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Jüdische Rundschau · 1906-11-16 · Heft 46 (16.11.1906) · page 16

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XI (1906)
Issue
Heft 46 (16.11.1906)
Date
1906-11-16
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 690 JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 46 bringen, welcher Betrag also zum Beispiel die selbständige Erhaltung einer JÜDISCHEN HOCHSCHULE in PALÄSTINA ermöglichen würde. Aber auch materielle Güter würden geschaffen: Tausende von jüdischen Arbeitern oder Pächtern würden bei den Oelbaumpflanzungen einen reichlichen, ehr« liehen und gesunden Unterhalt finden, neue Industrien könnten dadurch in Palästina entstehen, die Ausfuhr siel! vermehren und Handel und Wandel von Neuem erblühen.*) Schliesslich würden grosse Oelbaumwäldcr auch auf das Klima Palästinas eine günstige Wirkung ausüben. Die Palästina-Kommission hofft, dass ihr heutiger Mahnruf nicht unerhört verhallen wird. gez. Prof. Dr. W a r b u r g, Vorsitzender der Palästina-Kommission. r י Aus den Ortsgruppen ן-— Berlin. Am Montag, dem 19. November, findet in Dräseis Festsälen, Neue Friedrichstr. 36, eine Vc r־ Sammlung der Berliner Zionistischen V er ־ cinigung statt, in welcher der bekannte hebräische Schriftsteiler Nakum Sokolow aus Warschau über ,Das Erwachen des Jüdischen Geistes im Osten“ sprechen wird. Beginn 9 Uhr. Recht ranlreiches Erscheinen erwünscht; Gäste willkommen! Berlin. Sonntag, den 18. November, präzise 7 Uhr. findet in Wittners Restaurant, Münzstr. 8. der fünfte der vom Turnverein ״Bar-Kochba“ angekündigten Vorträge statt. Herr Dr. Wäiier spricht über das Thema: ״Zionsgedankc und Missionsidee“. Berlin. Die Jüdisch-nationale Frauenver* einigung zu Berlin veranstaltet wie im vergangenen Jahre auch in diesem Winter ein Chanukah - Kinderfest. Es wird hierbei hauptsächlich an die Kinder von minder begüterten Eltern gedacht, in deren freudenarmen Leben en frohes Fest mit Spiel und Tanz ein Ereignis ist, dessen die Kleinen sich noch lange erinnern. Durch Verteilung kleiner Spielsachen soll die Freude noch erhölii « erden. Berlin. Die Charge wählen der Verbindung im A. Z. V. ״H a s m o n ä a“, Berlin für das Wintersemester 1906/07 ergaben folgendes Resultat: cand. cam. Richard Lichtheim X (Tauenzlenstrasse 91), cand. cam. Ludwig Wassermann XX, stud. jur. HaHns Levy XXX, Das zionistisch-geschichtliche Seminar wird von Bbr. B rü n n geleitet. Allwöchentlich finden öffentliche Vorträge mit Diskussion statt. Berlin. Die Antritts kneipe der Verbindung Im K• Z.V. ,.Hasm0na c a“ fand am 10. Nnvctnber Im Saale de «König von Portugal“ statt und war besonders von Gästen sehr stark besucht. Die Tendenzrede hielt Bbr. Kaiser. Nach Verlesen der zahlreich eingelaufcncn Begriissungstelegranunc von auswärtigen Bbr. und der Kartellvcrbindung .,Jordania“• München, fiberbrachten die Vertreter der befreundeten Korporationen. des V.J.St. Berlin und der ״Dahlcnua‘*. ihre Glückwünsche für das kommende Semester. Ebenso die zahlreichen Vertreter anderer jüdischen Institutionen. Von den Ansprachen sei besonders die Rede von A.H. Dr. Klee hervorge hoben, der in treffenden Worten die Hasmonaca an ihre hohen Aufgaben erinnerte, sie zur tatkräftigen Mitarbeit aufforderte, bei all dem aber dringend davor warnte. In voller Anhänglichkeit an unser Ideal nicht In jenen Chauvinismus zu geraten, der nicht allein für die Hasmonaca. sondern für die ganze zionistische Sache von grösstem Schaden sein würde. Es meldeten sich einige neue Aktive. Mit dem Absingen des Hatikwahlliedes schloss die gemütlich verlaufene Kneipe, Hamburg. Am 8. November, eröffnete die hiesige zionistisehe Frauengruppe das Winterhalbjahr 1906/07. Die Vorsitzende, Frau Huldschiner, begrüsste die Anwesenden herzlich und erteilte dann der Referentin det Abends Frl. *) Das aus den ölbäumen erzeugte Öl findet ebenso wie die daraus hergestellte Seife einen steten lohnenden Absatz auf dem internationalen Markte und sic sind ter Gefahr einer etwaigen Überproduktion nicht unterworfen. Die Oliven selbst bilden bekanntlich Im ganzen Mittelmeergebiet eins der wichtigsten Nahrungsmittel. Veilchenfeld, das Wort. Ausgehend von den Worten Dr. Th. Herzls, dass die Frau im Zionismus nichts sei, jedoch alles sein könnte, zeigte die Rednerin in stimmungsvoller Rede die zu leitende Tätigkeit der Frauen innerhalb unserer Bewegung. — Alsdann erfolgt die einstimmige Neuwahl der Vorsitzenden sowie die Wahl der übrigen