Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XI (1906)
- Issue
- Heft 28 (13.7.1906)
- Date
- 1906-07-13
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Beilage JUEDISQHE RÜ N DSOHAU j& xi* n°28־ Aus der zionistischen Bewegung Mitteilungen des Zentralbureaus der Zionistischen Vereinigung für Deutschland I)ic verchrliclien Ortsgruppen und Vertrauenstnänner werden dringend gebeten, die etwa noch rückständigen S e 11 c k e I g e I d e r, sowie die Landesbeitrage für das abgelaufene Rechnungsjahr baldigst einzusenden. Von letzteren ist aber bisher erst die Hälfte der Summe cingegangen, auf die wir rechnen müssen. Wir bitten daher dringend, die Landesbeitrage endlich an uns abzusenden. Zionistische Jahreskonferenz Die diesjährige Jahreskonferenz findet am Dienstag, dem 28. August, in Köln statt. Die genaue Tagesordmi n g wird noch bekannt gegeben ,werden. Nach § 21 des Organistationsstatuts sind zur Teilnähme an der Jahreskonferenz berechtigt uud verpflichtet: 1. Die Präsidenten des letzten Kongresses. 2. Die Mitglieder des grossen Aktionskomitees. 3. Die V o r s i t z e n d e n der ständigen K o 111 - 111 i s s i o 11 c n. 4. Die Präsidenten der Landesorganis a t i 0 n e n und Föderal! o n c 11. 5. Die Mitglieder des Kongressgerichtes. 6. Der Koiigressanwalt. 7. Die Revisoren. Nach den Beschlüssen des Kongresses bestehen folgende Kommissionen: 1. Die Pa I ä s t i n a - K 0 m!Mission. 2. Die Propaganda-Kommission. 3. Die Kommission für die Nationalbibliothek in Jerusalem. 4. Die statistisch ־ Volkswirtschaftliehe Kommission. Ausserdem hat das E. A. K. eingesetzt: Die Kommission zur Legalisierung des. Nationalfonds. Die Kommission zur Verteilung des russisehen Hilfsfonds und zur Untersuchung der Ursachen und Wirkungen der Pogrome. ** Die Vorsitzenden dieser Kommissionen sowie die Vorsitzenden der Föderationen werden höfl. ersuch♦, ihre der Jahreskonferenz vorzulegcnden Rechenschaftsbcrichtc schnellstmöglich dem Zionistischen Zent ral hu r cau in Köln cinzureichcn. Die Jahreskonferenz erhält durch die Ereignisse der letzten Zelt eine besondere Bedeutung und wird aller Voraussicht nach ausserordentlich gut besticht sein. U. a. hat Herr D r. Max Nordau sein Erscheinen bestimmt in Aussicht gestellt. Von Amerika wird Herr L c w i n - E p s t e i 11 delegiert werden. Oechrter Heer Redakteur*. Auf dem Dcleeiertcntagc in Hannover brachte der Yertreter für Bremerhaven (bezw. Untcrwescrb.) die Zustände der Zionistischen Presse zur Sprache und gab seiner Meinung! Ausdruck, dass wir wohl eine Überproduktion au Zeitungen j haben, aber keine einzige, welche dazu geeignet wäre. Propaganda für unsere Sache zu machen. Die RUNDSCHAU bc- I sitzt diese Eigenschatt keinesfalls, denn sie ist nur fii'r denienigen verständlich, welcher sich schon gänzlich in die Bewegung lincingclcbt und gewebt hat und hauptsächlich für diejenigen Gesinnungsgenossen, welche das Vorrecht ccnicssen, in Hamburg. Berlin oder Köln zu wohnen, also immer sich inmitten der Bewegung befinden. Also den Zweck der Zionistischen Prooagafda erfüllt sie nicht und auf anderen Gebieten des Judentums bringt sic gar zu wenig. Intrige dieser übclständc ist es den Ortsgruppem.orstänJen der kleineren und mittleren Gemeinden beinahe unmögl'cli. die Mitglieder zum Abonnement zu bewegen. Der Aitrag ..samtliehe zionistische Zeitung in Deutschland zu einer *inz-geii zu machen“, d. h. nur eine einzige bestehen zu lassen, dürfte mit dn» Anträge Nossig nicht verwechselt werden, denn dieser Herr sprach von einem Tageblatt (welches meiner Meinung nach ein Unding ist), wohingegen der Antrag Bremerhavens nun dahin ging, die Wochenpresse gehörig auszubilden. Dass dieser Antrag einem allgemein