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Jüdische Rundschau · 1906-10-19 · Heft 42 (19.10.1906) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XI (1906)
Issue
Heft 42 (19.10.1906)
Date
1906-10-19
Page
– (sequence 13)
Language
German
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No. 42 ׳ JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 631 voüst um Verzeihung bitten. Wenn dem aber nicht so i »t, und uni seiner Reputation willen, welche er sich als Sprachfchrcr in Jerusalem erworben, wünscht er es dringend״ so möchte er seinen Lesern nur das Wort aus dem Gleichnis in Erinnerung rufen: .,An ihren Früchten sollt ihr sic erkennen* und sie bitt.n. aus den oben angeführten ״Stilblüten“ selbst den Schluss zu ziehen, wie wohl das Holz und der Stamm beschaffen sein mögen. von dem die Propfreiser genommen werden, welche derartige Blüten und Früchte zeiiigen? Und wenn das jetzt schon am grünen Holze geschieht, was will erst aus dein dürren werden? Man denke nur an das Schicksal und die Lage der jüngeren und nacliwachsendcn Generation schon in den nächsten 5 -10 Jahren, wenn, wie das Hc*r Cohn in seiner ..JubiHiumsr.de*‘ zum 50j.1hri.gen Bestehen der Lamclschule * so rührend und ergreifend ausgedrückt bald solche dummstolze, eingebildete, aiicktierlc. arrogante, widerw.lrtigc Ignoranten. Halb- Nichts- und Allesbesserwisser aus den! Jerusalemer ..Mutterhaus“ mit einem von Herrn Cohn ausgestellten und vorn liilisvercin dcc. deutschen Juden und wahrscheinlich zum Ucbcrfluss auch noch vom deutschen Konsulatc sanktionierten ״Lehrer־. Professor-, Direktor- und Doktorpatent“ in der Tasche über die Städte und Dörfer Judäas, Galiläas und die jüdischen Kolonien sich verbreiten werden! W ir schüesscn das Bild, ohne die ungeheuren tragischen Folg.11 aus dieser Tatsache weiter auszuntalcn, mit einem weiteren Zitat aus der gleichen Quelle, welches, wie das eben gehörte, ebenfalls auf Herrn Cohn und seine Leistungen wie geprägt erscheint: ״Wenn ein Blinder den andern füllten will, werden sie nicht beide in die Grube fallen und umkommen?'* Zn was unsere Jerusalemer und palästinensische Jugend in wisseiiscliaftlicher und gewerkschaftlicher Hinsicht i.'ihig ist, wem eine Meisterhand über si•; kommt und ihre Frziehung und Ausbildung leitet das zeigen in höchst fibcrraschender Weise die Erfolge, welche der seines ..Metiers“ gründlich und allseitig kundige Professor Schatz bereits in wenigen Monaten seit dem Bestehen s:ir:cr Kunstschule ״Beza lei“ schon er• reicht hat. So sah der Schreiber ds. kürzlich die Radierung eines M. Montctlorc und des alten Kaisers Wilhelm I.« die Arbeit eines Schülers des Bczalel und Zöglings des von Dr. G r D n 11 u t geleiteten deutsch-jüdischen W aisenhauses, welche in Bezug auf plastisch ausdrucksvolle, künstlerisch geübte und technisch exakte Ausführung nur zu wenig Ausstellungen Veranlassung bar und d:e höchste Verwunderung aller Beschauer und Kritiker erntete. Fs unterliegt ״ar keinem Zu׳eifei, dass Herr Prof. Schatz h:er an Ort und Stelle imstande sein wird, eine Reihe hervorragender junger jüdischer Kti'nst- Igr und Kunstgewerl» treibender hcranzubüJcn. welche event. ihre Ausbildung im Ausland nur noch abzurunden und unter fremdem Einfluss noch mehr individualistisch auszuwirken haben werden. Wenn wir. luctis a non lucendo. Herrn CV!1 und Herrn Pro f. Schatz in Parallele stellen dürfen, so wer Jen wir neben den Künstlern auch pädagogisch, wissenschaftlich und literarisch gebildete und befähigte junge Kräfte erhalten, wenn wir höhere Lehranstalten besitzen (nur von diesem ist hier die Rede), ic welchen andere theoretisch und graktiset geschulte, wissenschaftlich gebildete Männer ihres Amtes wa!