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Jüdische Rundschau · 1906-11-09 · Heft 45 (9.11.1906) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XI (1906)
Issue
Heft 45 (9.11.1906)
Date
1906-11-09
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Seite 673 No.45 ־. JÜDISCHE RUNDSCHAU 1 ' Ä tag. den 29.*Oktober I9C*6, in der Jüdischen Lesehalle. Orantenburgerstr, 2S, und zwar werden unterrichten an jedem Montaff: ע'9~«:.ז8׳ Uhr: Prediger Dr. Bleich rode, Franzstr. 7.: Oeschichte des Judentums: Die Juden in Spanien. Mittwoch: Dozent Dr.' W o h 1 g c iiiu t h, KrausniKstr. 3 a: S—10 Uhr: Kursus tnr Vorgeschrittene: i.ektiire des Buches Hiob. Heb r a i s c h c Sprac h e. 9—10 Uhr: Kursus für Anfänger: Einführung in die hebräische Sprache. Berlin. Die Jüdische (iemeinde beabsichtigt, zur Anlcgung eines neuen Friedhofes in der Nähe von Lankwitz. Gelande von 100 bis 12U Morgen ־Grösse für etwa eineinhalb Millionen Mark zu erwerben. Borch, 19. Oktober. Ein interessanter Prozess wurde in der. hiesigen jüdischen (iemeinde geführt. Hier bestand vor vielen Jahren ein Verein ..Beth Hamid rase!:” zur Förderung jüdischen Wissens. Täglich wurden von demselben Sitzungen abgehalten, bei denen Vorlesungen aus Bibel und Talmud und dergl. stattfanden. Ein älteres Mitglied des Vereins, der im Jahre 1881 verstorbene Kaufmann Josef Aron Glogowski. hatte ein Legat in Höhe von 6(K) Mark zu Gunsten des Vereins mit der Bestimmung gestiftet, dass die Zinsen zur Beheizung una Beleuchtung des Lokals verwendet werden sollten, in dem die Sitzungen abgchalten wurden. Eine Bestimmung war nicht vorgesehen, an wen das Legat fallen sollte, falls sich der Verein auflöse. Von den» dem Verein vermachten Betrage sind 300 Mark auf das Grundstück des Sohnes des Erblassers " hypothekariseb eingetragen worden; die Zinsen der anderen 300 Mark war laut Testament der Schwiegersohn des Erblassers verpflichtet zu zahlen. Seit Jahren wurden die Zinsen des Legats nicht verlangt, weil der Verein sich aufgelöst hatte. Der Sohn des Erblassers, der Kaufmann Leopold Glogowski hicrsclbst, ersuchte vor etwa 2V; Jahren den Korporations- Vorstand, welcher den Hypnthckcu-Brief besass. um Herausgäbe desselben, damit die auf seinem Grundstücke lastende Hypothek gelöscht werden könne. Unter der Behauptung, der Verein ״Beth Hamid rasch״ sei eine Einrichtung der Korporation gewesen, weigerte sich der Gemeindevorstand, iiicht nur dem Gesuche zu entsprechen, sondern er forderte der« Petenten auf. die Zinsen iur die letzten vier Jahre im Betrage von 60 Mark an die Gemeinde zu zahlen. Als Glogowski nicht zahlte, übergab der Vorstand die Angelegenheit dem Kose!!־ mincr Amtsgericht. Da aber letzteres infolge der Widerklage behufs Herausgabe des Hypothekenbriefes sich für unzuständig erklärte, wurde die Sache an das Landgericht zu Ostrowo verwiesen, welches den Beklagten zur Zahlung der Zinsen nebst den entstandenen Kosten verurteilte. Auf die vorn Beklagten beim Obcrlandesgericht zu Posen eingelegte Berufung wurde im gestrigen Termin die Klage der Gemeinde abgcwiesen und letzterer die Tragung der bedeutenden Kosten für alle Instanzen auferlegt. Die Vertretung des Beklagten lag in den Händen des Justizrats Landsberg in Posen. Diejenigen Abonnenten, welche unsere Nachnahme nicht honorierten, erhalten ohne Ausnahme unsere Zeitung nicht mehr zugesandt. Expedition der ״Jüdischen Rundschau**, E, G. m. b. H. Kleine Mitteilungen An dem dritten internationalen Kongress des Komitees zur Bekämpfung des Mädchenhandels, der vom 21.