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Jüdische Rundschau · 1906-12-29 · Heft 52 (29.12.1906) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XI (1906)
Issue
Heft 52 (29.12.1906)
Date
1906-12-29
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Boiiage JUEDISCHE RUNDSCHAU j&x1« N°•62 Aus der zionistischen Bewegung Oberschlesischer Zionistentag am Sonntag, dem 30. Dezember 1906 in Beutben O.-S. Programm: I. Vormittags II Uhr Hotel ״Deutsches Haus“: Brgrüssung und gemeinschaftliche Mittagstafel. (Kuvert Mk. 2.— ohne Oetränke. Anmeldungen bis zuin 27. Dezember 1906 an Herrn Oberkantor de Beer!n Beuthen 0--S.) II. N a c h m i 11 a g s 2V* U h r im kleinen Saale des Theater- und Konzerthauses :Interne Sitzung. Tag sordnung: 1. Berichte des Distrikts und Ortsgruppenleiter. . 2. Referat: Stand und Aussichten der Zionistischen Bewegung. Referent: Herr Dr. E lias Auerbach -Berlin. 3. Referat: Zionistische Arbeit in Ober- Schlesien. Referent: Herr Dr. Hermann Stahl -Tarnowitz. Korreferent: Herr Dr. Elias Auerbach - Berlin. 4. Diskussion. 5. Eventualia. III. Abends 8 Uhr im grossen Saale des ״Theater- und Konzerthauses“: 0 effen t liehe Versa mmlung. Vortrage der Herren Dr. Heinrieh Locwe-Berlin und Dr. Elias Auerb a c 11 ־ Berlin: Juden not und Juden Wanderung. Im Anschlüsse: F r e i c D י s k 11 s s i o n. Mitteilungen des Zentralbureaus der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Gesinnungsgenossen! Der ־ Allgemeine Oberschleslschc Zionistentag zu Beuthen O.-S. am Sonntag, dem 30. Dezember 1906 soll die Ausbreitung und innere Er- Stärkung der zionistischen Idee in Oberschlcsien manifestieren. Niemals vorher hat eine zionistische Veranstaltung in Oberschlesien in solcher Vollständigkeit Gelegenheit zur Orientierung über den Stand der Bewegung geboten Wir erachten es als Ehrenpflicht jedes oberschlesischen Zionisten, sein Interesse an unserer grossen Sache durch sein Erscheinen auf der Tagung und seine tätige Anteilnahme an den Beratungen zu bekunden. Denn, nur durch geschlossenes Auftreten und kraftvolfes Zusammengehen können wir beweisen, dass auch In unserer engeren Heimat der zionistische Oedanke feste Wurzel geschlagen hat und weiterem Gedeihen und einer siegreichen Zukunft engegengeht. Mit Zionsgniss! Im Aufträge des Gruppenverbandes Oberschlcsien der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Dr. Hermann Stahl -Tarnowitz. Wir und die Sozialdemokratie Eine sehr brennende aber auch recht schwierige Frage ist hier angeschnitten! Aber Herrn E. L. bemerke ich. es bandelt sich nicht allein -m den Kampf zwischen besitzenden und besitzlosen Klassen, cs handelt sich um die gründliche Umgestaltung der Gesellschaft. In sozialer Hinsicht hat sich der Zionismus bisher zu wenig mit den Problemen der Arbeiterbewegung der Genossenschaftsbildung und der Aufzucht der Rasse* beschäftigt. Um das zu tun. brauchen wir nicht der Sozialdemokratie Gefolgschaft zu leisten. Sollte es unmöglich sein, die sozialen Fragen der Juden zu studieren und zu brauchbaren Ergebnissen darüber zu gelangen wie dem Zuge zur Grossstadt zu steuern, durch welche Massnahmen auch in der Gegenwart der arbeitenden und kaufmännischen Jüdischen Bevölkerung zu helfen, wie die Berufswähl angemessen zu gestalten, wie