Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XI (1906)
- Issue
- Heft 43 (26.10.1906)
- Date
- 1906-10-26
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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I JÜDISCHE RUNDSCHAU No. 43 Seite 645 einen Schutz vor der unsere ärmsten Bevölkerungskfassett dezimierenden Schwindsucht und übt dadurch eine überaus segensreiche Wirksamkeit aus. Das indische Genesungsheim zu Lehnitz ist die einzige Anstalt in unserer Vaterstadt, sie erfreut sich besonderer Anerkennung der Arzte und der Gemclndöihstitutionen und verdient sicherlich die Unterstützung weitester Kreise. Jeder, der Gelegenheit hatte zu beobachten, wie die blassen von Arbeit und Entbehrung ermüdeten Miidchcn in das Haus einziehen und wie sie völlig verwandelt, mit oft ansehnlicher Gewichtszunahme und frischen! Aussehen wieder zu ihrer Arbeit heiinkehrcu. wird sich der Freude über die Wohltat nicht vcrschiiessen können, die im Laufe seines Bestehens schon vielen Tausenden unserer armen und bedürftigen Glaubensgenossinncn bereitet worden sind. Berlin. Die Königliche Akademie der Künste macht bekannt, dass der Wettbewerb um die Stipendien der M i c h a c B e e r s c h e n Stiftungen im Betrage von 2250 im Jahre 1907, bei der ersten Sitzung für B i 1 d h a u e r jüdischer Religiofi. bei der zweiten für Maier ohne Unterschied des religiösen Bekenntnisses stattfiudet. Zugclassen werden nur Künstler im Alter von 21 bis 32 Jahren, die ihre Studien aut fcihcr deutschen Akademie gemacht haben. Berlin. Vöin Kaiser genehmigt wurde die Zuwendung des verstorbenen Rentiers Albert Siegfried Cohn an die Stadt Berlin im Betrage von 613 700 .Mark zur Unterstützung und Erweiterung vorhandener sowie Errichtung neuer Volks• bibliotheken. Derselbe Stifter hat den! Urterstiftzunirsverein deutschen Buchhändler 15 000 Mark und der Reuter-Stiftung (Asyl für Kauflcuie) 10000 Mark zugewanat. .— Ob Herr Cohn auch jüdische Stiftungen gemacht hat?? Dresden. Nach den der Landessynode vom evangelischlutherischen Lamleskonsistoriimi unterbreiteten Mitteilungen über die* Konfessionen im Kön'gretcl! Sachsen bilden die 3 954132 Evangelisch-Lutherischen 94,10 v. H. der Landeseinwohncr. Im Jahre 183-1 betrug dieser Satz noch 9S.09 v. H.t 1871 noch 96 und 1895 noch über 95 v. H. Die Gesamtbevölkcrung des Landes hat in den 66 Jahren ,von 1S34 bis 1900 um 163,3 v. H. zugenonimcn, die evangelisch-lutherische nur um 152,6 v. H. In derselben Zeit haben die Reformierten 892,6, die Römisch-Katholischen uni 605,2, die Juden um 1360,7 v. H. ziigcnomtncn. Llssa I. P. Sein SOjährigcs Doktorjubiläun! beging am Montag der Rabbiner Di־. Bacck. Die philosophische Fakultät der Universität Leipzig, an der der Jubilar IS56 promovierte, sandte ihm ans diesem Anlass ein Jt;be!dip!0111. Dortmund. Dieser Tage hielt der Ausschuss des Vcrbandes der Synagogcn-Gcmeindeu Westfalens eine Sitzung ab, in der er sich eingehend mit dem Rosinschen Gesetzentwürfe beschäftigte. Nach längerer Debatte wurde folgende Resolution angenommen: ״Die religiösen Gegensätze innerhalb der prcussischen Judenhcit sind so gross, dass sie die Einheit in der Religionsübung ausschiiesscn. Der