—25. Oktober in Paris stattfand, hat u. a. auch das deutsche jüdische Zweig- Komitee teilgenommen. Vandalismus auf dem jüdischen Friedhof. In Myslowitz verübten naclits der Zimmerhauer Pajoiik und der Schlosser Krcfczyk von der Myslow it/grube, indem sic zwanzig Marmordcukmälcr im Werte von .11ואיי Mark zertrümmerten. Beide later wurden verhaftet. ־ - Einige Wochen lang fehlten solche Nachrichten aus der ״KtilUirwelt**. Glogau. Als Ferdinand PI a c 111 c - S t i 11 u n g überwies Frau Rosa Plachtc, geh. Locwcuthat, in Glogau der Svnagogcngenieindo Glogau 2uüt\) Mark zu rituellen und wohltätigen Zwecken. Hohenlimburg (West{.). Die jüdische Gemeinde beschloss einen Schulneubau zum!,reise von 15000 Mark. Czernowltz. Der l'riivcrsitätsscnat beschloss, die jüdische Nationalität in der Statistik auszuweisen. Der GENERALANZEIGER druckt aus dem 1. Heft der Schriften des Institutum Judaicum (Gesellschaft für Judenmission) eil! Gedieht ״Am Anion»" ab. dessen sprachliche Verhallliornisierting nicht der GENERALANZEIGER, sondern der Herausgeber der Lieder, der evangelische Theologe Dalmann verschuldet hat. Es scliliesst: ״Segelt westwärts. Juden, Schätze sucht im Boden. Bebauet ihn nisclit schlecht. Dort is euer Zion, Wo für euch tut blühen Freiheit, Licht und Recht." Beirach Benedikt Schafft. Das Gedicht aus dem Jahre 1886 das sich heute so ״terri- * torialistiscir* verwenden!:isst, hat einen andern Sinn; freilich muss man auch in Erwägung ziehen, dass cs fra^Hch ist. ob der Auto׳• lNSf» mich Mitglied der jüdischen ״Rcligtonsgemeinschait* war. Warschau. In Berlin starb nach langem l eiden der hiesige Kaufmann Jakob Brauda. Der Verstorbene, der sich durch seine Wohltätigkeit auszeichnete, war Mitbegründer der jü'di• sehen Kolonie Rcchobotli in Palästina und der Paliistinaw ej!1־fmportgese!ischa!t ״K arme 1". Lyskowa. Die den Namen ״Weissc Fahne** führende Abteilung des Verbandes russischer Leute wurde wegen Aufreizung zu Pogroms verboten. In Konstantinopcl ist ein Informationsburcau für Leute, die sich in Palästitta oder atuVren türkischen Provinzen ansiedeln wollen, eröffnet worden. Persönliches Das Mitglied des Zentralkomitees der Zionistischen Vercinigung für Deutschland. Herr Dr. Alircd Klee, ist durch die Geburt eines Sölmlcins erfreut worden. Wir schlossen uns de» zahlreichen Glückwünschen bestens an. Unser lieber Gesinnungsfreund. Herr Gustav Schwabe in Varel (Oldenb.) ist ir-it seiner Familie von einem l itterschw eren Schmerz betroffen worden. Sein achtzehnjähriger Sohn Arthur ist ihm durch den Tod entrissen worden. Mit allen deutschen Gesinnungsgenossen sprechen wir dem alten Mitkämpfer, der stets in unsern vordersten Reihen steht, unser herzliches Beileid und Mitgefühl aus. Varel, den 5. November 1906. (Statt jeder besonderen Nachricht) Heute abend 64׳,י Uhr starb in Frankfurt a. M. nach achttägiger Krankheit unser lieber hoffnungsvoller Sohn und Bruder Arthur Schwabe im 18. Lebensjahre. In tiefer Trauer Gustav Schwabe u. Frau Pantine geb. Barlewln. Curt Schwabe Die Beerdigung findet Freitag, den 9. Novbr., vormittags 10V4 Uhr, in Varel statt. Statt besonderer Meldung! Die Geburt eines Sohnes beehren sich anzuzefgen Dp Alfred Klee und Frau Therese, geb. Stargardt. BERLIN W, Neue Wlntcrfeldstr. 8. Durch die glückliche Geburt eines Söhnchenswurden hocherfreut Hannover. Bernhard Neumann und Frau Rohei, geb. ÜcraJt.

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