Kranken- und Oencsungsbeime ln Bädern und Kurorten zu errichten seien u. a. m.? Sollen wir so länger mit ansehen, wie in den Gottesdienst immer mehr das Kapital sich eindrängt? Wie anspruchslos waren unsere Vorfahren in der Einrichtung und Bauart der* Synagogen! Um es kurz auszusprechen: uns fehlt eine Jüdisch-soziale Gesellschaft, deren Gründung so manchem die Augen über den Wert des nationalen Judentums und unserer Zukunft, des Zionismus, öffnen würde. Es Ist Piiicht der jüdischen Akademiker, auch diese Organisation und zwar zunächst ein vorbereitendes Komitee, ins Leben zu rufen. Chaim Leib. |—ן Aus den Ortsgruppen ן-— Berlin. Wir weisen nochmals auf den Cyklus von Vorträgen über ״Die Geschichte der Juden“ hin, den die Zionistische Vereinigung an den drei ersten Montagen im Januar in den Sophiensälen. Sophienstr. 17/18 (Nähe Bahnhof Börse), veranstallct. Die Vorträge beginnen pünktlich um 9 Uhr. Am 7. Januar spricht Herr Dr. Eugen Täubler über die Zeit von den Hasmonäcrn bis zum Niedergang' des palästinensischen Judentums, am 14. Januar Herr Dr. Arthur Biram über das Mittelalter und am 21. Januar Herr Dr. Ziocisti über die Neuzeit mit besonderer Berücksichtigung der deutsch-jüdischen Verhältnisse seit dem Jahre 1750. Königsberg. Die Makkabäerfeie/ beging am Sonntag abend hn ..Alten Schützenhause“ die hiesige Zionistisehe Vcrehvgung. Der grosse Saal war b!5 auf den letzten Platz gefüllt, als Herr Rechtsanwalt Dr. Jacob! II den Abend mit einigen Worten der Besrrüssung eröffnete. Dann folgte das Anzünder! der Chanukah-Llchter durch Herrn L. Behr und h Anschluss daran ein allegorisches lebendes Bild ..Die Menorah“. Ein Festsmel-Proiog. darstellend die Vergangenheit (Fräulein Martha Masic). Gegenwart (FräaWn Felsing vom hiesigen Stadttheater) und Zukunft (Herr Artur A. Cohn) des jüdischen Volkes fand wohlverdienten reichen Beifall. Die c:gentlicl1e Festrede hatte Herr Dr. Kassel-Posen übernommen. Da er aber im letzten Augenblick erkrankt war. so sprang das Ehrenmitglied der Zionistischen Vereinigung. Herr Dr. Hoppe, für ihn e»n und wies in längerer Rede auf die Bedeutung des Chanukahfestes (Fest der Befreiung) als Erinnerung an die Befreiung der Juden von der Herrschaft der Syrer durch die Makkabäer hin. zugleich die Gegenwart hcranzichend. d!e ähnliehe Männer erfordere und auch hervorbringe. In der Pause wurde dem Im Sneiscsaal aufgestellten Büffet eifrig zugesnrochen und auch die Lotterie fie’ssig benutzt. Der zweite Tc:l brachte dann zunächst Violinvorträee des Fräulein Llsbct Caspars׳ in der bekannten gediegenen Ausführung (Ballade und Polonaise von Vicuxtemps und als Zugabe die Cinouantaine) und einen Gesanesvortrae des Herrn Behr (..Der Pogrom"). Herr Bruno Dessa vom hiesigen Stadttheater sang mit seinem wohllautenden Tenor •die Arie des Ferrando aus ..Cosi fan tutte“ von Mozart (in italienischem Text). Schuberts ״Sei mir geerlisst‘‘ sowie die FrzäHune des Rudolf aus der Oper -La Bohömc“ und erntete Beifall und Blumen. Dann kam Fräulein Martha Hofacker vom Stadttheater. ..Frühlingselaubc“ von Ries. ״Liebesglück von Sucher und ..Rßvc de fleurs" von Obercam lautete ihr Programm, dem sic unter stürmischem G ,V ׳■w;r y wy-f1 <■**#**>?+*

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