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Jüdische Rundschau · 1906-12-14 · Heft 50 (14.12.1906) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XI (1906)
Issue
Heft 50 (14.12.1906)
Date
1906-12-14
Page
– (sequence 13)
Language
German
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No. 50 forderungcn zu genügen, die an die Vorbilder und Leiter der zukünftigen Volkserzielter mit gutem Grunde gestellt werden. Hass Herr Ephraim Cohn, dessen üescliäitstiichtigkeit wir in keiner Weise bezweifeln, nicht der geeignete Marn ist. L iter der Seminars 7.u sein und zugleich für alle Angelegenhciten die Autorität für die deutschen OrKanisationen. dieser Meinung sind wir nicht allein. Dass von der Umgebung der Läm.clschulc, deren Leitung durch denselben Herrn.Cohn wir jederzeit gern, anerkannt haben, augenblicklich der Kampf gegen den r.euenChaciiam-Baschi geiithrt wird, der ja ״Chaeham-Baschi der Alliance” wäre, ist hier unerheblich. Aber wenn der icligibse Standpunkt, wenigstens der äusserlich gezeigte, fiir di: Anstellung zukünftiger Seminarlehrcr vo:1 grösseren! ttewicht würde, als die wissenschaftliche und pädagogische Tüchtigkeit, so wäre das jeder!'.bis bedatuilich. Herr Carleb: eh und seine Auftraggeber mögen siel! mit H rrn Kieferndarf aureinandersctzen, wie sie es iiir gceigiy.t Italien, das ändert aber nichts daran, dass wir uns das freie Recht der Kritik sogar an Herrn Ephraim Cohn und den'andern Herrn Vorbehalten, von denen wir wissen, dass sie eine Jerusalemer Stadtpolitik treiben, die nach unserer Meinung wenigstens, keine solche ist, wie wir sie im Interesse des Judentums in Jerusalem wünschen würden. Kleine Mitteilungen Montagsvorlesungen Wie alliährlich veranstaltet auch in diesem Jahre das Kuratorium der Lehranstalt iiir die Wissenschaft des Judentums eine Reihe von Vorlesungen zum Besten des Stipendienn.r.ds dieser Anstalt. Die Vorlesungen, welche |m Saale der Gesellschaft der ITeunbe. Potsdamersfrassc 9. abends S llhr, gehalten werden, sind folgende: 1. Am 7. Januar: Herr Rabbiner Dr. Ignaz Ziegler (Karlsbad): ״L'ni.ersitätsprofcssuren für die jüdische Theologie“. 2. Am 21. Januar Herr Rabbiner Dr. H. Vogelstein (Stettfn): ״Lin Staatsmann und Gelehrter des!5. Jahrhunderts, Minister in drei christlichen Reichen. (Isaak AbrabancD". 3. Am 4. Februar: Herr Archivar Dr. L. Zivier (PlessJ: ״Ueberblick über die Geschichte der Jud.n in Russland bis zum Ausgang des IS. Jahrhunderts”. 4. Am IS. Februar: Herr Rabbiner Dr. M. Warschauer: ״Ueber das Gebet“. 5. Am 4. März: Herr Dr. Ismar Freund: ״Die Idee des christlichen Staates und die Emanzipation der Juden in Preussm." 6. Am 18. März: Herr Rabbiner Dr. Felir Perles (Königsberg L Pr.): ״Soziale Gerechtigkeit itn alten Judentum". Einlasskarten ä 5 Mk. für den ganzen Zyklus, ä 1 Mk. iiir eine Vorlesung sind zu haben bei Herren Gcbr. Friedländer, Unter den Linden 28 und beim Eingang in den~Saal. Berlin. Am Sonntag, dem 9. d. Mts. (and die 2. General- Versammlung des J ü d i s c 11 c n V o I k s v c r e i n s im Fürstenbergbrüu. Roscnthalerstr. 3S, statt, welche sehr zahlreich besucht war und 4 Stunden dauerte. Der 1. Vorsitzende, Herr Dr. H. Mühsam, eröifncte die Versammlung, indem er mit bcredten Worten über die Geschichte und die Tätigkeit des Vereins referierte. In einundcinhalbstünduier Rede wies er an der Hand eines reichen, statistischen Materials nach, dass der Volksvercin trotz seines kurzen Bestehens schon Ausserordentliches geleistet hat Er beschrieb die kulturellen und wirtschädlichen Einrichtungen des Vereins. Unter den kulturellen erwähnte der Redner besonders die zahlreichen Vorträge, Fortbildungs- und Sprachkurse, die der Vcitin eingerichtet hat. Die wirtschaftlichen Einrichtungen sind so zahlreich, dass man sie in kurzem Bericht nicht autzühlen KUitn. Sie werden itn Jahresbericht des Vereins aufs genauest׳! beschrieben sein. Bemerkenswert in dem Bericht über die wirtschaftlichen Einrichtungen war, dass die Zahl der Mitarbeiter in sämtlichen Gruppen zurzeit 107 beträgt und irn letzten Oeschäftsjahr nicht weniger als ca. 21 000 Auskünfte erteilt wurden. Die Ausgaben des Vereins betrugen iiir die einzelne Auskunft durchschnittlich 6 Pf. A11 die Rede d-.s Herrn Vorsitzenden schloss sich der Kassenbericht des Schatzmeisters. Herrn M. Wollstciner. und des Kasscnrevisors Herrn A. Hirsch. Nach lebhafter Diskussion