- ten als Herr Cohn und rein mit Ausnahme des Herrn Obe! lehrers Ca rieb ach. unfähiges, bunt zusammeng: würfe’tos, jargonistisches Jcrusalciirr Hilfs- und Verw andtschaitspe! sonal. wenn unsere teure Jugend von m1hc’’0!fenc?1 Dil.tta iten und Quacksalbern nicht mehr zu geistigen seelischen um! körnerlichen Fxnerimenten und Tortur;» missbraucht wird, wie die. armen bedauernswerten Kaninchen und Mäuse van angehenden Mediziner» bei der vcrdamim-i^wertca Viviseetion. Als ein wohlmeinender Cato, dem nur die salus publica am Herzen liegt, erhebt darum d. r Jerusalemer Beobachter wie dcrhol» seine Stimme und ruft Dr. Nathan und den massgeheuden Kreisen noch einmal zu: Ceteruni censco. seminarium in Hierosolvmis esse reformandnrn aut deleudum. FntweJ.v trenne man das Seminar Vollständig von der Lämclschule uni besetze es. wie in dem voraiis.gcgangencn Artikel betont ww'r, vom Direktor bis zu!n untersten Klassenlehrer nur mit auserlesenen erstklassigen Lehrkräften, oder wenn hierzu die Mittel nicht reichen, kehre man immer noch lieber zu d.m bisherigen Modus zurück, geistig und körnerlich gut befähigte und veranlagte junge Leute zu ihrer Ausbildung nach Deutsch• land herüberzunehmen und sie aoeh Vollendung derselben wieder hierher zuräckscnderi. (Schluss folgt.) Zur gefälligen Beachtung Die geehrten Abonnenten weiden höflichst gebeten, soweit dies nicht bereits gescheiter, ist, den Abnnncrrcntsbctrag für das IV. Quartal sofort cinzusendcn. damit keine Unterbrechung in der regelmässigen Zusendung der RUNDSCHAU eintritt. Mit Zionsgruss Die Expedition der JÜDISCHEN RUNDSCHAU, Berlin N. 31, AuguStstrasse *19 a. Kleine Mitteilungen Dessau. In der letzten Sitzung der Repräsentanten der jüdischen Kultnsgetneinde w urden H o f b a n k 1 e r M a c r k c; 7.11 in M i t g I i c d e des G c m c i n d c v o r s t a n d c s una Rechtsanwalt D r. Cohn zum Vorsitzenden der Repröscntantenversarmnlung gewällt, während Rechtsanwalt Di. Ascher als Kurator und Kaufmann Fricdländer als Kommissiorisniitglied in die Verwaltung der jüdischen Baronin von Cohn-Oppenheim-Stiftung entsandt wurden. Als Kuratoren dieser Stiftung fungieren jetzt die Herren Geh. Kommerzienrat Sonn ent hat. Kommerzienrat Tuch mann. Hofbankier M a e r k e r . Reelusanwr.lt D r. Coh n und Rechtsanwalt D r. A scher. Die Wahl des Herrn D r Ascher unterliegt noen satzungsmössig der Bestätigung des Herzoglichen Staatsn ׳nisteriums. Ein jiid'scher Weltkongress. Auf Anregung des Rabbiners D r. Fische r in Pest hat d־״׳ dortige jüdische Knitu«c'.n’.emde den Beschluss gefasst, einen Weltkongress der jö.’i c*1;n Gemeinden nach Budapest eirizubenifcn. auf weichem die Schritte beraten werden sollen, durch welch;• d0׳ Mächte zu einer Intervention zugunsten der russischen Juden veranlasst werden können. Frankfurt a M. Die Generalversammlung des Vereins Kindergarten für Israelifen beschloss am Dienstag Aberd. Je Moritz 6c Johann Opperheimersche Stiftung im Betrage von liVinr«) Mark unter den v« n den Naclikommcn der Geher gest Ilten Bedingungen attzimehmen. Danach wird der Name des Vereins in Moritz ur J Johanna ODpcnheimersche Kinde!?arten für Israeliten umgeändert und d׳'e dauernde Delegierung zweier Familienmitglieder in die Verwaltung genehmigt. Kostroma, 8. Oktober. In dem Flecken Nexvjerino des hiesigen Kreises ermordete eine Bande iugendlichcr Bauern in der letzten Nacht eine ganze aus Mann. Frau und zwei Kindern bestehende Juömfarmlic sowie einen Arbe׳’er und eine Arbeiter!»!. Die Polizei nahm drei Mörder fest. Handel mit Jordanwasser. Wie aus Alexandrien berichtet wird ist der Präsident de! internationalen 0 sellscliait zur Verwertung des Jordanwassers, der amerikanische Oberst Clifford Na da ud aus Konstan tiuope! dort cingetroffen. nachdem es ihm gelingen ist. von der ottomanischcn Regierung das Monopol ft!־׳ di' Ausfuhr des Wassers aus dem Jordanflusse, das zu Tauffeierlich keitcit und anderen religiösen Zeremonien verwendet wird, zu erwirken. Der Transport erfolg{ in besonders konstruierten Fässern, die mit d-mi türkise’»׳'!! Siegel und dem der Vereinigten Staaten vr״>׳'v|! und ter Aufsicht des Patriarcticn von Jerusalem veröden worden sollen. — Das Geschäft v.־ird seinen Oberst ernähren. Am Donnerstag de»^!8. er. feiern unsere Oesinntm/s- »,enossen Frl. Anka Rc»s׳'»»*’?att aus Warschau ur.d Herr Julius Becker in Breslau ihre Hochzeit. . Herr Julius Becker »st unserii Lesern als früheren Redakteur unserer »f'DISCHFN RUNDSCHAU wohlbekannt und mit der Redaktion gratulieren zahlreiche Ocsintiiingsgeflössen unserm liehen und geehrten Kollegen zu seiner Hochzeit. *־ ׳ r-־.־. ~ « UM « 1 Briefkasten der Redaktion . .־״־.1 — <־. ־' . ..־־* H. L. in Duisburg. Ihren Brief mit 50 Pf. haben wir dem Z.-B. übersandt, wohin alle solche Fragen zu richten sind. Spenden für Irgend welche Sache (Nationalfond usw.) 11im>1tt die Redaktion unter keinen Bedingungen an.

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