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Jüdische Rundschau · 1906-10-19 · Heft 42 (19.10.1906) · page 16

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XI (1906)
Issue
Heft 42 (19.10.1906)
Date
1906-10-19
Page
– (sequence 16)
Language
German
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i j u 1 , I Seite 63t JÜDISCHE RUNDSCHAU ־42 .No, mit der Dampfcrlinie nicht die Zahl zu fixen, d. h. mit An- Zahlung gebundenen Anmeldungen erhalten, .welche nötig gewesen wäre, die Reise programmgeniass mit eigenem Separatdainpfer und damit zu st» ausserordentlich crnüissigtem Preise durchzuführen. Es ist nämlich leider unmöglich gcw/esdi, die hierzu erforderliche Minimal-Anzahl von 200 Reisenden zu sarmnenzubringen. Um jedoch das einmal gegebene Wort cinzulösett und Jen bereits angcmcldcten Teilnehmern die pcise dennoch zu e! möglichen, haben wir uns entschlossen, die Reise, wenn aucn mit einer wesentlich geringeren Anzahl von Teilnehmern, dennoch im Monate Oktober I. J. auszuiiihren. jedoch nicht n׳it Sc^aratdampfer. sondern mit dem regelmässigen Dampfer Konstantieopel—Jaffa und der dadurch gebotenen Änderung der Bedingungen. Die Fahrt mit dem fahrplanmässigen Dampfer — bei welcher die Ankunft in Konstantinopel an einen gewissen Tag der Woche gebunden ist. im Vereine mit der Rücksicht, die wir auf den zwisch-.nfallenden Samstag nehmen müssen, erfordern die Bahnfahrt nach Konstainoocl statt mit Personc.1zug III Kl. mit Eilzug. natürlich II. KJ, Die Rücksicht auf den Samstag macht es ferner notwendig das Programm so einzurichter., dass ein viertägiger Aufcnthalt in Konstantinopel zugegeben wird. Wir rechnen nun darauf, dass Sie uns in der Durchführung der Einlösung unseres gegebenen Versprechens und der überuommeneu Aufgabe auch Ihrerseits unterstützen werden, indem Sie in die unbedingt notwendig gewordene F.rhöhung ־'cs Tcilnchnierpreiscs um 172 Kronen einwilligcn. Wenn Sie berücksichtigen, dass gegen diese — in Anbetracht der* 29t;igigen Dauer — gewiss nicht zu grosse Erhöliung die Fahrt per Eilzug II. Klasse, stau Personenzug III. Klasse erfolgt, dass ein viertägiger Aufenthalt in der überaus interessanten Hauptstadt des ottomaniscliei! Reiches und ein 3tägigcr Aufenthalt in Ägypten geboten wird, dass ferner die Unterkunft auf dem Schiffe in separatem Kaiütenteil eine gute kajütenmässige und die Verpflegung eine streng rituelle unter Aufsicht Sr. Ehrw. Herrn Rabb. S. Fürst in Wien sein wird und dass schliesslich der Aufenthalt in Jerusalem nicht nur vollkommen prograimnässig verlaufen wird, sondern dass auch vermöge der grösseren Beweglichkeit und Bequemlichkeit welche die geringere Anzahl der Teilnehmer gestattet, das Programm in Konstantinopel sowohl, als auch in Jerusalem eine Erweiterung und Ausdehnung erfahren können wirJ, glauben wir anregen zu dürfen, dass Sie in die Erhöhung um 172 Kronen einwilligen werden und bitten Sic uns Ihr Einverständnis geil, unverzüglich mtteilen zu wollen. Ein ausführliches Programm der in obigem Sinne gelinder־ ten Reise schlossen wir hier bei. Wir erlauben uns die Bitte, dem beieefalteten Programme Ihre w. Aufmerksamkeit zu!eihen und zeichnen in Erwartung Ihrer gesch. umgehenden Rflckäusseruiig mit Hochachtung: Zionistischer Zentral - Verein. Dr I s i d o r M a r g u 1 i e s m. p. A d 01 f B ö 11 tn m. p. Präsident. Schriftführer. Aus den Ortsgruppen I Berlin. Berliner Zionistische Vereinigung. Unsere verehrten Mitglieder bitten wir davon Kenntnis zu nehmen, dass in Zunkunit alle Einladungen durch die Paketfahrtgcselischaft erfolgen. Dieselben werden durch die Boten der Paketfahrtgesellschaft abgegeben, enthalten aber keine Adresse, sondern nur die Aufschrift: ..Mitteilung der Berliner Zionistisehen Vereinigung“. Der Vorstand. Berlin. Der Jüdische Turnverein ״Bar Kochba‘־ veranstaltet in diesem Winter, an jedem Sonntag. Vorträge mit Diskussion und anschliessendem geselligen Beisammensein Die ersten sechs Vorträge werden halten: Sonntag, den 21. Oktober, Herr Dr. Hans G. Heyman n über: Liberalismus. Nationalismus im Judentum. Sonntag, den 28. Oktober. Herr Dr. Hans Mühsam über: ..Die Juden als Rasse‘‘. Sonntag, den *1. Noveriiber, Herr Dr. Israel Auerbach über. ״Meine Erlebnisse in Palästina“. Sonntag, den 11. November. Herr Dr. 0. Witkowsky: ״Die Stellung der Nationaljuden zur deutschen Politik“. Sonntag, den.IS. November. Herr Dr. Walter Kluge über: ״Zionsgedanke und Mcssiasidcc‘*. Sonntag, den 25. November. Herr Dr. E. Täubler fiber:s ״Jüdischer Nationalismus und Deutschtum“. Der erste Vortrag, am 21. Oktober, findet in Dräsels F e s t s ä 1 c n. Neue Friedrichstrassc 35, die anderen im Restaurant W i 11 n c r. Münzstrasse S i. statt. Beginn präzise 7 Uhr. Gäste willkommen! Murowana-Goslfn. Am Sonntag, den 11־. d. Mts., fand hier eine von Zionisten cinhcrufenc Versammlung statt, zu welche.