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Jüdische Rundschau · 1906-11-09 · Heft 45 (9.11.1906) · page 15

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XI (1906)
Issue
Heft 45 (9.11.1906)
Date
1906-11-09
Page
– (sequence 15)
Language
German
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I 1 w « 1 1 ט Aus der zionistischen Bewegung Berliner Zionistische Vereinigung Wir geben r.ochmals bekannt, dass wir eine besondere Verwaltung fiir die Berliner Nationalionds• angelegcnheiten eingerichtet haben. Diese Verwaltung«- stelle wird das Zentralburcau entlasten, indem es die lokale Nationalfondsagitatif'n in Berlin übernimmt, gleichzeitig aber die Arbeit fiir den Nationalfonds intensiver gestaltet. Wir hoffen daher, dass viele unserer Mitglieder sich uns hierfür zur Verfügung stellen werden und bittet! •um baldige Meldungen. Nationalfonds marken, ־ Depeschenforniulare, Büchsen, Sclbstbcstcucrungsformula rc und SI!a res tu a rk cn können von uns bezogen werden. Wir bitten auch um Einsendung von Zigarrenabsch nitten und S t a n 1 o I. Die Nauonalfondsverwalümg der Berliner Zionistischen Vereinigung. Arthur H i r s c h . D r a g o n c r s t r. 24. Mitteilungen des Zentralbureaus o der Zionistischen Vereinigung für Deutschland 1. Die von der Berliner Zionistischen Vereinigung herausgegebene Broschüre Dr. Alfred N ossigs: ״Die itidische Volksbewegung“ ist, wie uns von vielen Seiten bestätigt worden ist, ganz besonders zur Massenagitation in nfchtzionistischeii Kreisen geeignet. Wir weisen die Ortsgruppen und Vertrauensmänner daher :nochmals darauf hin. Bestellungen sind an uns zu richten. Die Broschüre wird zum Preise von 2 Pfg. p. Stück abgegeben. 2. Auf Veranlassung des Gruppenverbandes der Hansastädte findet am 21. d. M. in Bremerhaven eine Projngandavcrsatmuhing statt. 3. Wir geben weiter unten einige Programmvor- Schläge für Makkabaerfcicrn. Dieselben haben sich bereits in einer Anzahl von Ortsgruppen bewährt. Programmvorschläge für Makkabäerfeiern 1. Prolog. ״Die Makkabäer (in der Broschüre ״Zukunft der Juden“) oder ein Gedicht aus dem ״Jüdischen Ahnanach“, etc. ״Das grosse Wecken“ von Israel Auerbach. 2. Festrede. 3. Musikalischer Vortrag: Klavier. Violine oder Gesang. Zu empfehlen wäre die Anschaffung, eines Klavierauszugs der Oper ..Die Makkabäer“ von Rubinstein. Die Auswahl der Nummern muss ein Musiker besorgen, da sie sich nach den verfügbaren künstlerischen Kräften richten muss. Auch das Oratorium ..Judas Makkabüeiis“ vpn Händel •und die Oper GoUltnarcks ״Königin von Saba‘׳ kommen in Betracht. Ferner hebräische Gesäuge und jiidischdcutschc lieder, sowie Bearbeitungen der Synagogal-Melodi'ea für Violine oder Cello. ¬ו. Rezitation: Ein Akt aus Herzls ״Neues Ghetto“, Nor-, daus ״Dr. Kolm“ oder Nossigs ״Abarbancl.“ [ 5. Musikalischer Vortrag (s. Punkt 3). }. 6. Rezitation von kürzeren Nummern* Herzls ״Menorah“ in der gekürzten Fassung aus der ״Zukunft der Juden“, Gedichte von Rosenfeld, Früg, Zlocistf 11. a. aus dem ,Jüdischen Almanach“ und den ״Jungen Harfen.“ 7. Chorlicd, falls möglich, durch den Synagogalchor, sonst durch einen Veremschor zu singen: ״Hatikwa“, ״Der Schwur“, Kellners ״Psalm“ u. a. Während des zweiten Teils des Festes: Lebende Bilder aus der Geschichte des Jüdischen Volkes. Tombola mit zionistischen Publikationen und Kunstwerken. Es empfiehlt sich dringend, dem Programm eine zionistische Propagandabroschfire beizufiigen und das Programm Niemandem ohne die Broschüre zu verabreichen. Der Preis für beides muss mässig sein. Besonders empfiehlt sich fiir diesen Zweck die Sammel- Schrift ״Zukunft der Juden“, die speziell für Makkabäerfeiern zusammengestellt wurde und sowohl textlich wie illustrativ Hervorragendes bietet. Unter dem Szepter des Sultans Zum Ziontsten-Kongrcss In Base’4) (Fortsetzung.) Aber 7.wischen den Juden der verschiedenen Länder gibt es himmelweite Unterschiede, die teils durch die verschiedenartige Behandlung, die ihnen seitens der herrschenden Völker zuteil wurde, teils durch andere Verhfdtnlsse hervorgerufen sind. Am wichtigsten ist der Unterschied zwischen dem orientalischen Juden, der sein Hauptquartier in der Türkei, im nördlichen Afrika, Spanien und Portugal hat. und dem Okzidentalischcn, polnisch-russischen Juden, der Nord- und Mittelcuiropa okkupiert hat, den man in England und Frank»־ reich trifft und der sich mit den Orientaljuden vermischt. Namentlich die polnische, stark mit germanischem und slavischein Blute gemischte Rasse wird von ihren spanisch-portugiesischcn Stammesverwandten mit einer gewissen Gering- Schätzung betrachtet, ur.d die asiatischen Juden erkennen sie kaum als richtige Juden an. Ob alle diese sich oft scharf unterscheidenden Ingredienzien sich zu einem grossen Volke vereinen lassen, ist eine Frage aber eine Frage, die wir den Juden überlassen müssen und die In Zukunft sicher auch eine der wichtigsten der Zionistenkongressc werden wird. Wenn der zionistische Gedanke angenommen und festgehalten wird, so darf man von vornherein davon überzeugt sein, dass die Bebauung und Urbarmachung Palästinas auch durchgeführt wird. Die Erfahrungen, die man In bezug auf die jüdische Kolonisation bereits besitzt,• scheinen dieser Anschauung nicht zu widersprechen. Die Absicht, bei der Einwanderung der Juden in Palästina ist ja nicht, ein Ghetto in grossem Stil oder ein kleines Stück Europa zu schaffen, wo alle diejenigen Jüdischen ETwerhszAveige, die hier getrieben werden, eine Freistätte finden können. Auch denken die Leiter sicherlich nicht daran. Palästina mit dem ganzen Ausschuss aus den elendsten Gegenden Russlands zu füllen, der scharenweise herbeiströmen würde, wenn man einer unkontrollierten Einwanderung alle •) Aus: Sajö-i־$chahanedd von Ali Nouri.

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