übet den Geschäftsbcrieht wurde detn Vorstand Entlastung erteilt. Für das kommende Geschäftsjahr wurde folgender Vorstand gewählt: Herr Dr. Mühsam, L. Herr Dr. Witkowski 2. Vorsitzender; Herr Dr. Na nt io t L, Frl. Noemi Baneth 2. Schriftführer; Herr M. Wolist ein er L, Herr A. Seit© 747 Hirsch?. Kassenwart, stud. tcclm. Isidor W o I f f Vorsteher der wirtschaftlichen Abteilung, cand. cbem. A. Hildesbei mer \ orsteher der kulturellen Abteilung. Beisitzer stud. pliil. N. V, c 1 d! e r. Wegen vorgerückter Stunde wurde bcschlossen, über die Statutenänderung in einer in nächster Zeit einzuberufenden Versammlung zu beraten. Eine Piicklerversamnilung im sozialdemokratischen Gewerksebaftshanse zu Chariottenburg, als dessen Eigentümer der Stadtverordnete Hirsch eingetragen ist, diirite noch ein Nachspiel in der sozia!J:mokratischen Organisation haben. Die nächste Versammlung dos Krciswahlvcrcins Teltow-Besskow- Chark.tienhurg soll sich mit der Frage befasse!;, wie derart!- gen Radauve rsammlungen im Gew erkschaftshause vorgebeugt werden Kar.!•. Ls wird als erschwerend hervorgehoben, dass iiir die iruglxr.e Versammlung Flugblätter verteilt wurden, ir; denen .s u. a. hicss: ״Juden. Jüdinnen und Munden ist der hintritt verboten'־: ..Wanderer, hier liegt ein Jude. Wanderer, sei heiter 1*rd geh’ weiter''; ..Kauft nicht bei Juden” usw. Cileiclizeitig «ollen eien Sozialdemokraten, die künftig trotz aller Warmmgen Pücklerversaininlungcn besuchen. Disziplinannassregeln angedroht werden. Verband deutscher Juden. Der Ausschuss des Verbandes ist für Sonntag, den 30. Dezember 19; K» nach Berlin ciitgcladen. Aus der reichen Tages- Ordnung wird insbesondere hervorgehoben, dass über die nächste Hauptversammlung, welche statuteumässig 1907 abzulialtcn ist. Beschluss gefasst werden soll. Ueber Zeit, Ort und Namen der Referenten wcrd:n wir, sobald näheres feststeht, der Oefiemüchkeit Mitteilung machen. Das Urteil der Strafkammer zu Hamburg vom 30. Novctnher 1906. durch welches der antisemitische Redakteur Siering wegen Beleic'gung des Verbandes und sJr.es Redners, des Justizrats Dr. Fuchs, zu 2 Wochen Gefängnis verurteil! war, hat die Rechtskraft heschrittcn. Ein Irrtum. Die NATIONALZEITUNG berichtete vor zwei Wochen, dass Jakob Schiff in New York der J t o eine Million Dollars zur Verfügung gestellt habe. Diese Meldung ist jedoch ungenau. Nicht der J t o. sondern dem Fonds i ü r die Verbreitung der jüdischen Einwanderer in A merika über das Innere des Landes hat Schiff die genannte Summe übermittelt. Danzig. Die Jüdische Gemeinde beabsichtigt den Bau eines Krankenhauses. Ncw-York. Die G e s a m t - E i n w a n d e r u n g in die Vereinigten Staaten scheint wieder bedeutend zuzunelimen. Einer soeben erschienene!! Uebersicht des Handels-Departements zufolge sind in den sechs Monaten, die mit dem 31. Oktober ihr Ende erreichten. 632 137 Einwanderer angekomrrcn. während in der gleichen Zeit des Jahres 1905 nur 442 6S5 eintrafen. Dass die Zahl der Ankömmlinge aus Russland von 91674 aui 142 740 stieg, wird niemanden verwundern. Bernerk'.nswcrt ist es, dass auch die übrigen Einwanderer um 138 3S6 zugenommen haben. Araent.nien. Die Jewish Colonization Association (Ica) hat im letzten Jahre in der Provinz Buenos-Aircs. im Leloir Estutc ein Areal von 110000־ Hektar erworben. Petersburg. Die Emrüstungstäegranmie der ״wahrhaftrussischen Leute” an den Prtniicrministcr üb r die angeblich zu judcnfreur.ulicke Haltung des Ministers der Volksaufklärung. Senator v. Kaufmann, haben schon 'Früchte getragen. Der Minister hat verfügt, dass mit dem neuen Jahre in die mitt- Icrcn und höheren Lehranstalten kein einziger Jude über die gesetzliche Norm aufzunehmen ist. London. Herr Dr. Albert Löwy in London feiert am 8. Dezember seinen 90. Geburtstag. Vor zehn Jahren schied er nach;•׳jähriger Tätigkeit als Prediger an der New West Synagoge in London aus dem Amt. Als Generalsekretär der Anglo J:\vish Association hat er sich grosse Verdienste ״..-.ו.■■.׳.-.— י י icäsi!׳״ י־״׳־ j ־־־־ ׳_ , Briefkasten der Redaktion L" " ־ 1 ־' " km 1 ־־■׳־״ -■— — S. L. in T. Man gibt bekannt, dass Fräulein Martha Baer, Bielefeld, Breitestr. S. iür’s erste nicht in der Lage ist, Vorträge zu übernehmen, da sie eine grössere Arbeit übernommen hat, die sie auch ins Ausland führt. JÜDISCHE RUNDSCHAU

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