gefühlten Bedürfnisse entspross, bezeugten die Beifallsäusserungen. welche von allen Seiten vernommen wurden. Ich muss mir bei dieser Gelegenhcit nochmals erlauben darauf hinzuweisen, mit welchen Schwierigkeiten der Zionismus in den meiste! Oiten zu kämpfen hat. Gewöhnlich ist eine Person, welche (sehr oft durch reinen Zufall* mit unserer. Sache in Berührung gekommen ist; sich iiir dieselbe begeistert und sclbstvciStandlieh andere zu begeistern sucht. Ein Redner hat die Güte einen Propaganda-Vortrag zu halten und da wir glücklicherweise mit Stolz behaupten können, die gediegensten Redr.er zu den Unseren zu zählen, so ist der Applaus im voraus gesichert und die momentane Begeisterung meistenteils ein grosse. — Nun beginnt die Arbeit desjenigen im Ort. welcher die Gründung einer Ortsgruppe in die Wege leiten will end zugleich ~ der finsteren Mächte, wolche alle möglichen Mittel (nur keine anständigen) in Anwendung bringen, tun den Erfolg unmöglich zu machen. Dann entsteht ein Kar;1. welcher schon nicht mehr schön genannt werden kann und zwar wütet er vom Anfang an am schlimmsten an den Plätzen, wo kein Rabbinersitz ist und der Lehrer bisher gewohnt war. es als selbstverständlich zu betrachten, die Intelligenz bezw. die Meinungsfreiheit sämtlicher Gemeindcbt'irgcr in der Tasche zu tragen. Und wehe daun demjenigen, der cs wagen will, eine Ansicht zu äussern, welche Sc. Ehrwü'rden nicht zuerst ans Tageslicht befördert hat. Natürlich ist der Kampf ein ungleicher. DcrZ:onist ist meistens im kleineren Ort cit, Kaufmann, welcher iahrein jahraus jeden Tag von früh bis abends sehr spät Im Geschäft verbringen muss und ausser seinen Kunden niemand zu sehen bekommt. Der Gegner bat sehr viel freie Zeit und kann mit seinen (oft sehr unlauteren) Mitteln kämpfen: er kann in salbungsvoller Weise wo und wann er Geindcmitglicdcr besucht oder denselben begegnet, gegen Sache und Person hetzen. Ich sage nicht, dass alle Lehrer so handeln, denn In diesen! Stande ׳Ilt cs wie überall. Eicht und Schatten. Es gibt unter den Lehrern sehr ehrenwerte Herren welche unsere heilige Sache nach besten Kräften fördern oder aber, wenn sie keine Anhänger s: :d. doch niemals unsaubere Mittel zur Bekämpfung anwenden würden. Der zweite Feind, oft ohne es zu wollen ist irf kleinen Orten die Tagespresse. Sensationelle Artikel müssen von Zeit, zu Zeit gebracht werden und ein dankbareres Thema als .die Juden" gibt cs ja nicht. Da w ird aus grossstädtischen Zeitungen etwas abgedruckt, ob es Dichtung oder Wahrheit ist. bleibt in diesem Falle Nebensache. Dementi werden einfach nicht angenommen. Von d״n widei liehen Schwatzereien während des letzten Kongresses will ich lieber nicht reden, aber als kleines Beispiel müclitc «clt den jüngsten Ocmeindckonflikt in Hannover erwähnen. Dort verstand es Irgend ein persönlicher Gegner des Herrn Rechtsanwalt Groncinann an dessen Adresse Gehässigkeiten unter Bezugnähme aut den Zionismus hittcinzufltckcn: natürlich drucken provinziale Blätter und Blättchen es ab und der böse Zionismus hat cs getan Den allcrsehönsfen Witz hat sich freilich In einer der letzten Woche eine ...liidischc“ Zeitung, welche überall Abonnenten hat erlaubt. Man höre und staune: Dieses Blatt* eben wusste seinen Lesern ganz haarscharf zu erzählen, dass wir tu Hannover geplant hatten in deutscher Politik eine a u t o 11 o me Stellung einzunehmen und — bitte nicht zu erschrecken — eine jüdische Partei itti Reichstag zu gründen. Und gegen solchen Blödsinn soll ein anstäudicer Mensch kämpfen. Aber last not least. Der Hauptfehler in unserer Sache, wie im ganzen heutigen Judentum, ist der Iudiftcrcntistuus. D cs ist der gefährlichste Feind, welcher zu bckämpicu Ist u td