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Jüdische Rundschau · 1906-10-04 · Heft 40 (4.10.1906) · page 21

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XI (1906)
Issue
Heft 40 (4.10.1906)
Date
1906-10-04
Page
– (sequence 21)
Language
German
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No. 40 Seite 607 JÜDISCHE RUNDSCHAU zu stärken, sondern auch dem Kongress eine wirkliche parlamcntarische Horm zu verleihen. Wenn es zwecks materielle! Stärkung notwendig ist. die Bestimmung zu trefien. dass nur Mitglieder von organisierten Vereinen wahlberechtigt sind, so muss im Interesse der gesunden Entwicklung unserer Bewegung gleichzeitig beschlossen werden, dass nur volljährige Mit■ glieder das Wahlrecht besitzen. Ob die Norm von 25 oder 21 Jahren citizuführe» ist. darüber soll der nächste Kongress ent* scheiden; wünschenswert wäre die crstcre. denn nur dann würde man der grossen und schnell möglichen Gefahr einer sozialistischen Kongressmehrheit entgehen. Die Kontrolle über die festgesetzte Volljährigkeit Hesse sich am besten dadurch entführen, dass eine jede zur Wahl erscheinende Person eine dahinhutende schriftliche Verpflichtung vor Vornahme der Wahlen unterschreibt. Dem näclisteu Kongress könnte also di;$e!־rage in zweierlei Formen zur Beschlussfassung vorgelcgt werden, und zwar entweder dass Ortsgruppen, Vereine etc., die die Statuten• gemäss festgesetzte Mindestzahl von Mitgliedern besitzen, zum Delegieren eines Kongressvertreters berechtigt sind, wöbe! die Wahlen und durch die Wahlberechtigten geschehen dürfen oder, dass eine statutengemäss festgestclltc Miudcstzdhl wählberechtigter organisierter Zionisten in den! betreffenden Ort oder Distrikt einen Delegieren entsenden können. Urn kleinen Ortsgruppen und Vereinen gleichfalls die Kon■ gress-Rcpräscntanz zu gewähren, könnte man für dieselben den Walilmämicrmodus einrichten, und zwar hätten je 10 oder 20 organisierte und wahlberechtigte Zionisten einen Wahlmatm zu wählen und sofern die auf diese Weise entstandenen Wahltnnäticr in dem betreuenden Ort ouder Distrikt die reglemen tarisch bestimmte Miudesi/ahl von Stimmen insgesamt besitzen sollten, könnten sic dam! ein׳.!! K״llektiv-(Pi$trikt־)l)cicgierten wählen. Ferner muss es Aufgabe der Leitung sein, dafür zu sorgen, dass proportionell mit der Vermehrung der Wahlberechtigten die Zahl der Kongress-Delegierten laut spezbll zu fassendem Kongressbeschluss möglichst verhindert werden soll, demt solange 700 Delegierte oder sogar noch mehr zusimmcnkommen. um während höchstens 6 Tage verschiedene wichtige. Fragen, in denen s;c meistens La'cn sind, zu entscheiden, so lange wird unser Kongress eher einem Plebiseit als einem Pariament ähnlich sein. Die Zeit der Reklame ist vorbei und der Kongress ist für uns nur eine qualitative und nicht mehr quantitative Vertretung. Die Bcgreuzungsnorm muss derart festgesetzt werden, dass sich ein jeder Kongress höchstens ans 200 Delegierten zusammensetzen soll. Uni sich indes die Repräsentanz der intellektuellen Kräfte zu siche!!!, könnte man eventuell bestimmen, dass die auf einen! Kongress gewählten Funktionäre, das heisst Mitgliedc! des engeren und grossen A.-K.. Mitglieder der Kommissionen Revisoren, Richter etc. zur Teilnahme am nächsten Kongress berechtigt sind, ohne als Delegierte gewählt zu werden. Es ist möglich, dass durch die hier vorgeschlagcnen Massnahmen die Zahl der westeuropäischen Delegierten auf den! Kongresse keine grosse sein wird, aber diese Erwägung ist in aiibctracht der unbedingten Notwendigkeit der projektierte:! Änderungen nicht besonders wesentlich. Populäre Westler wurden auch iu Russland. Rumänien, Galizien leicht Mandate erhalten. Wer übrigens den Kongress durchaus mitmachcn mich, kann es auch als Gast tu!!. Alsdann muss man den bisherigen unparlaincntrischen Modus endlich abschaffen. dass eine und dieselbe Person gleichzeitig verschiedene Mandate erhält. Wenn die zionistischen Finanzniänner Mittel und Wege finden könnten, um die grosse Geldsumme, die durch Reduzicrung der Delegiertenzahl auf 200 bis höchstens 300 Teilnelimer an Reisekosten und Aufcnthaltsausgabci! während der Kongresswoehc etc. erspart bleiben würden, den notleidenden zionistischen Finanzinstrumentcn zuzufiUtren. so würde diese ״Transaktion** nickt nur ihnen zur Ehre gereichen, sondern auch in der jungen Geschichte unserer Finanzpolitik den ersten Platz cmnclimen. Behufs