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Jüdische Rundschau · 1906-12-21 · Heft 51 (21.12.1906) · page 11

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XI (1906)
Issue
Heft 51 (21.12.1906)
Date
1906-12-21
Page
– (sequence 11)
Language
German
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B 0 i I ago ji jrnPQf \j-2׳ f_5*» jsß 11 ^5;^ W; ^5s<^ ^isä^ 1 il S!aa XI, No. 5 Aus der zionistischen Bewegung Mitteilungen des Zentralbureaus der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Mit Rücksicht auf die anlässlich der Rcichtagswallten bevorstehenden Wahlkämpfe, warnen wir alle unsere Parteigenossen in Deutschland, welche nicht Reichsaugehörige sind, auf das dringendste, die Ver- Sammlungen der politischen Parteien zu besuchen, oder sich gar an der Agitation für irgend eine der Parteien zu beteiligen. Wir lialt&i es umsom'ehr für unsere Pflicht, hierauf aufmerksam zu machen, als diejenigen, welche sich an den Wahlkämpfen beteiligen sollten, nicht nur sich selbst gefährden, sondern auch alle an־ deren ausländischen Juden in Deutschland. in Beuthen O.-Sch!., am 30. Dezember!906. Am 30. Dezember 1906 findet in Beuthen O.-S., ein obcrsclilesischer Zionistentag statt. Es hat sich wegen der Wichtigkeit der in der internen Sitzung zu besprechenden Fragen eine geringe Aenderung des Programms als notwendig erwiesen. Zu den Veranstaltungen sind alle Oesinnungsgcnassen hcrzlichst cingeladen. Programm: 1• Uhr: Begriissimg und gemeinsame Mittagstäte! (Kuvert 2 Mark; Anmeldungen an.Herrn Oberkantor de Beer, Beuthen O.-S., bis zum 27. 12. 06.) (Hotel Deutsches Haus am Ring.) lf. 2'׳« Uhr: Interne Sitzung. 1. Berichte;. 2. Referat Dr. Elias Auerbach: Ucber den Stand der zionistischen Bewegung. Anschliessend Diskussion. 3. Referat und Korreferat: (Dr. E. Auerbach und Dr. Stahl): Innenarbeit. Anschliessend Diskussion. 4. Verschiedenes. (Hotel Deutsches Haus am Ring.) III. 8 •צ Uhr. Oeffentlicher Vortrag. 4 Dr. Heinrich Loewc-Berlin: ״Judenfrage und Judenschicksal." Freie Diskussion. (Grosser Saal des Theateru. Konzerthauses). ferenz eröffnet. Die verhältnismässig geringe Anzahl der Delegierten ist die Folge der allzugrosscn Entfernung der Hauptstadt Finnlands vom jüdischen Ansicdlungsra3־on. Man vermisste die altgewohnten Gesichter mancher Führer der zionistischen Partei.?0 entschuldigten sich die Herren Ussischkin. Rosenbaum. Temkin, Kohan-Bcrnstcin u. a. Um 11 Uhr vormittags eröffnet Herr B. Goldberg im Namen des Zentralbureaus der Zionisten Russlands die Konferenz. Eröffnungsrede B. Goldbergs. Im Aufträge des Zentralbureaus der zionistischen Organisation in Russland erkläre ich die dritte Delegiertenkonferenz der Zionisten Russlands für eröffnet. Die Notwendigkeit der Einberufung von periodischen Delegiertenkonferenzen zwecks Besprechung der Progrannnpunkte. Erörterung der Taktik und der Berichterstattung über die Tätigkeit der Partei wird von allen regelmässig *funktionierenden Organisationen anerkannt. Die Bedingungen der russischen Wirklichkeit haben es jedoch .mit sich gebracht, dass es uns nur in seltenen Fällen gelingen konnte. Die Delegiertenkonferenzen sind durch die Konferenzen, die vor und nach den Kongressen stattfanden, ersetzt worden, aber am VII. Kongress ist infolge des unglücklichen Uganda- Konfliktes die Konferenz nicht zustande gekommen, obwohl man gerade damals auf solch grosse historische Erscheinungen wie die russische Befreiungsbewegung und die Teilnahme an der Schaffung neuer Formen des russischen Lebens reagieren musste. Nach dem Kongress bildete sich das Zcntralbureau in Wiina. und dieses nahm nunmehr seinerseits die Frage der Einberufung der Konferenz auf, aber der Sturm der Revolution, die blutigen Ereignisse in Russland, die Teilnahme an der Wahlkampagne für die erste Rcichsduma Hessen diesen W unsch nicht zur Tat werden. Erst auf der Konferenz in Köln wurde von den russischen A.C.