Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XI (1906)
- Issue
- Heft 45 (9.11.1906)
- Date
- 1906-11-09
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 676 ־ JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 45 Türen weit öffnete. Man will ein neues indisches Kultur- Zentrum und aus dem fruchtbaren, aber vernachlässigten Lande ein neues Kanaan schaffen. In dem ״Milch und Honig fliesst“. Mit anderen Worten, man will Palästina eine Bevölkerung geben, die arbeiten kann und will. Dass die Juden ein arbeitsames Volk sind, wenn sie unter ruhige und geordnete Verhältnisse kommen, ist längst bewiesen. Allerdings missglückte Baron Hirschs Kolonisationsvcrsuch in Süd-Amerika aus Gründen, die wir hier nicht näher erörtern wollen. Dagegen hat der bedeutende Zufluss von Juden, die in König Ottos Kielwasser in Griechenland in der Absicht einströmten, dort gute Geschäfte 211 machen, das Kolonisationstalcnt der Juden in hohem Grade bestärkt. Die griechische Regierung wusste anfangs nicht, was sie mit allen diesen Leuten machen sollte. Schliesslich kam man auf den Gedanken, ihnen Land zu gehen, und sic auf die Gartenbestcllung zu verweisen, und dieser Versuch glückte. Diese deutschen Juden wurden die ersten Gärtner des modernen Griechenlands und Kisten damit eine bedeutende kulturelle Aufgabe, während sie sich gleichzeitig eine Existenz sicherten. (Schluss folgt.) j—ך Aus den Ortsgruppen ן— Berlin. Auch die zweite grosse Versammlung, die die Berliner Zionistische Vereinigung zur Einleitung ihrer Wintertätigkeit veranstaltete, war ein hervorragender Erfolg dieser Tätigkeit. D r. Sandler-Breslau sprach in den Sophien- Sälen vor einem mehr als tausendköpfigen Publikum über d i e Zukunft der Juden und erörterte die Notwendigkeit des Zionismus.. In der Diskussion legte Prof. D r. Warburg die hervorragend*.־ Eignung Palästinas als Kolonisationsland sachlich und fachlich dar. Die Versammlung, bei der viele Schekel gezahlt wurden, schloss mit einer lebendigen Anspräche von Dr. Emil Lewy. Berlin. Der Jüdische Turnverein ״Bar-Kochba“ feierte im Hackcsche Hof am Sonnabend Abend unter sehr zahlreicher Beteilung sein achtes Stiftungsfest. Die Festrede, die mit ausserordentlichem Beifall aufgenommen wurde, hielt Herr Rabbiner Dr. Malwin Warschauer. Er entwickelte darin vornchmlich die Idee des Jüdischen Nationalismus und den Gedanken von der Notwendigkeit der jödisclmationalcn Turnbewegung. Nicht minder fanden die vorzüglichen Leistungen der Barrenriege und die lebenden Pyramiden lebhaften Beifall. Das Fest vereinigte die Teilnehmer bis zum Morgen. Berlin. Sonntag, den 11. November, präzise 7 Uhr abends, spricht Herr Dr. G. Wittkowskv in Wittners Restaurant. Münzstr. S. über: Die Stellung der Nationaljuden zur deutschen Politik. Dies ist der vierte der vom Turnverein Bar-Kochha veranstalteten Vortragsabende. Wir können alle Berliner Zionisten nur dringend aufiordern, diese überaus instruktixen und wertvollen Vorträge zu besuchen. Berlin. Die Jüdischnationale Frauen vere i n i g u n g begann ihre Wintertätigkeit am Donnerstag, den 25. Oktober, mit einem Vortrage von Frau Bertha Sc hör über ״Jüdische Verhältnisse in 111 d i c n.“ Für den Monat November sind folgende Veranstaltungen vorgesehen: Sonnabend, den 10״ abends U»9—,10 צ Uhr: Diskussionsabend in den Räumen des Jüdischen Volksvereins, Dirksen• straSse 46, Hof I. Nur für Mitglieder. Donnerstag, den 15״ abends 9 Uhr In Wittnerskcrtrestaurant. Miinzstr. 8. Vortrag vom Frl. Noemi B a 11 e 111 über: ״Soziale H i 1 f s - a r b c i t der modernen J ii d i!>". Herren und Damen als Gäste willkommen. Sonntag, den 25״ nachmittags von 5—8 Uhr. in Wittners Restaurant, Miinzstr. 8: Gemütliches Beisammensein. Damen als Gäste willkommen. Der hebräische Unterricht findet Montag und Donnerstag von 8—9 Uhr abends in der Artillericstr. 32 statt. Der Unterrieht ist für Mitglieder unentgeltlich. Für Nichtmitgliedcr 1.50 Mk. monatlich. Materialien fii'r den Nationalfonds nimmt Fr. D r. H0f f 111 a 11 n, 0 r a 11 i en b u r ge r s t r 9—10, entgegen. Kleidungsstücke bitten wir an den Jüdischen Volksvercin, Dirkscnstr. 