־ nahezu sämtliche erwachsene Mitglieder der hiesigen jüdische:, Gemeinde erschienen waren. Herr Lehrer Auerbach aus Posen sprach über• ״Die Judcr.fragc heim Beginn des 2!'. Jahrhunderts und ihre Lösung“. Redner wusste die Zuhörer durch seine klaren und sehr interessanten Ausführungen fast 2 Stunden zu fesseln, ln der sich daran anschliessenden lebhaften Diskussion wurden die bekannten Einwände gegen den Zionismus erhoben: namentlich, suchte ein Herr einen Widerspruch zwischen deutschem Patriotismus und zionistischer Gesinnung zu konstruieren. Der ebenfalls aus Posen erschienene Gcsinnungsgenösse Lehrer Gutmann verstand cs, im Verein mit dem Referenten, die Argumente der Gegner unter dem Bcifa I des grössten Teils der Versammlung zu entkräften. Hieraul schlug gerade der Hauptgegner eine den zionistischen Be- Strebungen sehr sympathisch gehaltene 1•,esolution vor, die er w ieder zuriiekzog. nachdem die Herren aus Posen erklärt hatten, dass dies.lbc keinen praktischen Wert habe, obwohl sie ihn sonst freudig z.ustimnien könnten: die Arbeit des Zinnismusziele ausschliesslich auf praktische Erfolge hin, nicht aber aui Zustimmungen für Resolutionen, die für die Bewegung keinerlei Bedeutung hätten. — Nun erklärten 8 Mitglieder der Gemeinde sofort ihren Beitritt zum Zionismus, während 2 Gesinnungsgenossen schon vorhanden waren; weitere Beitrittserklärungen sind noch zu erwarten, da der Vertrauensmann unserer Sache. Herr Chayin. eine rührige Tätigkeit entfaltet. — Wenn man erwägt, dass die Gemeinde nur 22 jüdische Haushaltungen zählt, so ist ein Erfolg des ersten zionistischen Auftretens hierseibst nicht zu verkennen. Zum Schluss trugen die Heren Seidcrmann, Auerbach und Kantor hnber Jargonlicder heiteren und ernsten' Inhalts vag die mit grossem Beifall aufgeniommen wurden. Ntu.i -!ständiger Dauer fand die erste hiesige zionistische Vcran-, staltimg um Mittcrnach ihr Ende. Königsberg i. Pr. Am 13. Oktober fand die Generalversamminn-r der Zionistischen Vereinigung statt. Dr. Hoppe, unser langjähriger Vorsitzender, der eine Wiederwahl leider nicht annahm, wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Der neue Vorstand bestellt aus den Herrn Dr. jur. Jacoöi (Vorsitz.!. M. Wo 1 ffso 11 n, M. L. Sambursky, Dr. Pinczowcr, Kurt B 1 u m e n f e 1 d. bl. Breslau, 10. Oktober 1906. In der gestrigen MitglicJvi- Versammlung der Breslauer Zionistiehe!» Vereinigung machte Herr Theodor Oschinsky .der mit seiner Eamilie die letzte Gesellschaftsreise nach Palästina mitgcrnacht hat;c. einige wen g erfreuliche Mitteilungen über das Verhalten der Reiseleitun.:. Herr O. hätte diese Mitteilungen schon früher gemacht, wenn aus dem deutschen Prospekt für die jetzt bevorstehende dritte Gesellschaftsreise hervorgegangen wäre, dass das Budapester Fahrkarten-Bureau auch diese Reise leite. Das sei ihm aber erst aus einem zutällig in seinen Besitz gelangten Jargon- Prospekt bekannt geworden. Und nun könne er nur noch im letzten Moment dringend zur Vorsicht malmen. Das Fahrkartenkartenbüro habe den damals mit den Reisenden abgeschlossencn Vertrag •nicht gehalten. Zunächst sei schon der für die Teilnehmer in Aussicht gestellte Arzt nicht mitgekommen. In Konstantinopel erhielt man im Hotel kleine Zimmer mit einem Bett für 2 Personen zugewiesen, und erst durch grosse Trinkgelder bekam man bessere Zimmer, die angeblich gar nicht vorhanden sein sollten. Auf dem Dampfer erhielt man kelnesw׳egs die in Aussicht gestellten erstklassige Kajüte, sondern kleine Kabinen für 3—1־ Personen. Bakschisch half aber auch hier. Als dann in Jaffa wegen Sturm eine Landung nicht möglich war und man nach Beirut fahren!misste, erklärte dort plötzlich der Reiseführer, wenn jetzt nicht nr״ Person 175 Francs nachgezahlt würde, überlasse er die ganz. Gesellschaft dort ihrem Schicksal, und er fahre allein weiter. Alle Einwände halfen nichts, es musste bezahlt werden und zwar sofort. Auf Versprechen, später zu zahlen, liess sich der Herr nicht ein. In Port Said gab cs eine ähnliche Erfahrung. Auch Wagen wurden nicht so gestellt, wie die Verabredung gelautet hatte. Was für ein Schicksal erwartet nun die diesmaligen Reisenden, wenn untcrw׳cgs etwa wieder solche und andere Nachforderungen gestellt werden? Und es scheint, 1

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