Vorstandsdamen. Es wurde der Beschluss gefasst, auch in diesem Winter durch regelmässige Versammlungen. Vorträge und Propaganda die nationalen Ziele zu fördern. * L. Stettin. Die Reihe der Veranstaltungen dieser Saison eröffnete die hiesige Zionistische Vereinigung am Sonntag, dem II. November, mit einer grosse öffentlichen Versammlung, in der Herr Dr. Heinrich L 0 e w e, Berlin, über ״Die Bedeutung des Zionismus für die gedeihliche Entwicklung des Judentums“ sprach. Der Einladung waren wohl 300 Personen aus allen Kreisen der hiesigen Gemeindc gefolgt, doch vermissten wir ehiigc unserer bekanntesten hiesigen Gegner, die es sich bei Iriihcren Gelegenheiten nie hatten nehmen lassen, den Zionismus zu bekämpfen. Und wenn wir uns auch ihr Fernbleiben dadurch erklären, dass sie den Kampf als für sie aussichtslos aufgegeben haben, so hat es uns doch in Verwunderung gesetzt, dass gerade ein Herr nicht erschienen war. der noch vor ganz kurzer Zeit in einer für die breiteste üiientlichkeit bestimmten Flugschrift den Zionismus als eine Gefahr für das Judentum ^bezeichnet hat. Wir hatten gehofft, er würde durch sein Erscheinen einen Aus- Spruch desavouieren, den ein in der Gemeinde verbreitetes Gerücht von einer Person seiner nächsten Umgebung berichtet und nach dem cs fast so aussicht, als wenn der Mann, der in seiner Schrift den Zionismus so furchtlos bekämpft, den blossen Besuch dieser zionistischen Versammlung schon für gefährlich hält. — Nun, passiert wäre ihm nichts. Die von wundervoller Begeisterung getragenen klaren und streng sachliehen Ausführungen des Redners, in denen er dem ״Los vom Judentume‘‘-Rufe mancher jüdischer Reformer ein ״Zurück zum Judentutne“ entgegensetzte, und in denen er die historiscche Berechtigung der zionistischen Idee und deren Bedeutung für die Zukunft des Judentums auseinandersetzte, fanden nicht nur freudige Zustimmung bei den Gesinnungsgenossen, nein, selbst Herr Justizrat Ehrenwert, der in der Diskussion als einziger Gegner sprach und den Standpunkt derselben vertrat, betonte ausdrücklich, dass ihn die Art, in der der Referent seine Überzeugung vertreten habe, ausserordentlich sympathiscirbcrührt habe. Derselbe Redner legte dann in ruhiger und ancrkennungswerter sachlicher Weise seine Bedenken gegen den Zionismus dar, die dann Dr. Loewe in seinem Schlusswort zu zerstreuen suchte. Der Abend bedeutet für unsere Sache einen vollen Erfolg, und auch hier wird die Kraft, die in Bezug auf uns das Böse will, insofern das Gute schaffen, als das Interesse an unserer Sache immer stärker werden wird, und immer mehr Juden die Bedeutung anerkennen werden, die der Zionismus für die gedeihliche Entwickelung des Judentums hat. Könlgshüttc O.-S. Am S. November hat sich die hiesige Ortsgruppe, die infolge des Indüferentismus unserer Bevölkerimg tatsächlich cingegnngcn war. von neuem konstituiert. Die konstituierende Versammlung nahm einen sehr befriedigenden Verlauf. An die Propaganda rede schloss sich eine anregende Diskussion, in der auch Xochiiichtzionisten das Wort ergriffen. Die Mitgliedcrzahl der Gruppe beträgt über 30. Der Vorstand besteht aus folgenden Herren: Kaufmann Heinrich Koplowitz, R.-A. Romatin, Rct'r. Frankel, Kaufmann S a 10 Bloch, Kaufmann 11 e y m a 11 n Deiner und Rentier Emil Frü n k c 1. sl. Posen. Die Winterarbeit in der Ortsgruppe hat bereits begonnen. Die September-Sitzung brachte die ordentliche Generalversammlung. Der frühere Vorstand wurde vollzählis: wiedcrgewälilt; die Abschaffung des Sammelabonnentents der RUNDSCHAU genehmigt, die Einfiihrung des Palästinaschekels mit überwältigender Mehrheit abg.lehnt. —- In der Oktober-Sitzung gab Dr. Koltenscher eine ״Kritik der Jahreskonferenz", die lebhaften Beifall fand; selbst von zionistischer Seite wurde ihr in vielen wesentlichen Punkten Zustimmung zuteil. — In die öffentlichkeit trat die Ortsgruppe mit eiticm Rosenfeld-Abend; unser Mitglied, Frl. Martha Wolffsohn, bot einen formvollendeten Vortrag und ausgezeichnete Rezitationen. Prag. Die J ii d i s c h-t e c 11 n. Verbindung B a r i s s i a hatte Cliargenwahlen fiir das Wintersemester 1906/07 mit nach■ stehendem Ergebnis: cand. Ing, Oskar Steiner x F.W., cand pfiil. Moritz Fische! XX p.X, cand. tech. Wil• heim Land mann XXX. _ Ferner: Am 31. v. Mts veranstaltete diese Verbindung eine Trauerfeicr für ihren früh verstorbenen A.B. Ing. Cand. Arnold Herzog (N.-F.- Sammlung zu dessen Eintragung.

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