46, zu senden. Hamburg. Am 25. Oktober referierte in einer sehr gut besuchten Versammlung unserer Ortsgruppe Herr Dr. mcd. David über das Thema: ״Der Zionismus und das religiös liberale Judentum“. Der Vortragende wandte sich besonders gegen die Angriffe Vogclsteins, deren völlige Haltlosigkeit er in systematischer Kritik zu erweisen wusste Seine Ausführungen fanden in der Diskussion durch Herrn Dr. Waschitz eine treffende Ergänzung. Hannover. Dorsche Sch 10m Zion. Am 2$. Oktoher er. hielt die Vereinigung Dorsche Schlom Zion die 1. Agitationsversammhmg ab. Herr Kantor B 1 i t z - Dessau batte das Referat übernommen. Das.Thema lautete: ״Der Untergang des jüdischen Staates und ein Ausblick in die Z11 k 11 nft*\ Es waren ca. 150 Personen erschienen. Herr Blitz, der ein Meister in jüdischer Geschichte ist, verstand es. das Publikum für seine Ausführungen zu bcgeistern, so dass der kleine Verein 1-1 neue Anmeldungen erhielt. Herr Rechtsanwalt Groncmaim sprach über ״Allgemeines im Zinnismus״ und das Publikum zollte ihm lind seiner Palästinatreiicn Ucbcrzcugung enorme״ Beifall. Er zeigte und iiihrtc aus. dass der Zionismus mir Palästina meint und nichts anderes. An der Debatte beteiligte sich_der Vorsitzende J. Schnelling wie die Heren Fricdmami. Löwenstein. Kahn. Herrn Kantor Blitz spricht die Vereinigung Dorsche Schlom Zion ihren besten Dank hiermit nochmals aus. Leipzig. Mittwoch, den 19. Oktober, sprach Herr Dr. E. Clianiizer über das Tema: ..Die gegenwärtige Lage im Zioiiistnus“ und cröffncte damit die Reihe der lediglich für Vcrcinsmiiclicdcr bestimmten informierendcii Vorträge. — Von den Beschlüssen des Y!1. Kongresses ausgehend, berichtete er über die Entwicklung der beiden Strömungen im Zionismus, deren endgültige Auseinandersetzung auf dem YUI. Kongress erfolgen müsse Ein erschöpfender Ucbcrblick über Erfolge, Mittel und Organisation unserer Bewegung vervollständigten das durchaus gelungene Bild der momentanen Lage dcs.Zio: nismus. Stettin. Am Sonntag, dem 11. November, wird hier Dr. Heinrich Locwe über das Thema sprechen: Der Zionismus und seine Bedeutung f•ir d:e gedeihliche Entwicklung des Judentiuns.“ Der Vortrag findet im Bcrs• nsaale statt. Stettin. Nach einer Rulicnausc von einem halben Jahr hat sich am Sonntag, den 28. Oktober, unser ״H e r z1 - KI u b" wieder von neuem konstituiert und zwar mit einer grösseren Mitelicdcrzahl als im vergangenen Jahre. Mit doppelter Freude haben wir dies zu hegriTssen. da gerade unsere Gemeinde 1'titer dein Einfluss Yogclstcinschcr Ideen schwerzu leiden l׳a*. Die Bestr-Humcen unseres Horzl-Khibs sind ja binh'ing* lieh hekannt. Doch zu unseren alten Bestrebungen ist nun noch eine neue hi״/ugekomrneu. nämlich die: Herrn Dr. Vogelstein zu zeigen, dass seine Prophezeihungen in Bezug auf die zionistische Jueend hinfällig sind. Nähere Auskünfte und \drcssc des Her/Ik׳luhs: Paul L 0 e w e u b c r g. Stettin, Tnrnerstrass: 97 Hi. J.. Fürth, |. November. Der Wintcr/.vklus der Zionistischen Ortsgruppe Nürnberg-Fürth wurde am Sonntag Abend, dem 17. Oktober er., in den Sälen des Restaurant Kronprinz in liirtli durch eine festliche Veranstaltung, bestehend aus oratorischen, musikalischen und deklamatorischen Darbietungen cingeleitet. D;n Gipfelpunkt des Abends bildete der Vortrag des Herrn Dr. Bloede-Niiruhcrg über das Thema: Dr. Vogelstein und der Zionismus, welcher zu einer interessanten Diskussion Anlass gab. Der als Gast weilende Herr Dr. Auerbaoli-Münclicn zeichnete sich ebenfalls durch eine auf das Thema bezügliche Ansprache aus. —- Beide Redner. Dr. Rlocdc und Dr. Auerbach, vertraten den Standpunkt, dass die Vogelsteinsche Polemik gegen den Zionismus der Propaganda 1*ur förderlich sein konnte. Die Reform des Judentums, deren Haiiotvertretcr Rabb. Dr. Vogclstciu sei. habe nie für ein Heilmittel für den kranken jüdischen Volk.skörpc־־ gelten können, sie hal»e im Gegenteil das Judentum entwurzelt. — Am Sonntag. dem 28. OktoK'r er. sprach im Hotel Maximilian in Nürnberg Herr stud. mcd. Dünner aus Wiirzburg über ״Natio- 11alit:ife1׳eutwicklung und Zionismus Der Redner stellte allgemeine Gesetze auf die zur Entwicklung der Nationalität und ihrer Fortcrhaltuug führen und schloss daran eine Untersuehuue inhezue auf di״ Nafimialitäteuent« icklung au der Ge- «ehichte ntKeres Volkes. Reicher Beifall lohnte den Redner. Her 2. Teil <les Abends gestaltete sieh zu einer herzlichen Kundgebung fiir den I. Vorsitzenden. Herrn Dr. Bloede. der sich in ergreifenden Worten von der Gruppe verabschiedete. / I