Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XI (1906)
- Issue
- Heft 51 (21.12.1906)
- Date
- 1906-12-21
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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No. 51 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 765 rufen. •Zu diesem Behuf sind.folgende Preise ausgeschrieben worden: 1 ׳. Ein Preis von 300 Rubel für eine Arbeit über die national-politischen Bewegungen im XIX. Jahrhundert, und zwar: a) die Grundmomente der Geschichte der politisch-nationalen Renaissance der geknechteten Nationalitäten, b) die Charakteristik des Befreiungsprozesses der Völker, die ihre Selbständigkeit noch nicht erlangt haben. 2. Ein Preis von 150 Rubel für das Thema: Die nationalen Ponds bei verschiedenen Völkern, die keine politische Selbständigkeit haben. Wesen und Bedeutung dieser Fonds. Leider hatte bisher trotz der verschicdcntlichen Mahnungen und Schritte des Z.-B. das Preisausschreiben keinen Erfolg, da keine Arbeit eingegangen ist. Dafür wird bald eine vom Z.-B. bei einem Fachkenncr in Konstantinope! bestellte Arbeit über die Autonomie der Nationalitäten in der Türkei iertiggcstcllt und publiziert werden. In der Pressfrage entschied sich das Zcntralburcau für die Gründung eines freien nichtoffiziellcn Organs, das durch die Zeitung ,.Das jüdische Volk", die von Dr. J. Lurjc redigiert wird, repräsentiert ist; gleichzeitig hat man gewisse Schritte unternommen zur Gründung einer zionistischen Wochenschrift in hebräischer Sprache in Palästina und schritt an die Herausgabe einer zionistischen Monatsschrift;11 Odessa. Das Z.-B. subsidierte auch de bereits bestellenden ״Ewrejskaja Mysl" und ..Zion“ und erwarb einen Anteil der .,Ewrejskaja Sciiicnj“. Die Präge der Regelung der zionistischen Presse muss der Konferenz überlassen werden. Ausserdem gründete das Z.-B. eine kleine Buchhandlung woher die Vereine die zionistische Literatur b.ziehen können. Die Tätigkeit des Zentralbureaus setzte gerade in einem Augenblicke ein, wo die reale Arbeit in Palästina als dringende Notwendigkeit ancr- Kannt wurde. Da diese Arbeit dem engeren A.-K. und der Palästinakommission obliegt und das Z.-B. hier keine eigene Tätigkeit zu entfalten hat. so musste sich die Arbeit des Z.-B. höchstens auf die Propaganda in dieser Richtung reduzieren. Diese Propaganda ist jedoch beinahe überflüssig gemacht durch die allgemeine Stimmung der Zionisten in Russland, wie auch der meisten Zionisten des Westens für die praktische Palästimmrbeit. Aber das Z.-B. hatte die Aufgabe, angesichts der immer anschwellcndcn Emigration von Arbeitern wie auch Kleinkapitalisten nach Palästina Informationen über die Lebensbedingungen und die Industrie in Palästina und in den Nachbartändern zu liefern. Aus diesem Grunde entsandte das Z.-B. das Mitglied des grossen A.-K. Herrn M. Schcinkin nach eintgen grösseren Zentren des nahen Ostens zwecks näherer Erforschutig ihrer Zweckmässigkeit für die Einwanderung, hauptsächlich aber zwecks der Gründung permanenter Komitees daselbst, denen man die informative Arbeit wie auch die Pflicht, den ankommeiidcn Einwanderern a!1 die Hand zu gehen, auferlegen könnte. Die Resultate der Tätigkeit des Herrn Scheinkin werden der Konferenz vorgclcgt werden. Dann bewilligte das Z.-B. eine Unterstützung dem von Herrn S. Gordon in Jaffa aus eigener Initiative gegründeten Informationsburcau. aus dem in d.r Folge ein grosses Inforlationsbureau mit Filialen in Jerusalem, Haifa usw. erwuchs. 1000 Rubel sind für die armen Emigranten, die aus den Pogromgegenden gekommen sind, gesoendet worden. Ebenso w׳urac der jungen Arbeiterorganisation in Palästina eine klein,.* Subsidie gewährt. Es wird die Gründung des Kleinkredits und ähnlicher Anstalten geplant, für welches Ziel das Z.-B. speziehe Summen zu seiner Verfügung hat. Das Z.-B. betrachtet als eine der wichtigsten Arbeiten in Palästina die Förderung des in Palästina entstandenen Vereins jüdischer Schriftsteller, die auf sich die verlockende und mutige Aufgabe nehmen, eine literarische Tribüne in Palästina zu gründen. Die palästinensischen Schriftstell.•r denken zuerst an die Herausgabe des Jahrbuchs .,Hoomer". der ein wichtiger Beitrag zur hebräischen Literatur des neuen Palästinas zu werden verspricht. Ueber Auftrag des Z.