Stärkung der Finanzen des engeren Aktions- Komitees könnte man event. die Gebühr des Schekels um die Hälfte oder eilt Viertel erhöhen. Der Vorschlag von Dr. Wormser ist deshalb unannehmbar, weil der Einzug mibegreuzter Einzelbeträge auf Grund der Schekelqiiittungei! Unkorrektheitc.1, eventuell auch Unfug zur Folge haben könnte. Um den zu dett Kongresswahlei! nicht berechtigten Zionisten die Wahlmöglichkeit doch zu verschaffen, könnte man vielleicht für die Laodeskongressc (Delegiertentage) spezielle Wahlen einricllteii, an denen sämtliche die Parteisteuern entrichtenden Zionisten ungeachtet des Alters zur Teilnahme l*erechtigt wären. Ein anderer Modus, zunf Beispiel, dass einige oder mehrere zur Wahl noch nicht berechtigte Mitglieder der Organisation die StSinnnc eines einzelnen Wahlberechtigten besitzen sollen, würde ebenfalls den parlamentarischen Bräuchen widersprechen. Solange die Autorität unseres Führers die Kongresse bcherrschte, war vielleicht eine jede Form gut genug, jetzt aber ist es höchste Zeit, unseren Kongress zu parlamentisicrcn und somit die ganze Organisation zu reformieren. Es ist möglich, dass, wenn de u,!umgänglichen Reformen rechtzeitig durchgefiihrt worden wären, vieles, was bisher geschah und den! Zionismus so viel Unheil an richtete, vermieden worden wäre. Die 1111 vorliegenden Briefe gemachten Vorschläge wären also wie folgt zu resümieren: 1. Einschränkung der Zahl der Wahlberechtigten durch Festsetzung eines höheren Alters für dieselben. 2. Begrenzung der Zahl der Kongressdelegierten durch Erhöhung der Mindestzahl der Wähler. 3. Aufhebung der Möglichkeit der mehrfachen Wahl eines einzelnen Delegierten. 4. Zulassung zum Kongress der auf den vorhergegangenen Kongress gewählten zionistischen Funktionäre ohne vorherige Wiederwahl durch die Partciwälilcr. 5. Einführung von Wahlmäctiicrn und Kollcktiv(Distrikts)- Delegierten für Minoritätsgruppen. 6. Einführung von Wahlen ftir die Landcskongressc (Delegicrteittagc) ohne Rücksicht auf das Alter der Wähler. 7. Überweisung der sich durch die neue Einrichtung ergebenden Geldersparnisse au' die finanziellen Institutionen der Organisation. 8. Eventuell; Erhöhung der Sclickelgcbühr um 5»י oder 25 ^. A. Awadiowitz. Palästinareise von Zionisten. Mit gespanntem Interesse sieht man i!1 zionistischen Kreise! der jüdischen Gesellschaftsreise nach dem heiligen Lande entgegen, welche, vom Zionistischen Zcntralverein in Wien. Türkenstrasse 9, veranstaltet, am 22. Oktober von Wien und am 23. Oktober von Budapest abgeht. Es haben sich zahlreiche hervorragende Gesinnungsgenossen, viele mit ihren Damen, zur Teilnahme au dieser herrlichen Reise gemeldet, deren Genuss noch dadurch gehoben wird, dass die Gesinnungsgenossen in Constanza. Konstantinopel. Jaffa. Jerusalem, besonders aber iu den Kolonien der Reisegesellschaft einen herzlichen, festlichen Empfang bereiten werden, welcher sich besonders in den Kolonien zu je einem kleinen jüdischen Volksfeste ausgestalten wird. Es dürfte sich kaum eine Gelegenheit mehr treffen, diese herrliche, genussreiche Reise zu so massigen! Preise und so guter Bequemlichkeit uiitmachen zu können. Nationalfond Sammlungen für den Nationalfond und andere zionistische Zwecke sind ausschliesslich zu senden an den Schatzmeister dea Zentralbureaas, Herrn Max Woüstetaer, Berlin NW.'s!, . ״...—.. Holsteiner Ufer!0. — - ■■׳■.■—.■—■■■ Gustav Schwabe, Varel (O'd) gratuliert Dr. Hans Mühsara, Berlin und Frl Minna Adler, Lübeck, zur Verlobung. Selma Lewy, Berlin, aus derselben Veranlassung L. Estermann, Hamburg, aus derselben Veranlassung. Saly Geis, Frankfurt a. Main, aus derselben Veranlassung .. S. H. Goldmann, Frankfurt a. Main, aus derselben Veranlassung .. J. L. Goitein, Frankfurt a. Main, aus derselben Veranlassung . Adolf Koch, Mainz, gratuliert zur Verlobung von Frl. Sophie Majerowitsch, Berlin, mit Zahnarzt Waltenberg . ... . . . Familie Kikoler, Berlin, aus der!eiben Veran• iassung«. Dr. W. Perlitz, Rindegg i, B., aus derselben Veranlassung... Gebrüder Blum, Bertin, aus derselben Veranlassung G. VV., Tilsit, Packhofstrasse II. A. Preismann, Leipzig. H. Preczep, Leipzig,. W. Feitel so n, London. S. Preczep, Leipzig, anstatt Beileidstelegramm an Dr. L o e b I, anlässlich des Ablebens seines Vaters Atois Loebl. 1,50 Mk. י 0,50 . ־־,I . 0.5O י 0,50 , 0,50 0,f-0 I- 0,50 10,- 5,—- ־־,» —.4 0,50 9

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