Rosinschc Gesetzentwurf aber sicht die Schaffung religiöser Oberinstanzen vor, die nach einheitlichen kirchlichen Satzungen die jüdische Rcligionsverfassung aushauen und die Beobachtung der Religionsgesetze 11! den unteren Verbänden überwachen sollen. Diese Einrichtungen müssen bei den vorhandenen Gegensätzen notwendig zu Gewissenszwang führen. Der Ausschuss des Verbandes der Synagogengemeiuden Westfalens lehnt deshalb den Rosinschen ״Entwurf eines Gesetzes über die Organisation der israelitischen Religionsgemeinschaft in Preusscn“ cinstim. mig unbedingt ab. Dagegen hält er eine Gesamtorganisation der prcussischen Judenhcit unter völliger Wahrung der religiösen Autonomie der Synagogcn-Gvmeindcn zur Förderung der gemeinsamen Interessen, insbesondere aut dem Gebiete der Verwaltung und sozialen Fürsorge für erstrebenswert.“ Diese Resolution, die eine glatte Ablehnung des Rosinschen Entwurfes bedeutet, wird dem Deutsch-Israelitischen Gemeindebund in Berlin als dem Auftraggeber des Herrn Prof. Rosin übersandt werden; sie fällt umsomehr ins Gewicht, als der Verband der Synagogcn-Gcmeinden Westfalens der grösste unter allen prcussischen Provinzialvcrbändeu ist. Er umfasst nach seinem letzten Jahresbericht 52 Synagogen- Gemeinden und ausserdem noch ..zahlreiche von ihm unterstutzte kleine Gemeinden.“ Alle Gross- und Mittelgemeinden der Provinz gehören ihm an. In Szegdin trat der Millionär Bernhard Back de Begavar am Montag mit seiner Frau und seinen zwei kleinen Kindern vom Judentum zum christlichen Glauben über. Taufpate war der ebenfalls getaufte Jude Bürgermeister Georg Lazar. — Wie stellt sich der neue Christ zu der Stelle im Neuen Testament? Lodz. Das hiesige Börsenkomitec hat sich an den Handtlsminister mit dem Gesuch gewandt, die Bestimmung aufzuheben, durch die cs Personen nichtchristlichcr Konfessionen untersagt ist. Börsenämter• an der örtlichen Börscnversammlung zu bekleiden. Zur gefl. Beachtung Die noch nicht eingesandten Abonnementsbetrage bis inkl. IV. Quartal 1906 werden am 29. Oktober 1906 per Nachnahme eingezogen, was für Berlin 0,25 Mk. und für ausserhalb (innerhalb Deutschland) 0,30 Mk. Mehrkosten verursacht. Dies bringen wir den geehrten Abonnenten und Ortsgruppen-Vorständen zur gefl. Kenntnisnahme. Verlag ״JUEDISCHE RUNDSCHAU“ e. G. m. b. H. Berlin C. ,54, Auguststr. 49 a. *du?*«*■ LX erlin C., Kaisersix. 35. JLiikii C4 L'i/ i. & V2* v'j/ii TlfcU/ + Spezialität; Russisch 2, ÜUÜscIio Zeitungen. Soeben erschien: E5’. f׳ _ Von Dr. Heinrich Sachse. Preis nur 20 Pfennig. Bestellungen sind zu richten an den Verlag JUEDISCHE RUNDSCHAU, e. G. m. b. H.. Berlin N 54, Auguststrasse 49. Die ruhige und sachliche Beweisführung macht die Schrift zu einer vorzüglichen Propaganda für den Zionismus, den sie mit Herzenswärme und logischer Schärfe vertritc. Seltenheit. Biblische Uhren mit hebräischen Ziffern, Abbildung von Hoses mit Gesetz«staToI der zehn Gebote• vergoldeten Zeigern, kfinstl. Gravierung und Prägung. Ö Prima vergold. Ankerwerk, garanv tiert gut gehend mit unzerrcissbarerAufzugsfederund mit Steinen. Geb. flieh, altsilberart. oxydiert. Preis II,— Mark. ״ , , ״ M. ]Riwkess, V.mnd p,r K״h״.hm.. |,|s״s|r- ״ , Trepp־n.