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Jüdische Rundschau · 1906-09-14 · Heft 37 (14.7.1906) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XI (1906)
Issue
Heft 37 (14.7.1906)
Date
1906-09-14
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Abonnement sprcis tinschliesslich LITERATURULATT tlirleljihrlkh: 1. durch die Expedition: t) In B״rl;n —,90 Mark. bJ nach aus* «Irts I,— Mark. cJ für das Ausland 1,50 Mark. 2. In Postabonnement: 1,25 Mark. ~ Insertionspreis die trfergespaltene Petit-Zeile oder deren Raum 25 Plennig. Allgemeine Jüdische Zeitung. Redaktion: BERLIN NW. 52, Melanchthonstrasse 4. Expedition •und ג Adresse für Qeldsend|1ngen und Bestellungen; ־״ Verlag jüdische Rundschau, E. G..m. b. H. Berlin N. 54, Aygustitr. 49a. Telephon: II, 3387. deschSfUstuadea der Expedition täglich (ausser Sabb3t und Sonntag) vormittags 10—1, nachmittags 3 -7 Uhr. Alle Rechte Vorbehalten. Abdruck aus der JUEDISCHEN RUNDSCHAU nur bei voller Quellenangabe gestattet. Nummer 37 Berlin, 24. Ellül 5666 — 14. September 1906! xi. Jahrgang ' Wegen des Rosch Haschanah erscheint die nächste Nummer unseres Blattes bereits am Mittwoch. —mini—iwmn n ־1!־n י» >!! n1rM1n1>r^1<l׳׳׳i«Y1׳׳J1»^'W^r1-v*-rgMmwmßm&mmatemmmm Dem Andenken Herzls 1111 General-Anzeiger für die gesamten Interessen des' Judentums“ liat Herr Trietsch einen polemischen Artikel unter der Uebcrscliriit ״Zaugwili, Vambery & Co.“ veröffentlicht. Der wesentliche Inhalt dieses Aufsatzes wird den Zionisten mehr, den Itoisten weniger gefallen, aber ungeteilte Missbilligung wird der unerhörte Angriff auf Herzl finden, den Herr Trietscli scheinbar in dem besten Glauben und so ganz nebenbei in den Artikel einschachtelt. Er schreibt: ״Vambery hat das unbestreitbare — freilich aber durch Verspätung. geschmälerte — Verdienst, gegenüber der verbreiteten Ansicht, Dr. Herzl sei als Chef der Zionisten beim Sultan eingeführt worden, die Wahrheit iestgestellt zu haben, dass diese Einführung — die eben durch Varnbery selbst geschah — Dr. Herzl als Redakteur der ״Neuen Freien Presse“ verschafft worden war. Schade nur, dass die Richtigstellung nicht erfolgte, als der Irrtum entstand, sondern erst nach Fferzl’s Tod. — Ich nehme an, dass Dr. Herz! von seinen schlechten Ratgebern veranlasst worden ist, diesen Irrtum bestehen zu lassen und vielleicht weitere Politik darauf zu bauen .... Hätte Vambery sich rechtzeitig darüber geäussert, so hätte man sich wohl gezwungen gesehen, mehr Gewicht auf realer Grundlage zu legen und der zionistisehen Bewegung wäre damit unendlich mehr gedient gewesen, als mit der hoffnungslos verspäteten Aufdeckung der Wahrheit.“ — * Jetzt, wo Herzt tot ist und cs sich doch nicht mehr darum, handeln kann, einen Teil seiner Macht in die sicheren Hände des Herrn Davis Trietscli zu legen lassen sich die Vergewaltigungen der Wahrheit nicht einmal psychologisch erklären. Um so empörender ist es, dass dieser Herr Trietscli noch immer den Mut hat, aus purer Rechthaberei den Namen Herzls durch den Vorwurf der Unwahrhaftigkeit in den Schmutz zu ziehen. Trietscli begnügt sich nicht mit der unmotivierten Behauptung, dass Herzl lediglich als Redakteur der ״Neuen Freien Presse“, nicht aber als Chef der Zionisten vom Sultan empfangen worden sei, sondern —־. das geht aus dem Sinn der zitierten Zeilen hervor — er erhebt gegen unseren verstorbenen Führer •*den Vorwurf, dieser habe wider besseres Wissen den-,;Irrtum bestehen lassen“, um ״vielleicht weitere ־Politik daraui zu bauen.“ Und als Kronzeugen nennt er den I^rofessor Vambery, über dessen Giaubeiiswürdigkcit er sich an einer anderen Stelle seines Aufsatzes folgendermassen äussert: ״Man sieht, Herr Professor Vambery ist ein . zu grosser Geist, als dass er nur für eine Ueberzeugung Raum hätte. So etwas würde er wahrscheinlich. für ״einseitig“ oder 1'iir ״beschränkt“ halten.“ Daraus geht hervor, dass Trietsch Herrn Vambery für unzuverlässig hält, und er macht auch einen •glückliehen. Versuch zu zeigen, wie schlecht in Zionistreis das Gedächtnis des Herrn Professors ist. Aber wenii es sich darum handelt, das Zeugnis des unzuverlässigen Vambery gegen Herzl ins Feld zu * führen,; da müssen alle Skrupel beiseite bleibep, und einem Davis Trietsch ist kein Mittel schlecht genug, diesen ehrenwerten Zweck zu heiligen. ־ . ־ Dass Herzl niemals wider besseres Wissen handeltc oder sprach, dafür bürgt für alle Zeiten der Glanz seiner Persönlichkeit. Dass aber Herr Trietscli und sein Gewährsmann auch in den tatsächlichen Angaben gc —irrt haben, hat Herr Dr. Simonson im ״General-Anzeiger“ klipp und klar bewiesen. Da wird deutlich demonstriert, dass Herzl vielleicht einmal als Redakteur im Yildiz cmgcfiihrt, aber fünfmal als Führer der. zionistischen Bewegung mit dem Sultan verhandelt hat. Simonson geht ziemlich scharf mit Herrn Trietscli ins Gericht und bricht auch eine Lanze für Zangwiil, was ich sehr wohl begreifen kann; leider atjer yersteigt er sich in seinem Eifer am Schluss zu folgender allgemeinen Behauptung, die ja seiner Vergötterung Zangwills alle Ehre macht, aber .dennoch nicht .zjitrifft: ״Es bestellt kein Widerspruch zwischen der frühereu .Tätigkeit ZaugwiUs für Palästina und• seiner jetzigen für den Territoriaiismus; denn alle seine Palästinaarbeit geschah unter der Voraussetzung der Normen• 1 des Basler Programms, und er arbeitet jetzt für der\r:Territo rialismus, weil er noch unverbrüchlich auf dem-•Boden des Baseler Programms steht und daher die Rückkehr der Zione-Zion, der Jetzt im־ Zionismus herrschenden Partei, zum Chowewe-Zionismus nicht mitmached .kann.“ Gegen diesen Passus muss ich energisch“protestieren und bedauern, dass Dr. Simonson, trotzdem er

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