-MitgHcdcrn beschlossen, ohne Rücksicht auf die Ereignisse eine Delegiertenkonferenz in einer der Zentren des jüdisch:n Ansiedlungsrayons, wo das jüdische Leben pulsiert, einzuberufen. Aber im ״konstitutionellen‘* Russland ist noch die Zeit nicht dafür gekommen, und wir waren gezwungen, uns im fernen Norden, in der Hauptstadt Finnlands, zu versammeln. Und auch auf dem letzten Durchgansspunkte nach dem gastlichen Helsingfors. nämlich in Petersburg, mussten manche von uns durch das Fegefeuer der Petersburger Polizcigcbäuds wandern. Meine Freunde! In der Tatsache, dass wir aus dem fernen Süden vom Schicksal nach dem weiten Norden gebracht worden sind, liegt ein Symbol. Das Schicksal wollte uns klar zeigen. w׳as ein kleines Volk, das fest und unerschütterlich um seine Freiheit und Unabhängigkeit kämpft, erlange!! kann. Möge das Beispiel des finnischen Volkes Ihnen als Muster dienen, wie in Momenten, wo dem ganzen Volke eine Gefahr droht, alle privaten. Klassen, und Parteidinerenzen bei Seite gelegt werden müssen, und wie das ganze Volk wie eilt Ganzes für die allgemeine Sache kämpfen muss. Nach dieser kurzen Begrüssung schlägt Herr Goldberg im Aufträge des Organisationsbureaus Dr. E. Tschlenow (Beifall) ms Vorsitzenden, die Herren N. Davidson und S. Weissenberg als zweite Vorsitzende, die Herren C. Jaffe, Klebanow, Hartglas und Trivus als Schriftführer, vor. (Beifall.) Nachdem das Präsidium konstituiert war. ergriff Dr. E. Tschlenow das Wort zu seiner Rede über die Aufgabe der Gruppenverband Oberschlesien. I. A•: H e r in a n!1 S t a h 1, Tarnowitz, O.-S. Ausserdem werden eine Anzahl von Versammlungen in Oberschlesieu stattfinden, von denen bisher die folgenden fest* gesetzt sind. Am 27. Dezember spricht Dr. Locwc tn Zabrze, Dr. Auerbach in Oleiwitz, am 29. Dezem- * ber Dr. L o e w e in R y b!1 i k und Dr. Auerbach in Ratibor. * Dritte russische Zionistenkonferenz in Helsingfors!. Tag. Dienstag, den 4. Dezember, wurde unter Teilnahme von 80 Delegierten aus den verschiedenen Gegenden Russlands im Hotel Kaleva ln Helsingfors die III. Allrussische Zionistenkoa- Dr. Tschfcaows Rede. Wir eröffnen unsere Konferenz in einem Lande, das in der letzten Zeit ein Asyl für alle diejenigen wurde, die für eine bessere Zukunft der Völker Russlands kämpfen. Wegen der weiten Ferne, in der wir beraten müssen, mussten wir auf eine grössere Zahl von Teilnehmern verzichten. Wir bedauern es. Aber .die Annäherung an das edle Volk, das uns gastlich aufnahm, wird uns vielleicht von grossem Nutzen seht. Sie wird uns zeigen, wie man zähe, fest und dennoch gemässigt zur Freiheit und Unabhängigkeit streben muss. Sie wird uns anschaulich zeigen, dass jeder noch so kleine Teil der Menschheit berechtigt ist. inmitten des Kampfes für die Allgemeinheit mit besonderer Intensität seine eigenen Interessen zu verteidigen. Diese unsere Konferenz ist die dritte allrussische Zionistenkonferenz. Sie fällt mit dem zehnjährigen Jubiläum der Schrift, die schon durch ihren Namen die Aufmerksamkeit der ganzen jüdischen W.elt gefesselt hatte, zusammen. Die Jahre, die seitdem verflossen sind, waten teich | an Entwickelungsmomenten, und vor einem solchen wichtigen 1 Momente, der vielleicht ein neues Stadium unserer Bewegung

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