-B. befasst sich eine Kommission der palästinensischen Schriftsteller mit der Frage einer Wochenschrift in Palästina, und es begab* sich Herr Ludvipol dahin zur Erforschung der technischen Bedingungen der Wochenschrift und seiner eventuellen Aufnahme unter den Juden des Orients. Das Z.-B. machte auch indirekt das engere A.-K. und die Palästinakommission auf die wesentlichen Fragen der praktischen Arbeit in Palästina aufmerksam. So ist dank dem Z.-B. das Interesse fiir das Projekt der Agrarbank, das nach der Jahreskonferenz in Köln ganz verschöllet, ist. *wieder wachgerufen, und die Einsetzung einer Kommission zum Studium der Frage beim engeren A.-K. angeregt, um dem nächsten Kongress einen ernsten,.durchgearbeiteten Plan der Organlsation des Bodenkredits in Palästina vorlegen zu können. Das Z.-B. machte die Palästinakommission gleichzeitig auf die Frage der Verpachtung des NationalfondsboJens zu billigen Bedingungen an die armen Einwanderer aufmerksam und legte Protest gegen die Verpachtung der Nationalfondsländereien an die Araber ein. Aus: DIE WELT. II. , Ausserdem wird uns von befreundeter Seite mitgeteilt; In der Vormittagssitzung vom 23. November alten Styls (Donnerstag) teilte das Mitglied des Grossen Aktionskomitees Herr J. L. Goldberg-Wilna der Hclsingforser Konferenz mit, dass laut soeben ihm zugegangener Nachricht das Mitglied des Grossen Aktionskomitees J. D. Sch. Lew'in vom Präsidenten der Vereinigten Staaten in Audienz empfangen wurde. Ferner I. Laut Bericht der Helsingforser Konferenz sind sämtliche Vorschläge von Prof. War bürg' einstimmig angenommen worden. Die Vorschläge von Prof. W. bestanden in folgendem; a) Gründung eines speziellen Landcskomitccs des P f 1 a n z u n g s v e r c i n s ״P a lä s t i n a" auf allgcmem-jüdischer Basis mit dem Sitze in einer der Haupt- Städte Russlands; b) Gründung eines russischen Zweig- Vereins des Berliner Zcntralvereins ..Be za lei" gleichfalls auf allgemein jüdischer Basis mit dem Sitze in euer russischen Hauptstadt; c) Verbreitung der Anteile des Palästina- I n d u s t r i e ־ S y 11 d i k a t s unter den -kapitalkräftigen Juden Russlands; d) Einleitung von Sammlungen zugunsten des Herz! waldes: c) Einsetzung einer Kommission von Juristen und Finanzleuten zum Studium der Frage betreffs E rriehtung einer Agrarbank in Palästina. Die Kommiss'on hat ihre Arbeiten bis zum nächsten Kongress zu vollenden, f) Einleitung von Sammlungen zugunsten einer h e - b r ä isc hc 11 Mittelschule in Palästina, die niöglichenialls den Namen Th. Herzls tragen soll. Mit der Realisierung der Vorschläge von Prof. Warburg wird die in Hclsingfors ernannte Palästinakommission der russisch-zionistisehen Organisation mit dem Sitz in Odessa betraut. Diese Sub-Kommission besteht aus den Herren Ingenieur Ussischkin. Dr. Sapir, Agronom Siissmann, und sie bildet die Exekutive der Berliner Zcntralkommlsfoa für Russ-!and. Auf Veranlassung des Herrn Ingenieurs Ussisch kin hat der Zionist Fainberg in Irkutsk (Sibirien) zehntausend Rubel dem Odessaer Komitee der Chowcwe Zion zur Errichtung einer Mädchen- Sc 11 ule in Jaffa überwiesen. j—ן Aus den Ortsgruppen ן—— Berlin. An den drei ersten Montagen Im Januar nächsten Jahres Findet im grossen Saal der Sophiensäle, Sophienstrasse 17/18 ein Zyklus von Vorfragen über die Geschichte der Juden statt. Den ersten Vortrag am 7. hat Herr Dr. Eugen Tä übler, den zweiten am H. Herr D r. Arthur Bi ran! und den dritten am 21. Herr Dr Theodor Zlocisti übernommen. Der Vorstand der B. Z. V. rechnet auf eine starke Beteiligung weiterer Kreise und ersucht die Mitglieder, eine rege Propaganda für diese Vorträg״ zu entfalten. Berlin. Der Jüdische Turnverein ״Bar-Kochba“ lädt zu seiner am Dienstag, dem 25. Dezember 1906, abends 7 Uhr, in den Fcstsälen ״Ha c k esche r Hof", Rosenthalcrstr. 40/-11, stattiindenden Makkabäcr-Fcicr (Soiree mit anschliessendem Ball) ein. — Zur Soiree haben Frl. Betty Tennenbau m (Violine). Frl. Meta Zlotnicka (Gesang). Herr Bildhauer Walter Le v y (Cello), Herr Dr. Erich Rosenkranz .(Rezitation) und Herr Otto Nathan (Gesang mit Mandolinc) ihre Mitwirkung frcundüel.st zugesagt. Die Festrede hat Herr D r. A ז thu ז Biזa m üeimdUchst übernommen. Eintrittskarten sind im Vorverkauf auf dc^i Turnsälen oder in tut• serem Büro. Dragoncrstrassc 2-1 1, ä 1 Mark, an der Abendkassc nur «t 1,50 Mark zu haben. Bcrliu. Im nächsten Diskussionsabend der Jüdisch- 11 atio 11 alenFraucn Vereinigung am Sonnabend, den 22. d. Mts. wird Frl. Sophie Saul sprechen.