galvcston, hingelcnkt werden soll. Die Vorzüge des Südens der Vereinigten Staaten, insbesondere Texas, treten immer mehr und mehr zu Tage und die Arbeitslöhne, die im Süden gezahlt werden, sind 2—3mal so gross, wie in New-York, so steht er dennoch nicht im Verhältnis zu den ausserordentlich hohen Löhp'n. die dort gezahlt werden Die Mitteilung der Tageszeitungen, dass es sich hierbei nur um landwirtschaftliehe Kolonisation handele, ist unzutreffend. Es ist allerdings der Jto in hohem Grade wünschenswert, wenn geschlossene, grössere jüdische Kolonien gegründet würden und ihre Bemühungen gehe» auch dahin. In Wirklichkeit aber handelt es sich nicht allein um ackerbautreibende Juden, sondern uni einen grossen Teil der gesamten jüdischen Auswanderung, die aus Handwerkern und Fabrikarbeitern besteht, die nunmehr dem übervölkerten New York ferngchalten und nach dem Süden gelenkt werden.“ Wir bemerken, dass das ״Studien1־ komitcc־' als eine Agentur einer norddeutschen Schifffahrtsge- Seilschaft anzuschen ist. Wie weit die Jto an dem Schiffschcn Versuch, die Juden von New-York abzulenkcn, beteiligt ist, entzieht sich der Beurteilung. So viel ist sicher, dass diese in hohem Masse lobenswerten Versuche. J a k 0 b H. Schiffs in keiner Weise die grosse Augeublicksnot bessern oder lindem werden. Das nimmt ihnen nichts von ihrer Wichtigkeit und Richtigkeit. Nur liegt in ihnen absolut nichts, was jemals zu einer irgendwie gearteten ״Autonomie“ führen kann. Zur gefl. Beachtung Die heutige Nummer erscheint infolge des bürgerlichen Neujahrsfestes und der damit verbundenen Störungen verspätet. Nummer 2 Ist wieder pünktlich In den Händen der Leser. Kleine Mitteilungen Berlin. Fürsorge-Verein für hilflose jüdische Kinder. Am Dienstag, ccm I. Januar 1907. mittags 12 Uhr. fand in der Artdieri :Strasse. 86 b. Ecke der Eisasserstrasse. die Eröffnung unseres H c i tu für hilflose Kinder stau. j Oeu! ו¬¬ ו •י ז• •-׳י י/ \» ' V I L \ |J JLa Ja Ja gcc Kalender für das Jahr 5607 (1906/1907) Herausgegeben von der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. r^j״ Preis: Ei Ply. -C3 Für Ortsgruppen bei Abnahme von mindestens 10 Exemplaren ä 25 Pfg. Zu beziehen vom Verlag ״Jüdische Rundschau“, e. G. m. b. H., Berlin C. 54, Auguststrasse 49 a. SSC152J33 .. .־ . Bestes Geschenk Dornen Gedichte von Max Jungmann Gebundene Exemplare können zum Preise v. 3 Mk., ungebundene zum Preise v. 2 Mk. durch die Expedition der!!Jüdischen Rundschau“ bezogen werden. Ortsgruppen erhalten bei Abnahme von 10 Exempl. 20% Rabatt. m. Berlin C., Kaiserstr. 35. Simoncenburecm. Spezialität: Russische, JUdische Zeitungen. \

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