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Jüdische Rundschau · 1906-10-19 · Heft 42 (19.10.1906) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XI (1906)
Issue
Heft 42 (19.10.1906)
Date
1906-10-19
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Der Umstand, dass wir von dem 11׳ unsetri Reihen früher oft gehörten Wunsche, die Rub;ik ״Koniession" möge aus der Bevölkerungsstatistik verschwiaden, kräftig dazu übergegangvn sind, eine. ״Jüdisch•: Statistik“ ins Lehen zu rufen,!rcliört zu den erfreuliebsten Erscheinungen der modernen jüdischen Bewcgung. Denn die indische Statistik liefe;c uns einerseits in der Erkenntnis unserer Leben.sbcdmt:m1gcn die tinentbehrliche Grundlage einer Heeserung der letzteren. Andererseits bringt sie, wie wir schon letzt nach wenigen Jahren erkennen,!ur die AtrJiropologie wie für die Hygiene, Mir die Soziologie wie für manchen andern Wissenszweig eine Mille neuer! Materials. Unter diesen Umständen möchte auch der soziologisch denkende und für statistische Probleme sich mter• cssiercnde Jude in den kleineren Gemeinden gerne an der neuen, interessanten Arbeit teibelimcn. Allein diese Mitarbeit wird durch folgende zwei Faktoren er• schwert: Auf der einen Seite bietet, falls man die 7erhftltnisse der eigenen kleinen Gemeinden bearbeiten will, diese in Bezug auf Vorgänge de.־ Bcvölkern.igs- 1 ewegung so kleine Ziffern, dass mit Rücksicht auf das ״Gesetz der grossen Zahl“ eine rein!.utistisehc, vur־ Finzelfall absehende, Bearbeitung kaum angängig ist Dieser Umstand fällt neuerdings durch die bekannte rapide Abnahme der flebiirtcnziiier der städtischen, jüdischen Bevölkerung Deutschlands sc sehr ins Gewicht, dass nicht mir in den Klein-, sondern auch in den Atittclgerncinden eine Statistik über länge, die mi‘ der Geburtenziffer in Zusammenhang stehen, zum mintesten eine grosse Reihe von Jahre! umfassen muss, um einiverniassen genügende Zahler! zu erhalten. Auf der andern Seite fehlt uns für die Bearbeitung allge• meiner Bevölkernngsvorgänge gegeben ist, nämlich die betreffenden Zahlen lückenlos aus den verschiedenen Jahrgängen der speziellen Archive und Zeitschriften staatlicher und städtischer statistischer Bureaus zusammenzustellen, denn ga!z naturgemäss kann der Verein iiir Statistik der fud'c•! und sein offizielles Organ, diese Zeitschrift, nach der kurzen Zeit ihres Bestehens noch nicht so weit gediehen sein, dass sie die jüdischen Bevölkerungsvorgängc der einzelnen Gemeinden in ’*ortlaufenden, regelmässig erscheinenden Tabellen veröffentlichen könnten. Und wenn dies selbst möglich wäre, würde es sich ja bis letzt nur um wenige Jahrgänge tiandeln So muss denn, wer in der angegebenen Lage sich befindet, sich im allgemeinen damit begnügen, seine Gedanken zu äussern und damit vielleicht andere, 111 gü listigerer Lage Befindliche zu Arbeiten anzuregen. V'o.1 diesem Gesichtspunkte aus mögen mir die nachtol• gen den Bemerkungen über einige Möglichkeiten, unsei statistisches Material zu bereichern und unsere Arbeitsgelegenhciten zu vermehren, gestattet sein. Zunächst einige Worte an das ״Bureau für Sta* tistik der Juden“. Wäre es nicht vielleicht möglich, für diejenigen, die fern von Bibliotheken wohnen und. deshalb nicht in der Lage sind, fiir statistische Arbeiten sich das Material seihst zusamnienzustenen, aus den iiübereil Jahrgängen der Veröffentlichungen der verschicdenen offiziellen (staatlichen und städtischen) statistischen Bureaus alles, was sich auf die Bevölkerungsvorgängc der Juden bezieht, nach der Reihem'olge der Jahre zu sammeln? Auf diese Weise wäre sodann z. B. derjenige, der über die Sterblichkeit der Juden in den letzten Jahrzehnten arbeiten will, imstande, das Zahlenmaterial vereinigt zu finden. Wenn aber etwa eine solche Veröffentlichung, welche die Mortalität der Kinder und Erwachsenen, Eheziffer, Geburtenziffer im allgemeinen, sowie speziell der Unehelich- und Totgeborenen, Wanderungen und alfes andere dcrgl. zu umfassen hätte, fiir die Zeitschrift zu mmangrcich wäre, dann würde sich eine spezielle Herausgabe derselben empfehlen. Eine weitere Frage geht dahin, ob es nicht möglich wäre, in unserin Sinne auf andere Organisationen 1111*1 deren Publikationsorgane anregend zu wirken. Ic 1 nenne z. B. die ״Tabellarischen Übersichten, betreffen i den Zivilstand der Stadt Frankfurt a. M.“ Diese vorziiglichc, seit vieler. Jahrzehnten erscheinende Vei* öffentliclumg des dortigen statistischen Amtes enthalt dankenswerter Weise Tabellen über die Zahl der Ehe- Schliessungen, der Gehurten und der Sterbefälle der verschiedenen Religionsbekenntnisse. Dagegen fehlt leider eine Ausscheidung nach dem Religionsbekenntnis bei der Angabe der Todesursachen, eine Ausscheidung, die, lange fortgesetzt, unsere immerhin noch liiehe»;• hafte Kenntnis unserer von der unsere• nichtjtidischcn Mitbürger verschiedenen Krankheitsdisposition erheolieh fördern würde. Wäre es nicht möglich, im Siam* der Einführung einer solchen Tabelle an der entsprechenden Stelle vorstellig zu werden? Und nunmehr zu einigen spezielleren Dingen: Vor kurzem haben in der ״Münch. Mediz. Wochenschrift“ Prof. Dr. M. Halm und Dr. Groth die Anregung

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